KOMMENTAR

Ein diffuses “Mir reicht’s”, “ich will” und ein Zusammenrotten mit anderen Unzufriedenen reicht nicht aus. Die einen wollen endlich ein bedingungsloses Grundeinkommen, die anderen

Die Steuerzahler sind ausgeblutet und protestieren gegen Sozialleistungen. Moslems möchten mehr Kontrolle im Land und protestieren für mehr. Konservative möchten den muslimischen Einfluss eindämmen und protestieren gegen den politischen Islam. Die Linken wollen auf den Trümmern der siechenden Wirtschaft endlich ihre kommunistische Revolution haben. Wachsende Teile der Bevölkerung haben die Schnauze voll von Sozialismus und gehen auf die Barrikaden. Die Rechten wollen wieder preußische Verhältnisse. Muslime hätten gerne alles und jeden muslimisch. Christen hätten gerne alles christlich. New Ager wollen jeden rekrutieren für den kosmischen Bewusstseinswandel. Putin-Anhänger wollen Deutschland raus aus EU und NATO, rein in den neuen Warschauer Pakt und Ostblock. Anarchokapitalisten wollen die Politik gleich abschaffen und lesen ihre Rockefeller-verehrenden Bücher.

Die Anführer all dieser Gruppen scharen unzählige Mitläufer um sich und drillen diese auf den jeweiligen Kurs. Jede Gruppe will ihre pure Lehre umgesetzt sehen und ist bereit, abstruse und zeitlich begrenzte Allianzen mit anderen Irren einzugehen. Je mehr falsche Überzeugungen eine Gruppe hat und je kaputter die psychische innere Dynamik, umso größer die Mauer die sie um sich errichtet. Wundert man sich da über die Zerrissenheit und Fragmentiertheit und letztendlich Ineffizienz?

Die Piratenpartei war zeitweise der totale Hype, wurden dann übernommen von Kommunisten (Recentr warnte sehr früh davor), jetzt interessieren die niemanden mehr. Nicht einmal der beispiellose NSA-Skandal konnte diesen Sauhaufen politisch wiederbeleben. Mit Occupy kam die nächste Luftnummer. Ein dyslexischer 20-jähriger, der den Kapitalismus abschaffen wollte, ansonsten aber unverständliches Zeug redete, war zeitweise die Kühlerfigur einer linksgrünen Agitprop-Nummer, die am liebsten die Republik lahmlegen und dann ihren Herrschaftsanspruch geltend machen wollte. Dann war die AfD der neue Hype, eierte herum und weigerte sich, überhapt Kern-Standpunkte klar zu benennen. Jetzt sind sie ein Haufen eu-tolerante Putinistas und interessieren bald niemanden mehr.

Ist Opposition gegen ein verrückt gewordenes Establishment wirklich so schwer? Ein ganz klares NEIN. Hier ist der kurze Leitfaden zu einem stimmigen Grundkonsens:

Friedensbemühungen ja, aber keine Solidarität mit krassen Regimen

Nur weil man keinen NATO-Krieg gegen den Iran will, darf man nicht gleichzeitig das krasse Mullah-Regime befürworten, schönreden oder unterschätzen. Nur weil man die militärischen Regimewandel-Aktionen von NATO-Ländern beenden will, heißt das nicht dass eine Opposition gleichzeitig den Imperialismus von Russland oder China verharmlosen oder verteidigen darf. Nur weil man George Bush verachtet, darf man nicht dessen Klon namens Wladimir Putin preisen. Wenn Oppositionsgruppen in Deutschland mit fremden Diktaturen liebäugeln, kann man diese Bauernfänger getrost vergessen, samt und sonders. Sie würden NIEMALS etwas an den Zuständen gravierend ändern.

Sozial sein, aber den Sozialismus eindämmen

Der gewaltige Sozialapparat lässt sich nicht über Nacht einreißen. Plumpe Agitation gegen Empfänger von Sozialleistungen spaltet die Bevölkerung. Gleichzeitig ist der Sozialismus eine absurd ineffektive Staats- und Wirtschaftsform, die Armut und Unfreiheit erzeugt. Die ganze Politsekte gehört auf den Müll. Eine freiheitliche Republik bietet genügend Spielraum für diejenigen, die mit anderen in eine Kasse wirtschaften und umverteilen möchten. Ohne realistischen Exit-Plan kann man aber nicht drohen, Millionen Bürgern die Existenzgrundlage über Nacht wegzunehmen.

Religion kann inspirieren, sie darf aber nicht dirigieren

Trennung von Staat und Religion kann man nicht nur von anderen fordern und selbst ignorieren. Wenn eine deutsche Opposition eine christlich-klerikale Ordnung fordert, läuft sie in die Grabenkämpfe zwischen katholischen und protestantischen Denominationen und deren Flügeln hinein. Alle moderner gesinnten Menschen werden abgeschreckt von machthungrigen Priestern und Taliban-Regeln. Russlands Geheimdienste lenken seit ewig die Orthodoxe Kirche, Putin spielt den Christ, die Bevölkerung verliert. Auch New Age-Esoterik in all ihren Spielarten ist etwas für den privaten Raum und darf keine Ansprüche auf eine Theokratie erheben.

Keine Instrumentalisierung von Geschlechtern und sexuellen Orientierungen

Wenn eine Opposition in Deutschland meint, Homosexuellen wie in Russland Rechte wegnehmen zu wollen, schießt sie sich damit selbst ins Knie und polarisiert unnötig die Bevölkerung. In Russland werden unter dem Vorwand des Jugendschutzes Grundrechte auf Meinungsäußerungen und Versammlungen ausgehebelt, sodass Homosexuelle keine Chance mehr haben, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und ihren Ruf zu verbessern, damit sie nicht länger Zielscheibe für Gewalt sind. Weitergehende ultrakonservative Gedankenspiele wie eine Entrechtung von Frauen und Kindern sind nicht nur blanke Idiotie sondern politischer Selbstmord. Die Linken stützten aus rein strategischen Machtmotiven die “Befreiung” der Frauen. Die Konservativen hatten es zu lange versäumt, Frauen und Kindern Rechte zu geben. Deshalb wurden die Linken so stark. Eine deutsche Opposition muss sich wehren gegen schädliche Zwangserziehung nach Gender-Mainstreaming-Lehren, darf aber keine anderen Meinungen verbieten. Christen müssen erklären dürfen, Homosexualität für falsch zu halten, ohne wegen Diskriminierung juristische Konsequenzen zu befürchten. Gleichzeitig müssen es Christen aushalten, dass Homosexuelle Öffentlichkeitsarbeit betreiben und auch Jugendliche ansprechen, die evtl. in der Pubertät herausfinden, dass sie nicht hetero sind. Ist das so schwer? Die Opposition zum Gender-Wahn darf sich von den Linken nicht durch Provokationen hinreißen lassen zu einem Steinzeit-Denken und Rollback ins Mittelalter. Als christliche Taliban isoliert sich eine Opposition.

Ausbrechen aus narzisstischen Strukturen

Die Menschen aus der Opposition können sich selbst nicht einschätzen und andere erst recht nicht. So entstehen keine gesunden Hierarchien. Eine Opposition will meist dahergelaufenen, zwielichtigen Anführern recht blind hinterherlaufen ohne viel nachdenken zu müssen. Hauptsache die Gruppe ist groß und scheint mächtig. Dann wird das Gehirn ausgeschaltet. So geht keine Opposition. In aller Regel kennen die unzufriedenen Menschen die eigene psychologische Innenwelt kaum bis gar nicht, wollen sich damit auch nicht befassen. Sie folgen lieber Hochstaplern weil diese ein 100% selbstsicheres Auftreten besitzen und geschickt lügen, am meisten Versprechen. Wenn eine Gruppe sich gar nicht mit den Psychen befasst, hat sie keine Chance, irgendetwas an den bestehenen Verhältnissen zu ändern. Wer keine Psychopathen erkennen kann, der wird ewig unter ihnen leiden.

Gesunder Nationalismus, keine Politsekte

Landesgrenzen und souveräne, verteidigungsfähige Republiken sind enorm wichtig. Sowohl das westliche Establishment als auch das Östliche favorisiert Mega-Reiche. Die Deutschen brauchen eine tragfähige Identität, die sich aus realen Tugenden und Leistungen speist. Leider verrennen sich Teile der Opposition in weltfremden Revisionismus und einen Nazi-Kult. Wir Deutschen brauchen auch keine Aristokraten mehr, keine Fürsten und Prinzen, keine Rückkehr zu feudalen Verhältnissen. Solche Hirngespinste helfen nur den Linken und dem Establishment. Viele Extremisten der Rechten verkleiden sich als Christlich-Konservative, wollen aber in Wirklichkeit einen historisch völlig inakkuraten Germanenkult und die Diktatur. Je besser eine Opposition diese Gratwanderungen beherrscht und die faulen Eier in den eigenen Reihen aussortiert, umso erfolgreicher kann sie sein.

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33 comments

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sudarshana 28. April 2014 at 7:55

Ich bin es Leid, mich weiterhin mit den Details der Aktionen aus dem bestehenden System zu beschäftigen.

Was soll das bringen?
Abgesehen von einer gewissen Stimmungserzeugung.

Doch führt zustimmendes Gejubel und Beifallgeklatsche zu einem Aufbau einer tragfähigen Alternative zu dem gegenwärtig alldurchdringenden herrschenden System?

Denn das ist das Einzige, was mich doch interessiert: Meinen Fokus auf den Aufbau eines lebensfähigen Modells zu legen.

Das fängt im kleinen Umfeld an und muss irgendwann einmal auch die gegenwärtigen Strukturen im gesamtgemeinschaftlichen sinnvoll und tragfähig ersetzen können. Ich sehe da ein Menge Arbeit. Insbesondere wenn ich die ganzen Hindernisse und Schwierigkeiten betrachte, mit denen ich schon im kleinsten Rahmen von gemeinschaftlichen Aktionen konfrontiert bin.

Es führt mich nicht mehr weiter, wenn ich mich mit jeder neuen Schweinerei X von Politiker Y näher beschäftige. Es führt mich auch nicht weiter, wenn ich diese Schweinereien öffentlich anprangere. Diejenigen, die von dem gegenwärtigen System profitieren – und das sind nicht wenige – werden es solange aufrecht erhalten wie es nur geht. Da wird jedes Mittel recht sein. Und jeder auch noch so schlecht bezahlte Helfershelfer wird seine Aufgabe brav erledigen, solange Herrchien das Chappie bezahlt.

Der Rest der Menschen – und mit denen möchte ich mich auseinandersetzen und zusammensetzen – muss sich wahrhaftig auf den anstrengenden Weg begeben alternative, tragfähige Zusammen-Lebensmodelle zu errichten und ich halte das nicht für ein kreatives Zuckerschlecken. Ich erliege nicht der Illusion, dass eine jubelnde Menge an Menschen, die sich womöglich noch einig über ihr Feindbild ist, auch automatisch dieselbe Zielrichtung verfolgt.

Für Frieden zu sein ist ein bißchen schwammig. Wichtiger ist doch: was soll in diesem Frieden geschehen? Da wird jeder so seine eigenen Vorstellungen haben.

Ich bin nicht gegen das herrschende System. Ich möchte ihm nur in keinsterweise dienen, nicht darin leben und verstrickt sein. Dazu braucht es Alternativen für alle Lebensbereiche. Dann hätte jeder Mensch die freie Wahl. Diese sind noch nicht umgesetzt vorhanden. Solange ich in dem gegenwärtigen System arbeiten muss, um mir alle notwendigen lebenserhaltenden Mittel beschaffen zu können, werde ich nichts verändern.

Eigentlich hätte niemand Zeit dafür auf der Strasse zu stehen, wenn er am realen Aufbau von Alternativen in der kleinsten Zelle beteiligt ist. Denn dort steckt eine Menge Arbeit. Ich betrachte die gegenwärtigen Montagsdemos als gute Möglichkeit Menschen zu begegnen, mit denen ich während dem Rest der Woche real existierende, tragfähige Lebensmodelle errichten kann, die uns einen sukzessiven Ausstieg aus der Abhängigkeit der bestehenden Strukturen ermöglichen. Deswegen halte ich es eigentlich für nebensächlich, dass dort Menschen große Reden halten auch wenn ich derem Inhalt vollständig zustimmen kann. Es ist aber nichts Neues, was ich dort höre – doch vielleicht ist es das für viele andere?

Wenn sich diese Treffen am Montag nur darauf ausrichten seinem persönlichen Unmut über bestehende Systeme Ausdruck zu geben, um am Dienstag wieder – zwar etwas erleichtert – seinen gewohnten Tätigkeiten nachzugehen, wird sich diese Aktion bald totlaufen, weil es irgendwann jedem fad wird.

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Ingo Bading 27. April 2014 at 10:32

“Russlands Geheimdienste lenken seit ewig die Orthodoxe Kirche, Putin spielt den Christ, die Bevölkerung verliert.”

Wer sagt eigentlich, dass es nicht umgekehrt ist? Dass die russischen Geheimdienste nicht von der orthodoxen Kirche gelenkt werden?

Man sollte mal allerhand vorliegende Indizien dafür zusammen tragen. Ich stieß neulich z.B. auf den neurechten russischen Vordenker Alexander Dulgin. Der scheint doch mit archaischen religiösen Hierarchien absolut kein Problem zu haben. Ja, der findet sogar Leute gut wie Saint-Yves d’Alveydre, den Begründer der Synarchie, der – nach dem englischen Wikipedia – meint, “Orakelgesellschaften sollten Regierungen schützen”.

Da Aberglaube oft mächtiger ist als Rationalität, zumal bei korrupten Eliten, möchte ich zu bedenken geben, dass das auch in Moskau so sein könnte.

Wenn man Newsmeldungen zu “Patriarch Moskau” googelt, findet man fast nur katholische und jesuitische Internetseiten, die überhaupt über ihn berichten. Die sich aber ZUGLEICH geradezu begeistert äußern über die Vorgänge in der Ukraine und die dortige religiöse Erweckung. Angesichts der katholischen Unterwanderung von EU, CIA und NATO sollte man sich das mal genau anschauen.

Der Patriarch von Moskau steht jedenfalls in voller Konfrontation zum Vatikan in Rom. Seit Jahrhunderten. Und die Ukraine war zwischen beiden IMMER schon der Zankapfel Nummer 1.

2008 wurde der oberste Jesuit Russlands in Moskau brutal ermordet, wahrscheinlich im Auftrag des Moskauer Patriarchen, nämlich weil de Jesuitenorden massive Rekatholisierung betreibt in Russland.

Und den genannten Pressemeldungen kann man entnehmen, dass man sowohl aus Moskauer Patriachenkreisen wie aus katholischen Kreisen Töne hört, die geradezu offen vor Missionskriegen der jeweils anderen Seite warnen.

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asdf 27. April 2014 at 14:02

Ist das überhaupt wichtig? Am Ende werden diese Organisationen von Menschen geleitet…

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Ingo Bading, M.A. 27. April 2014 at 16:47

Die Frage, ob diese Menschen von der Ration geleitet sind oder in letzter Instanz von Gotteswahn oder okkultem Wahn, halte ich sehr WOHL für wichtig.

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Grilleau 27. April 2014 at 3:06

Zu Schwulenhass in Russland nur soviel: https://www.youtube.com/watch?v=ey-wwmjBwvI

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KPAX 27. April 2014 at 2:30

@ Phrontistes
Ja du hast recht war wohl missverständlich von mir.
Er war aber immerhin als Gründer des Liberalen Aufbruch auch in den Medien bekannt.
Seine Initiative FDP Mitgliederentscheid zum Thema EuroRettungsschirm wurde ja von der Parteiführung torpediert mittels einer Konkurenz Initiative,die erfolgreich war.

Von daher gesehen erlitt er schon eine Schlappe und ist aus den Medien,nicht den Alternativen,praktisch verschwunden.

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Alexander Mayer 27. April 2014 at 0:18

Diese ganzen Punkte sollten eigentlich selbstverständlich sein. Wirklich spannend wird es aber bei der Reform des Geldsystems. Als Freigeldbefürworter glaube ich nicht, dass die Österreicbische Schule die Plutokratie zum Verschwinden bringen könnte, auch wenn sie ein geringeres Übel wäre als das jetzige System. Warum und wieso würde jetzt zu weit führen. (Bitte nicht mit abgedroschenen Floskeln kommen, “Sozialismus”; es wäre mit der jetzigen Abgabenquote durchführbar oder auch mit einer von 5%, wobei es bei der jetzigen nur eingeschränkt positiv wirken könnte.)

Eine ernsthafte Opposition muss unbedingt auch das frakionale Reservesstem abschaffen wollen (und auch dabei pragmatisch beiben, also etwa nicht gegen die Wiedereinführung nationaler Währungen stimmen wollen, wenn es wieder frakt. Reservewaehrungen wären)

Und verschiedene Gegner des frakt. Reservesystems, also hauptsaechlich Libertaere und Monetativeanhaenger, müssen sich unbedingt überlegen, wie sie auf einen kompromisshaften gemeinsamen Nenner kommen können, der aus beider Sicht einen Fortschritt bedeutet. Man stelle sich vor, eine Grupper erfüllt alle Bedingungen und ist gegen FRBanking, laesst sich aber in 2 Lager spalten.

Und noch an die Libertaeren: Bei einem Kompromiss muessen beide Seiten Abstriche machen, daher ist, “da kann sowieso jeder Freigeld einführen”, kein Kompromiss.

Eine sehr schwierige, aber notwenige Aufgabe. Die Verwirklichung der “reinen Lehre” können beide Seiten trotzdem verfolgen, nachher, wann immer das ist, und sogar parallel, aber eben nicht ohne Kompromissfähigkeit, wenn es darauf ankommt.

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vollbremsung 26. April 2014 at 23:50

Um auf dieses ausgewogene Urteil zu kommen, muss man zuvor ziemlich tief die Abgründe studieren.

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Türklingelschmierer 26. April 2014 at 23:05

Nehmt den Lemmingen Alkohol, Zigaretten, Fast Food, Brot&Spiele, TV, …..usw. weg;
weil ohne dem passiert Mal gar nichts.

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Matikku 26. April 2014 at 21:21

Tja und wen wähl ich jetzt bei der Europawahl? Gibt es wen auf den die beschriebenen Punkte passen? Mir noch unbekannt…..

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peterpahn 26. April 2014 at 21:15

oh sry, wir meinen das gleiche. Habe unbürokratisch überlesen 😀

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peterpahn 26. April 2014 at 21:07

“Eine unbürokratische Sozialhilfe in Höhe von EUR 1.500,- pro Monat für Arbeitslose und Bedürftige ist problemlos finanzierbar wenn die Wirtschaft läuft. ”

Pfuiii!

Spenden ja, aber keine Zwangsabgabe.

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Jefferson 26. April 2014 at 20:59

Was die Sozialisten nicht kapieren:
Es gibt kein “Gemeinwohl”, es gibt nur individuelles Wohl.
Und für das kann nur jeder selbst verantwortlich sein. Nicht irgendein Staat oder eine Partei oder ein Diktator.

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Mephistopheles 27. April 2014 at 11:25

Das Gemeinwohl sorgt für die freie Entfaltung der individuellen Fähigkeiten, die die Entwicklung und Herstellung von Gütern und Leistungen aller Art ermöglicht. In einer libertären Spießergesellschaft glaubt man alleine alle Talente und die Zeit zu besitzen, um an die wohltätigen Dinge zu gelangen. Wer behauptet, dass Gemeinwohl gäbe es nicht oder meint sich dafür nicht einsetzen zu müssen will auf dem Status seiner individuellen Beschränktheit sein Dasein fristen. Ein Leben in Armut getragen von Neid, Missgunst und allen negativen Eigenschaften des Menschen. Das Motto dieser Leuchten lautet:

“Mir macht das nichts (aus)”

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Jefferson 28. April 2014 at 11:30

Dann definier mal Gemeinwohl. Und wenn ich das definier hab ich eine andere Definition als du. Und jeder andere auch. Das ist das Problem.

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Mephistopheles 28. April 2014 at 16:47

“Dann definier mal Gemeinwohl. Und wenn ich das definier hab ich eine andere Definition als du. Und jeder andere auch.”

Deine Definition ist generell anders, da du nicht verstehen willst. Eine Definition von meiner Seite aus wird darum von dir abgelehnt und ist durch deine Erklärung völlig sinnlos. Sie ist von dir nicht gewollt und durch die vielen Möglichkeiten, was man unter diesen Begriff verstehen kann (nach deiner Ansicht), verliert sogar die Erklärung eines Begriffs seine Existenzgrundlage.

Dein Fundament für das Verständnis der Welt beruht auf der Idiotie, der völligen Verblödung.

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Jefferson 29. April 2014 at 9:37

Hahaha du bist echt ein Troll. Hast Du wirklich nichts besseres zu tun? Aber dir macht wohl genau das einen riesen Spaß.

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Mephistopheles 29. April 2014 at 10:05

Du behauptest, daß jeder eine andere Definition über einen Begriff haben kann. Unter diesen Voraussetzungen ist eine Kommunikation nicht möglich. Es ist vergleichbar, als wenn sich jemand auf spanisch mit einem Menschen unterhalten will der griechisch spricht. Und jeder auf dem Planeten besitzt seine eigene Sprache.

Als libertärer Anarchist willst du dich an keine Regeln halten und läufst ständig vor den Problemen davon. Mit dir kann man nichts anfangen.

Um eine Diskussion zu beginnen, kann man seine Definition voranstellen, weil man sie vorher durchdacht hat! Man will schließlich zu Ergebnissen kommen. Aber du kennst deine “Schwächen” genau und dein Ziel ist nicht Probleme zu lösen, sondern sich keine Blöße zu geben.

Es ist traurig, was man hier lesen muß!

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Agent Orange 26. April 2014 at 20:55

Ach, da ist sie ja wieder, die “freiheitliche Republik”. Da lacht das libertäre Herz und weitet sich zu einem saftigen Steak. Aber man sollte sich nicht von Worten täuschen lassen. Mittels Täuschung und Massenpsychologie werden ganze Völker manipuliert und gelenkt. Freiheitlich bedeutet nicht: “frei” – sondern: “wie frei”, “fast frei”. In einer Republik ist “frei” ein ambivalenter Begriff. Da mehrere Parteien um die Macht über die Menschen konkurrieren, werden Wahlen durchgeführt. Es gewinnt die Partei, die den Menschen die meisten Freiheiten verspricht. Es gibt nur eine Freiheit, sie ist unteilbar! Alles andere ist Täuschung, aber Kriegslist ist ja erlaubt … :mrgreen:

MfG
Mäc Ätz

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Jefferson 26. April 2014 at 20:41

“Der gewaltige Sozialapparat lässt sich nicht über Nacht einreißen. Plumpe Agitation gegen Empfänger von Sozialleistungen spaltet die Bevölkerung.”

Das Problem sind gar nicht die wirklich Bedürftigen. Die sind locker finanzierbar.

Das Problem sind all die Bürokraten, Verwaltungs-beamten, Funktionäre, Berufspolitiker, GEZ-Journalisten, Sozialarbeiter etc. die zwar jeden Tag “zur Arbeit gehen” und jeden Monat mehrere Tausend Euro Gehalt bekommen (aus Steuern und Schulden finanziert) aber in Wirklichkeit nichts produzieren was vom Verbraucher eigentlich nachfragt wird.

Das Problem sind auch all die Subventionen für Industrie-Kadaver und Ideologie-Projekte, die auch nicht vom Markt nachgefragt werden. Denn gäbe es eine echte Nachfrage dann bräuchte es auch keine Subventionen.

Eine unbürokratische Sozialhilfe in Höhe von EUR 1.500,- pro Monat für Arbeitslose und Bedürftige ist problemlos finanzierbar wenn die Wirtschaft läuft.

Und die Wirtschaft läuft wenn der Markt möglichst frei ist, wenn die Steuern niedrig sind und wenn jeder ohne Bürokraten und Papierkram im Nacken frei wirtschaften kann.

Dann wird nämlich soviel Wohlstand produziert und soviel Arbeitskraft nachgefragt, dass die Transferleistungs-empfänger ganz von alleine auf ein Minimum sinken.

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H0L0gr4mm 27. April 2014 at 12:00

Man braucht doch auch keine 1500 Euro finanzierung. Also 500 Euro würden reichten. Es geht ja nur darum, das man zurechtkommt, das soll ja keine Lebensalternative zu Arbeit sein. Man muss halt schauen, wie man das macht mit Wohnung (Miete) und sowas. Krankenversicherung stell ich mir auch so vor, das jeder eine Basisversorgung bekommt, kostenlos, mit dem allernötigsten und dann selbst die Versicherung noch erweitern kann. Aber sowas hier zu sagen ist gefährlich, denn dann binn ich ja gleich ein Putinfan und nen Sozialist 😉

Aber Recht hast du schon, die eigentliche Sozialleistung ist nicht das Problem, nur wird auf die komischerweise immer geschimpft.

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Jefferson 28. April 2014 at 11:21

Unbürokratische Sozialhilfe in Höhe von EUR 1.500,- pro Monat. Sorry, aber das ist 2014 in Deutschland in etwa das Existenzminimum (wenn man davon ALLES bezahlen muss).

Unbürokratisch heißt du kriegst 1.500,- direkt ausgezahlt und musst davon dann ALLES selbst bezahlen: Miete, Essen, Kleidung, Krankenversicherung, Heizung, Haushalt, Internet, Nahverkehr usw. Alles.

Der genaue Betrag ist nicht entscheidend und er ändert sich ständig. Entscheidend ist die Kaufkraft. Was man pro Euro alles kaufen kann ergibt sich aus dem Marktmechanismus und der lässt sich leider/zum Glück nicht politisch manipulieren (deshalb funktioniert Sozialismus nicht).

So eine Regelung löst auch den ganzen Quatsch mit der Rentendiskussion. Wie wär’s damit: Keinen umlagefinanzierten Sozialversicherungszwang mehr. Dafür hat ab 65 jeder Anspruch auf diese Sozialhilfe/ Rente bis zum Tod. Wer mehr will muss eben sparen/investieren. Das muss dann aber auch möglich sein in dem die Steuern und Abgaben niedrig sind.

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Jefferson 28. April 2014 at 11:26

Krankenversicherung…

Einerseits ist Medizin eine Dienstleistung wie jede andere auch und was am freien Markt im Wettbewerb
steht wird für den Verbraucher normalerweise immer besser und günstiger.

Die meisten Behandlungen sind eigentlich gar nicht teuer. Die meisten Pillen sind Geldschneiderei.

Und jeder ist selbst verantwortlich für eine gesunde Lebensweise und Vorsorge. Mit guter Vorsorge
könnte man wohl locker 50% der Gesundheitskosten kappen.

Es ist nicht so schwer sich schlau zu machen wie man sich gesund ernährt und wie man mit Sport fit und gesund bleibt. Nur muss der Wille natürlich da sein.

Unfälle, Erbkrankheiten und Schicksalsschläge passieren manchmal.

Aber wer sich mit Drogen und Alkohol kaputtmacht oder sich aus Bequemlichkeit fett frisst – darf so jemand auf die “Solidarität” aller anderen bauen? Da wird es schon schwierig.

Wenn Big Pharma und Big Government nicht ständig zusammen ins Bett gehen und wenn die Mehrheit der
Bevölkerung sich selber aktiv gesund hält dann dürften die Gesundheitskosten gar nicht so teuer sein. Es braucht auch keine Vorstände von 200 Krankenkassen, die pro Nase 200k pro Jahr kassieren.

Wäre es sinnvoll staatliche Polikliniken für Basisbehandlungen aus Steuern zu finanzieren? Oder privatisieren wir alles, und wer in Ausnahmefällen zu arm ist und eine sehr teure Behandlung braucht kriegt einen Zuschuss aus Steuergeldern? Das ist die Frage.

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Phrontistes 26. April 2014 at 18:46

@Kossak (irgendwie kann ich bei deinem letzten Post nicht auf “Reply” drücken): Ja aber wie willst du ein vorhandenes starkes Parteiensystem realistisch verändern, ohne selbst auf eine Partei zurückzugreifen? Das ist doch der springende Punkt.

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Orendel 26. April 2014 at 17:52

Klare Ansage, realitätsnah. Daumen hoch für Freiheit und klare Erörterung.

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KPAX 26. April 2014 at 17:02

@ Phrontistes
Ich würde auch annehmen der allerste Schritt in so eine Richtung,wäre eine völlig runderneuerte FDP.
Wie gesagt als allerersten Schritt,aber der Zug ist ja mal abgefahren.
Oder könnte Schäffler ein Comeback gelingen ?

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Phrontistes 26. April 2014 at 17:41

Wieso Comeback? Das klingt ja so als wäre er mal mega-erfolgreich gewesen und dann abgesackt. Soweit ich sammelt er doch kontinuierlich Unterstützer. Aber klär mich bitte auf falls ich da falsch informiert bin.

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Geran 26. April 2014 at 16:11

Genauso ist es Alex!
Solange diese Dinge die Du aufführst nicht von den Menschen VERSTANDEN und ANGEWENDET werden, ist es vollkommen egal wieviele, wie lange auch immer demonstrieren.
Ich glaube auch das das der Grund ist warum man die Leute in Ruhe läßt. Ein bischen Bashing im TV und die sind beschäftigt mit belanglosem bla bla.
Eine weitere Ablenkung.
Die Psyche und ihre Mechanismen sind der Schlüssel. -PONEROLOGIE-
sowie die wissenschaftliche Methode reale Dinge so zu bewerten wie sie sind.
Du benennst sie als “gesunde Strukturen” und genau dahin sollten sich dezentral Menschen hinbewegen. Diejenigen die ihren Kopf “richtig” herum angeschraubt haben, halten auch zur Zeit die Zivilisation jeden Tag am laufen und ich bin der Meinung das Du Alex einen unbezahlbaren Beitrag dazu leistet.

LG Geran

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ein mensch 26. April 2014 at 18:42

“Ein bischen Bashing im TV und die sind beschäftigt mit belanglosem bla bla.”

oder z.b. mit panini-bildchen…was ich da in den letzten wochen schon wieder erlebt habe…ERWACHSENE MENSCHEN jenseits der vierzig….unfassbar 🙁

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Phrontistes 26. April 2014 at 15:58

Eins ist sicher, alle Alarmglocken müssen angehen wenn Austritt aus EU, NATO, UNO etc. gefordert wird. Denn was ist die Alternative? Sehen wir der Realität ins Auge, wir können nicht aus Deutschland einen freien Staat machen, während anderswo auf der Welt der Etatismus wütet. Wir würden zerdrückt. NATO-Austritt hieße von der in Moskau regierten Eurasischen Union geschluckt zu werden, ergo vom Regen in die Traufe.

Die PDV ist im Übrigen allein schon deshalb keine Option, weil sie es nicht mal hinkriegt, ihr Grundsatzprogramm sprachlich gescheit zu formulieren. Eine Gurkentruppe ohne nennenswerte politische Köpfe. Und ein “Steuerverschwendungs”-Paragraf klingt für mich auch eher nach Stalinismus, weil man darunter alles fassen könnte. Wie wäre es damit, die entsprechenden GESETZE, denen die Ausgabe von Steuermitteln zwingend folgern muss, zu ändern anstatt einfach irgendwelche Politiker dafür zu belangen, DASS SIE GELTENDE GESETZE AUSFÜHREN?

Afd, Neue Mitte und Co. sind eh schon von den Putiniskas geschluckt, so wie so gut wie jede neu gegründete Partei entweder von Totalspinnern, Radikalen, Etatisten oder eben fremden Regimen übernommen wird.

Die einzig realistische Option ist aus meiner Sicht die konsequente Verwandlung der FDP in eine liberale Partei von innen heraus

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Cyberpunk 26. April 2014 at 17:05

ausgerechnet die FDP? die sind schon seit den 70ern vom KGB unterwandert.

Partein sind nicht die Lösung. Sie sind das Problem!

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Phrontistes 26. April 2014 at 17:40

Aha, und was ist die Lösung? Eine gewalttätige Revolution?

Wenn Parteien das “Problem” sind, welches politische System strebst du denn dann an?

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Kossak 26. April 2014 at 17:53

@phonistes

Ausser Parteien nur brutale Revolutionen? Sonst nix vorhanden? In der Schweiz gibt es ein sehr gutes System, die Parteien sind schwach, die Politiker auch.

Strukturierte basisdemokratische Anarchie herrscht dort – NOCH..

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