Genau wie ich vorhergesagt hatte, ist David Ickes TV-Sender “The Peoples Voice” (TPV) letztendlich im Chaos versunken. Hunderttausende britische Pfund an Spendengeldern waren ursprünglich gesammelt worden für das Internet-Projekt mit täglichem Live-Programm aus Nachrichten und Esoterik. Der Erfolg dieses Crowdfundings wurde zum Teil auch kosmisch-esoterischen Gesetzen zugeschrieben.

Vor ein paar Monaten wurde allerdings der Sendebetrieb eingestellt, das Geld war aufgebraucht, Spender und Mitarbeiter befürchten dass auch Geld verschwunden ist, alles kollabierte im Streit und Icke wurde letztendlich von seinem eigenen Partner vor die Tür gesetzt.

Meine ursprüngliche Einschätzung war, dass die Truppe sich völlig übernimmt und sich maßlos überschätzt: Die angstrebte Menge an Stunden Liveprogramm am Tag war absurd. Selbst große Sender, die über Kabel und Satellit ausstrahlen, haben nur wenige Stunden neues Material am Tag und wiederholen dieses in Rotation. Eine weitere Befürchtung: Mit zu vielen Moderatoren, unbezahlten Mitarbeitern und Amateur-Journalisten vergrößert sich das Chaos und das Potenzial für Probleme. Der Haufen Esoteriker, so schätzte ich, konnte nicht rechtzeitig problematische Individuen einschätzen. Die Fragen nach den Eigentümerverhältnissen und der Hierarchie schienen auch nicht transparent beantwortet. Es hieß, man sei “non-profit”, also gemeinnützig, anstatt eine effektive und profitorientierte Firma zu betreiben. Außerdem kaufte man überteuerte Fernsehausrüstung, ohne dass sich der Aufpreis irgendwie groß bemerkbar machte.

Auf seiner Webseite verkündete Icke im Sommer, dass das Geld aufgebraucht worden sei ohne mit dem Sendeprogramm genügend zahlungskräftige Sponsoren angelockt zu haben. Außerdem habe der “Direktor” von TPV, Sean Adl, erklärt dass Icke sich fortan nicht länger in die Geschäfte einmischen solle und seine Dienste nicht länger benötigt würden. Auch vorher gab es keine esoterische Harmonie und Liebe hinter den Kulissen, sondern konstanten Streit und Drama:

Laut Icke seien andere Beteiligte, der Egoismus und Individualismus schuld an der Misere. Er vergisst dabei, seine miserablen Führungsqualitäten zu erwähnen.

Zwei fragwürdige Bilanzen wurden veröffentlicht, mit nebulösen Positionen wie etwa 205.000 britische Pfund für “direkte Subunternehmer” oder 14.000 Pfund für Telefonrechnungen von zwei Monaten oder 140.000 Pfund für Studioausrüstung. Wer diese Subunternehmer sind und was die getrieben haben? Das bleibt wohl ein Geheimnis. Wie man 14.000 Pfund vertelefonieren kann? Ein Rätsel. Wie man im Ernst für eine Internet-Sendung Geräte im Wert von 140.000 Pfund ausgeben konnte? Das weiß wohl nur der Kosmos. Ich kenne den Markt und ich weiß dass für TPV ein einfacher Switcher wie der ATEM von Blackmagic sowie ein paar günstige Consumer-Camcorder mit Live-Out ausgereicht hätten. Unzählige Shows benutzen Hardware von Newtek, weil diese Geräte alle möglichen Aufgaben beherrschen. Jemand will von einem Techniker bei TPV gehört haben, dass nicht mehr als 20.000 oder 25.000 Pfund für Geräte draufgegangen sind. Was ist mit dem restlichen Geld passiert?

David rechtfertigte sich in einem einstündigen Video und erklärte seinen ehemaligen Webmaster für schuld.

David zahlte nach eigenen Worten dem Administrator seiner (hässlichen) Webseite davidicke.com ein stattliches Gehalt, damit jener sich zusätzlich um TPV kümmert. Sean Adl arbeitete aber angeblich nur noch für TPV und ließ Davidicke.com links liegen was David fast in den Bankrott getrieben hätte. Zu allem Übel kündigten immer mehr Abonnenten von Davids Seite und spendeten stattdessen regelmäßig an TPV weil die Leute dies für Davids Sender hielten. Nach dem Ziehen der Notbremse und dem Anheuern von neuen Web-Administratoren will David herausgefunden haben, dass Sean Adl die Webseite von TPV auf den Servern von Davidicke.com laufen ließ ohne die zusätzlichen Kosten zu ersetzen.

Unbezahlte Mitarbeiter, deren Hoffnungen von gutbezahlten Posten sich zerschlugen, sollen versucht haben, durch Sabotageakte Rache zu nehmen. Auch Sonia Poulton sei besonders Schuld an dem Untergang gewesen. Die erklärt jedoch, dass Icke hinter den Kulissen ein anderer Mensch ist als vor der Kamera oder auf der Bühne. Außerdem arbeitet sie an einem Dokumentarfilm, um die ganzen Sachverhalte zu enthüllen. Dafür will sie auch weitere ehemalige Mitarbeiter interviewt haben:

Eine ausführliche und aufschlussreiche Timeline mit vielen Links findet sich hier.

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9 comments

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asdf 17. Dezember 2014 at 18:21

Dass du hier so den Finger in die Wunde hältst wird bestimmt Konsikwenzen haben Alex!

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PONERO 17. Dezember 2014 at 12:06

*ich

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PONERO 17. Dezember 2014 at 12:06

Beten! Beten sag icch nur, zu Gott und den Engeln!

;o)

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vollbremsung 16. Dezember 2014 at 20:51

🙂

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ein mensch 16. Dezember 2014 at 17:06

hmm…tja…watt nu?…vielleicht ein bischen “liebe aussenden”? 🙂

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Soma 16. Dezember 2014 at 17:15

pffff… weiss nicht… bischen Licht noch dazu?

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Soma 16. Dezember 2014 at 17:18

Tja, das Icke Ende kommt noch. 🙂
https://www.youtube.com/watch?v=SqaUI-UirWk

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MizeL.T. 16. Dezember 2014 at 20:26

N bisschen Lichtarbeit und alles is wieder fix

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Soma 17. Dezember 2014 at 10:43

Glaub auch… positiv denken…reicht…..

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