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Ein Kommentar von Alexander Benesch

Nun haben wir es offiziell – Adam Kokesh hat alle Schrauben locker und seine Karriere ist vollends ruiniert. In seiner Sendung verteidigte er die beiden rechtsradikalen Amokläufer Jerad und Amanda Miller, die kürzlich in Las Vegas zwei Polizisten, einen Zivilisten und sich selbst töteten.

Kokeshs Argumentation wirkt wie die eines Kindes, Fanatikers und Drogenjunkies: Weil die Polizei und der Staat per se die “Freiheit ermorden”, sollte man die Handlungen der Millers “als einen Akt der Selbstverteidigung” betrachten. Die Millers hätten wohl gar “Leben gerettet” indem sie die Polizisten ermordeten.

Kokesh ist eine bekannte Medienfigur in den USA und zählt zu den radikalen Anarchokapitalisten, die sich Gut und Böse mit simplen Begriffen wie “nicht-staatlich” und “staatlich” erklären. Obwohl sie das sogenannte “Nicht-Aggressionsprinzip” beschwören und sich als Hüter der Moral definieren, betrachten sie sich von vorneherein als permanent “angegriffen”, also gilt selbst eiskalter Mord wie in Vegas als “Selbstverteidigung”.

Selbstverständlich spielen diese Freaks, so blöd wie sie sind, ihrem Feind direkt in die Hände. Wir sind gespannt, ob der inkompetente Alex Jones weiterhin Kokesh eine Bühne vor seinem Millionenpublikum gibt. Der wesentlich erfolgreichere Glenn Beck versucht nach Kräften, Stimmung gegen abgedrehte Figuren wie Jones und Kokesh zu machen. Letztere sind übrigens auch begeistert von Wladimir Putin.

Kokesh einigte sich kürzlich mit einem Gericht in Virginia wegen gleichzeitigem Drogen- und Waffenbesitz. Im September erwartet ihn die Verkündung des Strafmaßes von maximal 15 Jahren. Nach einer bewaffneten Ein-Mann-Demonstration 2013 am Freedom Plaza in Washington D.C. am Unabhängigkeitstag, für die er bereits separat verurteilt worden war, folgte eine Hausdurchsuchung, bei der u.a. Kokain, Marihuana, LSD und Ecstasy gefunden wurde. Kokesh wunderte sich über das Sondereinsatzkommando, dabei hatte er doch auf Youtube und bei Jones eine bewaffnete Revolution angekündigt und war bekannt als drogensüchtiger Kriegsveteran mit posttraumatischer Belastungsstörung. Die Drogen seien ihm angeblich untergejubelt worden. Wer’s glaubt, wird selig.

Der Irakkriegsveteran hatte eine bizarre Karriere, nachdem er wegen unnötigen Regelverstößen aus den Streitkräften verbannt wurde: Erst wandelte er sich über Nacht vom kriegsbegeisterten Offizier des Marine Corps mit der Fachrichtung psychologische Kriegsführung zum verlogenen Antikriegsaktivisten und Selbstdarsteller in den letzten Jahren der Bush-Ära. Danach versuchte er es in der Politik, dann moderierte er eine Sendung auf dem englischsprachigen Kreml-Sender RT. Dort flog er wegen unnötigen Regelverstößen und moderierte fortan mit einer Gruppe von durchgeknallten Anarchokapitalisten seine Sendung von seinem Keller aus. Die Gruppe verblies pro Monat geschätzte 20.000$ für Drogen und gab dem Publikum Anleitungen für den illegalen Kauf von gefährlicher Chemiepampe über den berüchtigten ebay-Verschnitt “Silk Road”, dessen Leiter für Auftragsmorde gezahlt haben soll und dem inzwischen der Prozess gemacht wird.

Anstatt zum Star zu werden und seinen Durchbruch zu erleben, ist Kokesh völlig abgestürzt.

Where’s my money, man?

Die Organisation Shield Mutual sammelte in der Vergangenheit Spendengelder für Adam Kokeshs Vertretung durch Anwälte; diese Beziehung hielt aber nicht sonderlich lange. Nun erklärte man “wegen besonderer Umstände”, warum Kokesh nicht länger Kunde ist.

Darrell Young und Liz “Delish” Del Cano hatten zunächst öffentlich über die AVTM-Medienkanäle dem Spendendienst Shield Mutual vorgeworfen, für Adam eingesammelte Spenden einbehalten und nicht weitergeleitet zu haben. Shield Mutual konterte mit ausführlichen Angaben über die Transaktionen.

Del Cano erbat zunächst von Adams Publikum 10.000$ an Spenden für Anwälte, erhöhte die Forderung dann aber schrittweise auf bis zu 50.000$, ohne zu erklären, weshalb auf einmal für die Verteidigung das fünffache nötig sei. Eine Anwältin Kokeshs arbeitet für weniger als 12.000$, ein weiterer sogar umsonst.

Das AVTM-Camp, so Shield Mutual, würde keinerlei Transparenz zeigen im Hinblick auf die interne Verwendung von Spendengeldern. Später wurden De Cano und Yealey sogar gefeuert, ohne jedoch im Anschluss die Informationspolitik zu verbessern. Der Vater von Adam, Mr. Charles Kokesh, vermisst 50.000$ Dollar seines Sohnes. Schecks seien im Juli und August verschwunden, Youtube-Zahlungen ebenso. Wieviel Del Cano tatsächlich an Spenden eingesammelt hat, und was damit passiert ist, ist unklar. Schätzungen sprechen von 16.000 bis 34.000 Dollar.

Mehr als 21.000$ sollen von Adams privatem Konto mit Hilfe von gefälschten Schecks gestohlen wordn sein. Laut Shield Mutual würde Charles Kokesh den Verdacht auf Darrell Young legen.

Foto: Darrell Young

Charles Kokesh ist allerdings auch kein unbeschriebenes Blatt, der jüdische Anwalt ist allem Anschein nach ein richtiger Gauner der es wie sein Sohn ständig mit den Gesetzen nicht so genau nimmt. Die Bankenaufsichtsbehörde SEC wirft ihm vor, schlappe 45 Millionen Dollar seiner Investoren veruntreut zu haben. Thornburg Mortgage Home Loans Inc. verklagte Charles und Marla Kokesh 2008 auf Zwangsvollstreckung wegen 4.3 Millionen Dollar Schulden auf ein Haus mit Grundstück. Zuvor soll Charles Verschleppungstaktiken angewandt haben um nicht zu zahlen. Auch bei dem von ihm gekaufte Santa Fe Pferdepark gab es Probleme: Die Los Alamos National Bank klagte auf Zwangsvollstreckung wegen 2,25 Millionen Dollar unbeglichener Schulden.

Darrell Young von AVTM beschuldigt wiederum Yealey, Schecks in Adams Namens gefälscht zu haben. Nur ein paar wenige tausend Dollar an Spenden seien tatsächlich bei der Anwältin Graziella Bianchi angekommen. Die wartet immer noch auf 8.500$ laut Shield Mutual.

Del Cano und Yealey sollen angeblich immer noch behaupten, für AVTM zu arbeiten und weiter um Spenden bitten, unter anderem sei ein Kickstarter-Projekt in Arbeit. Der ehemalige Business Manager von AVTM namens Lucas Jewell veröffentlichte ein Video, in dem zu sehen ist, wie Edd Yealey ihm droht, ihn zu erschießen.

Foto: Lucas Jewell

Yealey beschuldigt aktuell wiederum Derrell Young, Schecks gefälscht zu haben.

Der Aktivist Christopher Cantwell hat Interessantes zu erzählen über Darrell Young: Dieser sei ein stolzes Mitglied einer Gang und mache keinen Hehl daraus, ein “Crip” zu sein. Bei einer Übernachtung in der AVTM-Haus-WG sei Canwell von Darrell Young geweckt worden mit den Worten: “Bruder Cantwell, es ist Zeit, die schweren Verbrechen zu begehen.” Cantwell sollte angeblich im Kellerstudio vor den Kameras unwahre Angaben auf einem Mitevertrag machen für ein neues Haus, dass die AVTM-Bande bewohnen wollte.

Falls dies zutrifft, wäre es ein deutlicher Hinweis auf organisierte Kriminalität. Außerdem würde sich die Frage stellen, ob es bei AVTM das übliche Vorgehen ist, gegenseitiges Erpressungsmaterial zu sammeln. Dann ist da noch das Thema Drogen: Kokesh verbrachte so einige Sendungen stoned, konsumierte nach eigenen Angaben u.a. DMT und Marihuana.

Cantwell erklärte, es sei “bestenfalls dumm”, nach der Razzia durch die Polizei weiter ständig im Haus Drogen zu konsumieren, insbesondere wenn man dabei noch Waffen trägt, was in Virginia zusammen einen Extra-Anklagepunkt einbringt. Außerdem würden die AVTM-Leute “Tag und Nacht hochpreisiges Marihuana rauchen”. Eine Unze (28.349Gramm) qualitatives Weed kostet in den USA 250$ und reicht 5 Leuten vielleicht bis Abends. Das wären bei Konsum von morgens bis in die Nacht pro Monat insgesamt Weed-Kosten von rund 24.000$. Dazu kämen noch weitere Kosten für den täglichen Bedarf an Kokain, LSD und Ecstasy.

Wollen sie diesen armen Aktivisten spenden um die Party am Laufen zu halten?

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3 comments

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Bliespirat 23. Juni 2014 at 11:54

Ach so, jetzt verstehe ich, ein Rechtschreibefehler! Es geht um einen Las-Vegas-Mörder nicht um Las Vegas Mörder! Ich habe mich beim Lesen der Überschrift ernsthaft gefragt, wer denn dieser Las Vega wohl gewesen sein mag und warum man jemanden mit einem so tollen Namen ermordet hat…

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Killuminati 19. Juni 2014 at 15:10

Wen zum Geier interessiert den kokesh? Hast du ein persönliches Problem mit ihm Alex, oder warum bringst du ständig Artikel über ein no_name

Der ist doch absolut unwichtig…

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Orendel 19. Juni 2014 at 10:33

“Kokesh ist eine bekannte Medienfigur” Nö Alex, nur für die, welche zuviel Atlanto-Anglovideos schauen. Hier kennt den keine Sau. Auch in Frankreich oder Griechenland kennt den keine Sau, wahrscheinlich nicht mal in GB oder Irland. 😀

Die Frage ist nicht, warum es solche Gestalten gibt, die Freiheit nimmt sich dieselbe um diese zu produzieren. Es soll auch geistig Angegriffene geben, welche unter Putinoia leiden. Wie mit dem Wolf, wenn er dann kommt, glaubt keine Sau mehr dran. Auch das kann verdaut werden. Sondern warum anscheinend solche Gestalten medial beschallt werden, im positiven, wie im negativen Sinne?

Denn sind wir mal ehrlich, der Kasper scheint der Gau für jeden Verfaßungsfreund und Verfechter der freiheitlichen Ordnung in den VSA zu sein.

Wie es mit der Freiheit in den VSA steht, sieht man an dem ständig peinlichen distanzieren von etwas. Früher gab es das einfach gar nicht. Da wurde jeder nach dem gemßen, was er tat. Nicht danach gemeßen, in welche Gruppe ihn andere eventuell einmal stecken könnten. Das ist Sklavenmentalität.

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