Diablefaucheur

Alexander Benesch

Kein Witz: Tausende pilgern zu einem Kornkreis in Bayern. Dabei ist das nicht mal ein schwieriges Muster für diejenigen, die damit Übung haben. Reden sich die Pilger dann wieder gegenseitig ein, besondere Schwingungen zu spüren?

Der Professor für theoretische Physik Michio Kaku vom City College of New York erklärte auf dem amerikanischen Nachrichtensender Fox News, dass er und weitere Wissenschaftler es als unterhaltsame Herausforderung betrachten, den Mythos der Kornkreise zu entzaubern. Bei einem Event in der Nähe von Stonehenge soll vor der Presse demonstriert werden, dass auch sehr komplexe Muster ganz ohne Hilfe von irgendwelchen vermeintlichen Außerirdischen reproduziert werden können.

Über Jahrzehnte hinweg wurden die Muster von Einzelpersonen oder geübten Teams hauptsächlich mit Seil, Maßbändern und Brettern geschaffen.

„Heute kann man mit GPS, Lasern und Mikrowellenöfen verschachtelte Muster machen, genauso detailliert wie man sie in Science Fiction-Filmen sieht.“

Mit der richtigen Anleitung könne man Baugruppen aus einem gewöhnlichen Mikrowellenofen hernehmen, und sie auf einem Getreidefeld mit Hilfe eines tragbaren Stromgenerators als Erhitzer nutzen. Die Halme lassen sich so „weich machen“ und biegen sich schnell.

Sind die Helfer geübt oder trainiert, ist es mit Hilfe von Zirkel-, pantographischen oder spirographischen Techniken möglich, sehr komplexe Formen zu erzeugen. In vielen Fällen wurde nach Aufdeckung der Arbeit bekannt, dass Standorte der Kreise genau geplant wurden (Autobahnabfahrten, gut einsehbare Talsenken), um Schaulustige anzulocken. Menschlich erdachte Konzepte, wie u. a. die stereotypische Morphologie von Außerirdischen oder religiöse Symbole (z. B. Yin und Yang) werden dabei bewusst gewählt, um auf eine übernatürlichen Zusammenhang hinzudeuten und somit einen höheren Grad an Aufmerksamkeit zu erreichen. Mitunter wurden handelsübliche Halbedelsteine oder glänzende Steinkohlesplitter auf den Kornkreisen verteilt, um die Schaulustigen zum Suchen und längeren Verweilen anzuregen. Von manchen Arbeiten wurde bekannt, dass sie mit den Besitzern der Felder abgesprochen waren. Das abgesprochene Anfertigen von Kornkreisen, die Vermarktung sowie das Behaupten, der Kreis sei „echt”, ist in Deutschland nicht strafbar.

Demgegenüber versuchen die Cerealogen seit Jahren, Beweise für die Existenz „echter“ – also nicht von Menschen angelegter – Kornkreise zu liefern. Dazu weisen sie darauf hin, dass Menschen in Tests unter realistischen Bedingungen bestimmte komplexe Formen nicht herstellen könnten. Allerdings gab es hier schon herbe Rückschläge für derart argumentierende Forscher. So hatte der Cerealoge Pat Delgado einmal einen Kreis als echt bezeichnet, der kurz zuvor vor laufender Kamera von Menschen gemacht worden war. Das ist kein Einzelfall: Kreismacher amüsieren sich gern darüber, dass von ihnen gemachten Kreisen bescheinigt wird, sie stammten von einer „höheren Intelligenz”, und stimmen dem zu.

Der Forscher Richard Taylor von der University of Oregon erklärte, dass eine mathematische Analyse von Kornkreisen Hilfslinien aufzeigen würde, die für das menschliche Auge nicht unmittelbar sichtbar seien und die den Kontrukteuren der Muster behilflich wären. Ein Forscherteam will einen Magnetron aus einem handelsüblichen Mikrowellenofen mit einer 12V-Autobatterie zu einem tragbaren Gerät verbunden haben.

Wikipedia-Zitate unter der Lizenz  „Creative Commons Attribution/Share Alike“

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