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Ein Kommentar von Alexander Benesch

Karma, Reinkarnationslehre, Gnostizismus und weitere vorhebräische, mystische Inhalte finden sich heute nicht nur in eindeutiger New Age-Literatur, sondern werden von diversen Individuen und Gruppen in die großen Weltreligionen eingewoben, um aus existierenden Gemeinden Mitglieder abzuwerben. Immer wird eine mehr oder minder verborgene, irgendwie unterdrückte und wertvollere “Lehre hinter der Lehre” postuliert, die der Schlüssel für das persönliche Glück, die Erlösung und Selbstvergöttlichung sein soll.

Im westlichen Raum wenden sich auf Grund vielpublizierter Skandale zunehmend Menschen von den traditionellen Kirchen ab, behalten allerdings das Bedürfnis nach spirituellen Authoritäten bei, die ihnen die Bedienungsanleitung für das Leben und das Leben danach geben sollen. Hier lohnt sich ein genauerer Blick auf Alternativen, die das Vakuum füllen möchten, und ihre eigene Interpretation der Bibel und externer Quellen anbieten.

Ein schweizer Kleinkirchenführer beispielsweise, dem der Mainstream der Katholiken und Protestanten partout keine Marktanteile abgeben wollte, breitete vor wenigen Jahren seine Aktivitäten auf “alternative” Medien über das Weltgeschehen aus und lud verschiedenste Vortragsredner zu Konferenzen ein, fiel im Laufe der Zeit aber mit immer wieder völlig inakzeptablen Gästen auf, von denen sich die übrigen den Rest ihrer Karriere lang distanzieren dürfen. Das Publikum klatschte begeistert zu allem – und sei es noch so falsch.

Aus einem Text von Autor Daniel (Langversion hier):

Ivo Sasek von der schweizerischen OCG (Organische Christus-Generation) berichtet oft vom subjektiven „spüren“ der Stimme des Heiligen Geistes. Er berichtet von Visionen und Träumen die ihm Wahrheiten offenbaren. In der Entwicklung der Lehre Saseks beobachten wir, dass ihn seine Offenbarungen immer weiter von der Bibel wegdrängen. Heute lehrt Sasek schon die Reinkarnation. Die Bibel tritt deshalb für Sasek, wie wir sehen werden, in den Hintergrund. Da sich Sasek neuerdings auch kritisch zur Bibel äußert müssen wir ihm auch vorwerfen Bibelstellen nur aus dem Grund zu zitieren um Menschen aus bibeltreuen Gemeinden zu ködern.

Lois Sasek, die älteste Tochter der Saseks schreibt auf der Internetseite http://www.familie-sasek.ch, dass sie sich nicht wünscht in der Haut derer zu stecken, die ihren Vater Ivo Sasek kritisch  beurteilen, ohne ihn jemals gesehen zu haben. Hunderte Seiten Literatur Saseks sind jedoch genug um ein Bild von seine Lehre zu bekommen.

Auf den ersten Blick scheint die Lehre Saseks aufgrund der vielen Bezüge auf die Heilige Schrift biblisch zu sein – vor allem für Brüder und Schwestern die das Wort Gottes noch nicht in ihrem Zusammenhang kennen – doch wenn wir genauer hinschauen, stellen wir fest, dass Bibelverse verdreht und aus dem Zusammenhang gerissen werden. Sasek bezieht sich bei seinen Aussagen nicht nur auf Bibelverse, sondern stellt persönliche Offenbarungen wie Träume und Visionen auf die gleiche Stufe, wenn nicht sogar höher, da er heute von einer „manipulierten Bibel“ spricht. Für Sasek ist die Heilige Schrift kein vollendetes, sondern ein sich in einer fortlaufenden Entwicklung befindliches Wort Gottes.
Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten. Sasek schreibt diesbezüglich:

„Das ganze Reich Gottes ist einer fortlaufenden Entwicklung unterworfen. Jeder, der daran beteiligt ist, legt mit seiner Offenbarung nur wieder eine Grundlage für denjenigen, der nach ihm kommt.“

Deswegen hat Sasek keine Probleme, die Botschaft eines Bibelkritikers Kaspar Schwenckfeld, einen Zeitgenossen und Kritiker Martin Luthers mit den Worten zu ehren:

„Wer ein Ohr hat, der hört, was der Geist durch Schwenckfeld der Gemeinde sagt. Wer überwindet und konsequent all das scheidet, was auseinander gehört und das verbindet, was zusammengehört, der wird teilhaben an der Erfüllung des Festes der Laubhütten.“

Schwenckfeld lehrte zu seiner Zeit, dass die heilige Schrift hinter den Geist treten muss, d.h. dass irgendwelche „Geistesoffenbarungen“ die der Bibel widersprechen, auch von Gott stammen können und sogar einen höheren Stellenwert haben, ganz im Sinne Saseks. Armin Sierszyn, ein Kirchenhistoriker, sieht Schwenckfeld an der Schwelle der modernen Bibelkritik. Sasek glaubt daran, dass seine Bücher vor dem Thron Gottes sogar mehr  Gewicht haben werden als 10.000 Bibeln und deutet mit einer Nebenbemerkung, dass die Bibel ja vielleicht nicht einmal von Gott stammt.

„Wenn dieses Wort und dieser Aufruhr vom Haupt des Leibes ist, dann wird auch dieses Buch einst vor dem Thron aufgeschlagen werden, und solange es dann aufgeschlagen sein wird, wird es mehr Gewicht haben als zehntausend Bibeln mit Goldschnitt und Ledereinfassung (vorausgesetzt, es war wirklich vom HERRN!).“ [25]

Er beruft sich auf den Irrlehrer Origenes (185-254) genauso wie auf liberaleTheologen, seien sie jüdischen oder christlichen Hintergrunds. Werke der Gnostiker, vor denen die Apostel immer wieder warnten, werden herangezogen und als Gottes Wort verkauft. So nimmt Sasek Bezug auf das Thomasevangelium und das gnostisch-koptische Werk Pistis Sophia. Auch die Apokryphen, die nicht zum biblischen Kanon gehören, stoßen bei Sasek auf offene Ohren, so das Buch Weisheit. In einer Schrift des Gemeinde-Lehrdienstes aus dem Jahr 2009, „Der Ölbaum“, lehrt Sasek dass, dass die heutige Bibel dem ursprünglichen Text nicht mehr entspreche. Wichtige Wahrheiten sind im 6.Jh . n. Chr. auf dem Konzil von Konstantinopel eliminiert worden. [26] Weiter schreibt Sasek, dassbereits nach dem Konzil zu Nicäa im Jahr 325 n. Chr. gewisse „Correctores“ von der Kirche eingesetzt wurden um den Text der Bibel im Sinne der Kirche zu entstellen. [27]

Wegen der „fortlaufenden Entwicklung “ des Wortes Gottes und noch mehr wegen der Fälschung der Bibel,sieht sich Sasek gezwungen die wahre biblische Botschaft zu an das Volk zu bringen. An dieser Stellewollen wir auf die Autoritätsfrage Saseks eingehen. In einer Lehrschrift aus dem Jahr 2005 spricht Sasek von Sünden, die nur er vergeben kann. Zitat:

„Aber ich sage vor Gott die Wahrheit und lüge nicht: Wer mich und meinen Namen verwirft, der hat damit auch Christus verworfen. Nicht irgendein Mensch auf dieser Erde kommt an dem vorbei, was in meinen Büchern geschrieben steht und auf den Kassetten und CDs gesprochen ist … Darum hört und staunt: Wer mich verleumdet oder sich sonst wie an mir versündigt, und ich fordere es ein, kann derjenige nur durch mich selbst wieder begnadigt werden … Sobald ich darauf bestehe, gibt es in dieser Sache keinen direkten Zugang mehr zum Thron (Gottes)… Wer meine Werke gesehen und meine Worte gehört und gelesen hat und mich dann nicht offen bekennt vor den Menschen, zu dem wird sich auch Jesus Christus nicht bekennen vor Seinem Vater und Seinen heiligen Engeln…” [31]

Sasek lehrt, dass jeder der ihn verwirft, gleichzeitig auch Jesus Christus verwirft. Diese Sünde diegegen Sasek begangen wird, kann nur durch die Vollmacht Saseks vergeben werden. Diese Autorität erscheint uns höher als die Autorität mit der die Apostel gewirkt haben. Sie haben nie behauptet, dass es Sünden gibt, die nur sie vergeben können.Wer mit so einer Autorität auftritt, muss genauer  unter die Lupe genommen werden.

Die Lehre Ivo Saseks

Wenn wir uns mit der Lehre Saseks beschäftigen, so stellen wir fest, dass diese nicht so neu ist wieman auf den ersten Blick meinen könnte. Saseks Lehre ist natürlich in allem was sich auf die OCG  bezieht neu, denn die OCG hat es früher nicht gegeben . Wir werden jedoch sehen, dass Sasek aktuell sehr viel von Origenes, einem Irrlehrer aus dem 3 Jh. übernommen hat. Neben Origenesfinden wir bei Sasek auch gnostische [32] Lehren wieder. Dies ist auch nicht neu, denn bereits im Mittelalter lebten gnostische Lehren in verschiedenen Sekten neu auf (Paulicianer, Bogomilen und Katharer). [33] Auf einem von Sasek berufenem Konzil, das „ prophetische Konzil zu Flums“ wurde am 22.11.2008 die Reinkarnationslehre einer Gruppe von 1500 Personen zu Debatte gestellt. [56] Interessant zubeobachten ist, dass Sasek, der nach eigenen Aussagen im Dienst des Apostel-Propheten steht, eine Lehre zur Debatte stellt. Wir können uns schwer vorstellen, dass Paulus oder irgendein anderer Apostel so mit göttlichen Wahrheiten umgegangen ist. Auf diesem „Konzil“ wurde die Reinkarnationslehre von vielen als urchristliche Wahrheit bestätigt. Doch wie kam es dazu dass es diese Lehre in der evangelikalen Theologie nicht mehr gibt? Sasek sieht hier ein Verschwörung [57] dahinter.

Er lehrt, dass die Reinkarnationslehre auf dem Konzil von Konstantinopel im Jahr 533 aus der christlichen Theologie entfernt wurde. In der Heiligen Schrift finden sich keine eindeutigen Beweise  für die Reinkarnationslehre. Sasek zitiert deshalb den liberalen Pfarrer Dieter Potzel um diesen Missstand zu erklären:

„Das Wissen um die Reinkarnation war also in der Umwelt von Jesus in manchen Varianten bekannt, sodass er es bei seinen Lehren voraussetzen konnte. Das ist auch eine von mehreren Erklärungen dafür, warum nicht so viel zu diesem Thema überliefert ist“. [58]

Sasek hat dennoch keine Probleme, einige Bibelstellen die nach Reinkarnation „riechen“ als Argument anzuführen. Wir wollen uns hier seine Argumente anschauen. Sasek bezieht sich u.a. auf  Joh 9,1ff . Die Frage der Jünger bezüglich der Blindheit des Blindgeborenen sieht Sasek als Beleg dafür, dass die Juden zur Zeit Jesu an die Reinkarnation glaubten. Sasek sieht die Frage der Jünger so: „hat der Blindgeborene in einem früheren Leben so gelebt, dass Blindheit dafür in „diesem“ neuenLeben das Ergebnis war, oder ist die Sünde der Eltern dafür verantwortlich?“. Doch ist diese Stelle wirklich ein Hinweis auf Reinkarnation? Übersieht Sasek nicht die Notwendigkeit sich mit dem tatsächlichen Umfeld aus der Zeit Jesu zu beschäftigen? Dr. Arnold Fruchtenbaum , der sich sehr gut in der rabbinischen Literatur und im Judentum auskennt schreibt hierzu folgendes:

„Einige Lehrer der New Age Bewegung benutzen diesen Vers, um zu behaupten, dass die Juden an Reinkarnation glauben würden. Aber es gab keine solche Lehre im Judentum. Die Frage hier spiegelt keine New Age Lehre wieder, sondern jüdische Theologie. Die Pharisäer lehrten, wenn jemand blind geboren würde, läge die Ursache in einer ganz bestimmten Sünde ,die entweder durch die Eltern oder den Blindgeborenen selbst begangen worden war. Aber wie konnte jemand sündigen, bevor er geboren war? Nach ihrer Theologie streiten in einem Menschen im Mutterleib zwei Naturen – eine gute und eine böse – gegeneinander. Bei den meisten Menschen gewinnt der gute Teil, aber es gibt einige Ausnahmen. Es kann nach ihrer Meinung also sein, dass der böse Teil gewinnt und das Kind eine Abneigung gegen die eigeneMutter entwickelt und sie im Mutterleib tritt. Als folge davon wird es von Gott gestraft, so das es blind geboren wird. Blindgeboren zu sein, wäre folglich ein Zeichen göttlicher Bestrafung. Und deshalb würde jemand der blind geboren wurde, niemals sehen können – es sei denn, der Messias käme. So haben wir hier unser drittes messianisches Wunder.“ [59]

Neben weiteren „biblischen Beweisen“ nimmt Sasek Bezug auf Johannes d. Täufer in dem er den reinkarnierten Elia sieht. Hier beruft er sich u.a. auf Mt 11,14. Doch übersieht Sasek anscheinend Lk1,17. Dort lesen wir über Johannes, dass er nicht Elia, sonder dass er im Geist und Kraft des Elia wirken wird. Die Schrift erklärt sich meistens selbst, wenn man die Schrift sprechen lässt. Sasek nimmtin seiner Lehrschrift auch Bezug auf Mt 16,13bf und Lehrt ebenfalls, dass die Juden an Reinkarnation glaubten. Wir lesen dort:

„Was sagen die Menschen, wer der Sohn des Menschen ist? Sie aber sagten: Einige: Johannes der Täufer; andere aber: Elia; und andere wieder: Jeremia oder einer der Propheten.“

Wenn wir über diesen Vers nachdenken , stellen wir fest, dass diese Bibelstelle kein Argument für Reinkarnation sein kann, da sie dieser widerspricht. Wie kann Jesus der reinkarnierte Johannes d. Täufer sein, wenn Jesus und Johannes zur gleichen Zeit gelebt haben und der Tod des Einen der Geburt des Anderen nicht voraus ging? Jesus war doch schon da, als Johannes starb. Hier müssen wir also eine andere Bedeutung sehen. Wir können vielleicht Bezug nehmen zu Lk. 1,17 . Es ist möglich, dass die Meinung der Leute über Jesus sich auf die Art des Dienstes bezog die jene ausgeübt haben und Jesus deshalb mit den Propheten verglichen wird. Mt 16,13f  hier als Argument für Reinkarnation entpuppt sich als Eigentor. Um der Reinkarnationslehre Saseks den letzen Atem zu entziehen wollen wir auf  Hebr. 9,27 eingehen. Wir lesen hier:

„Denn dem Menschen ist es gesetzt einmal zu sterben, danach aber das Gericht.”

Diese Stelle ist ein Dorn im Auge Saseks und wird deshalb kurzerhand umgedeutet. Am Ende sieht der Vers so aus :

„Und wie lange (oder wie oft – Anm. d. Verf.) es dem Menschen bestimmt ist zu sterben, nach diesem aber ein Gericht, so lange wird auch Christus erscheinen, den ihn Erwartenden zum Heile“. [60]

Auch hier sehen wir, wie respektlos Sasek mit dem Wort Gottes umgeht. Anstatt sich durch das Wortdes HERRN korrigieren zu lassen, entstellt er Gottes Aussagen so, dass seine Lehre hineinpasst. Sasek führt noch andere Bibelstellen an um die Reinkarnation zu beweisen, doch wollen wir es hierbei belassen und uns einem weiteren Feld der „Beweise “ zuzuwenden.

Sasek ist ernstlich bemüht die Lehre Reinkarnation im Leben der ersten Christen aufzuzeigen. Er möchte Beweisen, dass diese Lehre etwas fundamentales im Leben der  Urkirche war. In seinenAusführungen beruft sich Sasek am stärksten auf Origenes. Der  Bezug auf Origenes ist bei Sasek so stark, dass wir uns an dieser Stelle kurz mit seiner Person und Lehre auseinandersetzen müssen. Origenes wurde 185 in Alexandrien geboren. Er lebte in einer Zeit in der die Christen sehr unter Verfolgung gelitten haben. Origenes hat 202 während der Christenverfolgung unter Lucius Septimius Severus, seinen Vater verloren. [61] Zu diesem Zeitpunkt war er 17 Jahre alt [62].

Er selbst starb im Jahr 254 ebenfalls an den Folgen von Folter. [63] Das Leben Origenes zeichnet sich durch asketischeHingabe und tiefe Christusliebe aus. Seine Askese treibt Origenes zur Selbstkastration [64]. Er züchtigt seinen Körper mit Schlafentzug. Wenn er schläft dann auf dem Boden. Origenes kennt das ganze NT auswendig  65 und setzt sich sehr stark für die Heilige Schrift ein. Die Zahl seiner Schriften wird auf  6000 geschätzt. [66] Er verfasste sehr viele Bibelkommentare. Obwohl Origenes die Schrift wie keinanderer kannte, führte seine Hermeneutik [67] zu unzähligen Irrlehren, die immer wieder zur Streitigkeiteninnerhalb der Kirche führte. Das Konzil von Konstantinopel im Jahr 553 verurteilte öffentlich Lehrgrundsätze Origenes.

Präexistenz der Seelen, Allversöhnung und Reinkarnation

[68] Saseks Interpretation der  Kirchengeschichte ist somit falsch. Das Konzil verdammte nicht teile der apostolischen Lehre, sondern distanzierte sich von Irrlehre. Der Kirchenhistoriker Armin Sierszyn  schreibt über dieses Konzil:

„Weil Origenes in seiner Lehre allerlei Ungereimtes einbringt, verurteilt 553 die 5. ökumenischeSynode zu Konstantinopel unter Justinian einige seiner Grundsätze. Nicht Origenes als Person, aber Teile seiner Theologie werden geächtet. Deshalb wird er nicht zu den Kirchenvätern gerechnet.“

Sasek glaubt wie Origenes an die Präexistenz der Seelen. Er beruft sich dabei nicht mehr auf die Heilige Schrift sondern ausschließlich auf die Werke von Origenes. Cyrill von Alexander, ein Zeitzeuge des Origenes schreibt diesbezüglich:

„Denn Origenes sagt, dass die Seelen vor den Körpern existieren und aus der Heiligkeit in böse Begierden verfielen und von Gott abfielen; aus diesem Grunde habe er sie verurteilt und eingekörpert und sie im Fleisch wie in einem Gefängnis“. [69]

Die Seelen der Menschen sind bereits vor Erschaffung der Welt bei Gott gewesen, so Origenes. Diese Seelen sind jedoch irgendwann von Gott abgefallen und wurden zur Strafe von Gott eingekörpert. Origenes und Sasek sind sich hier eins. Sasek zitiert hierzu den liberalen Pfarrer FranzDietkamp um diese Lehre zu belegen:

„Von den geistigen Wesen ist ein Teil, wie er meint, in Sünde gefallen und zur Strafe in Leiber gebannt; nach dem Maß ihrer Sünden werden sie sogar zum zweiten oder dritten Male und noch öfter in einem Leib eingekerkert, um nach vollendeter Reinigung in ihren früheren sünde-und leiblosen Zustand zurückzukehren“. [70]

Wenn eine gefallene Seele, die in einem Körper eingesperrt ist, im „aktuellen“ Leben nicht rein geworden ist, so wird diese in einem neuen Körper erneut zu Welt kommen müssen bis die Seele inden sünd- und leiblosen Zustand zurückkehren kann. Hier scheint es uns, dass Sasek seiner Lehre  von der „Erlösung des Leibes“ widerspricht. Denn nach dieser Auffassung wird es keine„Körperwesen“ in der Gegenwart Gottes geben. Doch das Ziel der Christusähnlichkeit sieht Sasekweiterhin. Er schreibt:

„Dieses Nachholen des Versäumten (Karma) muss gewiss kompromisslos so lange über unsergehen, bis dass Christus in uns Gestalt gewonnen hat und wir in Ihm vollendet sind“. [71]

Übertragen auf uns heute lehrt Sasek, dass wenn wir sterben ohne in Christus vollendet worden zusein, wir  neues Leben bekommen um weiter daran zu arbeiten. Diese Lehre steht aber ganz klar im Widerspruch zur Heiligen Schrift (vgl. u.a. Hebr 9,27; Lk 16,20). Sasek kann die Reinkarnationslehre nur mit Bezug auf  außerbiblische Quellen belegen, wie im Fall von Origenes. Origenes war jedoch nicht vom Heiligen Geist inspiriert und muss wie Sasek von der Bibel her beurteilt werden.

Ihn über das Wort Gottes zu stellen, ist für einen Christen unangebracht. Neben Origenes geht Sasek auf alttestamentlichen Apokryphen, sowie aus Ägypten stammende gnostische Werke: u.a. das Thomasevangelium und die Pistis Sophia. Ägypten entwickelte sich im 2Jh. zur  Hochburg des antiken Gnostizismus. Gotteslästerliche Lehren entstanden in dieser Zeit. Das Thomasevangelium lehrt z.B. dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war und mit ihr Kinder zeugte. Dieses „Evangelium“ wurde zurecht von den Gemeinden verstoßen, weil es der Wahrheit nicht entsprach. Paulus warnte Timotheus bereits inden 60er Jahren namentlich vor der Gnosis (vgl. 1Tim 6,20). Weitere Irrlehre der Gnosis ist, dass Christus kein echter Mensch war, sondern nur einen Scheinleib hatte. Der Apostel Johannes wendet sich im 1 Johannesbrief ausdrücklich gegen diese Lehre (vgl. 1Joh 4,1). Die Reinkarnationslehre hilft Sasek auch, Missstände in der  Gesellschaft zu verstehen. Z.B. die Frage nach arm und reich. Sasek kann dieses Problem mit der traditionellen Theologie nicht mit der Liebe Gottes vereinbaren. An dieser Stelle sieht Sasek die „Armut“ und die „negativen äußeren Umstände“ als Strafe für ein schlechtes Vor-Leben und schreibt:

„Denn wie könnte ein gütiger Gott der Liebe dem einen Menschen ein goldenes Gewand und dem anderen das bloße Hungertuch reichen, und dies für ein einziges Erdenleben, dem dannentweder eine ewige Hölle oder ein ewiger Himmel auf den Fuß folgen soll? Hat die christliche Botschaft nicht gerade deshalb fast ihre gesamte Glaubwürdigkeit verloren, weil wir Gott solch unzumutbar grenzenlosen Schwachsinn unterstellt haben?“ [72]

LautSasek müsste Christus also in einem früheren Leben ungeistlich gewesen sein, weil er als armer Mensch in diese Welt gekommen ist. Die Pharisäer  dagegen müssten in einem früheren Leben „gut” gewesen sein, denn sie haben Macht und Geld gehabt. Gesellschaftliche Ungerechtigkeit ist nicht das Ergebnis eines verfehlten Vor-Lebens, sondern ein Beweis für die gefallene Welt samt aller  Menschen. Wenn Christus der  Sohn Gottes arm auf die Welt gekommen ist, warum sollte es verkehrt sein arm zu sein?

Und wenn die Reichen der  aktuellen Welt, in einem früheren Leben geistlicher waren als die Armen heute, warum sind heute so viele von ihnen gottlos? Wir merken, dass die Aussagen Saseks keinen Sinn machen. In dem bereits oben  erwähnten gnostischen Werk„ Pistis Sophia “- die heute als das bedeutsamste Zeugnis des antiken Gnostizismus gilt – sieht Sasek dass die Reinkarnation als Mittel zur  Förderung des Christusähnlichkeit einmal zu Ende sein wird. Die Reinkarnation wird aufhören, und dann wir alles was bis dahin nicht „Christus geworden“ isti m Feuersee geläutert. Sasek schreibt:

„Der zweite Tod aber umschreibt eine Zurechtbringung im Feuersee in weit langwierigen Prozessen. Da ein See das Symbol für eine Volkgemeinschaft ist, deute ich den Feuersee so, dass die unbelehrbaren, verstockten und dämonisierten Wesen alle in eine wirklich organische unausweichliche Schicksalsvereinigung – verflossen zu einem Leib – gesteckt werden. In sehr langwierigen Schmelzprozessen – weit länger als die bislang kurze Erdenleben (Reinkarnationen) – werden sie ausgeschmolzen, entsprechend dem vollkommen gerechten und verdienten Maß jedes einzelnen „Tropfs“, so lange eins mit dem Teufel und seinen Engeln ,bis die Läuterung ihr Ziel trefflich erreicht hat… Wer ein Ohr hat, der hört, was der Geist den Herausgerufenen sagt“.

Sasek lehrt, dass es keine Hölle im Sinne einer ewigen Hölle gibt. Die Hölle ist zeitlich begrenzt und dient der  Zurechtbringung , wie auch immer das aussehen mag. Sasek bezieht sich also nicht nur auf Origenes, sondern auch auf gnostische Lehren, die mit der Bibel unvereinbar sind. Hier stellt sich die Frage an einen jeden von uns: Glaube ich an die volle Inspiration der Bibel, oder nicht? Wer die Bibel als alleinige Offenbarung der  göttlichen Wahrheit anerkennt, kann Saseks  Lehren nicht akzeptieren.

Es ließe sich noch einiges aus der Lehre Saseks anführen, doch wir wollen es hierbei belassen. Für uns gilt ganz im Sinne Martin Luthers: sola scriptura!

Wenn wir uns loslösen von der Heiligen Schrift, so öffnen wir uns automatisch allen möglichen Lehren die am Ende unseren Glauben zerstören. Mit dieser Aufklärungsschrift möchten wir vor Ivo Sasek warnen. Mag sein Leben nach außen vorbildlich scheinen, und mögen viele Menschen sich wünschen so eine Harmonie zu erleben, so ist doch alles anhand der  Schrift zu beurteilen. Zeugen Jehovas und andere Gruppen haben schließlich auch „gute Programme“ und leben sehr harmonisch zusammen, jedoch kommt keiner von uns auf die Idee, sich ihnen anzuschließen, weil sie eine verkehrte Heilsvorstellung haben und unbiblische Lehren verbreiten.

21
Sasek, Ivo, „Der Ölbaum “, Gemeinde-Lehrdienst, Ausgabe 01/2009, Walzenhausen: Elaion, S.33f

22
Sasek, Ivo, „Laodiceas Verhängnis“, Walzenhausen: Elaion, 4Aufl. 2007, S.89
23
Sasek, Ivo, „Die Erlösung des Leibes“, Walzenhausen: Elaion, 1Aufl. 2003, S.103
24
Sierszyn, Armin, „2000 Jahre Kirchengeschichte“, Bd. 3, Holzgerlingen: Hänssler, 2000, S.346
25
Sasek, Ivo, „Laodiceas Verhängnis“, S.97
26
Sasek, Ivo, „Der Ölbaum“ Ausgabe 01/2009“, S.33f
27
Ebd., S.9
28
Sasek, Ivo, „Die Erlösung des Leibes“, S.286
29
Ebd., S.287f
30
Ebd., S.105
52
Sasek, Ivo, „Die Erlösung des Leibes“, S.135
53
Ebd.,
54
Sasek, Ivo, „Panorama Nachrichten“, Gemeinde-Lehrdienst, Ausgabe 01/2009, Walzenhausen: Elaion, S.6
55
Die Lehre, dass am Ende alle gerettet werden, sogar Satan und seine Dämonen.
56
Sasek, Ivo, „Der Ölbaum “, Ausgabe 01/2009“, S.8
57
(AZK). Regelmäßig werden Anti-Zensur-Konferenzen veranstaltet. Eine Anti-Zensur-Zeitung (AZZ)dient ebenfalls zur Verbreitung seiner  Verschwörungstheorien

58
Sasek, Ivo, „Der Ölbaum “, Ausgabe 01/2009“, S.20 / siehe auch:  http://www.theologe.de/theologe2.htm#31
59
Fruchtenbaum, Arnold G., „Das Leben des Messias “, Hünfeld: Christliche Mediendienst, 2Aufl., 2007, S.76
60
Sasek, Ivo, „Der Ölbaum “, Ausgabe 01/2009“, S.11
61
Sierszyn, Armin, „2000 Jahre Kirchengeschichte “, Bd. 1, Holzgerlingen: Hänssler, 3Aufl., 2001, S.48
62
Ebd., S.174
63
Ebd., S.177
64
Ebd., S.174
65
Ebd., S.115
66
Ebd., S.177
67
Unter Hermeneutik verstehen wir die Prinzipien der Schriftauslegung . Hier stellt sich die Frage: Wie lege ich die Bibelaus? Origenes war von einem dreifachen Schriftsinn überzeugt: 1. wörtlich-geschichtlich , 2. moralisch-philosophisch  und 3. mystisch-geistlich. Gerade der 3 Punkt führte zu grässlichen Lehren in den Werken Origenes. Auf diese nimmt Sasek gerne Bezug.
68
Sierszyn, Armin, „2000 Jahre Kirchengeschichte“, Bd. 1, S.187f
69
Sasek, Ivo, „Der Ölbaum“, Ausgabe 01/2009“, S.19
70
Sasek, Ivo, „Der Ölbaum “, Ausgabe 01/2009“, S.18
71
Ebd., S.32
72
Ebd., S.35

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