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Alexander Benesch

Der Hühne und Hells Angels-Boss Frank Hanebuth hatte es in Deutschland fast geschafft. Supermärkte verkauften schon die offizielle HA-Bierplörre, man kontrollierte ganze Branchen in diversen Städten und der Rechtsanwalt Götz von Fromberg, der auch mit Ex-Kanzler Schröder befreundet ist, stellte sicher dass die Interessen des Clubs gewahrt blieben.

Dann ging es rapide bergab und er fand seinen Zufluchtsort im sonnigen Mallorca, eröffnete dort ein neues HA-Chapter. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft. Der BILD-Zeitung liegen nun 15.000 Seiten Ermittlungsakten der spanischen Behörden gegen den Boss und ein gutes Dutzend seiner Untergebenen vor: Die Vorwürfe lauten auf Bildung einer kriminellen Vereinigung, Prostitution, Drogen-Handel, Erpressung und Geldwäsche.

Auf hoher Ebene soll beschlossen worden sein, dass Mallorca die neue Europazentrale der Rocker wird. Eines der Hauptgeschäfte, die Prostitution, soll mit den Methoden betrieben worden sein, die auch in Deutschland und anderswo auf der Welt solchen Motorradgangs vorgeworfen wurden: Frauen, die nicht genug Geld am Tag machten, sollen Schläge und Ausgangsverbot erhalten haben. Pässe und Geld sind da schnell weg. Die Behörden unterstellen, dass Kampfhunde eingesetzt wurden um Prostituierte einzuschüchtern. Zwei Slowakinnen erstatteten Anzeigen, weil sie unter falschen Vorwänden auf die Insel gelockt und dann zwangsprostituiert worden sein sollen.

Auch für einen deutschen Promi-Chirurgen könnte es jetzt eng werden. Der soll nämlich Schönheits-OPs nach Wünschen der Gang durchgeführt haben, damit die Frauen mehr Geld ranschaffen. Hanebuth schweigt und streitet alles ab. Die BILD will eine Artikelserie demnächst fortsetzen mit den Anklagepunkten über Geldwäsche.

In Deutschland versuchten die Hells Angels durch strategische Clubschließungen und Vermeidung von “Germany”-Aufnähern zu verhindern, dass ein bundesweites Verbot umgesetzt wird. Ein einzelnes Chapter kann notfalls umziehen in den Zuständigkeitsbereich einer anderen Behörde.

Das Hamburger Hells Angels-Chapter traf es als erstes in den 1980er Jahren. Im Hamburger Rotlichtviertel mussten alle Wirte eine sogenannte “Wegbleibprämie” an die Hells Angels entrichten. Bis zu 10.000 Mark, damit die Rocker wegbleiben und nicht den Laden zertrümmern. Das Hamburger Chapter bekam für die Gründung grünes Licht aus den USA, machte aber den verhängnisvollen Fehler, sich als e.V. anzumelden. Augenzeugen berichteten, dass die Hamburger Engel in ihrer Frühzeit im linken Eimsbüttel einen 20-jährigen Gemeindehelfer umlegten. Die betreffenden Mopped-Fahrer flohen zunächst zu ihren Brüdern in die Schweiz. Unzählige Straftaten in Hamburg folgten, irgendwann reichte es den Behörden.

Bei Ärger kommt die immer gut gefüllte Hilfskasse der Hells Angelszum Zug, aus der die besten Anwälte bezahlt werden.

Der Staranwalt Götz-Werner von Fromberg besitzt Immobilien im Hannoverschen Steintorviertel, dem örtlichen Rotlicht-Bezirk, der von den Hells Angels kontrolliert wird. Frank Hanebuth, zählt zu Frombergs Freunden. Eine Freundschaft verbindet Fromberg auch mit dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, der als Rechtsanwalt in Bürogemeinschaft mit der Kanzlei v. Fromberg & Collegen tätig war.

 

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