Commie_Beard-640

Von Aleksey, Doug Ross @ Journal

Als ich vor vielen Jahren in die Vereinigten Staaten auswanderte, begrüßte ich mein neues Zuhause mit offenen Armen und ließ die Vergangenheit hinter mir. Ich konnte mir nie vostellen, dass die Vergangenheit irgendwann wieder wichtig werden könnte.

Als Kind in Sowjetrussland wurde ich größtenteils von meiner Familie behütet. Sie waren verantwortlich für die allermeisten “Erwachsenenaufgaben” im alltäglichen Leben. Sie bestachen Beamte um die grundsätzlichsten Dinge zu erreichen, sie sparten jede Kopeke und jedes Stück Brot, sie beschafften mir die seltenen Medikamente die ich brauchte, alles auf Wegen die ich nicht wagte, mir vorzustellen. In Amerika hingegen waren diese Medikamente nichts Besonderes, es brauchte keine besonderen Gefälligkeiten um sie zu erhalten. Man konnte sie an einem Laden an der Ecke kaufen.

In der Sowjetunion war das Wort “Mangel” im täglichen Sprachgebrauch ständig benutzt worden. “Es gibt einen Mangel an diesem und jenen Produkt.” Das bedeutete, dass man es nicht kaufen konnte. Nicht innerhalb der nächsten drei Monate, oder vielleicht für immer, es sei denn jemand wurde geschmiert oder das Produkt wurde über den Schwarzmarkt beschafft, durch Freunde oder Schmuggel. Erwachsene wurden wie die Viecher in kollektive Farmen gescheucht. Unter fröhlich klingenden Bannern, auf denen es hieß “den Fünfjahresplan in vier Jahren zu erfüllen”, produzierten die Leute zu wenig und die verantwortlichen Bürokraten fälschten die Zahlen, die dann nach oben in der Befehlskette weitergereicht wurden.

“Mangel.” Ich hörte dieses Wort oft als ich in langen Schlangen anstand für Brot und Milch vor Läden mit beliebigen, nett klingenden Namen wie “Fortschritt” oder “Sonnenaufgang”. Die Schlangen erinnern an die Hipster in Amerika die für das neue iPhone-Modell anstehen. Auch wenn meine Familie mich vor ihren Problemen abschirmte, so konnten sie mich doch nicht vor Faktoren außerhalb ihrer Kontrolle schützen. Sie konnten meinen Lebensstandard nicht im Vergleich zu ihrem steigern. Sie konnten mir auch keine Anästhesie verschaffen bei Zahnarztbesuchen. Man saß in einem grauen, sterilen Korridor für zwei Stunden und musste das Weinen der Kinder hören, die bereits im Zahnarztstuhl saßen und ihre Zähne gebohrt bekamen ohne Betäubung, ohne Wasser und ohne Absaugung. Man saß im Korridor und wusste, dass man selber drankommen wird. Manche Kinder konnten damit besser umgehen als andere.

In den örtlichen Kliniken wurden Nadeln resterilisiert und wiederverwendet. Krankenwagen brauchten drei Stunden bis sie ankamen. Wenn sie denn überhaupt ankamen. Das war unsere “kostenlose Gesundheitsversorgung”. Wir lebten auch in einer “kostenlosen Wohnung” die nach amerikanischen Standards erdrückend klein war. Da fast niemand ein Auto hatte, konnten es sich wenige leisten, in eine andere Stadt oder Republik zu reisen. Der öffentliche Transport bestand aus launigen Leuten, die wie Sardinen in eine rostige Kisten auf Rädern gequetscht waren. Die Wände in sowjetischen Wohnungen waren schlecht gegen Lärm und Kälte isoliert, deshalb gab es bei den Sowjets viele Wandteppiche.

Diejenigen, die nicht das Gruppendenken übernahmen, schafften es nicht in die “Komsomol” (Leninistisch-kommunistische Jugendliga) und verloren Zugang zu wichtigen Ressourcen und Karrieremöglichkeiten im Leben später.

Ich wuchs auf ohne das Konzept von “Marken”. Wenn ich die schlechte Wasserpistole wollte, die es plötzlich in einem Laden gab und meine Eltern es erlaubten, dann war das “die Wasserpistole”. Die ging natürlich nach zwei Wochen kaputt. Brot im Laden was “das Brot”. Milch war die Milch. Kolbasa war das Kolbasa. Alles wurde vom Staat hergestellt, um das minimale Überleben zu sichern und die minimale Funktionalität zu bieten. Verbesserungen in der Konstruktion und im Herstellungsprozess gab es nicht.

Das Auto war das Auto. Es gab keine Kundennachfrage, weil die Menschen arm waren. Die staatlich kontrollierten Preise waren sehr hoch und die Produktentwicklung schlich im Schneckentempo voran. Das Konzept von “Kundenservice” gab es praktisch nicht. Unser Fernseher wurde seit meiner Geburt in der Familie behalten. Er empfing drei Kanäle, alle davon staatlich kontrolliert. In unserer Abendnachrichtensendung war die Ankündigung des Tschernobyl-Desasters in ruhigem Ton und dauerte nur 15 Sekunden. Unsere staatlichen Zeitungen, wie die Prawda und Ischwestia wurden nicht gelesen sondern als dringend benötigte Quellen  kostenlosen Klopapiers benutzt. Das ist kein Scherz.

Unsere Propaganda konzentrierte sich auf die noble Arbeiterklasse und darauf, dass es sowas wie eine “niedrigere” Tätigkeit nicht gibt. Wenn aber der Hausmiester in etwa das gleiche Gehalt bekommt wie ein Programmierer, umgeben von Leuten die das gleiche Geld bekommen, egal wie gut oder schlecht sie arbeiten, dann ragen nur noch sehr wenige heraus und geben dann auch auf. Am Ende leistet niemand mehr herausragende Arbeit.

Es war schmerzlich klar für jeden von uns, wie gering das Verlangen einer Durchschnittsperson ist, Güter für andere Menschen zu produzieren. Ohne Wettbewerb und Möglichkeit, erfolgreicher zu werden, hatten wir kein Konzept von Wohlstand. Mit unserer “kostenlosen” Versorgung erlebten wir ständig Ausfälle von Wasser und Strom. In Odessa erzählte man uns, dass es in San Francisco schwierig sei, Milch zu finden. Das war die typische sowjetische Mentalität und wir glaubten es. Als wir dann später die amerikanischen Supermärkte betraten und die endlosen Reihen von Milch verschiedener Hersteller und Fett-Gehalte sahen, fingen manche von uns an zu weinen.

Es war die Realisierung, dass uns vom Regime unser Leben gestohlen wurde. Ich lebe nun im nördlichen Kalifiornien, tausend Meilen von meinem Geburtsland entfernt. Und dennoch strömt das Gift sowjetischer Propaganda durch die Studentenwohnungen der Universitäten. Frag irgendeinen jungen Menschen auf der Straße, was er über Kaitalismus denkt (böse!) und Sozialismus (gut!). Ihre Lieblings-Nachrichtensendungen sind die “Daily Show” und der “Colbert Report” in denen Komiker die Gehirnwäsche mit flott aufgemachten, kurzen Einspielern verstärken.

Laufe durch Berkeley und du wirst Graffiti an den Wänden sehen mit Hammer und Sichel. Aber nicht nur die Jungen sind so. Leute in jedem Alter unterstützen den “fortschrittlichen” Führer Barack Obama und beten den Wohlfahrtsstaat an. Sie schimpfen auf den Kapitalismus und glauben die Lüge vom Klassenkampf. Ich sehe diese Leute an und sehe die roten Krawatten um ihre Hälse. Es gibt allerhand “akademische” Sprecher die sagen, dass es schlecht für uns ist, wenn wir zuviele Wahlmöglichkeiten haben.

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10 comments

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Marco 13. Oktober 2016 at 6:43

Was genau hat der text oben mit kommunismus zu tun?
Gar nix.
Es ist die beschreibung einee fehlgeleiteten politik und ein beleg für die unreife der homo sapiens…mehr nicht

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bernd schneider 24. Februar 2014 at 22:06

Ingo ist schizophren!

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Ingo 24. Februar 2014 at 20:53

Gibt es eigtl. nur noch irre Spastiker auf dieser Scheisse Welt?
Ok, war eine rhetorische Frage!

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Orendel 24. Februar 2014 at 18:30

“Wir lebten auch in einer “kostenlosen Wohnung” die nach amerikanischen Standards erdrückend klein war. Da fast niemand ein Auto hatte, konnten es sich wenige leisten, in eine andere Stadt oder Republik zu reisen. ”

In den VSA hat jeder ein Auto, dort wohnen nun Millionen drin, gutausgebildete aus dem Mittelstand, dürfen auch damit in jeden Bundesstaat reisen, wenn das Benzin dazu reicht.” 😀

“Es gab keine Kundennachfrage, weil die Menschen arm waren.” Das ist ja wie in Europa, außerhalb DE, auch hier geht es immer mehr so zu. 😀

“Unsere Propaganda konzentrierte sich auf die noble Arbeiterklasse und darauf, dass es sowas wie eine “niedrigere” Tätigkeit nicht gibt.” Wie bei uns auch. Sozial ist, was billig Arbeit schafft. Jeder 10 Akademiker unter 10 Euro. Putzfrau oder Diplom Betriebswirt, egal. 8,50€, paßt schon. 😀

Es ist scheißegal ob Kommunismus, Sozialismus, oder wie immer das heißt, oder Kapitalismus, Marktwirtschaft, oder sonstwie. Das ist doch derselbe Mist. Dieselben Affen steuern den Kahn. Es gibt die Neger, die dann ausgebeutet werden, ob vom Kommissar oder vom Geschäftsleiter, das ist völlig egal, für den Neger jedenfalls. 😀

Es gibt entweder freie Menschen, welche dann auch freie Systeme leben, im rechten Maß, oder es gibt halt Idioten, welche in Team Rot oder Team Blau mitmachen. Dann gleich wie die Wilden losgackern, dafür, oder dagegen. 😀

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Freigeist 24. Februar 2014 at 22:09

“Es ist scheißegal ob Kommunismus, Sozialismus, oder wie immer das heißt, oder Kapitalismus, Marktwirtschaft, oder sonstwie. Das ist doch derselbe Mist. Dieselben Affen steuern den Kahn.”

das ist echt wieder ein neuer Tiefpunkt. Ach für dich macht dass keinen Unterschied ob Marktwirtschaft oder Kommunismus?

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Franz-P1 24. Februar 2014 at 14:43

Wie schrieb Roland Baader so schön, Sozialismus ist immer tot.

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John-Boy 24. Februar 2014 at 15:00

1+

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Ingo 24. Februar 2014 at 14:37

Wie wäre es, wenn man jedes Jahr ein Teil der russischen und amerikanischen Bevölkerung in das jeweils andere Land austauscht für ein Jahr also und sie alle Vorzüge und Nachteile des Landes genießen dürfen, mit allem drum und dran, auch mit erlaubten Waffenbesitz in Amerika und dann fragt man sie nach diesem Jahr, wo es ihnen besser gefällt!?
Natürlich müssen unter diesen Leuten auch ein Großteil der roten Jugend aus Amerika sein!
Oder nein, noch besser, schickt sie in das gelebt kommunistische Arbeiterparadies Nordkorea, aber auch so, wie es die Bevölkerung da selber leben muss, nein darf!
Werden dann mal sehen, ob sie immer noch vom rotem Oktober träumen!

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Freier Bürger 24. Februar 2014 at 11:50

Genialer Beitrag! Sollten sich all jene genau und öfters durchlesen die immer noch glauben das irgendeine Form von Sozialismus doch so “Gut” für die Menschen wäre!

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dietermeiner 24. Februar 2014 at 17:14

Es bleibt zu hoffen, dass es nicht wie so oft ohnehin nur die anspricht, die diese Meinung sowieso schon teilen….

Aber mit dem Sozialismus ist es wohl wie mit der Büchse der Pandora, ist das Unheil erstmal in der Welt, kriegt man es nie mehr ganz eingefangen.
Irgendeinen wird es immer geben, der diese Utopie anderen vorschwärmt, zur Not isses halt dann “unterdrücktes Geheimwissen”, das aus den Untiefen der Geschichte wieder auftaucht.
Spätetstens wenn die Generation, die noch aus eigener Erfahrung davon erzählen kann, ins Gras gebissen hat, wird es wieder soweit sein…..
Oder hat sich noch niemand gewundert, warum weltweite Wirtschaftskatastrophen immer so ca. 80 Jahre auseinanader liegen ?

Die große Popularität von sozialistischer, allumfassender staatlicher Fürsorge und allgemeiner Gleichheit unter Studentenerklärt sich vielleicht zum Gutteil psychologisch.
Schliesslich ist die Kindheit endgültig vorbei, deren Sorglosigkeit man oft erst rückblickend schätzen lernt und man steht für alle Entscheidungen selbst ein.

Zum Anderen geht vielen Schülern mit der Schule auch ein Podium verloren, in dem auch die absurdesten, vordergründig originellen aber absolut lebensferne Ideen neben brillanten Ideen gleichberechtigt Bestand haben…..
Zum einen sicher wegen der Meinungsfreiheit, zum Anderen sicher auch, weil man sich noch finden muss….
Aber in der Praxis überprüft werden muss der Blödsinn darunter halt leider nicht immer, ergo lernt man nix und fühlt sich im Recht, hat ja bis jetzt immer geklappt…..

Kommt beides zusammen, sucht man sich auch als Erwachsener oft lieber einen Schutzraum, in dem großzügige Fürsorge und “kreativer Freiraum” für abgefahrene oder schlichtweg gefährliche Ideen zugleich vorhanden ist, nicht selten ist das scheinbar leider der Staat…….

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