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Alexander Benesch

Für Donald Tusk und Angela Merkel war der Flugzeugabsturz in Smolensk nur ein Unfall. Für die beiden beseitigte der tragische Fall wichtige politische Hindernisse in Europa. Interessanterweise gibt es zwischen den beiden eine alte Verbindung, die weit in die sowjetische Vergangenheit reicht.

Vor vier Jahren verstarben der polnische Präsident Kaczynski, seine Ehefrau sowie 95 Angehörige der Elite des Landes auf dem Weg zu einer Gedenkfeier des sowjetischen Massakers an tausenden polnischen Offizieren in Katyn. Polens neues Selbstbewusstsein, der antirussische Kurs sowie die Distanz zu der EU starben gleich mit. Fast wäre Jaroslaw Kaczynski auch noch an Bord gewesen, zusammen mit seinem Zwillingsbruder. Nun protestiert seine Partei “Recht und Gerechtigkeit” erneut gegen die ihrer Meinung nach manipulativen Ermittlungen in dem Fall von Seiten der Russen und der Regierung des Präsidenten Donald Tusk.

Die Russen hielten Beweise zurück, ließen sich nicht in die Karten schauen, brachen dadurch Abkommen. In Polen will man das Thema endgültig erledigt sehen. Kaczynski wird in den Medien präsentiert als ein Verschwörungstheoretiker, der aus politischen und privaten Motiven nicht loslassen möchte.

Die Feindschaft zwischen Tusk und Kaczynski reicht weit zurück.

Tusk durfte im sowjetischen Polen Geschichte studieren und wurde schnell zu einer Führungsfigur der Studentenbewegung der 1980er Jahre. Tolle Berufsaussichten gab es bei solchem Quertreibertum offiziell nicht, allerdings berichteten sowjetische Überläufer 1984 bereits von einem kommenden, inszenierten Fall der Sowjetunion. Die Geheimdienste der UdSSR waren sehr geschickt darin, Agenten die Rolle von Oppositionellen spielen zu lassen, um zu spionieren und um den Spionen später eine Karriere im postsowjetischen Parlamentarismus zu ermöglichen.

Tusk beharrte darauf, dass Kaczynski das Verhältnis Polens zu Deutschland und Russland schwer beschädigt hätte. Mit Tusk an der Spitze Polens waren die Russen bereit, Importverbote für diverse polnische Produkte aufzuheben. Außerdem revidierte Tusk den Standpunkt Polens, eine engere Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und Russland, abzulehnen. Ein eurasischer Megastaat von Lissabon bis Wladiwostok ist ein Traumprojekt von Wladimir Putin und einflussreichen Brüsseler Bürokraten. Ohne Polen und andere benachbarte Länder könnte man dieses Projekt begraben.

Desweiteren ließ Tusk durchscheinen, dass er gegen die Stationierung von NATO-Abwehrsystemen zum Schutz vor russischen Atomraketen ist. Unter dem internationalen Druck stimmte er dem Kompromiss eines stark verkleinerten Abwehrschildes in Polen zu.

Es existieren bisher unbestätigte Vorwürfe, Tusk sei unter dem Decknamen OSCAR ein Agent der ostdeutschen Stasi und ein Agent des polnischen SB gewesen und hätte Leute aus der Bewegung Solidarnosc verraten. Wenige Monate nach den August-Streiks 1980 begann Tusk eine Tätigkeit als Journalist und wurde zum Vorsitzenden des Betriebskomitees der Solidarnosc in dem herausgebenden Verlag in Danzig gewählt. Die große Solidarnosc-Bewegung war der kommunistischen Partei ein Dorn im Auge und wurde in den 70er und 80er Jahren Jahren Ziel von Spionage und Unterwanderung durch die Behörden.

Merkels Missionen

Das Buch von Reuth und Lachmann, “Das erste Leben der Angela M.”, bietet intereressante Zusammenhänge. 1981 traf sich ein Gesprächskreis von Naturwissenschaftlern und Theologen zum Thema Polen und der Solidarnosc-Rebellion. Laut Christopher Frey sei Angela Merkels Bruder Marcus der Initiator der Gespräche gewesen. Angela reiste mehrfach mit ihrem Kollegen Walther aus der FDJ-Leitung nach Polen. Man führte Gespräche dort mit Sympathisanten von Solidarnosc. Um diese auszuhorchen oder anzuhören?

Das SED-Mitglied Hans-Jörg Osten fälschte extra auf polnisch eine Einladung, damit man überhaupt dorthin reisen durfte. Auf dem Rückweg am 12. August 1981 überprüften DDR-Grenzer im Zug Angelas Tasche und fanden verstecktes Material von Solidarnosc, das nicht für die Einfuhr nach Ostdeutschland erlaubt war. Angela gab unverfängliche Erklärungen; der Tochter eines wichtigen Mannes geschah nichts. Ihr Kollege, der Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi war, gab zu Protokoll, dass das Ziel von Angelas Reise darin bestand, “die Lage in der VR Polen kennenzulernen”. Ihr zufolge bestehe die Gefahr, dass durch Solidarnosc der Sozialismus in Polen in Gefahr sei.

War Angela einfach nur neugierig, gar etwas rebellisch oder handelte es sich um Trainingsmissionen einer jungen Agentin? Der Stiefsohn Ulrich des bekannten DDR-Regimekritikers Robert Havemann, half der Freundin Angela noch beim Umzug und Möbelschleppen, Angela bedankte sich mit Babysitting bei den Havemanns. Bei Recherchen zu der Dokumentation “Im Auge der Macht – die Bilder der Stasi” stießen Reporter des WDR in den Stasiakten über Havemann auf ein Foto von Angela, die sich dem Grundstück genähert hatte. Hat sie bei der Überwachung des Hausarrests mitgedient? Falls ja, war dann die Freundschaft größer als die Staatstreue oder umgekehrt?

Smolensk bleibt ungeklärt

Angehörige und Wissenschaftler aus aller Welt halten die Darstellungen der russischen und polnischen Behörden für eine Vertuschung. Dass ausgerechnet Figuren wie Angela Merkel und Donald Tusk mit ihren nebulösen Verbindungen zu Polens kommunistischer Vergangenheit keinen Protest übten, ist zumindestens weitere Untersuchungen wert.

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6 comments

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Seromann 11. April 2014 at 20:15

“…Tolle Berufsaussichten gab es bei solchem Quertreibertum offiziell nicht, allerdings berichteten sowjetische Überläufer 1984 bereits von einem kommenden, inszenierten Fall der Sowjetunion. Die Geheimdienste der UdSSR waren sehr geschickt darin, Agenten die Rolle von Oppositionellen spielen zu lassen, um zu spionieren und um den Spionen später eine Karriere im postsowjetischen Parlamentarismus zu ermöglichen.”
Das würde ja suggerieren, dass Tusk seit damals ein verdeckter Moskau-Agent ist. Diese These müßte man belegen, sonst scheint es unseriös, einfach nur nach Schema Birch-Society oder Golitzin zu verfahren.
Wie war das Verhältnis Kaczinski-Eu, oder ist das von Tusk zur Eu? erscheint mir dabei wichtig.
Dass Tusk und Merkel mit ihren Vorgeschichten und fast alle Charaktere der oberen operativen Eliten machtgeile, gewissenlose Wendehälse sind, erscheint mir plausibler als die Andeutung, der verdeckten immernoch-KGB-Kommunisten.
Dass es sich bei dem Eu-Konstrukt um einen plutokratischen Sozialismus handelt, bei dem sie alle als Ausführende Organe tätig sind, ist für diese Menschen sekundär, denn die würden bei jedem System ausführend sein.
Bei dem Smolensk-Ding ist auf jeden Fall was faul und zeigt, dass Russland und die Eu-Länder schön gemeinsam dicht halten können.

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Agent Orange 11. April 2014 at 21:24

Kazcinski war nationalistisch eingestellt, genauso wie die polnische Führungsebene und die Bevölkerung in weiten Teilen. Die EU mit dem schwachen Euro als Währung muss sich ständig erweitern, um zu überleben.
Das Smolensk-Attentat war quasi ein Austausch der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Führung … ein Putsch. Tusk wurde installiert, weil er EU-freundlich ist. Und den Russen wars wurscht, weil sie Polen eh abgeschrieben haben und nicht auf sie angewiesen sind. Ob Russland am Flugzeugabsturz beteiligt war ist unerhablich.
Bei der Ukraine siehts dagegen schon anders aus, denn da haben die Russen Interessen … nicht nur die Schwarzmeer-Flotte und die Krim. Der Russen-Freund Janukowitsch wurde zwar ersetzt mit ner EU-Marionette, aber das ging Putin dann doch zu weit.

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Toxi1965 10. April 2014 at 16:00

Da stelle ich mir immer wieder die Frage wie ferngesteuert kann man als Mensch sein ?
Bei dummen Männer braucht man nur gewisse Schalter zu betätigen wenn einer scharf rechts oder scharf links ist .
Aber bei einer Frau ? Wie zum Teufel stellt man sowas an ?
So ein d… A… wie Trittin macht ja kein großes Geheimnis drauß was er nicht mag und was er gerne zerstört sieht .

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asdf 10. April 2014 at 20:37

Bei Frauen ziehen die gleichen Mechanismen. Macht, Macht, Macht. Tja und Kohle und Beweihräucherung.:>

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jerome boateng 10. April 2014 at 22:50

Wen wählst du denn bei der Europawahl?!

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