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Alexander Benesch

Der umstrittene US-Genmais 1507 der Firma Pioneer Dupont kann bald in Europa angebaut werden. Deutschland enthielt sich und nun entscheidet die EU-Komission. Die anrollende Welle der genveränderten Anbaupflanzen könnte dazu führen, dass die Gentech-Gegner verstärkt außerhalb des legalen, politischen Rahmens agieren werden mit breit angelegten Sabotageakten. Wahrscheinlich werden Felder in den nächsten Jahren zunehmend mit Minidrohnen bewacht werden.

Die am 20. Juni veröffentlichte „Roadmap für die Integration ferngesteuerter Fluggeräte (RPAS) in den europäischen Luftraum ab 2016″ wurde der Europäischen Komission übergeben. Zwischen 2014 und 2018 sollen Missionen von Minidrohnen ein „alltägliches Vorkommnis“ werden, größere Geräte sollen ebenfalls zugelassen sein. In früheren Publikationen war die Rede davon, dass die Technologie so hip und populär werden wird wie Smartphones.

Beworben wird ein „Anstoß für Kreativität und Innovation“ in bunten Broschüren der europäischen Komission mit Fotos, auf denen Getreidefelder und Windräder im Hintergrund  zu sehen sind. Bei den beschriebenen Einsatzzwecken beschränkt man sich auf populäre Bereiche wie Landwirtschaft, Beobachtung von Windenergie, Beobachtung natürlicher Ressourcen, Medien und Entertainment, Sportfotografie, Erforschung von Wildleben, Katastrophenhilfe oder Maßnahmen gegen Wilderei. Das Thema Spionage und Überwachung wird durch Fotos von Minidrohnen vor Atomkraftwerken in eine Richtung gelenkt, die auf gesellschaftliche Akzeptanz treffen soll.

Jeffrey M. Smith, Autor des Bestsellers ”Trojanische Saaten”, berichtet über die Biotech-Industrie und den fortwährenden Kampf um die Freisetzung transgener Organismen:

Das Transkript des Videos finden sie unter dem Video

Mein Name ist Jeffrey Smith, ich bin der Gründer und Executive Director des Institute for Responsible Technology. Unsere Kampagne fur gesunde Ernährung in Amerika hat zum Ziel, genügend Ablehnung unter den Konsumenten gegenüber genetisch veränderten Lebensmitteln hervorzurufen, sodass jene vom Markt verdrängt werden. Um Lebensmittel genetisch zu verändern, nimmt man Gene aus einer Spezies wie zum Beispiel Viren oder Bakterien und fügt sie in die DNA von Pflanzen ein wie Soya, Mais, Baumwolle, Canola und Zuckerrüben. Diese genetisch veränderten Pflanzen landen leider in der Mehrheit der verarbeiteten Nahrungsmittelprodukte. Wenn sie also Sojalezithin in einer Inhaltsangabe lesen, Soyaeiweiß, Maissirup mit hohem Fruktoseanteil oder Zucker, dann sind dies genetisch veränderte Organismen.

GVOs gelangten überhaupt erst auf den Markt, da die Lebensmitteltestbehorde FDA die Behauptung vertrat, es lägen ihr keine Informationen vor, laut denen GVOs sich bedeutend von gewöhnlichen Organismen unterscheiden würden. Deshalb seien überhaupt keine Sicherheitstests notwendig. Wenn die Biotech-Firmen wie Monsanto, Dow und Dupont sagen, die Produkte seien sicher, dann stellt die FDA keine weiteren Fragen. Dass die Behörde nichts wusste über bedeutsame Unterschiede, war eine glatte Erfindung. Sieben Jahre nach Festlegung der Unbedenklichkeitsrichtlinie gab es einen Gerichtsprozess, von dem inzwischen Dokumente veröffentlicht wurden die beweisen, dass die Behörde sehr wohl von unterschieden wusste. Der generelle Konsens unter den Wissenschaftlern der FDA lautete, dass GVOs allergene Stoffe und Gifte produzieren, sowie neue Krankheiten und Nährstoffprobleme auslösen können. Sie hatten ihre Vorgesetzten darauf gedrängt, Langzeitstudien zur Vorschrift zu machen. Die erste Bush-Administration hatte die FDA darauf gedrängt, die Biotech-Industrie zu bewerben. Man schuf extra einen neuen Posten in der Behörde und holte sich dafür Michael Taylor, Monsantos früheren Anwalt, der später Monsantos Vizepräsident wurde. Unter ihm wurde die Unbedenklichkeitsrichtlinie geschaffen, welche die Wissenschaft und die Wissenschaftler ignorierte. Jetzt ist Michael Taylor, der meiner Meinung nach die meisten Erkrankungs- und Todesfälle im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln in der Geschichte zu verantworten hat durch die Zulassung von GVOs, der oberste Beamte unter Obama für Nahrungsmittelsicherheit. Wahrend seiner Kampagne in Iowa hatte Obama versprochen, dass die Kennzeichnung von genetisch veränderten Nahrungsmitteln Vorschrift wird. Wir fordern das seit Jahren. Neun von zehn Amerikanern wollen diese Kennzeichnungspflicht. Weil die FDA aber die Biotech-Industrie bewerben muss, ignoriert man den Willen von 90 Prozent der Amerikaner zugunsten der interessen von 5 Biotech-Firmen. Wir haben gehofft dass Obama sein Wahlversprechen erfüllt, bislang ist davon nichts zu erkennen. Stattdessen hat er wichtige Positionen beim Ministerium für Landwirtschaft und der FDA mit Leuten besetzt, die direkte Verbindungen zu Monsanto und der Biotech-Industrie besitzen. Obama ist also eine Enttäuschung für alle die vernünftige und sichere Vorschriften wollen. 2009 forderte die American Academy of Envoronmental Medicine alle Ärzte auf, Patienten generell eine GVO-freie Ernährung zu empfehlen. Es hieß, Fütterstudien mit Tieren hätten direkte Verbindungen aufgezeigt zwischen GVOs und Fortpflanzungsproblemen, Problemen mit dem Immunsystem, vorschnelle Alterung, Störungen im Insulin- und Cholesterinstoffwechsel, Organschäden und Erkrankungen des Verdauungstraktes. Sie forderten dass alle Ärzte eine GVO-freie Ernährung empfehlen und Informationsmaterial ausgeben, das über die Risiken und Alternativen aufklärt.

GVOs haben zwei Hauptaufgaben. Gifte absorbieren und produzieren. Die Gift absorbierenden Organismen nennt man Herbizid-tolerant. Am bekanntesten ist Roundup-Ready. Wissenschaftler von Monsanto fanden Bakterien, die sich in einer Halde fur chemischen Müll in der Nähe einer ihrer Fabriken verbreiteten. Sie überlebten trotz Vorhandenseins des Pflanzenvernichtungsmittels Roundup. Sie kamen auf die brilliante Idee, die entsprechenden Gene der Bakterien in Nahrungsmittel und andere Nutzpflanzen einzufügen, wie Soyabohnen, Mais, Baumwolle, Canola usw. Wenn man ein Ackerfeld mit Roundup besprüht, tötet es alle anderen Pflanzen, die nicht Roundup-resistent sind. Die zweite Hauptgruppe von GVOs produziert Gifte. Man nimmt ein Gen aus einem natürlichen Bodenbakterium, das ein Insektizid herstellt, und fügt es die DNA einer Nutzpflanze ein. Jede einzelne Zelle aus jeder einzelnen Pflanze auf Millionen von Hektar Ackerflache stellt also ein Insektenvernichtungsmittel her, das das Verdauungsystem der Schadlinge zerstört.

Wegen all den herbizidresistenten Anbaupflanzen, insbesondere der Roundup-Ready-Sorten, wird heutzutage enorm viel Roundup in den Vereinigten Staaten eingesetzt. In den ersten 13 Jahren seit Markteinführung der GVOs wurden geschätzte 383 Millionen Pfund zusatzliche Herbizide in den USA verspritzt. Die Pestizid-produzierenden Pflanzen nennt man Bt, nach dem Bakterium Bacillus thuringiensis. Es wurden zwar 68 Millionen Pfund weniger Insektizide in den ersten 13 Jahren auf diesen Feldern eingesetzt, aber die von den Pflanzen produzierten Insektizide summieren sich auf mehr als die GVOs eingespart haben. Unterm Strich gibt es also auch mehr Insektizide. Die Planzen können potentiell mehr Allergene herstellen, mehr Gifte, mehr nahrstoffschädliche Substanzen, mehr krebserregende Stoffe. Es ist ein genetisches Roulette. Bei den Zulassungsverfahren fur GVOs werden diese Veränderungen nicht berücksichtigt. Monsanto ließ eine der eigenen Studien unter den Tisch fallen und fügte sie nicht an ihre große wissenschaftliche Veröffentlichung an über die wir später noch sprechen werden; es wurde gezeigt dass in gekochtem GVO-Soya bis zu sieben mal mehr eines Allergens namens Tripsin-Inhibitor vorhanden war und doppelt soviel eines Nahrstoffblockers namens Soyalektin. Bei Genmais war ein normalerweise deaktiviertes Gen aktiviert und produzierte ein Allergen. Andere Eiweiße wurden verkürzt oder in ihrer räumlichen Form verändert, was sie potentiell gesundheitsschädlich machen kann. Bei einer Maissorte fand man 43 verschiedene Proteine die in ihrer Ausdrucksform bedeutsam verändert waren. So etwas konnte uns krank machen und die Umwelt schädigen, niemand hat es getestet.

Bei den Tierfütterungsstudien konnte man regelmäßig Immunreaktionen beobachten. Das Immunsystem reagiert auf Stoffe die fremd und möglicherweise gefährlich sind. Genetisch veränderte Organismen enthalten per Definition fremde Gene. Immunreaktionen traten regelmäßig bei Ratten auf, bei Mäusen und anderen Versuchstieren. Bei Menschen sahen wir seit Einführung der GVOs vermehrt Autoimmunkrankheiten, Inflammation und Allergien. Genau das würde man erwarten falls die Erkenntnisse aus Tierstudien auf den Menschen übertragbar sind.

[…]

Die Biotech-Industrie hat keine Bedenken dabei, ein Insektizid, ein Gift wie Bt, in Mais und Baumwollpflanzen einzufügen. Das Argument lautet, man habe zuvor in der Landwirtschaft auch problemlos Bt eingesetzt. Man erntete diese Bodenbakterien und sprühte sie auf Pflanzen. Es wird vom Regen abgewaschen und ist biologisch abbaubar. Die Biotech-Ingenieure hingegen nehmen das Gen welches das Gift produziert und fügen es in die Nutzpflanze ein. Die Pflanze produziert das Gift dann in tausendfach höherer Menge als bei der klassischen Sprühmethode verwendet wird. Es wird nicht vom Regen abgewaschen, es wird nicht biologisch abgebaut. Es ist entworfen, um weitaus giftiger zu sein als die natürliche Form und es hat Eigenschaften eines bekannten Allergens. Selbst die natürliche Form ist nicht allzu sicher. Gegengeprüfte Studien zeigen dass wenn das natürliche Bt-Toxin an Mäuse verfüttert wird, Gewebeschäden und Immunreaktionen auftreten. Vergleichbar mit den Auswirkungen von Cholera-Toxin. Große Studien zeigten, dass beim Versprühen von Bt-Toxin im Nordwesten um die Gypsy-Motte zu bekämpfen, 500 Leute uber allergische oder Grippe-ähnliche Symptome klagten. Manche mussten ins Krankenhaus. Tausende Landarbeiter in Indien, die die Baumwolle pflücken die das Bt-Toxin selbst herstellt, beschweren sich über die gleichen Symptome. Als man Tiere nach der Ernte an den Felden grasen ließ, starben tausende Büffel, Schafe und Ziegen. Ich habe ein Dorf besucht wo man Buffel jahrelang problemlos nach der Ernte an natürlichen Baumwollfeldern hat grasen lassen. Als dann 13 Büffel an Bt-Baumwollpflanzen nur einen Tag lang grasten, am 3. Januar 2008, starben sie alle innerhalb von drei Tagen. 26 Schafe und Ziegen starben ebenfalls. Ich fragte die Dorfbewohner, wieviele Juckreiz bekommen haben von der Arbeit auf den Bt-Baumwollfeldern und die meisten hoben die Hand. Im indischen Bundesstaat Hayana verfütterte man Tierkekse aus Baumwollsamen an Büffel. Die meisten Büffel fraßen es nicht. Diejenigen die es gefressen haben, bekamen Fortfplanzungsstörungen wie z.B. Unfruchtbarkeit, Frühgeburten und Fehlgeburten. Die Nachkommen starben häufig. Wir haben rund zwei Dutzend Bauern im amerikanischen Midwest besucht, die sagen dass ihre Schweine und Rinder von bestimmten Bt-Maissorten unfruchtbar wurden. Ein deutscher Bauer sagte dass 12 seiner Kühe gestorben sind, die ausschließlich mit einer Bandbreite an Bt-Mais gefüttert worden waren. In den Phillipinen bekamen Leute die neben Bt-Feldern lebten, während der Pollensaison Atembeschwerden, Hautbeschwerden, Verdauungsprobleme und Fieber. Als die gleichen Pflanzen in vier weiteren Dorfern angebaut wurden, gab es die gleichen Reaktionen. Wasserbüffel, Hühner und Pferde sind  gestorben, es gab auch ungeklärte Todesfälle bei Menschen. Die italienische Regierung ließ eine Studie durchführen bei der Monsantos Bt-Mais an Mäuse verfüttert wurde. Es gab starke Immunreaktionen bei den Mäusen. Die österreichische Regierung ließ Mais verfüttern der sowohl Bt produzierte und außerdem noch Roundup-Ready war. Die Tiere hatten weniger Nachkommen und jene waren kleiner. Dies könnte die Auswirkung des Bt-Toxins alleine sein, oder der Kollateralschaden durch die Einfügung eines fremden Gens. Wir wissen es nicht weil niemand genau nachsieht. Auch bei Roundup-Ready-Soya sehen wir einige Probleme. Bald nach der Markteinführung in Großbritannien schossen die Soya-Allergien um 50 Prozent nach oben. Wir kennen mehrere Gründe weshalb Gen-Soya mit vermehrten Allergien in Verbindung gebracht wird. Hauttests zeigen dass Menschen auf das Gensoya reagieren können, nicht jedoch auf die natürliche Variante. Man fand auch ein neues Protein mit allergenen Eigenschaften. Als man es Mäusen fütterte, reduzierten sich deren Verdauungsenzyme um bis zu 77 Prozent. Bei verminderter Verdauungsaktivität erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Allergien. Die FDA-Wissenschaftler waren sehr besorgt darüber, sie meinten es wäre eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung, ein antibiotikaresistentes Markergen einzufügen. Sie befürchteten dass es auf gefährliche Bakterien überspringt und zu widerstandsfähigeren Krankheiten führt. Soya-Gene werden übertragen, das Markierungsgen könnte genauso übertragen werden. Bei der Verfütterung von Gensoya an weibliche Ratten starb mehr als die Hälfte ihrer Babys innerhalb von drei Wochen. Die Babys waren auch zu klein und konnten sich in weiteren Studien nicht fortpflanzen. Bei den männlichen Tieren veränderte sich die Farbe ihrer Hoden von Rosa zu blau. Bei männlichen Mäusen waren ebenfalls die Hoden betroffen und die Spermazellen wurden geschädigt. Bei Nachkommen funktionierte die DNA unterschiedlich. Bei Hamstern denen zwei Jahre lang über drei Generationen hinweg Gensoya verfüttert worden war, konnten die Nachkommen sich überwiegend nicht mehr fortpflanzen. Sie entwickelten sich langsamer, die Geschlechtsreife wurde auch später erreicht. Roundup hat gewaltige Auswirkungen auf die Gesundheit, es wurde entworfen um Pflanzen zu schädigen. Das Roundup wird von der Pflanze aufgenommen, landet in den Teilen die wir essen und wird auch über die Wurzeln in die Erde übertragen wo es nützliche Mikroorganismen tötet und schädliche wie Fusaria begünstigt, die wiederum Mikrotoxine herstellen. Glyphosat, der Hauptbestandteil in Roundup, wurde ursprünglich patentiert als eine Art Bindemittel. Es bindet bestimmte Nährstoffe wie Kupfer, Zink, Mangan, Magnesium und Eisen. Wenn man Glyphosat auf einen Acker sprüht, bindet es die Nährstoffe im Boden die dann den Pflanzen entzogen werden. Wenn wir Menschen Glyphosat aufnehmen, werden wichtige Nährstoffe in unserem Körper gebunden. Viele Krankheiten hängen zusammen mit Nährstoffmangel. Roundup stört auch die endokrine Entwicklung, in Studien wurden verminderte Spermineproduktion beobachtet, abnormale Spermien und verminderte Testosteronspiegel. Wir wissen nicht ob es an dem Gentechnik-Prozess liegt oder an den Roundup-Rückständen. Das Glyphosat löst sich nicht so einfach auf. Ein amerikanisches Gericht und ein französisches forderten Monsanto auf, nicht länger zu behaupten, Glyphosat sei biologisch abbaubar. Es sammelt sich im Boden an und bleibt dort 3 Jahre oder länger. Selbst Pflanzen die man später auf dem gleichen Feld anbaut, können Roundup aufnehmen, welches beim Einsatz von Düngemitteln reaktiviert wird. Man fand sogar Glyphosat in Hühnerexkrementen. Wenn man also mit Hühnerexkrementen ein Feld düngen will, kann Glyphosat die Nährstoffe binden. Wir überfluten unser Land damit. Unkrautsorten werden resistent dagegen und die Bauern sprühen wiederum noch mehr Glyphosat.

Jedes Mal wenn ein Wissenschaftler ein Problem in der Gentechnik entdeckt, wird er angegriffen. Egal wie hoch sein Ansehen ist, wieviel er schon publiziert hat. Manchmal verliert er seine Sponsoren, manchmal seinen Job oder seinen akademischen Posten. Ein Beispiel: Die britische Regierung wollte ihre skeptische Bevölkerung davon überzeugen, dass GVOs sicher seien. Man schrieb also ein Forschungsgeld aus und suchte jemanden der ein Testverfahren entwickeln könnte, welches zeigt dass die Technologie sicher ist. 28 Wissenschaftler bewarben sich und Dr. Arpad Pusztai bekam den Zuschlag, er ist der weltweit führende Wissenschaftler auf seinem Gebiet. Er arbeitete bei einem der angesehensten Ernährungsforschungseinrichtungen weltweit und hatte zwischen 20 und 30 Leute unter ihm bei diesem Forschungsauftrag. Er verfütterte Genkartoffeln an Ratten, die ein Insektizid herstellten. Das Insektizid in der natürlichen Form war bekanntermaßen harmlos für Ratten. In vorhergehenden Experimenten hatte er große Mengen davon an Ratten verfüttert. Eine Gruppe in dem neuen Experiment bekam Genkartoffeln, die das Insektizid selbst herstellten. Die zweite Gruppe bekam normale Kartoffeln und die dritte Gruppe bekam sowohl natürliche Kartoffeln als auch separat dazu die natürliche Form des Insektizids. Nur die Tiere die die Genkartoffeln fraßen, wurden krank. Es lag also nicht an dem Insektizid selbt, sondern irgendwie an dem Gentechnikprozess. Krebszellen im Verdauungstrakt, kleinere Gehirne, Leber und Hoden, und geschädigte Immunsysteme. All das nach nur 10 Tagen. Er wandte sich an die Öffentlichkeit und galt bei seinem angesehen Institut rund zwei Tage lang als Held. Dann sollen zwei Telefonanrufe vom Büro des Premierministers an den Direktor des Instituts weitergeleitet worden sein. Am nächsten Tag wurde Arpad Pusztai nach 35 Jahren Dienst gefeuert und ihm wurde unter Androhung von Gerichtsprozessen verboten, sich öffentlich zu äußern. Sein Team wurde aufgelöst und das Institut sowie die britische Regierung starteten eine Kampagne um Pusztais Ruf zu zerstören und den Ruf der Biotechnologie zu retten. Nach 7 Monaten wurde auf Anordnung des Parlaments sein Schweigegebot aufgehoben und er bekam sein Datenmaterial zu rück, welches nun veröffentlicht ist. Es ist immer noch die umfassendste Tierfütterungsstudie über GVOs und schlussfolgert, dass der Gentechnikprozess die Schäden verursacht. Eine Forscherin in Moskau fand heraus dass das Verfüttern von Roundup-Ready-Soya an weibliche Ratten dazu führt, dass mehr als die Hälfte der Nachkommen innerhalb von drei Wochen sterben. Ihr Vorgesetzter, der Druck von seinem Vorgesetzten bekam, befahl dass keine weiteren Tests über GVOs durchgeführt werden dürfen. Unterlagen von ihr wurden verbrannt, Proben gestohlen. Einer ihrer Kollegen versuchte sie mit den Worten zu trösten, vielleicht werde das Gensoya das Problem der Überbevölkerung lösen.

Die russische Wissenschaftlerin wurde u.a. dafür kritisiert, dass sie keine biochemische Analyse des Futters durchgeführt hatte. Vielleicht war das Soya zufällig mit einem giftigen Stoff kontaminiert gewesen, hieß es. Nachdem sie aber drei mal in Folge gleiche Ergebnisse erhielt, wurde in ihrer Forschungseinrichtung das gesamte Rattenfutter auf Gensoya umgestellt. Sie konnte also nicht weiterforschen weil sie keine Kontrollgruppe mehr normal füttern konnte. Nach zwei Monaten fragte sie ihre Kollegen: Was ist die Sterblichkeitsrate bei dem Nachwuchs in euren Mäusestudien? Sie war auf über 55 Prozent gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass nicht irgendein Giftstoff zufällig in ihr Futter gelangt war, sondern dass die Probleme mit Gensoya generell zusammenhängen.

Dr. Corasco in Argentinien brachte Roundup mit Missbildungen bei Amphibien und möglicherweise bei Menschen in Verbindung. Er wurde sofort angegriffen und 4 Leute tauchten bei ihm auf und wollten ihn aggressiv verhören. Immer wieder entdecken Wissenschaftler beunruhigende Dinge über GVOs und werden dafür vehement angegriffen. In den Medien, in ihrem Arbeitsumfeld usw. Viele Wissenschaftler knicken ein und führen gar keine solchen Forschungen mehr durch.

Einer der Mythen der Biotechindustrie ist, dass GVOs die Hungrigen auf der Welt ernähren werden. Das Gegenteil ist der Fall. Sie müssten die Erträge genügend erhöhen, zuverlässig sein, gesund sein und anderen Technologien überlegen sein. GVOs scheitern an jeder dieser Bedingungen. Die durchschnittliche GVO-Anbausaat verringert den Ertrag. Größere Erträge wären auch nicht die Lösung für das Hungerproblem. Es gibt mehr Nahrungsmittel pro Person als jemals zuvor auf der Welt. Es ist eine Frage der Verteilung und des wirtschaftlichen Zugangs. GVOs sind auch nicht zuverlässig. Nehmen wir das Beispiel der Bt-Baumwolle in Indien. Monsanto hatte Millionen Bauern von dem Produkt überzeugt, dummerweise gibt es Probleme mit der Zuverlässigkeit. Die Zeitung UK Daily Mail schätzte dass über 125.000 Bauern die diese Baumwolle angebaut hatten und die Kredite dafür mit hohen Zinsraten nicht mehr zurückzahlen konnten, Selbstmord begangen haben. Manche schätzen die Zahl auf rund 200.000. Solche Dinge geschehen in Entwicklungsländern, aber man will uns einreden, GVOs würden ihnen helfen. GVOs schneiden außerdem nicht besser ab als konkurrierende Technologien wenn man Erträge erhöhen will. Studien über zig Millionen Bauern haben gezeigt dass nachhaltige Methoden Erträge um 79% vergrößern können. Bioanbau kann laut Studien Erträge um bis zu 100 Prozent vergrößern, bis zu 300 Prozent in Entwicklungsländern. Das Rhodale-Institut führte eine Vergleichsstudie durch mit Bio-Soya und Biomais sowie mit normalem Anbau. Die Erträge waren vergleichbar, der Bioanbau hatte jedoch Vorteile bei schlechtem Wetter.

Im Januar 1999 gab es eine Biotech-Konferenz in San Francisco. Arthur Anderson, die Firma die Monsanto und interessanterweise auch Enron beraten hat, enthüllte wie man mit Biotech-Managern einen Plan ausgearbeitet hatte. Die Monsanto-Manager sollten ihre Wunschvorstellung für die nächsten 15, 20 Jahre beschreiben. Die Antwort lautete: 100 Prozent des weltweit gehandelten Saatguts sollten genetisch verändert und patentiert sein. Anderson entwarf die Strategie um dieses Ziel zu erreichen. Bei derselben Konferenz schätzte eine weitere Biotech-Firma, dass bis 2004 rund 95 % des konventionellen Saatgutes verdrängt wären. Die Natur soll also ersetzt werden. Glücklicherweise hat die Ablehnung der Konsumenten diese Entwicklung gebremst. Rund drei Wochen nach dieser Konferenz wurde das Schweigegebot für Doktor Pusztai aufgehoben. Innerhalb einer Woche wurden 195 Artikelspalten in Europas Zeitungen dafür aufgewendet. Nach einem Monat waren es 750 Artikel. Ein Editor sagte, die Story würde die Gesellschaft teilen. Nach zehn Wochen gab es genügend Ablehnung unter den Konsumenten. Ende April 1999 erklärten so gut wie alle großen Nahrungsmittelkonzerne, keine GVOs mehr zu verarbeiten für die europäischen Marken. In den USA gab es einen solchen Effekt nicht, weil die Sache kaum berichtet wurde. Laut Project Censored war die Pusztai-Story eine der 10 am meisten unterdrückten des Jahres. Wenn man Amerikaner fragt, ob sie jemals genetisch veränderte Nahrungsmittel zu sich genommen haben, sagen 60 Prozent „nein“, 15 Prozent „ich weiß es nicht“. Drei Viertel aller Amerikaner wiessen also nicht dass sie bei fast jeder Mahlzeit GVOs essen.

GVOs unterscheiden sich weitgehend von all den anderen Giftstoffen die die Umwelt belasten. Denn bei Gentechnik wird der Genpool verunreinigt. Es ist eine sich selbst verstärkende genetische Verschmutzung. Die Gene die wir alleine in unserer Generation bereits freigesetzt haben, können eine längere Halbwertszeit haben als nuklearer Abfall. Wir haben noch keine Technologie um diese Art von Verunreinigung zu beseitigen. Bis wir eine Technologie haben um GVOs aus der Distanz zu identifizieren, bleiben wir auf der Verunreinigung sitzen. Stellen sie sich vor sie werden von einer Firma angeheuert die ihnen sagt: Wir haben da ein kleines Problem, wir möchten dass sie die Rückrufaktion koordinieren für unsere Genfische im Ozean. Es gibt eine Firma die genetisch veränderte Moskitos auf den Markt bringen will. Stellen sie sich da eine Rückrufaktion vor. Genpollen haben bereits die natürlichen Maissorten in Mexiko kontaminiert und wir haben nicht die nötige Technologie um das rückgängig zu machen. Wir haben irreparablen Schaden angerichtet. Es ist zutiefst unverantwortlich und verwerflich.  Man tat dies trotz der Einwände der Wissenschaftler. Es war ein Zusammenwirken von Industrie und Regierung.

Wenn man sich die Forschungen der Konzerne ansieht, dann erkennt man dass entsprechende Vorkehrungen getroffen wurden um auf keine Probleme zu stoßen. Ernste Probleme, wie gestorbene Versuchstiere, werden ohne wissenschaftliche Rechtfertigung als statistisch oder biologisch unwichtig erklärt. Ich habe zusammen mit vielen vielen Wissenschaftlern weltweit analysiert, wie diese Biotech-Firmen schlechte Wissenschaft zu einer Spezialität gemacht haben. Man verwendet die falschen Kontrollmethoden, die falschen Messmethoden, falsche Statistik, die falschen Meldevorschriften, es ist furchtbar. Ein Beispiel: Monsato wollte so tun als könne man Kühe mit Gentech-Wachstumshormon behandeln ohne Einfluss auf deren Fruchtbarkeit zu nehmen. Dokumente die von der FDA gestohlen und veröffentlicht wurden, zeigen dass anscheinend heimlich Kühe der Studie nachträglich hinzugefügt wurden, die vor der Injektion trächtig waren. Forscher wollten beweisen, dass Pasteurisierung das Wachstumshormon in der Milch zerstört, also erhitzte man einfach die Milch 120 mal länger als normal. Selbst das zerstörte nur 19 Prozent des Hormons. Also gab man für das Experiment das Hormon in Pulverform hinzu und erhitzte das Ganze 120-mal länger als gewöhnlich. Nur unter diesen manipulativen Bedingungen wurden 90 Prozent des Hormons vernichtet. Die Behörde FDA behauptete dann schlicht, Pasteurisierung zerstöre 90 Prozent. Das ist ein Beispiel von vielen. Manchmal ist es eher subtil, ein andernmal völlig deutliche Irreführung.

Vor ein paar Jahrfen galten 98 Prozent der DNA noch als Müll. Weil diese Gene für keine Proteine zuständig waren, ging man davon aus dass sie nur ein nutzloser Haufen Material aus der Evolution waren. Jetzt hat man gemerkt, dass sie sehr wichtig sind. Man dachte vor nicht allzu langer Zeit noch, Gene agieren unabhängig voneinander und können beliebig plaziert werden. Jetzt hat man begriffen dass es Genfamilien gibt die in einem Netzwerk zusammenarbeiten. Man glaubte, ein Gen produziert ein Protein welches für eine Eigenschaft zuständig ist. Auch falsch. Das Verständnis für die fundamentalen biologischen Sacverhalte entwickelt sich erst. Trotzdem basiert die Gentechnik größtenteils auf falschen Annahmen. Weil die Realität viel komplexer ist, beschränken sich die Firmen inzwischen hauptsächlich auf zwei Attribute: Gift absorbieren und Gift produzieren. Man kann nicht so leicht Toleranzen herstellen gegen Trockenheit oder zuviel Salz oder höhere Erträge erzielen. Denn wir verstehen nicht die Zusammenhänge der Genfamilien. Man wirft aber mit einem hohen Maße etwas auf den Markt ohne es überhaupt richtig auf Sicherheit getestet zu haben. Man füttert Tieren eine geringe Dosis GVOs über 90 Tage hinweg und schließt daraus, dass Menschen hohe Mengen davon für den Rest ihres Lebens essen können.

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