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Andreas L., der sportliche 27-jährige Germanwings-Copilot, soll das Gesicht des Bösen sein. Dabei sieht er aus wie der typische Deutsche seiner Altersstufe.

Die Spekulationen über die Motive hinter seinem angeblichen, bewussten Versperren der Cockpit-Tür und dem Einleiten eines Sinkfluges drehen sich hauptsächlich um mutmaßliche psychische Probleme. Er habe vor Jahren seine Ausbildung für mehrere Monate unterbrochen, begab sich in Behandlung und musste erneut auf Tauglichkeit geprüft werden. Fortan soll er als Pilot eine Designation besessen haben, die regelmäßige Check-Ups erfordert. Würden wir alle Deutschen aus ihren Berufen entfernen, die in therapeutischer Behandlung waren, klaffte ein Millionenloch im Arbeitsmarkt. Reflexartig konzentriert man sich wegen der mutmaßlich selbstmörderischen Handlungen im Germanwings-Cockpit auf eine depressive Erkrankung, weil dies typischerweise mit Suizid assoziiert wird. Auf einem deutschen Nachrichtensender wurde ein Nachbar anonymisiert gezeigt, der von einem depressiven Vorfall vor circa einem Jahr sprach, ein möglicher Rückfall.

Der Normalbürger kann sich grob etwas unter einer Depression vorstellen und sich auch ein wenig hineinversetzen. Allerdings sprechen Experten im Fernsehen zu Recht davon, dass eine reinrassige Depression normalerweise nicht einhergeht mit 149-fachem Mord. Stattdessen wird eine narzisstische Komponente angesprochen, L. hätte sich möglicherweise nach Enttäuschungen und Frustrationen mit einem großen, grandiosen Knall aus der Welt verabschieden wollen. Narzissmus schließt eine erhebliche Bösartigkeit mit ein und das Verlangen nach Größe, Gefürchtet-Sein, Machtausübung. Zu dem Szenario einer schweren narzisstischen Persönlichkeitsstörung passen allerdings nach dem derzeitigen Kenntnisstand einige Dinge nicht:

  • Es fehlt die Unbeständigkeit in dem Leben von L. Schwere Fälle von Narzissten wechseln oft Karrieren und ihr Umfeld weil sie Scherbenhaufen hinterlassen. L. arbeitete hingegen lange Zeit strebsam und routiniert auf die Pilotenkarriere hin. Der Job erfordert ein hohes Maß an Disziplin, sowie Toleranz gegenüber langweiliger Routine. Der Job bietet nicht das, was ein echter Narzisst vehement sucht, wie Abwechslung, Bewunderung, konstante Bestätigung, Ruhm, Aufmerksamkeit.
  • Es hätte früh und deutlich Kollegen auffallen müssen, dass etwas nicht stimmt. Die Pilotengemeinschaft ist angewiesen auf Teamfähigkeit, Einsichtigkeit bei Fehlern, Unterordnung in Hierarchien etc. Alles Eigenschaften die Narzissten nicht haben. Narzissten halten sich für perfekt und allwissend, sie gestehen keine Fehler ein sondern schieben die Schuld woandershin. Die Lufthansa kann es sich leisten, wählerisch zu sein bei dem nachrückenden Personal. Wenn jemand ein Querulant und kein Teamplayer ist, wird derjenige aussortiert.
  • Es fehlt bislang das Element der Selbstinszenierung. L. soll in den entscheidenden Minuten des Sinkflugs kein einziges Wort gesprochen haben, dabei wäre dies für einen Narzissten die ideale Gelegenheit, sich zu verewigen, sich zu rechtfertigen, seine kruden Gedanken der Welt mitzuteilen. Außerdem flog er gegen einen kahlen Berg und steuerte nicht irgendeine Großstadt an. Wenn er die maximale Auskostung seiner Machtfülle und Selbstinszenierung anvisierte, hätte er einen Flug gewählt der ihm die Möglichkeit gegeben hätte, ein berühmtes Ziel zu zerstören. Er hätte wohl beabsichtigt, eine ganze Weile lang von Abfangjägern verfolgt zu werden um ein viel größeres Spektakel anzurichten. Stattdessen nutzte er bei einer Pinkelpause des Chefpiloten die Gelegenheit, so schnell wie möglich wortlos den Airliner gegen einen kahlen Berg zu rammen. Schwere Narzissten möchten sich in den Köpfen der Welt mit Worten und Tiraden verewigen. Bisher ist nichts Gesichertes bekannt von Selbstinszenierungen in Form von Videos, die L. hinterlassen haben könnte. Ein Abschiedsbrief wurde bei Hausdurchsuchungen nicht gefunden. Die Computer werden noch ausgewertet. Narzisstische Killer wollen erklären und belehren, wie Recht sie haben, wie überlegen sie sind, wie wichtig ihre Taten sind. Sie wollen nicht als depressive und stumme Versager gelten.
  • Es ist bisher nichts bekannt von Menschen, denen er zuvor in seinem Leben geschadet hat. Schwere Narzissten hinterlassen Scherbenhaufen. Sie beuten andere aus und ziehen ihr Umfeld ins Unglück. Flüchtige Bekanntschaften lassen sich zwar meist von dem Charme des Narzissten blenden, allerdings müsste es im engeren Umfeld deutliche Zeichen geben für narzisstisches Verhalten
  • Das Selbstmord-Element passt (noch) nicht in dem Fall. Narzissten verfallen nur dann in tiefste Depressionen und suizidale Gedanken, wenn sie in einer dermaßen heftigen Krise stecken, dass sie mit ihren üblichen Methoden keine Aussicht haben, wieder herauszukommen. Narzissten sind eigentlich Überlebenskünstler, ihr Daseinszweck ist die Beschaffung narzisstischer Nahrung in Form von Bewunderung, Kontrolle und Macht über andere. Fällt eine Quelle narzisstischer Nahrung weg, finden sie schnell neue. Verlassen zu werden, trifft sie schwer, weil diese Grundangst meist alte Wunden aus der Kindheit aufreißt. Allerdings orientiert sich ein Narzisst schnell um, findet neue Beziehungspartner, Bekannte und Karrieren. Falls sich herausstellen sollte, dass L. neben einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung auch noch eine schwere physische Erkrankung wie etwa Krebs hatte, ergäbe sich ein glaubhaftes Szenario, in dem er sich an der Welt rächen wollte und neidisch anderen das nahm, was er selber nicht haben konnte. Narzissten wollen das Objekt ihrer Frustrationen zerstören und für sie sind Menschen meist nur Objekte. Das heißt, die Passagiere, besonders die jungen Passagiere die ihr ganzes Leben noch vor sich haben, wären das Hassobjekt. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Freitag, dass „Dokumente medizinischen Inhalts sichergestellt [wurden], die auf eine bestehende Erkrankung und entsprechende ärztliche Behandlung hinweisen.“ Es seien auch zerrissene, den Tattag miteinschließende Krankschreibungen gefunden worden. Laut vorläufiger Bewertung hätte Andreas seinem Arbeitgeber demnach eine bestimmte Erkrankung vorenthalten. Was nun genau von ihm geheimgehalten wurde, ob psychische oder physische Probleme, ist noch nicht öffentlich.

Sam Vaknin beschreibt sehr anschaulich die wirre Logik von narzisstischen Serienkillern:

Schwere Narzissten, die zu Mördern werden, haben ihre eigenen Argumentationsmuster, mit denen sie sich selbst als überlegen und rechtschaffen beschreiben. Sie genießen die Kontrolle über ihre Opfer, die Tatsache dass jene nicht flüchten, ihn nicht verlassen können. Die Passagiere des Germanwings-Fluges waren eingesperrt. Bislang fehlt eine politisch-ideologische oder religiöse Argumentation von L. und er ist auf keiner Extremistenliste. Das braucht es auch gar nicht.

Der sogenannte Virgin Killer strickte sich ein krankes Argumentationsmuster zusammen, laut dem er zu Recht Frauen bestrafe, die ihn nicht beachten. Er würde diese Ungerechtigkeit mit seinen Taten sühnen und außerdem strebe er ein Gesellschaftssystem an, wo außergewöhnliche Wesen wie er über Frauen verfügen können.

https://www.youtube.com/watch?v=gThKOR5FGz4

Der norwegische Terrorist Anders Breivik wurde nach seinem Massaker auf der Insel Utoya von Fachleuten mit einer schweren narzisstischen Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Er wählte eine ihm nahe liegende politische Ideologie, den Kampf gegen Links und den Islam. Seine Tat war feige und er nutzte jede Möglichkeit der Selbstinszenierung aus, darunter ein 1500 Seiten langes Pamphlet.

Narzissmus tritt häufig in Verbindung mit anderen Krankheitsbildern auf, wie etwa Paranoia oder Borderline. Bei Andreas L. hätte dies aber stark auffallen müssen. Möglicherweise ging es bei Andreas L. gar nicht um Depressionen, sondern um Schizophrenie. Das Alter, in dem er seine Ausbildung unterbrach (21) passt zu dem typischen ersten Auftreten des Krankheitsbildes. In diesem Fall hätten Fachleute untersucht, ob man ihn mit Medikamentierung und zukünftigen regelmäßigen Tests wieder arbeitsfähig macht. Bei etwa einem Drittel der Erkrankten bilden sich alle Symptome vollständig zurück, bei ungefähr einem weiteren Drittel kommt es immer wieder zu Krankheitsphasen und beim letzten Drittel der Erkrankten ergibt sich ein chronischer Verlauf, welcher zu einer andauernden Behinderung führt. Schizophrenien können sowohl schubweise als auch chronisch verlaufen, wobei die schubweise Verlaufsform häufiger ist. Ein Schub, also eine akute Krankheitsphase, kann mehrere Wochen bis Monate dauern. Danach klingt die Krankheit mehr oder weniger vollständig ab, bis nach Monaten oder Jahren ein neuer Schub erfolgt. Nur selten bleibt es bei einem einzelnen Schub.  Der erste Krankheitsschub beginnt typischerweise zwischen Pubertät und dreißigstem Lebensjahr. Prädiktoren für einen günstigen Verlauf sind unauffällige Primärpersönlichkeit, höheres Ausbildungsniveau, gute soziale Anpassung, ungestörte Familienverhältnisse.

Ein weiterer Faktor der zu beachten ist, ist seine Medikamentierung. Ob nun Antidepressiva oder Antipsychotika, Experten weltweit befürchten ein erhebliches Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen. Gerade Amokläufer sind meistens medikamentiert und haben psychiatrische Behandlungen hinter sich. Es ist in höchst unwahrscheinlich, dass die Pharmaindustrie und das Medizinerkartell ernsthaft in die Verantwortung genommen werden, wenn etwas wirklich schief läuft.

Vergessen wir auch nicht die Möglichkeit, dass  Andreas L. die Sache vielleicht nur angehängt wird, weil es allen anderen in den Kram passt. Man wird sehr genau hinsehen müssen, was die Behörden an Details veröffentlichen werden. Falls es sich tatsächlich um eine schwere narzisstische Störung handelte, hätte diese diagnostiziert werden müssen? Was genau macht das Krankheitsbild aus? Hier ist ein Auszug aus meinem Buch „Das Böse entschlüsselt„:

Die klassische Diagnostik der narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Obwohl bereits vor einem Jahrhundert Sigmund Freud die Grundzüge der narzisstischen Persönlichkeitsstörung erkannte, obwohl sein Zeitgenosse Gustave Le Bon sogar die gesellschaftliche Dimension und Dynamik des Narzissmus zu untersuchen begann, obwohl einige weitere Wissenschaftler Pionierarbeit geleistet hatten und obwohl diese Zusammenhänge sogar in der Popkultur behandelt wurden, dauerte es eine ganze Weile, bevor das Establishment der Psychologen die Wahrheit widerwillig anerkannte. Erst im Jahr 1980 tauchte die narzisstische Persönlichkeitsstörung offiziell im Diagnostik-Handbuch DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) auf. Inzwischen wird seltsamerweise darüber nachgedacht, den Narzissmus in zukünftigen Versionen des DSM nicht länger als eigenständiges Krankheitsbild aufzuführen, sondern nur noch als Beigeschmack von anderen Störungen wie etwa Borderline oder Paranoia. Verwendet werden nach wie vor klassische Persönlichkeitstests und strukturierte Interviews als Werkzeuge.

Es ist nichts Ungewöhnliches oder Schlechtes daran, ein großes Selbstbewusstsein zu haben, wenn entsprechende Leistungen dahinterstehen, oder auf seine eigenen Interessen zu achten, Bewunderung durch andere zu schätzen, große Pläne zu schmieden oder sich ab und an unrealistischen Fantasien hinzugeben über Erfolg. Erst wenn mehrere solche Wesenszüge krankhaft verzerrt sind und das Verhalten einer Person über einen längeren Zeitraum in verschiedenen Situationen negativ kennzeichnen, spricht man von Narzissmus.

Der größte populäre Irrtum über den Narzissmus ist, dass der Narzisst in sich selbst verliebt ist. Der Narzisst kann nicht lieben und schon gar nicht sich selbst. Er ist vielmehr besessen von einem idealisierten Fantasiebild von sich selbst und braucht für die Aufrechterhaltung dieser Fantasie ständig hohe Mengen „narzisstischer Nahrung“ in Form von Aufmerksamkeit, Bewunderung durch andere Menschen, Geld, Kontrolle, der Möglichkeit andere Menschen zu erniedrigen oder mit Gewalt zu bestrafen, oder Wutausbrüchen, die von der Umgebung erduldet werden müssen.

Er bewertet andere Menschen nach der Menge und Qualität an narzisstischer Nahrung, die sie liefern können. Bekommt er nicht genug Nahrung und sind seine realen Niederlagen im Leben zu groß, gerät er in eine tiefe Krise bis hin zur Auflösung seiner Persönlichkeit und Selbstmordgedanken. Narzissten sind selbstzerstörerisch und ziehen ihre Umgebung mit ins Unglück.
Obwohl der Narzisst von außen betrachtet wirkt, als hätte er ein gigantisches und unerschütterliches Selbstvertrauen, reagiert er äußerst empfindlich auf jede Kritik und jeden Widerspruch, gerät in Rage und verspürt tiefen Hass gegen denjenigen, der es gewagt hat, seine Perfektion in Frage zu stellen. Um gar nicht erst in eine Situation zu gelangen, die ihm unangenehm ist, arbeitet er zielstrebig darauf hin, für sich eine Umgebung zu schaffen, die ihm einen ungestörten Zustrom narzisstischer Nahrung bietet.

Er versucht sich im Showbusiness, oder in der Politik, oder in der Religion, in einem lukrativen Beruf wie Aktienhändler oder in der Industrie. Dabei schauspielert er diverse Rollen, die mit seinem eigentlichen Selbst wenig bis gar nichts zu tun haben, wie etwa den altruistischen Helfer, den weisen Staatsmann oder den rebellischen Helden, der für die Rechte des kleinen Mannes kämpft. Er schummelt sich gerne zum Erfolg, sabotiert Konkurrenten und bringt Kritiker zum Schweigen. Ohne Gewissen keine Hemmungen.

Aber auch in seinem privaten Umfeld braucht er Hörige, Fans und Opfer. Die findet er, indem er seine Umgebung beobachtet und wie ein Raubtier auf günstige Gelegenheiten wartet. Er wählt eine Strategie aus, die auf die Zielperson zugeschnitten ist. Sehnt sich diese nach einer Schulter zum Ausweinen und jemanden, der Verständnis für ihre Probleme hat, spielt er genau diese Rolle. Ist die Zielperson auf Sinnsuche, spielt er den weisen Priester oder Guru der so tut, als kenne er alle Antworten. Braucht die Zielperson Hilfe, erscheint er als Held in der Not. Sucht die Zielperson einen Partner oder gar Ehepartner, heuchelt er Aufmerksamkeit, Liebe und Treue vor. Sobald ein Vertrauensverhältnis, ein intimes Verhältnis, oder Abhängigkeitsverhältnis mit der Zielperson aufgebaut ist, zeigt der Narzisst zunehmend sein wahres Gesicht. Vorbei ist es mit dem geschauspielerten Charme, jetzt zählen nur noch allein seine Bedürfnisse, die gefälligst erfüllt werden müssen. Er
versucht mehr und mehr Kontrolle über sein Opfer auszuüben und zermürbt es mit seinen Beleidigungen, Sticheleien, Wutausbrüchen und seinem anderen unmöglichen Verhalten. Übt das Opfer vermehrt Widerspruch und verweigert zunehmend dem Narzissten die narzisstische Nahrung, verstößt er sein Opfer, das er zuvor ausgiebig benutzt hat und sucht sich ein Neues.

Fehlt es an herausragenden Erfolgen in seiner Biografie, erfindet er einfach welche, um seine Umgebung zu täuschen. Er schmückt sich mit fremden Federn, falschen akademischen Titeln, die er im Internet gekauft hat, oder er plagiiert seine Doktor-arbeit. Um immer im Mittelpunkt zu stehen und alle anderen zu übertreffen, lügt er wie gedruckt über sich, seine Leistungen, seine Erlebnisse und prahlt aufdringlich mit teuren Uhren, Autos und anderen Luxusgütern, die er sich meist gar nicht wirklich leisten kann.

In seinem Kopf bastelt er sich jeden Sachverhalt so hin, dass er Recht hat, glänzt und besonders ist. Passt ein Fakt nicht in dieses Muster, ignoriert er ihn oder erklärt ihn für nichtig. Widerspricht er sich, macht ihm das nichts aus, es sei denn, jemand ande-res wagt es, diesen Widerspruch zu kritisieren. Er käme nie auf die Idee, sich in Therapie zu begeben, es sei denn er hat ein schweres Unglück erlebt, oder eine heftige Niederlage verschuldet. Dann verlangt er vom Therapeuten, wieder so hergestellt zu werden, wie er vor der Krise war.

Das Leid anderer Menschen ist ihm egal, wobei er natürlich sehr gut auch Mitgefühl vortäuschen kann, falls es die Situation verlangt und er einen Vorteil daraus zieht. Er versteht sehr gut, was in anderen Menschen vorgeht, deshalb ist er ein so guter Täuscher. Es handelt sich bei der narzisstischen Störung wahrscheinlich um eine Art geistigen Verteidigungs- und Überlebensmechanismus, der schützen soll vor erdrückenden und bedrohlich starken Gefühlen der Wertlosigkeit, Hilflosigkeit, Sinnlosigkeit, des Verlassen-Werdens, Scham und Schuld. Die echte innere Gefühlswelt und das echte Selbst werden gründlich abgetötet und ersetzt durch das idealisierte Selbstbild, das von niemandem abhängig ist, sich wegen gar nichts schämen muss, immer Recht hat, in jeder Form herausragend und grandios ist, höchst bedeut-sam ist für die Welt, und unbesiegbar.

Hier ist eine ergänzte Liste von Kriterien:

  • Fühlt sich extrem wichtig, grandios und bedeutsam, ohne dass dahinter angemessene Leistungen stehen. Verlangt als jemand ganz Besonderes behandelt zu werden. Übertreibt maßlos oder lügt sogar über eigene Leistungen, erlebte Abenteuer, Fähigkeiten oder Kontakte
  • Ist besessen von Fantasien grenzenlosen Erfolgs, Einflusses oder Schönheit, hat aber oft keine Lust, die entsprechende Arbeit in seine Ziele zu investieren. In seiner unrealistischen Fantasiewelt ist Schummeln völlig in Ordnung, um ans Ziel zu gelangen
  • Hält sich für dermaßen besonders, dass es unter seiner Würde ist, sich mit „gewöhnlichen“ Menschen abzugeben. Er ist eine Promi-Hure und sucht immer den Kontakt zu einflussreichen Figuren
  • Benötigt ein exzessives Maß an ständiger Bewunderung, Aufmerksamkeit und Zuspruch. Wenn er keine Bewunderung bekommt, reicht es ihm auch, wenn er stattdessen gefürchtet ist. Gar nicht beachtet zu werden, ist sein Albtraum
  • Hat ein übersteigertes Anspruchsdenken. Meint, ihm stünde ständig die Erfüllung seiner Ansprüche zu, und das natürlich sofort. Erwartet ständig und überall Vorzugsbehandlung. Gerät in Rage, wenn er wie jeder andere auch behandelt wird.
  • Ist übermäßig ausbeuterisch; benutzt andere Menschen und wirft diese weg, sobald sie nicht länger von Nutzen sind, oder aufmüpfig werden.
  • Mangel an Empathie, unfähig oder unwillig sich in andere Menschen hineinzuversetzen und deren Wünsche, Gefühle, Entscheidungen und Bedürfnisse anzuerkennen.
  • Ist extrem neidisch und eifersüchtig, möchte die Objekte zerstören, die er nicht haben kann.
  • Arrogantes Verhalten, als sei er allwissend, allmächtig, immun, über dem Gesetz. Attackiert jeden, der dieses Verhalten und das Fantasie-Selbstbild in Frage stellt.

Bessere Persönlichkeitstests haben rund 600 einzelne Fragen und bemerken im begrenzten Umfang Manipulationsversuche. Die Wirksamkeit von Fragebögen wird zunehmend in Frage gestellt und es bietet sich eine Konvergenz an mit Forschungen aus der Neurologie und der Genetik.

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20 comments

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Claudia Sofia Sörensen 30. März 2015 at 6:03

Ich war mit einem ausgepräten Narzissten verheiratet… . Und ich hatte ein PTBS, wurde deshalb bereits mit 57 berentet. Dieses PTBS stammte aus der Kindheit: 2 Mordversuche an mir und schwerstes Mobbing bis zu meinem 17. Lebensjahr. Erst Jahre nach der Scheidung (25 Jahre Ehe) wurde es mir möglich, selbständig eine multidimensionale Traumatherapie durchzuführen. Selbstverständlich gingen meiner erfolgreichen Selbsttherapie andere Psychotherapien vorauf sowie ein langjähriges Heilpraktikerstudium. Was den Umgang mit narzisstischen Menschen betrifft, glaube ich, intensive Erfahrungen gesammelt zu haben, selbst schwer geschädigt worden zu sein und nach 6 Jahrzehnten endlich den Ausgang aus derartigen, jeglicher Mitmenschlichkeit schadenden Beziehungen gefunden zu haben. Auch 2 meiner Kinder haben deutliche narzisstische Züge, d.h. Persönlichkeitsstörungen entwickelt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Narzissten durchaus eine klare Linie verfolgen. Sie sind nicht sprunghaft! Ganz im Gegenteil! Sie sind zwanghaft, d.h., haben auch eine anankatische Persönlichkeitsstruktur sowie auch einen Teil dissoziativen und schizoiden Verhaltens. Reinrassigen Narzissmus gibt es ebensowenig wie andere lediglich einseitige Charakterstörungen. Persönlichkeitsstörungen sind immer assoziiert mit benachbarten Störungen. Dazu gehören selbstverständlich ach psychosomatische Störungen.

Ich möchte hier nicht im Einzelnen darstellen, worin sich die eine oder andere Störung zeigt, vor allem nicht über Verkoppelungen, die ja sehr unterschiedlich ausfallen können. Ich möchte aber hinweisen auf die Spiegel-Checklisten der Persönlichkeitsstörungen:

http://www.spiegel.de/panorama/checkliste-von-joe-navarro-hinweise-auf-narzisstische-persoenlichkeiten-a-964707.html
http://www.spiegel.de/panorama/checkliste-von-joe-navarro-hinweise-auf-dissoziale-persoenlichkeiten-a-964713.html
http://www.spiegel.de/panorama/checkliste-von-joe-navarro-hinweise-auf-instabile-persoenlichkeiten-a-964710.html

Zum fehlenden Element der Selbstinszenierung, das sie beschreiben, möchte anmerken: Die ruhige Souverenität, mit der mein Ehemaliger mehrfach am Steuer seines Autos uns vorführte, dass er uns jederzeit allesamt umbringen kann, werde ich niemals vergessen! Er brachte nicht nur mich, seine Ehefrau, sondern auch eines unserer Kinder in eine solche Situation lebensgefährdender Abhängigkeit. Eine Machtdemonstration ersten Ranges! Übrigens unter ruhiger Atmung.

Das Leben mit einem ausgeprägten Narzissten kann lebensgefährlich werden! Übrigens kokketierte mein Ex auch immer wieder mit Suizid, was er als Druckmittel anwendete, damit ich bei ihm bleibe. Ich selbst unternahm aber 3 Suizidversuche, bis ich erkannte, dass ich mein Leben nur dann erhalten kann, wenn ich diesen Menschen, ein Ministerialrat übrigens, verlasse. Nichts konnte mit mehr schaden, als dieser Mensch und überhaupt Menschen mit ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen anderer Art.

Depressionen haben solche Menschen auch, aber sie verbergen sie, denn sie übertragen alle unangenehmen Emotionen auf andere Menschen, von denen, wie sie glauben, Böses auf sie einwirkt. Der Narzisst verleumdet gern, er sieht in vielen Menschen Feinde. Er ist ständig darum bemüht, geliebt zu werden. Dafür manipuliert er auf subtilste Weise sein Umfeld. Er ist nicht in der Lage zur normalen, gesunden Interaktion, weil er sich selbst für am Wichtigsten halten muss. Muss!

Übrigens glaube ich, dass Herr Andreas Lubitz mit seiner Aktion sich nicht nur einen bombigen Abgang verschafft sondern vor allem seine Eltern bestraft hat. Jegliche Persönlichkeitsstörung ist immer Abbild der Kleinkindsituation! Der Narzisst will seinen Eltern gefallen; dafür tut er alles! Und er ist nicht besonders kreativ; es fehlt ihm an echten Intuitionen. Er ist aber zwanghaft darauf aus, nach außen ein angenehmes Bild zu zeigen. Das gelingt ihm natürlich nicht immer. Ab und an rastet er aus, schlägt sich manchmal selbst, d.h., er bestraft sich selbst. Er kann sich und seinen hohen Ansprüchen an sich selbst aber nicht wirklich genügen! Er lagert aber die Schuld für sein Versagen aus: nach außen hin. Dort sind die Bösen, die Feinde, die ihm das Leben sauer machen.

Der Narziss ist einseitig auf Erfolg fixiert und kann mit Misserfolg nicht umgehen. Ihm fehlen Alternativen. Er sieht sie gar nicht. Ihm fehlen weitere mögliche Standbeine. Das macht ihn so angreifbar, das macht ihn aber auch gefährlich für andere Menschen, nicht nur für sich selbst!

Nochmals: Ein Narzisst ist kein wirklicher Amokläufer, denn er sieht die anderen Menschen gar nicht wirklich! Er sieht nur sich selbst, den er aber am wenigsten kennt, denn er begegnet sich selbst in einem verzerrten Spiegelbild: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land!“ Wehe, der Spiegel gibt ihm nicht das Bild zurück, dass er sehen will! Dann tötet er! Allerdings letztendlich sich selbst!

Mir fällt vor allen Dingen auf, dass in der nun begonnenen Diskussion über die möglichen Motive des Andreas Lubitz sich eine enorme Abspaltung, d.h. Dissoziation breit macht. Die Menschen sind derart entsetzt über das, was ausgeprägter Narzissmus in Reinform vermag, dass sie es nicht an sich heranlassen wollen, nicht können wollen! Wir müssen uns aber nicht dafür fürchten, dass unser Magen durch seine Salzsäureproduktion zu Grunde geht. Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht. Doch furchtbar wird die Himmelskraft, wenn sie der Fessel sich entrafft, einhertritt auf der eignen Spur, die freie Tochter der Natur… .“

In jedem Menschen sind Gott und Satan gleichermaßen am Wirken. Was wir benötigen, ist Erkenntnis und Fließgleichgewicht. Der Tod aber beginnt mit dem ersten Atemzug. Dennoch können wir leben. Bis an die Grenzen. Die aber gibt es nun einmal. Grenzsituationen während des Lebens aber sollten wir durch entsprechende Charakterschulung meistern lernen. Wir müssen keine Angst vor Menschen haben, die das nicht können, denn die Möglichkeit, ihnen auf ihrem alles zerstörenden Selbstverwirklichkungswahn zu begegnen und wie in ein Schwarzes Loch mit hineingezogen zu werden, ist Gott sei Dank (!) gering!

Claudia Sofia Sörensen
http://www.emdr-selbsttherapie.de

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Sabina 31. März 2015 at 19:13

Mich entsetzt es furchtbar, dass in den Medien und sogar von einigen Fachleuten nunmehr versucht wird, Menschen mit psychischen Erkrankungen in Schutz zu nehmen, so a la „man darf nicht zulassen, dass Menschen mit Depressionen stigmatisiert werden“. Meiner Meinung geht es nach diesem Ereignis gar nicht darum, sondern viel mehr um die Tatsache, dass der Mensch im Allgemeinen zu jeder Zeit zu allem fähig sein kann, denn die Entwicklung eines jeden Individuums läuft unterschiedlich ab, jeder Mensch hat unterschiedliche genetische Voraussetzungen und unterliegt im Laufe seines Lebens verschiedenen Einflussfaktoren von außen. Der Mensch ist und bleibt eine Variable und alles was durch ihn entsteht, von ihm entwickelt wird (z.B. Technik) kann ebenfalls nicht als Konstante betrachtet werden.
Für mich erscheint eine narzisstische Persönlichkeitsstörung bei diesem Co-Piloten sehr einleuchtend und dabei ist diese psychiatrische Diagnose ja nur ein Oberbegriff, denn die Ausformungen einer solchen Erkrankung sind aufgrund der Einzigartigkeit des Individuums immer verschieden.
Weshalb Verschwörungstheorien im breiten Rahmen diskutiert werden, ist mir auch ein Rätsel, vermutlich aber auch nur ein zutiefst menschliches Phänomen. Müssen denn immer mehrere Personen an solch einem Ereignis beteiligt sein? Müssen Länder ( z.B. USA, Russland, …) dahinter stecken, damit es für Menschen fassbarer wird. Muss es unbedingt die Technik gewesen sein, die ja ohnehin auch vom Menschen gemacht wurde.
Vielleicht ist dies auch eine menschliche Coping- Strategie, immer mehr und vielleicht auch noch hochrangige Personen für die Ursache eines Übels zu suchen, denn sonst müsste man sich ja doch eingestehen, dass man seinen Mitmenschen nicht immer Beachtung/ Aufmerksamkeit schenkt, denn sonst würden vielleicht Missbrauchsfälle früher entdeckt, einige Amokläufe schon verhindert worden, etc. das Spektrum reicht von A bis Z. Die Folgen menschlicher Abgründe gestalten sich nur in ihrem Ausmaß verschieden.
Und noch einmal, für mich ist es nicht nachvollziehbar, weshalb man einem einzigen Menschen nicht zutraut 149 andere Mensch zu töten, sei es bewusst, die Tatsachen ausgeblendet, aufgrund einer Erkrankung, etc., ist doch wirklich nichts Neuartiges in der Menschheitsgeschichte, fällt da denn niemanden der Nationalsozialismus ein, z.B. Hartheim die T4 Aktion, „nicht psychisch kranke“ Menschen haben dort einfach als „minderwertig“ eingestufte Menschen tagtäglich in die Gaskammer getrieben und dann die Leichen entsorgt, Tag für Tag und waren danach abends mit Kollegen feiern….was mich wieder dazu bringt der Mensch ist jederzeit zu allem fähig, auch wenn Erpressung oder sonstige Gründe hinter Verhalten stecken, der Mensch hat einfach oder leider das Potenzial dazu.

Und um mir die Frage „Warum?“ zu beantworten, brauch ich keine Verschwörungstheorien oder „Expertenmeinungen“, dazu reicht es völlig aus, jeden Tag aufs Neue seine Mitmenschen aufmerksam zu betrachten…….

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Mann Sero ... 29. März 2015 at 10:25

Vereiste Steigrohre…Gase im Cockpit… beklopttes Fly-by-Wire…. als wäre es heutzutage ungewöhnlich wenn ein A321 unkontrolliert in den Sinkflug geht.
Ich wette der Chip wurde absichtlich entfernt, von jemanden der Airbus sbsolut nix böses will…. ja und jetzt wo es ja eh „klar“ ist dass der COPilot ein narzisstischer Misantroph war… wer brauch den schon noch. Achja die Kritiker…. deswegen wird da noch fieberhaft dran gesucht.

Ich mein die Sucher durchsuchen die Ungglücksstelle.
Aber wer durchsucht die Sucher.

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Mann Sero ... 29. März 2015 at 10:18

Ich meine nur alle diese Thesen, wie auch die Hauptthese beruhen rein auf Indizien und Spekulationen und auf „Atemgeräusche“ die man im fett-lautem Cockpit gehört haben will….obwohl der eine Mann im Cockpit zusätzlich zur Geräuschkulisse noch ne Sauerstoffmaske tragen hätte müssen. Bewusstlos heißt übrigens nicht tot… man atmet weiter, dass er den FLug absichtlich eingeleitet habe ist auch nicht bewiesen, nur weil das FLugzeug so geflogen ist und er da im Cockpit saß. Nur der FLugschreiber kann belastbare Daten liefern… und ganz ehrlich… aus Sicht des Flugzeugherstellers ist das doch optimal. CoPilot ist schuld… Maschine einwandfrei… na klaro.

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Mann Sero ... 29. März 2015 at 10:10

Wie kann es eigentlich sein dass der CHip aus der Blackbox verschwunden sei…. ist der da beim Aufprall rausgefallen wie aus ner Pappschachtel oder wie jetzt? Wollen die uns eigentlich verarschen?

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Mann Sero ... 29. März 2015 at 10:08

Fragst ihr ernsthaft, warum er denn nicht die Triebwerke ausgeschaltet und steil nach unten gezogen hat oder warum er sich nicht ein chices Haus, Parlament, belebten Platz oder Sehenswürdigkeiten gesucht hat in die er fliegen könnte um den Fragcounter zu erhöhen?

Ich glaube er hat überhaupt garnicht an die Passagiere gedacht oder daran möglichst viele Opfer zu produzieren, die hat er wohl komplett ausgeblendet. Vielleicht war er auch auf Droge und dacht mal kurz paar Minuten „son Gleitflug über die französichen Alpen in meinem Segelfliegen wär jetzt ganz nett“.

Oder er hat bewusstlos über seinem Knüppel gehangen…. Kabelschwelbrand.
Oder die Maschine hatte nen defekt – wär nich das erste mal – und er war damit beschäftigt die Maschine unter Kontrolle zu bringen…. da haste keine Sekunde Zeit um noch was aufs Band zu sprechen für die Nachwelt – wieso willst ja auch am Leben bleiben oder mal eben kurz ne Tür zu öffnen…

Falls er das überhaupt gesehen hat, so voll beschäftigt, den Unfalltod vor Augen mit nem dicken Kopfhörer gegen die 70dB im Cockpit…
Wäre es ein maschineller Defekt könnte er auch sein möglichstes versucht haben… wenn der Pilot in dem Moment weg ist… PECH ALTER!

Aber zum Krankheitsbild. Ich frage mich ernsthaft wieso da die Schweigepflicht noch greift. Ein Arzt der einen Piloten eine mentale Krankheit diagnostiziert und dann schweigen muss…. jemand hätte hier reden MÜSSEN und wenn er dabei seine Approbation verliert, dann wären die Leut noch am leben und keiner hätts je gewusst. Und dann… heute die Piloten, morgen die Busfahrer übermorgen die Müllabfuhr? Das ist auch keine Lösung. Immerhin isser ja auch freiwillig hilfesuchend zum Arzt gegangen… hätte er ja auch einfach bleiben lassen können. Schonmal darüber nachgedacht… das wäre die Konsequenz, wenn Ärzte die Behörden informieren dürften. Geht halt einfach keiner mehr hin!

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Seromann 27. März 2015 at 16:23

Guter, differenzierterArtikel.
Eines finde ich seltsam: Es hiess doch, das Flugzeug sei für 8-11 Minuten im Sinkflug gewesen. Wenn jemand einen Suizid ausübt und dabei Andere mitnimmt, warum dann nicht einen kurzen Prozess machen?
Suizid kann schon sein…Noch weiss man zu wenig, aber Einiges deutet auf Vertuschung. Abwarten…

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AMD2015 27. März 2015 at 16:19

Sehe gerade, dass ich den letzten Teil meines Kommentars versehentlich zweifach einkopiert habe… Könnten Sie so nett sein, dass vor der Freigabe zu löschen?
D.h. der comment endet dann mit dem Absatz:

„Schließlich: ich denke jeden Tag an die Opfer und ihre Angehörigen, es beschäftigt mich sehr und sie tun mir unendlich leid. Umso wichtiger ist es, dass irgendwann möglichst klar wird, was passiert und und warum. Dazu gehört auch, eine sehr genauen Blick auf die offensichtlich schwer gestörte Persönlichkeit dieses Täters zu werfen. Der Hinweis auf eine “absolute Ausnahme-/Einzeltat”, der jetzt ständig wiederholt wird, hilft m.E. insoweit überhaupt nicht weiter.“

Vielen Dank!

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AMD2015 27. März 2015 at 16:10

Vielen Dank für diese Analyse, die ich hochinteressant finde! Ich möchte der Grundhaltung dieses Artikels, der dahin geht, die These einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung zu widerlegen, allerdings vehement widersprechen.

Zunächst einmal: ich kenne die Arbeit von Sam Vaknin sehr gut. Ich habe mich die letzten 6 Monate intensiv damit beschäftigt, habe sowohl sein Buch „Malignant Self-Love“ genau studiert, als auch die meisten seiner Videos gesehen. Außerdem habe ich nahezu alle wesentlichen englischen Websites von Experten und vor allem von betroffenen Opfern durchforstet in den letzten 6 Monaten, u.a. die von Melanie Tonia Evans, Zari Ballard, Kim Saeed oder Kaleah La Roche. Hintergrund ist, dass ich in 2014 ein Jahr lang eine enge Beziehung zu jemandem hatte, der selbst an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet. Bis heute – 6 Monate, nachdem ich mich aus dieser Beziehung gelöst habe – muss ich mich mit den Folgen dieses narzisstischen Missbrauchs auseinandersetzen, um darüber hinweg zu kommen, wie dieser Mensch mich behandelt hat. Dieser Mensch ist übrigens auch eine Person, die besondere Verantwortung trägt (wenngleich nicht als Pilot, Gott sei Dank! Aber ebenfalls an exponierter Stelle), die in der Öffentlichkeit und in großen Medien auftritt und die Meinungsbildung mitgestaltet, sehr intelligent, vielseitig begabt, freundlich, charmant und erfolgreich „rüberkommt“. Vermutlich würde NIEMAND, der nicht in einer intimen Beziehung zu diesem Menschen steht denken, dass es sich um einen Narzissten handelt – auch wenn einige vielleicht mittlerweile bemerkt haben, dass dieser Mensch Depressionen hat, persönliche Probleme und ein nicht immer ganz kongruentes Verhaltensmuster an den Tag legt – Anspruch und Realität passen nicht immer wirklich zusammen (um es mal vorsichtig auszudrücken…)

Nun gut – nun zu Andreas Lubitz. Mein wirklich allererster Gedanke, als ich hörte, dass AL die Maschine BEWUSST zum Absturz gebracht habe, war: „Der Mann hatte möglicherweise eine narzisstische Persönlichkeitsstörung!“ Ich hinterließ bereits gestern nachmittag auch zwei entsprechende Kommentare auf Blick.ch (von denen allerdings nur der erste abgedruckt wurde), nachdem ich „Andreas Lubitz, Co-Pilot, narzisstische Persönlichkeitsstörung“ gegoogelt hatte und auf den Artikel von Josef Solls gestossen war. Dort las ich erstmal, dass auch ein Fachmann die Vermutung aussprach, die mir *sofort* in den Sinn gekommen war!

Im Gegensatz zu Ihnen scheint es mir nämlich sehr plausibel, dass die Tat des Andreas Lubitz die typische narzisstische Wuttat eines „verdeckten Narzissten“ nach einer oder mehrfacher sog. narzisstischen Kränkung zu sein: Wie Sie selbst richtig erwähnen, gibt es eine Liste von medizinischen Kriterien, die auch im DSM aufgeführt sind und die Sie ansprechen. Einige davon führen Sie auf, um die NPD (narcissistic personality disorder) zu widerlegen. Meines Erachtens be-legen bzw. unterstützen aber all diese Kriterien die These einer NPD. Wie Sie wissen, gibt es auch den sog. „covert narcissist“ (den schüchternen, unauffällligen Narzissten), ebenso wie den „altruistischen Narzissten“. Diese Art von Narzissten sind nur so lange „gut“ und „nett“ und „unauffällig“ oder „verantwortungsgewusst“, wie diese Verhaltensweisen ihnen den Zugang zu genügend „narcissistic supply“ sichern. Wenn aber eine oder mehrere ihrer „Quellen“ versiegen oder aus dem Gleichgewicht geraten, oder er diese devaluiert, wei sie ihre innere Leere nicht füllen können und keine echten Emotionen ersetzen können (was bei Narzissten immer irgendwann der Fall ist), kann alles kippen.

Ich glaube, dass die „vorrangige narzisstische Quelle“ von AL die Fliegerei und der Pilotenstatus waren. Diese hat er erst idealisiert, dann devaluiert und dann zerstört. Dabei waren die Passagiere und Kollegen für ihn immer nur „Objekte“, Mittel zum Zweck, sie hatten die „Funktion“, ihn in seinem Pilotenstatus zu stützen. Im Einzelnen:

Laut Medienberichten beschäftigte sich AL seit seiner Kindheit mit dem Traum Fliegen. Das ist allein für sich betrachtet nichts pathologisches. Aber es kommt eine obsessive Komponente dazu: wir lesen heute, dass AL´s Zimmer voll mit „Objekten/Symbolen/Memorabilia der Fliegerei“ war, sogar über seinem Bett hatte er diese angeordnet. Diese Art von obsessiver „Objektifizierung“ und emotionaler Identifikation mit einer Sache und Objekten, die diese Sache verkörpern, ist typisch für Narzissten (auch dazu gibt es ein wichtiges Sam Vaknin-Video auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=3pXDHKi15hY). Sein ganzes Streben war darauf ausgerichtet, Pilot zu werden, seit er ein Bub war: das war die „Idealisation phase“.

Dann beginnt er die Ausbildung, merkt vielleicht, dass auch als Pilot nicht alles perfekt ist, dass die Tatsache, Pilot zu sein, ihn nicht von seiner (möglichen) inneren Leere/seinen inneren Kindheitswunden befreit und ihn nicht wirklich „größer“ macht, als er selbst ist. Vielleicht hatte er sich besonders Ansehen, Erfolg bei Frauen, eine herausragende Stellung, *Besonderheit* davon versprochen, die nicht eingetreten ist – oder die nicht reichte, weil er ein übersteigertes, idealisiertes Bild davon aufgebaut hatte („gradiose image“). Er erkennt, dass Traum und Realität irgendwie nicht zusammenpassen werden („gradiosity gap“), dass ihn die Fliegerei möglicherweise nicht „erheben“ oder „erfüllen“ wird und gerät in eine erste, für Narzissten ganz typische depressive Phase: „depression and mania of the narcissist due to the waxing and waning of narcissistic supply“ – Sam Vaknin: https://www.youtube.com/watch?v=b0WKL9oA5XU . Er macht eine Pause, nimmt eine „Auszeit“ > sog. „narcissistic hibernation phase“.

Er fängt sich aber wieder, vielleicht mit Hilfe einer Liebesbeziehung oder einer anderen „narzisstischen Quelle“, auf die er zurückgreifen kann, re-idealisiert die Fliegerei (was auch typisch ist: https://www.youtube.com/watch?v=UTMtunCwnEM , siehe auch „narcissistic hoovering“). Er macht weiter, und 2013 „verwirklicht er seinen Traum“ jetzt auch formal – er besteht die Lufthansa-Ausbildung. Aber er muss vlt. erkennen, dass der so viele Jahre angestrebte Status als Pilot ihn nicht zu einem innerlich heilen, „größeren“ Mann macht. Vielleicht erkennt er, dass er nach wie vor ein ganz normaler Mann ist. Er muss auch erkennen, dass die anderen Kollegen keine Helden, sondern ganz normale Menschen sind. Dies führt nach und nach dazu, dass er seine zuvor idealisierte/angestrebte Quelle – die Fliegerei/der Pilotenstatus – devaluiert. Und schließlich seine Beziehung zu dem, was er ursprünglich idealisierte, zerstört. Das wäre eine absolut typische narzisstische Reaktion (dazu mehr weiter unten).

Daher: Die Tat des Andreas Lubitz könnte aus meiner Sicht sehr wohl als narzisstische Wuttat nach einer oder mehrfacher sog. narzisstischen Kränkung: Der Narzisst schwankt zwischen Selbstüberschätzung/übersteigertem Ego und Selbsthass („self-loathing“) hin und her. Er baut sich im Laufe der Zeit ein „Falsches Selbst“ auf, ist sich aber immer wieder auch des Widerspruchs zwischen dieser „Fassade“ und seinem eigentlichen, tief verletzten Ich bewusst. Dieses Spannungsverhältnis („gradiosity gap“) ist für ihn kaum auszuhalten, führt oft zu Depressionen und Erschöpfungszuständen. Er braucht auch immer eine „Quelle“ – narcissistic source of supply“ – um sein inneres Gleichgewicht zu halten. Dafür benutzt er meist Menschen, manchmal aber auch eine Sache, eine Tätigkeit, eine Mission oder ähnliches. Auf eine Phase der Idealisierung dieser „Quelle“ folgt irgendwann zwangsläufig eine Abwertung und schließlich eine totale Ablehnung, bis hin zur Zerstörung der „Quelle“ – d.h. des Menschen, der Berufung, der Mission, was auch immer m Fokus stand, um dem N. sein inneres Gleichgewicht zu ermöglichen: „narcissistic idealisation-devaluation-discard cycle“. Das ist typisch für einen narzisstischen Zyklus: Der Narzisst zerstört, was er zuvor „geliebt“ (oder richtiger: idealisiert) hat. Die meisten Narzissten suchen sich allerdings dann eine andere, neue Quelle und zerstören nicht sich selbst, sondern die alte Quelle. Da sie aber durch den Zwang, nach aussen das falsche Selbst zu erhalten, um begabt, grandios, perfekt, gut, toll usw, zu erscheinen, viel Energie verbrauchen (auch, um die Lügen im Griff zu behalten, die sie dafür brauchen), geraten sie zunehmend selbst in einen Teufelskreis von Lügen, Selbstbetruf, Erschöpfung usw. Dann kann es im Extremfall passieren, dass sie nicht nur Angstzustände und Depressionen entwickeln, sondern sogar Paranoia – sie blicken selbst nicht mehr durch ihr eigenes Wirrwarr durch. Wenn dann noch jemand anfängt, ihre Integrität/Genialität/ihr Talent o.ä. anzuzweifeln, hinter die Fassade zu schauen oder sie kritisiert, dann kommt es zu einer narzisstischen Kränkung, die der N. mit einer 100% zerstörerischen narzisstischen Wut zu kompensieren versucht.

Es würde mich nicht wundern, wenn bald herauskäme, dass sich AL in so einem Zyklus befunden hat, als er diesen 149-fachen Mord beging. Denn genau das war es: 149-facher Mord. Dieser Mord ist bar jeglicher Empathie, er ist ein Akt eines Menschen, der die Realität seines Handeln offenbar komplett aus dem Blick verloren hat und er garantiert ihm genau das, was Narzissten anstreben: unendlich große Aufmerksamkeit (wobei es völlig gleichgültig ist, dass es negative Aufmerksamkeit ist – Sam Vaknin: „ANY attention, good or bad, is narcissistic supply!“), jahrelanges im-Mittelpunkt-stehen (negative posthume Bekanntheit). Narzissten betrachten Menschen als Objekte, die ihnen entweder Bewunderung/Aufmerksamkeit/ein gutes Gefühl geben, oder zumindest eine (wie auch immer geartete) *Bedeutung* und *Sichtbarkeit* – selbst wenn diese negativer Art ist. Aber: sie haben KEINERLEI Empathie für diese Menschen. Menschen sind nur „narcissistic supply“. Der Narzisst hasst seine Abhängigkeit von Aufmerksamkeit anderer Menschen, er kann sich selbst innerlich keine Ruhe, Bedeutung, Selbstliebe entgegenbringen, weil er in seiner Kindheit keine integre Persönlichkeit entwickeln konnte. Er ist innerlich zerfressen von Selbstzweifeln, Scham, Schuldgefühlen, Zerrissenheit. Sein grandioses, falsches Selbst – die Fassade (z.Bsp. her ider Pilotenstatus) – kann ihm nur kurzfristige Erleichterung von diesen negativen Gefühlen, diesem inneren Konflit verschaffen: er ist innerlich eigentlich leer. Er weiß, dass er nicht dem Bild entspricht, dass er nach außen spiegelt. Diese schlechten, inneren Gefühle („narcissistic shame“) projiziert er daher immer aeirgendwann auf andere Menschen/Systeme/Dinge/Tätigkeiten – typischerweise auf genau die, die er früher idealisiert hat. Im Extremfall muss er daher alles zerstören, was er sich (objektiv betrachtet) Positives aufgebaut hat.

Natürlich sind dies alles nur Vermutungen, es ist noch viel zu früh, diese These komplett abzulehnen oder komplett zu befürworten. Alles, was ich hier schreibe, ist nur meine persönliche, derzeitige Einschätzung der bislang vorliegenden Fakten und Indizien. Ich behaupte nicht, dass AL tatsächlich ein Narzisst war. Ich habe mich lediglich bemüht darzulegen, warum es durchaus möglich bleibt, entgegen Ihrer Anahme – und was dafür sprechen könnte. Auf jeden Fall geht es mir darum, dass die Ermittler diese Möglichkeit im Blick behalten – und dass in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein entsteht, dass die narzisstische Persönlichkeitsstörung SEHR gefährlich ist, sehr schwer zu erkennen und von anderen Erkrankungen zu unterscheiden ist, da die Betroffenen unglaublich geschickt sind, ihre Fassade, ihr falsches Selbst um jeden Preis aufrecht zu erhalten.

Ich freue mich im übrigen darauf, das Gespräch mit Ihnen fortzusetzen, da ich in deutschen Blogs eher wenige Menschen gefunden habe, die sich (ganz allgemein) mit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung auseinandersetzen und es daher interessant finde, dass Sie auf dieses Thema in diesem Zusammenhang – so schrecklich er auch ist – eingegangen sind!

Wichtig finde ich auch, sehr genau zwischen Depression als Grunderkrankung und den depressiven Phasen eines Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung zu unterscheiden! Sonst entsteht bald ein Generalverdacht gegenüber allen depressiven Menschen, was sehr unfair wäre. Narzissten durchlaufen manisch-depressive Zyklen, die von dem „flow“ des „narcissistic supply“ abhängen – also von dem, was sie von außen bekommen (oder eben auch nicht) – und hat keine direkte endogene Ursachen, wie bei „normalen“ depressiven Erkrankungen. Zwar leiden fast alle Narzissten unter bipolaren Störungen/Depressionen, aber Menschen, die unter Depressionen leiden, sind keinesweg alle Narzissten und sie leiden keinesfalls alle unter einer Persönlichkeitsstörung!

Schließlich: ich denke jeden Tag an die Opfer und ihre Angehörigen, es beschäftigt mich sehr und sie tun mir unendlich leid. Umso wichtiger ist es, dass irgendwann möglichst klar wird, was passiert und und warum. Dazu gehört auch, eine sehr genauen Blick auf die offensichtlich schwer gestörte Persönlichkeit dieses Täters zu werfen. Der Hinweis auf eine „absolute Ausnahme-/Einzeltat“, der jetzt ständig wiederholt wird, hilft m.E. insoweit überhaupt nicht weiter.

Der Narzisst schwankt zwischen Selbstüberschätzung/übersteigertem Ego und Selbsthass („self-loathing“) hin und her. Er baut sich im Laufe der Zeit ein „Falsches Selbst“ auf, ist sich aber immer wieder auch des Widerspruchs zwischen dieser „Fassade“ und seinem eigentlichen, tief verletzten Ich bewusst. Dieses Spannungsverhältnis („gradiosity gap“) ist für ihn kaum auszuhalten, führt oft zu Depressionen und Erschöpfungszuständen. Er braucht auch immer eine „Quelle“ – narcissistic source of supply“ – um sein inneres Gleichgewicht zu halten. Dafür benutzt er meist Menschen, manchmal aber auch eine Sache, eine Tätigkeit, eine Mission oder ähnliches. Auf eine Phase der Idealisierung dieser „Quelle“ folgt irgendwann zwangsläufig eine Abwertung und schließlich eine totale Ablehnung, bis hin zur Zerstörung der „Quelle“ – d.h. des Menschen, der Berufung, der Mission, was auch immer m Fokus stand, um dem N. sein inneres Gleichgewicht zu ermöglichen: „narcissistic idealisation-devaluation-discard cycle“. Das ist typisch für einen narzisstischen Zyklus: Der Narzisst zerstört, was er zuvor „geliebt“ (oder richtiger: idealisiert) hat. Die meisten Narzissten suchen sich allerdings dann eine andere, neue Quelle und zerstören nicht sich selbst, sondern die alte Quelle. Da sie aber durch den Zwang, nach aussen das falsche Selbst zu erhalten, um begabt, grandios, perfekt, gut, toll usw, zu erscheinen, viel Energie verbrauchen (auch, um die Lügen im Griff zu behalten, die sie dafür brauchen), geraten sie zunehmend selbst in einen Teufelskreis von Lügen, Selbstbetruf, Erschöpfung usw. Dann kann es im Extremfall passieren, dass sie nicht nur Angstzustände und Depressionen entwickeln, sondern sogar Paranoia – sie blicken selbst nicht mehr durch ihr eigenes Wirrwarr durch. Wenn dann noch jemand anfängt, ihre Integrität/Genialität/ihr Talent o.ä. anzuzweifeln, hinter die Fassade zu schauen oder sie kritisiert, dann kommt es zu einer narzisstischen Kränkung, die der N. mit einer 100% zerstörerischen narzisstischen Wut zu kompensieren versucht.

Es würde mich nicht wundern, wenn bald herauskäme, dass sich AL in so einem Zyklus befunden hat, als er diesen 149-fachen Mord beging. Denn genau das war es: 149-facher Mord. (Mehr zu narcissistic personality disorder findet man, wenn man diesen Begriff auf Englisch googelt, oder z.B. den Namen „Sam Vaknin“ auf Youtube eingibt).

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AlexBenesch 27. März 2015 at 17:04

Wow, danke für die ausführliche Meinung! Ich veröffentliche das gerne separat als Artikel. Ich hatte das am Rand gesehen mit dem übertriebenen Flieger-Fimmel seit der Kindheit.

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Soma 27. März 2015 at 14:29

Ich habe die Theorie, das die meisten Bürger, insbesondere in den Städten zu Depressionen neigen,
also der depressive Mensch der Normalbürger ist.

Sehr viele Leute schlucken auch irgendwas. Es gibt unmenge an verschiedenen Benzo-Diazepamen(Valium),
in allen Farben und Formen, die alle sehr schnell abhängig machen. Einen Entzug Davon, wird als ähnlich heftig beschrieben,
wie der Entzung von Heroin. Auch die Leichtfertigkeit mit der soetwas verschrieben wird ist auffällig.

Einer Bekannten, die auch wegen Depressionen zum Arzt ging, wurde in der Ersten Sitzung ein Benzo-Präperat verschrieben,
mit den Worten, das sie das jetzt ihr ganzes Leben lang nehmen muss. Sie tut es nicht und es geht ihr auch so wieder besser… 🙂
Ich würde den Mist auch nie anrühren!

Ich denke, es ist der stets wachsende Druck auf die Menschen, die Flut an Reizen, die schlechte Ernährung…
Zu viele Leute die sich ausbeuten lassen müssen auf dem zweiten Arbeitsmarkt,
die einmal an einen der vielen Kwacksalber geraten sind und jetzt auf Benzos und anderem Zeugs sind.
Leute denen man ideologischen Schund ins Hirn gepflanzt hat und die dann alles hassen,
die Menschen, den Fortschritt, ihr eigenes Deutschsein und was auch immer…

Drogen, Fraß, Armut, Misserfolge, schlechte Ideen und das tägliche Getöse
hinterlassen ihre Spuren und das bei mehr Menschen, als wir glauben,
dem Normalbürger.

Glaubt ihr, da ist was dran, oder bin ich zu pessimistisch?

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H0L0gr4mm 27. März 2015 at 22:26

Also ich sehe das ähnlich wie du. Ich denke auch das Depression vorallem die eigentlich „normalen“ Trifft. Mansche Normale gehen mit dem ganzen einfach besser um, deswegen verarbeiten sie ihre Depression besser, aber selbst die gesunden Leute sind doch heute nicht wirklich glücklich. Ich meine man muss den Leuten doch nur mal ins Gesicht sehen, die meisten wirken nicht wirklich glücklich. Selbst wenn man sie man drausen sieht, wie sie duch die Stadt laufen und so wie ja gerade nicht unter Druck stehen, selbst da wirken die meisten nicht glücklich.

Die Depressiven können damit nur schlechter umgehen, deswegen fallen sie aus dem Rahmen. Man behandelt sie ja auch nicht wirklich, man versucht nur, das sie eben damit leben können um wieder Arbeiten zu können, b.z.w halt noch mehr Arbeiten zu können. Dann kriegen sie Neuroleptika, im Prinzip macht es diese Menschen nur etwas Dümmer, andere kriegen SSRI´s, das erhöht die Serotoninkonzentration in ihrem Gehirn, was irgendwie nur eine elegantere Lösung ist als jemand, der sich halt eben Opiade gibt. Benzos und sowas betäuben und bringen einen so bissle in eine „Scheiss egal“ haltung.

Aber das ist nunmal das Vorgehen heute. Jemand hat Kopfschmerzen, versucht man nun im allgemeinen die Ursache zu bekämpfen? nein! man nimmt halt eben Kopfschmerztabletten. Ein Kind kann nich 8 Stunden ruhig in der Schule sizten und einem langweiligem Monolog eines alten Sackes (aus der Sicht des Schülers ist ein Lehrer nunmal das^^) zuhören? Gebt ihm ein Amphetamin das mehr Nebenwirkungen hat als (reines) Speed.

Ein „normalo“ der täglich in den Nachrichten hört, das tausende Menschen heute wieder von dem und dem getötet werden, die in ihrem Umfeld bemerken wie leute kein Geld, e.v keine Arbeit haben, wie Schüler gemobbt werden und für die das standart ist, einen normalen, gesunden Menschen greift soetwas an, er kriegt da unweigerlich nen Knacks von. Nur gehen halt damit einige anders um, einige werden Aktiv (wenn auch in fragwürdigen Bereichen), andere versuchen sich zu Betäuben (Drogen, Sex, Partylife oder eine art Besessenheit von etwas entwickeln) und wieder andere machen halt irgendwie im System mit und setzen dabei Scheuklappen auf. Letzeres machen wohl die meisten. Nur schaffen das aus unterschiedlichen Gründen nicht alle. Also mansche wollen nicht so tuhen als sei nix oder wollen sich nicht Betäuben, auch glauben sie nicht das man irgendwie was bewirken kann e.c.t, diese dümpeln dann irgendwie vor sich hinn. Entweder sie Hartzen, hängen in igrendwelchen Jobs herum aus denen sie auch nicht versuchen rauszukommen oder sind irgendwo in ner Klinik.

Und das mit den Städten ja, das ist sogar wirklich so, die Leute innerhalb einer Stadt sind meistens depressiver, es sei denn sie haben das nötige Geld um in die besseren Gegenden in die Stadt (Selbst im Stadtzentrum gibt es sehr sehr schicke Wohngegenden)zu ziehen. Diese Leute müssen dann aber auch dieses „citylife“ mögen, was ja auch nix für jeden ist. Manschen macht das ja auch nix aus eng an eng mit anderen Leuten zusammen zu leben. Das ist ja auch okay, nur glaube ich die meisten die in der Stadt wohnen, tuhen das mehr oder wehniger Unfreiwillig. Entweder ist es mangelndes Geld, so das man halt eben in diese gewissen Bereiche der Stadt ziehen muss in die niemand gerne freiwillig reinwill, oder man macht es halt wegen Job.

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Soma 28. März 2015 at 10:14

Danke Hologramm, für die Antwort…

Und ja, alle diese Substanzen, werden hauptsächlich verschrieben um die eigene Chemie
dahingehend zu regulieren, die Beklommenheit und Anforderungen der alltäglichen Lebenssituation
besser ertragen zu können, ohne je die Ursache anzugehen.

Ein weiterer gigantischer Betrug, der zum kollektiven Selbstbetrug führt…
Soma für das Volk, ein Wechselspiel aus Doping und Sedierung
und wieder ist ein Tag überstanden…


Amphetamine für Heranwachsende halte ich generell für eine schlechte Idee,
genauso wie Hasch oder Alkohol, ob in Reinform oder verdünnt/gestreckt.

Wobei beim reinem, hochdosierten THC- Cannabisöl wiederum wundersame
Heileffekte festgestellt worden sind, laut diesem VICE Bericht.

Stoned Kids:
https://www.youtube.com/watch?v=TXKjRkkoIOU

Den Kompromiss würde ich sofort eingehen.

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GolferHansi 27. März 2015 at 14:28

Naja, vielleicht hatte der auch keinen Bock auf die Maut?

PKW Maut

http://www.welt.de/politik/deutschland/article138850286/Die-Maut-ist-auch-das-Werk-von-Merkel-und-der-SPD.html

„Der Aufbau der ganzen Bürokratie soll laut Dobrindt einmalig 370 Millionen Euro kosten. Jahr für Jahr betragen die Verwaltungskosten gut 200 Millionen Euro.“

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ein mensch 27. März 2015 at 13:40

also ich sags ja immer: die „offiziellen ermittler“ überholen sich in ihrem tempo beinahe selbst…merkt wohl keiner aus dem mainstream dass das alles irgendwie ZU schnell geht (mal eben 3 tage sind vergangen)…jetzt hab ich gelesen dass sie in der wohnung vom co-piloten ein zerissenes, für den dienstag ausgestelltes, attest gefunden haben….weiterer sinngemäßer wortlaut: „…andreas L. der den airbus abstürzen ließ….“ …ja hab ich denn hier einen an der waffel??? 🙂

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netterEddy 27. März 2015 at 13:30

Die Nummer stinkt eindeutig und das gerade die ganzen arschgeigen die bei russenverbrechen immer eine Verschwörung wittern hier so unbedingt den coolen spielen und meinen sie müssten alles ins lächerliche ziehen ist irgendwie wieder klar.

Auch Janich wieder mit seiner arroganz bäh

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Guantana-MOHR 27. März 2015 at 13:19

„“SIC heißt, besonders regelhafte medizinische Untersuchungen sind erforderlich.“ Mehr wisse die Behörde nicht. (…) Was sich hinter dem Vermerk verberge, werde aus datenrechtlichen Gründen nicht mitgeteilt. „Das liegt dann voll und ganz in der Verantwortung des Mediziners“, sagte der Sprecher. Dieser müsse ein zugelassener Flugmediziner sein.

Die Bild-Zeitung hatte geschrieben, der Vermerk in der Akte des Copiloten deute auf massive psychologische Probleme hin. Der Behördensprecher konnte dies nicht bestätigen.“
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Aerztliche-Kontrolle-noetig-Luftfahrtbundesamt-Germanwings-Copilot-hatte-SIC-Vermerk-in-Akte-4262637

„“SIC Specific regular medical examination(s) contact licensing authority This limitation requires the AME to contact the licensing authority before embarking upon renewal or recertification medical assessment. It is likely to concern a medical history of which the AME should be aware prior to undertaking the assessment. (…) (c) Diabetes mellitus
(1) Cabin crew members with diabetes mellitus requiring insulin may be assessed as fit if it can be demonstrated that adequate blood sugar control has been achieved and hypoglycaemia awareness is established and maintained. Limitations should be imposed as appropriate. A requirement to undergo specific regular medical examinations (SIC) and a restriction to operate only in multi-cabin crew operations should be placed as a minimum.
(2) Cabin crew members with diabetes mellitus not requiring insulin may be assessed as fit if it can be demonstrated that adequate blood sugar control has been achieved and hypoglycaemia awareness, if applicable considering the medication, is achieved.“
https://easa.europa.eu/system/files/dfu/AMC%20and%20GM%20on%20the%20medical%20certification%20of%20pilots%20and%20medical%20fitness%20of%20cabin%20crew.pdf

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Guantana-MOHR 27. März 2015 at 12:22

„Demnach wollte der Pilot die Cockpit-Tür mit der Axt zertrümmern, um ins Cockpit zu gelangen. (…) „Zu der Sicherheitsausrüstung eines A320 gehört auch eine Axt“, sagte eine Germanwings-Sprecherin zur Zeitung. Bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 war es möglich, die Cockpit-Türen im Notfall mit der an Bord befindlichen Axt einzuschlagen.“
http://www.focus.de/panorama/welt/germanwings-absturz-im-news-ticker-pilot-wollte-cockpit-tuer-mit-axt-einschlagen_id_4574115.html

Nu frage ich mich: Wie kam der Pilot, der sich außerhalb des Cockpit befand an die Axt? Laut „EU Ops 1.795“ müssen diese „Cash-Axe“ im Cockpit aufbewahrt werden.
„JAR-OPS 1.795 Crash axes and crowbars
(a) An operator shall not operate an aeroplane with a maximum certificated take-off mass exceeding 5 700 kg or having a maximum approved passenger seating configuration of more than 9 seats unless it is equipped with at least one crash axe or crowbar located on the flight deck. If the maximum approved passenger seating configuration is more than 200 an additional ?c??r??a??s??h?? ??a??x??e? or crowbar must be carried and located in or near the most rearward galley area.
(b) ?c??r??a??s??h?? ??a??x??e? and Crowbars located in the passenger compartment must not be visible to passengers.“
http://www.jaa.nl/secured/Operations/WGs/EQSG/2002/EQSC%20WP%202002/EQSC%20WP%2002-02%20R0.pdf

Ich verstehe das so: Bei einem Startgewicht von 5,7 t oder 9 Sitzen muss entweder eine Crash-Axe oder eine Brechstange mitgeführt werden und diese muss im Cockpit aufbewahrt werden. Bei bei einer Sitzanzahl von 200 muss beides mitgeführt werden, wobei sich die Crash-Axe nach wie vor im Cockpit befindet, die Brechstange jedoch in der Bordküche, nicht sichtbar für die Passagiere aufbewahrt wird.
Habe ich das Falsch verstanden?
Es ist allerdings wohl schon zu kleinen Skandalen gekommen, weil Flugbegleiter mit diesen Äxten Fotos gemacht haben. Das ganze hatte sogar in Indonesien für Aufregung gesorgt, weil diese Äxte eben normalerweise im Cockpit aufbewahrt werden müssen.

http://s276.photobucket.com/user/febo08/library/?sort=3&page=1

http://www.airliners.net/aviation-forums/general_aviation/print.main?id=4327943

Es könnte sich höchstens eine Brechstange in der Bordküche befunden haben und auch diese ist Sinnlos um die Cockpittür aufzubrechen. Das wusste bestimmt auch der Pilot, da sie genau dafür gebaut sind.
Die Germanwings Maschine hatte die Konfiguration „Y174“
http://www.planespotters.net/Production_List/Airbus/A320/147,D-AIPX-Lufthansa.php
Was einer Sitzanzahl von 210 entspricht.
http://www.fly-car.de/local/media/formulare/airbusindustries.pdf

Zur Cockpit Tür: hier ein Video von Airbus zur Tür
https://youtu.be/ixEHV7c3VXs

Man kann nur Aktiv von innen verhindern auf dauer in das Cockpit zu kommen, in dem man die Codeeingaben von außen quasi beantwortet und einfach nur den Zugang verweigert… man quasi sagt „is alles ok, lass mich in ruhe“
Ich würde gerne die Aufzeichnungen hören, um zu hören ob zB dieser 3 Sekunden Piepton (siehe Video) zu hören ist, den man hört wenn der Code von außen eingegeben wird. Oder ob der schrille 30 sek Piepton zu hören ist, der losgeht, wenn man im Notfall durch die Tür will. Wenn ja, muss der ton auch wieder, vor Ablauf der 3 oder 30 sek erlischen, weil der Co Pilot den Versuch des Zugangs aktiv verhindern muss! Also einen Knopf drücken während des Pieptons, bzw. der anfrage der elektronischen Verriegelung.

Ich finde auch den Umstand interessant, dass… Gedanken sortieren ..
Also: Die Maschine is rund 4 Minuten nach erreichen der Reiseflughöhe wieder in den kontrollierten Sinkflug gegangen.
Dieser Sinkflug war Außerplanmäßig und hat ja scheinbar auch für Aufmerksamkeit von seiten der Air Traffic Control gesorgt.

Was da irgenwie nicht so richtig rein passt…

„When the plane dipped out of radar’s view, the air-traffic controllers issued an alarm signal, which alerted military and police authorities. Moments later, the French military ordered a fighter jet to race to the area, according to a person familiar with the matter.“
http://www.wsj.com/articles/germanwings-a320-plane-crashes-in-southern-france-1427195298

Das Flugzeug beginnt in den Sinkflug zu gehen und der Co Pilot antwortet auf keine Funksprüche mehr. Weder vom Tower, noch von anderen Flugzeugen, die angehalten wurden die Germanwings Maschine zu kontaktieren.
Zu diesem Zeitpunkt muss klar gewesen sein, dass:

a) etwas mit der Maschine nicht Stimmt

und b) das es kontrolliert geschieht, da ein unkontrollierter „Sinkflug“ anders aussieht!

Bereits dann hätten die Fluglotsen, bzw. die Luftwaffe zur Aufklärung ihre Mirage Flieger hochgeschickt, um zu sehen was los ist.
Immerhin befindet sich ein Flieger, zu dem man keinen Funkkontakt hat im außerplanmäßigen, kontrollierten Sinkflug!

Zu Klären wären: Wann und wo das Flugzeug kurz vom Radar verschwand, dass dann letztendlich zum Start EINES Jets geführt haben soll. Das es 3 Jets waren, die insgesamt 3 mal die spätere Absturzstelle (ca. 2km²), bzw. das Gebiet überflogen ist ebenfalls noch zu beachten.

Geschah dies vor oder nach beginnen des kontrollierten Sinkfluges? Wenn davor: Was führte zum plötzlichen, kurzzeitigen verschwinden vom Radar? Zumal davor laut CVR ja alles bestens war. Die Piloten quatschten und man befand sich ja eigentlich noch im Steiglug..
Wenn danach: Wie lange danach und weshalb wurden nicht schon vorher Jets zur Aufklärung hochgeschickt?

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bal 27. März 2015 at 12:21

@peter „Warum gedenkt man nicht jedes Jahr den ca.- 300 Opfern von verschluckten Kugelschreibern?“..
….weil die Kugelschreiberindustrie gemerkt hat das trotz PC Boom immer noch von Hand geschrieben wird auf todesfälle in diesem zusammenhang hinzuweisen,wäre contraproduktiv..(nur mal so als Beispiel,wie leicht sich etwas drehen und wenden lässt.wie es einem gefällt(Pippi-Langstrumpf-Effekt(;-))

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Peter 27. März 2015 at 10:35

Ich denke das war ein ganz normaler 08/15 Mensch.
Die meisten Menschen im Knast sind auch psychologisch gesehen ganz normal.
Die meisten Menschen definieren sich außerdem eben über ihre Umwelt, ist man selbst tot, braucht man das ja dann auch nicht mehr. So kann durchaus der Gedankengang gewesen sein. Ich finde den ganzen Trouble etwas lächerlich. Warum gedenkt man nicht jedes Jahr den ca.- 300 Opfern von verschluckten Kugelschreibern? Ahja, da kann man sich sozial nicht so dran aufgeilen.

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