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Alexander Benesch

Richtige Liberale sind wie die Hobbits aus dem Auenland: Das Auenland hat keine Regierung im eigentlichen Sinn. Die Behelfspolizei hatte selten etwas zu regeln. Die Hobbits brauchten aber, um ihren Way of Life zu bewahren, den ständigen Schutz der aristokratischen Menschengeschlechter, von dem sie meist gar nichts mitbekamen.

In Herr der Ringe stehen die Völker in Mittelerde vor der Aufgabe, den gefährlichen “Ring der Macht” nach Mordor zu bringen und mit ihm die gewaltsame Herrschaft Saurons zu zerstören. Die Hobbits, die eigentlich nur in Ruhe gelassen werden möchten und keinerlei Machtambitionen über andere Wesen besitzen, sind die einzigen die den Ring transportieren können. Genauso sind richtige Liberale die einzigen, denen wirklich politische Ämter zuzutrauen sind, weil sie nicht wirklich scharf sind auf die Macht, die diese Ämter mit sich bringen.

Alle anderen Wesen in Mittelerde würden den Versuchungen des Rings erliegen: Die erzkonservativen Zwerge, die monarchistisch regierten Menschen, die sozialistisch-ökologischen Elfen und andere dürfen den Ring nicht haben. Genauso wie Erzkonservative und Sozialisten in der Politik dem Machtrausch verfallen. Die Hobbits können aber nicht einfach zurückgezogen in ihrer freien Kommune leben und auf das Beste hoffen, weil früher oder später die Horden der Finsternis über sie herfallen würden. Also müssen die Hobbits wie die Liberalen wohl oder übel das Schicksal in die Hand nehmen und Macht ausüben. Sie brauchen aber, um erfolgreich zu sein, die Hilfe von den konservativen Zwergen und Menschen sowie die Hilfe von den ökosozialistischen Elfen bei ihrer Mission, den Ring der Macht nach Mordor zu tragen und ihn dort zu vernichten.

Der richtig liberale Politiker seht sich im Amt die ganze Zeit nach seinem Zuhause und dem einfacheren Leben. Genauso wie Frodo der Hobbit kann aber auch der Liberale auf der Höhe der Macht von den Versuchungen verzaubert werden, nichtsdestrotrotz musste er sich der Herausforderung stellen und konnte nicht einfach im Auenland sitzen bleiben.

Sobald Saurons Tyrannei in Mittelerde mitsamt dem Ring bezwungen ist, gehen die Hobbits nach Hause. Die Elfen, Zwerge und Menschen gehen auch nach Hause, ändern aber nicht komplett ihren Way of Life und fangen an wie die Hobbits zu leben. Sie haben ihre gewachsenen traditionellen staatlichen und gesellschaftlichen Strukturen.

So in etwa stelle ich mir die Aufgabe der Liberalen vor: Sie müssen endlich Macht ausüben, gerade weil sie das eigentlich nicht mögen. Sie brauchen die Hilfe von vernünftigen Konservativen und Linken im Kampf gegen die Tyrannei und dürfen diese nicht von vorneherein vergraulen. Sie können auch nicht verlangen oder erwarten, dass die Konservativen und Linken ihre Identität aufgeben. Staaten werden auch nach dem Ende von Mordor weiterexistieren.

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21 comments

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pilz 24. Dezember 2013 at 21:03

Wow! Einer der wenigen vernünftigen Artikel auf dieser Seite. Hoffentlich lesen weder Konservative noch Linke die Kommentare. Sie würden sich sofort wieder angewidert abwenden.
Leider vergisst der Artikel einen sehr wichtigen Aspekt zu erwähnen. Jede Gruppierung sollte ihr Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt einsetzen um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

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Kreuzweis 22. Dezember 2013 at 12:19

“Begeisterung? Ist es nicht viel nahelegender, der bringt einen solchen Artikel jetzt wo der zweite Film von “Der Hobbit” erscheint?”

Ich vermag den Sinn Ihrer Worte nicht zu deuten.
In dem von mir erwähnten Artikel wird dargelegt und angeklagt, daß bereits der erste Film sinnentstellend gewesen wäre obwohl der Autor des Buches diesbzüglich ein Pedant (z.B. bei den Übersetzungen) gewesen wäre. Das Buch soll voller – unzeitgemäßer! – Weisheit und Sinn sein, etwas was moderne Flmemacher hassen. Sie benutzen gerne die “Plots” und bunten Bilder und vergewaltigen den Sinn – fast immer…

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chris 21. Dezember 2013 at 13:48

super so sollte das politisch geregelt sein, Applaus, Applaus..

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Kreuzweis 21. Dezember 2013 at 11:54

Um Alex’ Begeisterung für den “Herr der Ringe” zu verstehen, muß man wohl das Buch gelesen haben oder wenigstens eine einfühlsame Analyse. Hier meine ich eine gefunden zu haben:
http://ahriman.com/ketzerbriefe/tolkien_herr_der_ringe.htm
… Leider nur eine kurze Leseprobe. Wenn der ganze Artikel interessieren solle, kann ich ihn mal einscannen.

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Freigeist 21. Dezember 2013 at 17:04

Begeisterung? Ist es nicht viel nahelegender, der bringt einen solchen Artikel jetzt wo der zweite Film von “Der Hobbit” erscheint?

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Wahrheitssuchender 20. Dezember 2013 at 18:45

Der von mir vorausgeesehene Regime-Change in der Türkei ist im vollen Gange:

“In der Türkei tobt ein Machtkampf zwischen der Regierung und Teilen der Polizei. Medienberichten zufolge wurden erneut 14 hochrangige Polizisten entlassen – nachdem in den vergangenen Tagen bereits Dutzende Kollegen abgesetzt worden waren, darunter der Polizeichef der größten türkischen Stadt Istanbul. Ausgerechnet den hatte Premierminister Tayyip Erdogan für sein überhartes Vorgehen während der Demonstrationen im Gezi Park vorigen Sommer hochgelobt.”
http://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei736.html

Und:
“Der türkische Ministerpräsident Erdogan gerät unter Druck: Die Opposition fordert den Rücktritt des Innenministers. Hintergrund ist ein Machtkampf im islamischen Lager, der in dieser Woche mit einer Verhaftungswelle begann.”
http://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei740.html

Tja, jetzt wo die Türkei geostrategisch unwichtig wird, wird der machtgeile, narzistische Erdolf abgesetzt.

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Toxi1965 20. Dezember 2013 at 16:09

Irgend wann geht das große Kröten schlucken los und man ist früher oder etwas später da wo alle Partein sind .

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asdf 20. Dezember 2013 at 15:40

ich finde den artikel auch richtig gut. es stimmt, in jedem lager gibt es gute leute. ich sehe nur bei den linken so gut wie keine. die meisten linken, die ich kennen lernen durfte, sind so gehirngewaschen, dass sie garnicht in der lage sind sich auf ein freies system einzulassen. nichtmal theoretisch in einem gedankenexperiment.

es gibt direkt eine aggressive abwehrreaktion. sie argumentieren dann dahingehend, dass unser system ja völlig frei und liberal sei und wenn es einem nicht passe, dann könne man ja gehen.

irgendjemand formulierte einmal die bezeichnung “die wohlmeinenden vollidioten”. dummerweise ist diese gruppe der großteil der bevölkerung. sattgefressen. bequem. die für sich zu gewinnen ist kaum möglich. die haben warscheinlich wirklich angst vor diesen fakten.

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Guido 20. Dezember 2013 at 15:37

“Genauso sind richtige Liberale die einzigen, denen wirklich politische Ämter zuzutrauen sind, weil sie nicht wirklich scharf sind auf die Macht, die diese Ämter mit sich bringen.”

Der falsche Liberale ist auch nicht scharf auf ein Amt. Er zieht es vor, die Strippen im Hintergrund zu ziehen und die Beamtenmarionette zu steuern.

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Dirlanda 20. Dezember 2013 at 14:41

Wenn doch nur alle Artikel mal so vernünftig wären…! 😉 Gut geschrieben!

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Porno Pommes 20. Dezember 2013 at 12:16

Hilfe von Sozis? Wie um alles in der Welt soll das aussehen?

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BennyB 20. Dezember 2013 at 12:47

Frag die Schotten, frag die Katalonier. Sozialisten, Konservative und Liberale die sich zusammen gegen die Bevormundung der Nationalen Zentralregierung stellen. Auch die EU hat ihre Gegner in allen diesen Lagern. Was sehr viele von ihnen nur nicht checken ist das der weg zu den alten Nationalstaaten nicht genug ist. Es muss noch viel weiter gehen. Zu den Ländern, zu den Städten und villeicht, wenn die Menschen irgendwann soweit sind, auch bis zum Individuum. Das hat leider auch Alex noch nicht verstanden. Es könnte auch einen Globalen Minimalstaat geben wenn man Minimalstaat so definition, das er nur ganz Elementare Aufgaben übernehmen soll. Und wenn man den Minimalstaat für notwendig hält um regionale Konflikte zu vermeiden führt ein dieses Prinzip auch unweigerlich dazu ihn bis auf eine Globale Ebene befürworten zu müssen. Wir sollten anfangen den Minimalstaat auf Basis der Regionalen Ausdehnung zu definieren und nicht darüber, wie intensiv er sich in das Leben seiner Bevölkerung einmischt. Dann können wir uns auch mit Sozialisten Verbünden. Ein haufen Sozialistischer Kleinstaaten die Miteinander für die besten Lebensbedingungen seiner Einwohner konkurriert würde sich eher in richtung Liberalisierung entwickeln, der Handel untereinander wäre immernoch Frei weil ein Isolierter Kleinstaat wirtschaftlich nicht überlebensfähig wäre. Dagegen kann ein Großstaat es sich leisten ungehindert Autoritärer zu werden und seine Bevölkerung dabei in einem inneren Konflikt von den tatsächlichen Problemen abzulenken. Teile. Und Herrsche.

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Freigeist 20. Dezember 2013 at 13:30

Ey du hast Vorstellungen.

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asdf 20. Dezember 2013 at 15:27

dein konzept ist völlig dumm. wenn alle kleinstaaten sozialistisch sind, dann konkurieren sie nicht miteinander, weils überall gleichscheisse ist. wenns dann einem nicht passt, wird er halt zur zwangsarbeit in ein gulag gesteckt. die bildung von effizientem erfolgreichem unternehmertum kann man nicht zentral in einer großen gruppe beamter planen.

der glaube, dass das ein gulagsystem in einem vielstaatenbund schwerer durchzusetzen ist als in einem einzelnen superstaat ist einfach nur naiv. als wären menschen nicht zu absprachen fähig.

100 Jahre sozialismus sind genug. verpiss dich.

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Freigeist 20. Dezember 2013 at 13:31

Sehe ich auch so. Wer sich Sozialisten ins Boot holt tut sich keinen Gefallen. Das hat man bei der deutschen Umweltschutzbewegung am besten gesehen. Sozialisten fangen an jeden Themen bereich zu besetzen weil Sozialisten jeden Bereich des eigenen Lebens besetzen und bestimmen wollen. Lieber einen offenen Feind als einen falschen Freund.

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BennyB 20. Dezember 2013 at 14:01

Das ist kompletter BS. Wenn auf einer Anti-Kriegsdemo die Linke aufmarschiert oder bei einer Pro-Bürgerrechtsdemo die Piratenpartei erscheint gehst du nach hause. Und dann wunderst du dich wenn bei einer Anti-GEZ Demo wegen der PdV nurnoch ein paar Liberale erscheinen. Wenn die Opposition so zerstritten ist das sie nichtmehr für die Gemeinsamen Ziele eintritt haben die Regierenden freie Bahn. Und Dezentralisierung ist ein Gemeinsames Ziel von vielen von uns.Liberalen und Sozialisten. Such lieber die Gemeinsamkeiten mit ihnen und nicht Vorwände sie zum Feind zu erklären. Frodo hätte es auch ohne die Zwerge, Elfen und Menschen nicht geschafft den Ring zu zerstören. Wie hätte die Geschichte ausgesehen wenn er gesagt hätte “nä, mit euch Commies geh ich nich nach Mordor”.

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Freigeist 20. Dezember 2013 at 14:56

Ich geh nicht auf anti-Kriegsdemos. Und ich hab mit den Linken keine Gemeinsamkeiten. Die stören sich daran, dass das rote Lable auf der Regierung noch nicht rot genug ist. Von diesen Wichsern kann man sich sowieso nichts versprechen außer, dass die n Kreuz auf dem Wahlzettel machen. Ich kann auf Pispers und sein scheiss Publikum gerne verzichten. Die Sozialisten zersetzen immer die “Opposition” wo es ihnen gelingt sich einzunisten.

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Fudge 21. Dezember 2013 at 0:00

Als AnCap Hobbit ist dir egal mit wem du arbeitest.

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Alexander Hamilton 20. Dezember 2013 at 11:36

Frage: Wo befindet sich das libertäre Auenland in der Wirklichkeit ?

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asdf 20. Dezember 2013 at 15:16

ach troll dich einfach…

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Mike 20. Dezember 2013 at 11:31

Sehr schöner vergleich 🙂

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