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Alexander Benesch

Die dänische Polizei hat bestätigt, dass das diesjährige Bilderberg-Treffen im Marriott Hotel in Kopenhagen Ende Mai stattfinden wird.

Demonstranten und Reportern wird – ähnlich wie im Vorjahr im britischen Watford – ein abgesteckter Platz zur Verfügung gestellt, in dem sie sich unter ständiger Beobachtung aufhalten dürfen. Zwar liegt dieser Parkplatz wesentlich näher an dem Austragungsort der Konferenz, gleichzeitig soll aber das Polizeihauptquartier quasi um die Ecke liegen.

2013 mischten sich Polizisten in Zivil unter die Reporter und Demonstranten, gleichzeitig zirkulierten auch einige Beamte in Uniform und fragten neugierig nach Visitenkarten. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Konfrontationen mit den Sicherheitskräften:

Der elitäre Zirkel versteht sich selbst als Talentscouts für neue Stars in der Politik – andere sprechen eher von Manipulation demokratischer Prozesse wie etwa in Deutschland:

Ranghohe Vertreter der internationalen Massenmedien waren seit Anbeginn Gäste bei den Treffen der elitären und geheimen Bilderberg-Konferenzen gewesen, während in den eigenen Pressepublikationen diese Mega-Events lange Zeit komplett geleugnet wurden. In den letzten Jahren gab es auf Grund vermehrter Aufmerksamkeit durch kleine und mittlere Medienorganisationen einen Wandel in der offiziellen Bilderberg-PR: Ja, es treffen sich heimlich jedes Jahr rund 150 einflussreiche Vertreter aus Regierungen, Militär, Geheimdiensten, Industrie und Banking. Nein, es stecken keine zweifelhaften Absichten dahinter und es wird nichts entschieden.

Dr. Ian Richardson von der Stockholm University Business School hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Bilderberg-PR-Spin den Anstrich der seriösen akademischen Forschung zu geben; sein Buch “Bilderberg People: Elite Power and Consensus in World Affairs” gilt als Leitwerk. Die schwedische Publikation The Local zitiert ihn mit den Worten:

“Zu denken, dass sie bewusst zusammenkommen um Einigkeit zu erlangen über Zielsetzungen, mit denen die Welt verändert werden sollen, ist falsch.”

David Rockefeller soll sich also mitsamt Rollstuhl mit seinen inzwischen fast 100 Jahren Jahren durch einen weiteren Interkontinentalflug quälen um irgendwie ohne klares Ziel vor Augen mit anderen Powerbrokern zu plaudern, die sich ganze drei Tage in ihren übervollen Terminkalendern freigehalten haben. Dr. Richardson gestand zumindestens ein, dass Bilderberg einen Einfluss hatte auf die Entstehung der EU und der Währungsunion, trotzdem sei alles irgendwie unbewusst geschehen:

“Sie verändern die Welt, aber sie sind sich dessen oft gar nicht selbst bewusst.”

Durchgesickerte Dokumente der Bilderberger beweisen, dass die Gründung eines gemeinsamen europäischen Marktes sowie die Schaffung einer einheitlichen europäischen Währung auf ihren Beschluss von 1955 zurückgehen. Wie auch die Bilderberg-Teilnehmer selbst immer wieder jammern, sei laut Dr. Richardson all die Geheimhaltung im besten Interesse der Menschheit:

“Man kann nicht Gemeinsamkeiten finden wenn man ständig zur Rechenschaft gezogen wird. Wie können wir ohne solche Gruppen die Möglichkeit für einen Wandel schaffen?”

Die schwedische Publikation The Local erwähnt immerhin, dass in der Vorstadt von Stockholm namens Saltsjöbaden die einflussreiche Familie Wallenberg ein Grand Hotel besitzt, in dem bislang drei von vier Bilderberg-Treffen in Schweden stattfanden. Der Investor und Familienvorstand Jacob Wallenberg sitzt auch im Lenkungsausschuss von Bilderberg. Was uns der Artikel verschweigt ist, dass die Stockholm School of Economics – von der Herr Dr. Richardson sein Gehalt bekommt – zufälligerweise mit einer Spende von Knut Agathon Wallenberg gegründet worden war. Unter anderem war Knut “Ritter des königlichen Seraphimordens“; dieser Orden war am 73. Geburtstag des schwedischen Königs Friedrich I. aus dem Hause Hessen-Kassel, am 23. April 1748 gestiftet worden.

Dr. Richardson, dessen Buch wohl bald als “wissenschaftliches Standardwerk” über Bilderberg herumgereicht wird, meint lapidar:

“Bilderberg ähnelt einem Old Boys Network. […] Dann gibt es noch die Dimension des Miteinanders – Jungs treffen sich und benehmen sich wie Jungs.”