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Kommentar von Alexander Benesch

War es Werbung für sein neues Rock-Album oder nur einer seiner linken Gehirnfürze? Jan Delay nannte Heino einen Nazi und – man höre und staune – beugt sich nun einem Shitstorm gegen linken Agitprop.

„Ich sage dazu jetzt nichts, außer dass ich mich ein bisschen im Ton vergriffen habe“,

erklärte Delay in der ZDF-Sendung Aspekte. Seine Anwälte haben ihm geraten, wegen der laufenden Anzeige die Klappe zu halten. Sich im Ton vergriffen? Das klingt so als wollte er damit sagen, die Aussage sei schon korrekt, nur er hätte es wohl rechtssicher formulieren sollen. In einem Interview mit der österreichischen Zeitung „Die Presse“ hatte er zuvor eine Coverversion seiner alten Rap-Ballade „Liebes Lied“ durch Heino kommentiert:

„Alle sagten plötzlich: Ist doch lustig, ist doch Heino. Nee, das ist ein Nazi. Das vergessen die meisten Leute, wenn die Leute über Heino reden.“

Die Musikwelt steht hinter Heino. Uralte Lieder wie Schwarzbraun ist die Haselnuss oder das Deutschlandlied, die es vor der Nazizeit gab, ändern daran überhaupt nichts. Im Norddeutschen Rundfunk (NDR) sagte der Schlagersänger:

„Ich bin 1938 geboren, ich habe meinen Vater selbst im Krieg verloren, und da kann ich von daher schon gar kein Nazi sein, und wenn wirklich einer das behauptet, dann muss ich Strafanzeige stellen.“

Für Jan Delay ist die Kontroverse einerseits gewollt, um Aufmerksamkeit zu erreichen und seine subversiven Botschaften zu verbreiten, andererseits ist die geistige Welt für das Kind von 68er-Eltern aus der Mittelschicht wirklich verdammt eng.

Vor Jahren wollte er auf seinem Reggae-Album in dem Lied „Söhne Stammheims“ fragen, „wo die Terroristen sind“:

nun kämpfen die Menschen nur noch für Hunde und Benzin,
folgen Jürgen und Zlatko und nicht mehr Baader und Ensslin,
die, die Unheil und Armut und Krankheit verbreiten,
für sie herrschen sorglose Zeiten,
da kein bisschen Sprengstoff sie daran hindert, ihre Geschäfte zu betreiben,
endlich ham sie keine Angst mehr,
verkaufen fröhlich ihre Panzer,
jeden tag sieben Kinder abschieben,
und dann zum Essen mit dem Kanzler…

endlich sind die Terroristen weg,
und es herrscht Ordnung und Ruhe und Frieden,
und man kann wieder sicher Mercedes fahren,
ohne dass die Dinger immer explodieren.

Er forderte auch offen die Freilassung des RAF-Terroristen Christian Klar. Er könne sich vorstellen, dass die Kids später einmal „Baader-Meinhof-Shirts statt Che-Guevara-Shirts tragen werden.“ Auf Drängen seines Vaters habe er den Song Söhne Stammheims entschärft.

„Mein Vater hat mich vor mehr Ärger bewahrt, als ich mit dem Song so schon hatte. Aber der Song hatte auch recht.“

Auf die Frage, ob man denn zumindest heute zum Protest Autos anzünden dürfe, antwortet er aktuell:

„Dazu darf auch ich nichts mehr sagen. Das musste ich gerichtlich unterschreiben.“

2007 begrüßte er das Anzünden von Autos, solange keine Menschen zu schaden kommen. Die Kids bräuchten wieder linke Idole.

Die RAF war eine Ansammlung politisch behinderter Sektierer, die im Ernst die kommunistischen Diktaturen im Osten abfeierten. Das auch heute noch unter Linken verbreitete Konzept der kommunistischen Stadtguerilla stammt direkt von Mao, der systematisch mehr als 40 Millionen seiner Landsleute verhungern, gnadenlos ausbeuten und terrorisieren ließ. Jahr für Jahr hatte Mao neue Schnapsideen, die mit aller Gewalt der Bevölkerung aufgedrängt wurden.

Delay wirkt wie jemand, der geistig im Alter von rund 16 Jahren stehengeblieben ist. Vielleicht liegt das am vielen Marihuana? Sogar sein Künstlername „Delay“ bedeutet auf Deutsch „Verzögerung“. Verzögerte Entwicklung? Er sollte sich fragen, wieviele sozialismusfeindliche, revoluzzerische Künstler im Ostblock denn so Platten verkaufen und Konzerthallen füllen durften.

Alles an Delay ist irgendwie Nostalgie. Albumnahmen wie „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“, die altmodischen Hüte die er auf der Bühne trägt, seine musikalischen Partner wie Udo Lindenberg, analoge Instrumente.

Er will zurück in die 1970er Jahre, wo die linke Fantasiewelt noch in Ordnung und klar umrissen schien. Es gab die UdSSR, China war noch nicht die Sklaven-Fabrik für kapitalistische Projekte und das westliche Establishment war noch nicht durchweg sozialistisch-grün-öko wie heute. Er gesteht, ein nützlicher Idiot für die kommunistische Sache zu sein:

„Ich bin Musiker, von der Hälfte der Themen habe ich keine Ahnung.“

Trotzdem will er mit einer verstaubten Geisteshaltung aus den 1970er Jahren seine subversive Agitprop-Nummer durchziehen, eingekleidet in Humor und unter Ausnutzung der Freiheiten, die es im Sozialismus nie gab.

…man nimmt den Kapitalismus hin als notwendiges Übel. […] Ich kann gegen Konzerne labern und trotzdem Nikes tragen. Das ist dann halt so. Cool, fett und geil.

„Cool“, „fett“ und „geil“ sind alles gängige Begriffe aus den 1990er Jahren.

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9 comments

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Thrasher 30. April 2014 at 14:38

Jan Delay macht keinen Rock, sondern Hip-Hop mit Gitarren oder ähnlichen Müll. Das hier ist Rock:
http://www.youtube.com/watch?v=Wr9ie2J2690

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KPAX 26. April 2014 at 16:55

Ich denke er ist mehr verzögert,denn sonstwas.

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Phrontistes 26. April 2014 at 14:23

Delay ist Rapper, kein Rocker

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AlexBenesch 26. April 2014 at 14:46

Jetzt ist er Rocker, zuvor Popper und Raggae-Artist. Aber immer Kommunist

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Jefferson 26. April 2014 at 20:51

Und er hat sehr viel Geld auf dem Konto und besitzt eine Eigentumswohnung. Das ist ja auch in Ordnung.

Nur soll er dann nicht den Salon-Kommunisten spielen.

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asdf 27. April 2014 at 11:58

Den kann er ruhig spielen. Er muss dann aber damit rechnen, dass die Leute ihn verspotten. Seine Meinung darf er ja haben. Er darf nur nicht erwarten, dass die für jeden zu gelten hat.

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asdf 26. April 2014 at 12:53

Und unter dem Artikel ist ein Werbebanner für Jan Delay. 🙂

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AlexBenesch 26. April 2014 at 12:59

Von Google erstellt

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Duderich 26. April 2014 at 12:15

Hörte mir grade das Deutschlandlied von Heino gesungen an. Instrumental gesehen fände ich es ohne Trompeten nur mit klassischer Musik besser (Haydn – String Quartet in C Major Op. 76, No. 3 „Emperor“). Aber das ist alles Geschmackssache! Vom gesungenen her ist die Stimme schon ein kräftiges unikat und besser als die mir bekannten Chorversionen. Der Vorwurf kommt wahrscheinlich zustande, weil er die bestimmten Zeilen nicht weggelassen hat, die im Bundestag von den Kriegskindern und Kriegsenkeln nicht mitgesungen werden! „Bis an die Memel…“ undso.^^ 😉

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