KOMMENTAR

In seinem Exil hatte Sebastian Edathy noch gegenüber einem Reporter behauptet, er sei nicht pädophil, er habe legales Material besessen das niemanden etwas angehe und allein künstlerischer Natur sei. Jetzt hat er über seinen Anwalt laut Medienberichten zugegeben, sich mit seinem dienstlichen Laptop auch die ihm in der Anklage vorgeworfenen Videos und Bilder aus dem Internet besorgt zu haben.

“Die Vorwürfe treffen zu”, erklärte Verteidiger Christian Noll im Namen Edathys. “Ich habe inzwischen eingesehen, dass ich einen Fehler gemacht habe”, hieß es in der Erklärung. Er bereue, was er getan habe.

Gegen eine Zahlung von 5000€ an den Kinderschutzbund Niedersachsen wird nun das Verfahren eingestellt. Edtahy gilt somit nicht als vorbestraft und muss nicht um seine Rentenpensionsansprüche als ehemaliger Bundestagsabgeordneter fürchten. Die Alternative wäre gewesen, den Prozess bis zum bitteren Ende zu führen und eine Verurteilung zu riskieren. Selbst wenn Edathy erklärt hätte, irgendwelche unbekannten Personen hätten mit seinem Dienst-Laptop illegale Seiten besucht und nicht er, so wären doch die fraglichen Bilder und die Videos im Gerichtssaal und somit den Reportern gezeigt worden.

Immer wieder drangen Akten im Vorfeld an die Presse durch. Die BILD und die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitierten aus dem Beweismaterial, das gegen ihn verwendet werden sollte: Bildbände wie „Boys in ihrer Freizeit“, „Adam Junior“ und „Buben – in Freiheit dressiert“, geschredderte Zettel mit Beschreibungen wie “älterer PT (wahrscheinlich ist Preteen gemeint, ein vorpubertärer Junge) befummelt von einem Mann” plus Beschreibung eines sexuellen Missbrauchs, fiktionale Geschichten über Inzest und Missbrauch, Logdateien seines als gestohlen gemeldeten Laptops die auf russische Kinderpornoseiten deuten, Zugriffe auf Bildarchive, sowie angeblich heruntergeladene Videos laut den Gerichtsmitteilungen. Er soll auch mit dem Anonymisierungs-Nezwerk TOR das sogenannte Deep Web betreten haben. Die Welt spekulierte:

Es gibt Hinweise darauf, dass in seiner Wohnung einst Computer standen, die dort heute nicht mehr zu finden sind. Offenbar hat Edathy Staubspuren nicht weggewischt. Aus den Wänden der zwei durchsuchten Wohnungen hingen noch die Anschlusskabel für nicht mehr vorhandene PCs aus der Wand.

Sein Bundestags-Laptop sei angeblich gestohlen worden. Dem SPIEGEL gegenüber hatte er erklärt, kein Beweismaterial vernichtet zu haben.

Auf die Spur Edathys gelangte die Staatsanwaltschaft durch dessen Einkäufe beim inzwischen geschlossenen kanadischen Anbieter Azov. Die Azov-Streifen sind rechtlich umstritten und galten nach landläufiger Meinung in der Boylover-Szene als legal. Als amerikanische und kanadische Gerichte plötzlich eine andere Auslegung praktizierten, landeten die Azov-Kundendaten bei internationalen Polizeibehörden. Selbst wenn beispielsweise in Deutschland das Material nicht strafrechtlich relevant ist, so rechtfertigt es Durchsuchungen um eventuell vorhandenes strafbares Material zu finden.

Selbstverständlich tauschten sich sofort nach der Razzia gegen Azov die Anhänger der Boylover-Szene in einschlägigen Foren untereinander aus, wie man nun vorgehen solle um möglichst ungeschoren davonzukommen:

Einen neuen Computer zu kaufen und den alten wegzuwerfen/zu zerstören ist keine schlechte Lösung. Er [der Anwalt] sagte nicht dass ich das tun soll, aber er meinte dass [die Behörden] nichts in der Hand haben wenn kein Computer da ist, keine DVDs und kein Geständnis.

Edathy suchte Berichten zufolge nach Möglichkeiten, um Spuren von Dateien zu tilgen und ein iPad auf den Auslieferungszustand zurückzusetzen. Sein Anwalt beklagte die Berichterstattung und meinte, damit scheine die Durchführung eines Strafprozesses hinfällig zu sein.

Offiziell wurden die Ermittlungen gegen Azov-Kunden im November 2013 enthüllt, während manche Nachrichtenquellen bereits im Dezember 2012 darüber berichteten und Szene-Foren bereits 2011.

Denn auch in deutschsprachigen Szeneforen setzten schon frühzeitig juristische Diskussionen über den Fall des kanadischen Versandhändlers ein.

Unter Überschriften wie „Haben Azov-Kunden in Deutschland Hausdurchsuchungen zu erwarten?“ oder „Tipps für Azov-Films-Kunden“ tauschten dort User im Juli 2011 beziehungsweise im Oktober 2012 ihre Informationen und Einschätzungen zur deutschen Rechtslage aus.

taz

Es wurde auch in der Szene empfohlen, spezielle Programme zur wirklich gründlichen Löschung von Dateien zu verwenden oder Festplatten verschwinden zu lassen.

Ryan Loskarn, der Stabschef des US-Senators Lamar Alexander, beging Selbstmord, nachdem auf seinen Computern Hardcore-Kinderpornografie gefunden wurde. Die Fahnder kamen ihm auf die Schliche über die Kundendatei von Azov Films. In seinem Abschiedsschreiben gab er an, selbst als Kind missbraucht worden zu sein. Die Behörden hatten seine Tür eingebrochen und seine Behausung in Washington D.C. durchsucht. Ermittler erklärten, Loskarn hätte noch versucht, eine Festplatte über ein Dachfenster auf seinem Dach zu verstecken. Zu seinen Sammlungen gehörten Videos mit Titeln wie “6-jähriges Mädchen entführt und in den Wäldern vergewaltigt”.

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13 comments

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kill1 2. März 2015 at 17:43

schöner facebook Artikel von Akif Pirincci
https://www.facebook.com/akif.pirincci/posts/855675934473629:0

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Soma 2. März 2015 at 17:18

Das ist ein Skandal! Die Justiz spielt wieder Rechtsstaat!
Da werden jetzt bestimmt mehr pädophile in die Politik gehen, bei so tollen Anreizen.
Denen passiert nichts.

Jetzt wird es in Zukunft eher verboten sein Edathy einen pädophilen zu nennen.
Die Justiz wird ihn vor Gesichtsverlust und Beleidigungen schützen…

Eine weisungsgebundene Justiz wird nie gegen die Politik vorgehen,
das ist eines der größten Probleme, die wir in diesem Land haben.
Ein totalversagen der Rechtspflege. Ich bin total angewidert, eine Sauerei ist das!

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Agent Orange 2. März 2015 at 18:47

… da tut aber einer richtig emotional. Leideste etwa an Pädophilie oder daran, dass Ethady sich freikaufen durfte? Hej, das ist ein freiheitliches Land, in dem man sich vieles kaufen darf, wenn man kann … Ironie aus … Biste jetzt bloß auf ihn neidisch, weil dir die Kohle fehlt, oder was?

Ab jetzt, büdde keine Phobien mehr: Rechtsbeugung, Willkür, Sillstand in der Rechtsprechung, Amtsmissbrauch usw. sind doch die gängigen Instrumente einer freiheitlich-demokratisch, auf grundgesetzten Republik … im Endstadium. Ein Staat ist damit nicht zu machen.

Was meinen die Republikanten dazu? … 😀

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Soma 2. März 2015 at 20:53

Das solltest du mir mal ins Gesicht sagen.
Diesen Tag würdest du nie vergessen und ein leben lang etwas davon haben…

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Agent Orange 2. März 2015 at 22:30

Vielen Dank an die Repubser, die sich angesprochen fühlten und weiterhin fühle dürfen.

… und somaTultra, ich hab’s Dir ins Gesicht gesagt. Dich würd ich nich ma in die Pfeife stopfen – davon wird mir übel beim Rauchen,kannste vergessen.

Ein Leben lang … lalaa la la

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Agent Orange 2. März 2015 at 23:11

Hilfe, Hilfe. Will mir denn niemand helfen? Hilfe, Hilfe … :kotz:

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Soma 3. März 2015 at 2:25

In den Kommentaren plusterst du dich auf, aber Typen wie du sind erbärmlich und feige.

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ein mensch 2. März 2015 at 17:09

hmm…bleibt für mich noch die frage ob es nun wirklich ein “reales ding” war oder eventuell eine kompromittierung…immerhin leitete er den u-ausschuss zur NSU 😉

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laxxaz 2. März 2015 at 16:32

Für mich ist die ganze Sache mit dem Kindesmissbrauch und seinen ganzen Auswüchsen, so eine Art „Exklusivität für Eliten“ geworden, wenn man das denn so nennen darf.
Die ganzen Hobby- Pedos, Amateure und Kleinkriminellen werden erwischt und die Profis bleiben unberührt und füttern weiter den Markt mit ihren Abscheulichkeiten.
Da wird dann Herr XY erwischt, weil er sich Kinderpornos angeschaut hat und Leute wie Michel Nihoul lachen sich ins Fäustchen.
Das Selbe mit Musikdownloads.
Profi X lädt sich Terabytes an Musik aus dem Netz und verkauft diese. Ihm passiert nichts.
Klein Peterchen läd sich einmal ein Lied herunter und schon steht die Polizei vor seiner Tür.

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Wolfram 2. März 2015 at 17:00

“Profi X lädt sich Terabytes an Musik aus dem Netz und verkauft diese. Ihm passiert nichts.
Klein Peterchen läd sich einmal ein Lied herunter und schon steht die Polizei vor seiner Tür.”

Kleine Verbrechen werden bestraft, große in Triumphzügen gefeiert. (Cicero)

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Peter 2. März 2015 at 13:15

Bin immer noch überzeugt das sich Pixel anschauen keine Strafttat sein kann. Wenn man nach dem Prinzip geht müsste man jeden einbuchten der IS Hinrichtungen auf Facebook teilt. Weil dort auch die Opfer verhöhnt werden und wer weiß es gibt bestimmt auch kranke Hirne die sich darauf ein Wichsen. Mir ist es wirklich lieber das sich ein Pedo zuhause ein Wichst auf 20 Jahre alte Filme als wenn er auf dem Spielplatz rumlungert. Klar ist dies verachtens Wert. Aber der Polizei ist es bis heute nicht gelungen diese dinge aus dem Netz zu bekommen für mich ist das ganau so aussichtslos wie der Kampf gegen die Drogen schnappt man ein gibt es schon wieder 5 andere die die gleiche scheiße Hochladen. Es kostet Millionen und es macht kein sinn ! Es Rettet kein einziges Kind nein so dumm es auch klingt ist es manchmal der einzige segen für das Kind das der Peiniger vom Missbrauch Bilder macht. So das die Behörden davon kenntnis bekommen und ermitteln können. Sie sollten sich auf die Produzenten konzentrieren. Und ich glaub auch nicht das jemand der sich die kacke anschaut auch automatisch zum Vergewaltiger wird das ist schwachsinn. Jemand der keine skrupel hat und es völlig egal ist oder sogar glaub das es ganz normal ist der wird sich nicht lange ein vorm Bildschirm schrubben sondern zum nächsten Spielplatz gehen und dort sich ein Kind holen.

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H0L0gr4mm 2. März 2015 at 16:04

Es ist aber auch schon nachgewiesen wurden, das KiPo auch so ein Verhalten fördern. Ausserdem, je mehr Leute sich sowas anschauen, desto größer ist die Nachfrage, also würden auch mehr Kinder missbraucht werden und online gestellt werden.

Das ist im Prinzip bei den IS-Hinnrichtungsvideos auch so: Je mehr leute das Teile und sich das anschauen, desto mehr von diesen Videos wird es auch geben, da die Verantwortlichen merken, dass sich das jemand anschaut.

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Peter 3. März 2015 at 10:46

Ich bin der Meinung: mindestens 20 Jahre oder kastrieren. Und dass es Ersatzhandlungen gibt, wie Ballerspiele und dafür nicht töten etc. ist auch widerlegt. Im besten Fall hat das überhaupt keinen Einfluss auf die Aggressivität der Person. Dass es viele Menschen gibt die für Geld vergewaltigen und Foltern usw. ist doch selbstverständlich (Geld = Gut Vergewaltigen = Geld Vergewaltigen = Gut), wie kann man das heute noch bezweifeln? Aber nein, es gibt Leute die für Geld töten aber keine die dafür Kinder ficken oder was? Roflcopter

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