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Alexander Benesch

Von den hochkriminellen amerikanischen Mind Control-Programmen des kalten Krieges gelangten gerade einmal 5000 Seiten an Papier an die Öffentlichkeit – und hatten dennoch das Potential, die Central Intelligence Agency in arge Bedrägnis zu bringen. Den Büchern von vorrangig linken Historikern zufolge, sei die CIA zum großen Teil paranoiden Ängsten aufgesessen und hätte russische Programme für Bewusstseinskontrolle und neue Verhörmethoden maßlos überschätzt.

Eine neue Untersuchung von Serge Kernbach, die nun von der Cornell University Library veröffentlicht wurde, greift zwar nur auf frei zugängliches Material über die russische „unkonventionelle“ Forschung zurück, erinnert aber daran, wie essentiell dieses Feld war und ist für die Entwicklung von beispielsweise Strahlenwaffen, die die Gehirnaktivität feindlicher Truppen und Zivilisten beeinträchtigen kann.

In den hintersten Winkeln der Sowjetunion ließen sich wesentlich leichter als in den USA die krankesten Experimente durchführen und verschleiern. Darüberhinaus hatte die CIA praktisch so gut wie keine ergiebigen Agenten in der UdSSR und konnte nur anhand von zweitklassigen Informationen die Lage einschätzen.

Genau wie in den USA drifteten Teile der russischen Experimente und  Forschungen ins Abstruse ab. Berüchtigt auf Seiten der Amerikaner war Major General Albert Stubblebine, unter dessen Führung in der Militäroperation Desert Storm 1991 irakische Bunker mit einer experimentellen Stahlenwaffe beschossen wurden, worauf desorientierte Soldaten ihn kampfunfähig verließen. Sein Hang zu esoterischen Glaubensvostellungen kontaminierte aus der Sicht anderer fühender Offiziere die Arbeit.

Selbsternannte Jedi-Krieger, benannt nach den magischen Rittern aus der Filmreihe Star Wars, wollten die Fähigkeit besitzen, Feinden auch mit Gedankenkraft zu schaden. Noch heute macht man sich lustig über Versuche, Ziegen zu töten.
Bei den Russen ergaunerten die Betrüger Anatoly Akimov und Gennady Shipov Forschungsgelder für einen „Torsion Field Generator“, der weitestgehend ihrer Fantasie entsprang. Noch heute wird die Fake-Technologie weltweit als Erklärung benutzt um Homöopathie, Telekinese und ähnliche Dinge zu bewerben.

Auch die Russen bedienten sich gefangener deutscher Forscher und deren Aufzeichhungen. Bald erfuhren westliche Dienste, dass russische Agenten Drogen und halluzinogene Substanzen verwendeten um den Willen von Opfern zu brechen. Es gab allerdings immer wieder Niederlagen: General Professor Walter Schreiber war als Gefangener der Sowjets vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal mit Aussagen über KZ-Experimente präsentiert und dann umgehend wieder nach Moskau geschickt worden. Bei seiner Rückkehr wurde er zusammen mit anderen gefangenen deutschen Generälen in ein Safe House gesteckt und musste bei obligatorischen Antifa-Kursen mitmachen. Als er als „ideologisch gefestigt“ galt und in die DDR gehen durfte, bat er bei SED-Chef Ulbricht um einen Posten als Professor in Berlin. Bei der erstbesten Gelegenheit floh er in den amerikanischen Sektor und verriet, was er über die sowjetische Medizin und die neuen Verhörmethoden mit Drogen erfahren hatte. Im berüchtigten Gefängnis Lubljanka wurde munter drauflosgefoltert mit Elektroschocks und allerhand injizierbaren Substanzen.

Die CIA erbeutete auch ein als Dose getarntes Injektionsgerät von russischen Agenten, mit dem Feinde in einen wirren, fügsamen Zustand versetzt werden konnten. Im Koreakrieg gestanden gefangene US-Piloten den Abwurf von verseuchtem Getier ein. Zuerst gingen die US-Streitkräfte von fortschrittlicher Gehirnwäsche der Nordkoreaner aus und man unterzog die heimkehrenden Piloten wiederum amerikanischen Verhörtechniken mit allem drum und dran.

1993 gab es sogar eine Phase der Ost-West-Kooperation: Ein ranghoher FBI-Wissenschaftler gestand ein, dass man erwogen hatte, eine russische experimentelle Maschine einzusetzen gegen den Sektenführer David Koresh, der sich mit seinen Anhängern verbunkert hatte und die Angriffe der Beamten abwehrte. Die Erfindung eines Russen sei kurz zuvor in Washington demonstriert worden und man könnte mit ihr unterschwellige Botschaften in das Unterbewusstsein eines Menschen senden, sogar über ein Telefon. Die Russen nannten das „Psycho-Korrektur“ und wollen das Konzept breitflächig anwenden gegen Demonstrationen, Dissidenten, oder die Opposition. Gleichzeitig könnten damit auch eigene Spezialeinheiten „motiviert“ und von Gewissensbissen „befreit“ werden.

Eine weitere russische Kreation war „Lida“, ein Gerät das elektromagnetische Wellen unterschiedlicher Frequenz aussenden und bei jemanden nach Wunsch Zustände wie schläferische Passivität oder Angst auslösen konnte. Ein weiterer erwünschter Effekt war, die Zielperson durch die Strahlung aufzuweichen und anfälliger für Hypnose zu machen.

2012 berichtete die australische Zeitung Herald Sun von der neuen „Zombie-Gun“ der Russen, welche „Gehirnzellen beeinflussen kann, psychische Zustände verändern und Befehle in jemandes Hirn transportieren kann.“

Das meiste und Interessanteste aus Russland ist nach wie vor geheim und liegt in den Händen des aktuellen Regimes. Die Presse berichtete über neue Rüstungsvorhaben über „geophysische“ Waffen, Strahlenwaffen, genetische und psychotronische Geräte. Laut Präsident Putin sei dies neben den Atomwaffen notwendig um politische und strategische Ziele zu erreichen.

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