putinpalast

Ein Kommentar von Alexander Benesch

Man würde denken, die 300 mächtigsten Oligarchen Russlands bunkern ihr Geld in Moskauer Banken oder in eigenen Tresoren, sicher vor dem Zugriff von Ausländern, in der Währung Rubel. Weit gefehlt, die Russen trauen sich gegenseitig nicht, der Bevölkerung erst recht nicht. und dem Rubel schon gar nicht. Das Geld liegt auf Konten in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Großbritannien, Luxemburg oder in sonnigen Inselstaaten.

In der Zeit der Präsidentschaft von Wladimir Putin, zwischen 2000 und 2008, wurden aus Russland insgesamt 427 Milliarden US-Dollar illegal ins Ausland transferiert. Nur in China war der Abfluss noch höher, zweieinhalb Billionen $ im selben Zeitraum.

Bill Bowder, einer der ehemals größten ausländischen Investoren in Russland, fordert die Einfrierung der Guthaben von russischen Oligarchen im Ausland.

Und wenn Sie dann noch die Einreise nach Sardinien oder an die Coté d’Azur verbieten, haben sie das Land innerhalb von zwei Wochen am Boden.

Fielen Westeuropa als Abnehmer für russisches Gas weg, hätte Putin etwa sechs Monate bevor er aus dem Amt gedrängt werden würde.

Bowders Gesellschaft hatte Milliarden in Russland gesteckt, dann wurde er unter einem Vorwand des Landes verwiesen, sein Amwalt starb in der Moskauer Untersuchungshaft.

Russisches schmutziges Geld war lange Zeit gerne in Zypern angelegt worden. Dann folgte das Bailout-Desaster und die teilweise Enteignung von Bankkonten. Hartnäckigen Gerüchten zufolge bekamen die Russen die Gelegenheit, ihr Geld abzuziehen bevor alle anderen abgezockt wurden. Inzwischen fließt das Russengeld wieder auf die Insel, alleine im Januar 2014 wurden rund 1500 Shell-Companies dort gegründet, Fake-Firmen zur Geldwäsche.

Das International Consortium of Investigative Journalists fand Offshore-Konten von einflussreichen russischen Figuren in den British Virgin Islands, darunter auch Gazprom-Manager.

Bei den einflussreichen Chinesen ist es genauso. JPMorgan Chase, die größte Bank der USA und laut Forbes das weltweit zweitgrößte börsennotierte Unternehmen, macht offenbar blendende Geschäfte mit den Söhnen und Töchtern der einflussreichsten Mitglieder der kommunistischen Partei Chinas.

Die New York Times enthüllte, wie JPMorgan ab 2006 einer „Beraterfirma“ viel Geld bezahlte, die von Wen Ruchun geleitet wurde, der Tochter des ehemaligen chinesischen Premierministers Wen Jiabao. Auch investierte man in mehrere weitere Firmen, an denen Mitglieder von Wens Familie und deren Kollegen beteiligt waren. Um diese Vorgänge zu tarnen, agierte Wen Ruchun unter der Tarnidentität Lily Chang. Den JPMorgan-Managern in Hong Kong sowie anderen Firmenbossen war bekannt, wer sich hinter dem Alias verbarg. Ihr Vater machte ein geheimes Vermögen, nachdem er in den engsten Kreis der kommunistischen Partei Chinas aufgestiegen war.

US-Behörden wollen nun prüfen, ob es sich bei den bezahlten „Beratertätigkeiten“ um verdeckte Schmiergeldzahlungen handelte, mit denen die Tür aufgestoßen werden sollte für lukrative Geschäfte mit staatlichen chinesischen Konzernen aus der Bau- und Eisenbahnbranche. Ein Gesetz verbietet es US-Firmen, ausländischen Regierungsfunktionären „irgendetwas von Wert“ anzubieten im Gegenzug für einen „unfairen Vorteil“ bei der Vergabe von Aufträgen.

In der Presse heißt es nun, JPMorgan hätte ein Programm mit dem eindeutigen Namen „Söhne und Töchter“ gestartet. Laut Dokumenten seien die Kinder von Chinas herrschender Oligarchie extrem begehrt gewesen, obwohl sie keine allzu hohen Qualifikationen aufwiesen. Diese Männer und Frauen nutzen laut Experten oft staatlich gelieferte Tarnidentitäten um im Westen zu studieren oder zu reisen.

„Lily Chang“ machte ihren M.B.A. an der University of Delaware und wohnte im luxuriösen Trump Place in Manhattan. Danach arbeitete sie bei Lehman Brothers und dann bei Credit Suisse First Boston. In anderen Unternehmen hatte sie Anteile.

 

 

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