Alexander Benesch

Edward Snowden lässt sich wieder blicken abseits von den Enthüllungen in Textform durch den London Guardian und weiteren Zeitungen: Die Organisation Wikileaks, die Snowden laut eigenen Angaben bei seiner Flucht half und deren Gründer Assange eine Sendung für den Kreml-Sender RT moderierte, veröffentlichte nun Videobotschaften, in denen der Ex-NSA-Techniker gegen die “Schleppnetz-Überwachung” klagt, welche die Freiheit “ganzer Bevölkerungen” gefährdet. Die Videos wurden gedreht während eines Treffens mit anderen amerikanischen Ex-Agenten, die Snowden einen Preis verliehen für “Integrität in der Geheimdienstarbeit”.

Zwei russische Journalisten riskierten aktuell ihr Leben bei der Enthüllung von Details über die neueste Version des russischen Spionagesystems SORM, welches sämtliche Kommunikationen abgreifen kann. Laut Andrei Soldatov und Irina Borogan benötigt der KGB-Nachfolger FSB zwar offiziell einen Durchsuchungsbeschluss, dieser müsse aber niemandem gezeigt werden. Der Überwachte erfährt nichts, kann sich auch nicht wehren.

“In den vergangenen zwei Jahren hat der Kremlin Russland in einen Überwachungsstaat verwandelt – auf einem Niveau das den sowjetischen KGB neidisch gemacht hätte.”

Das neue SORM-3 soll eine totale Informationserfassung während den olympischen Winterspielen in Sotschi ermöglichen. Russlands Regierung hat gewaltige 50 Milliarden Dollar in die Region gesteckt um die Welt zu beeindrucken. agentura.ru verspricht den Besuchern “das schnellste kostenlose Wi-Fi in der Geschichte der Olympiade.” Die US-Behörden warnen eindringlich internationale Besucher vor Abfischaktionen sensibler Daten.

Der landesweite Telekommunikationsanbieter Rostelecom installiert unterdessen die notwendige Hardware für “Deep Packet  Inspection” um die Inhalte von Datenpaketen auszuschnüffeln. Anders als im Westen müssen die Telekommunikationsfirmen selbst für die Spionageausrüstung blechen und sie wissen nicht, wenn der Geheimdienst sich bei einem Nutzer einklinkt.

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3 comments

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Aktivist 16. Dezember 2013 at 8:31

Die NSA hat nicht nur Backdoors in fast allen DSL modems und Router sowie in Firewalls eingebaut,
http://www.politaia.org/wp-content/uploads/2013/12/Full-Disclosure-NSA-GCHQ-Hacks.pdf

sondern auch Intel hat schon seit 2011 zugegeben ein zweites System in Mainboards und Prozessorchips eingebaut zu haben, welcher einen Remote-Zugriff Dritter problemlos möglich macht.
http://www.3dcenter.org/artikel/trusted-computing-reloaded-intels-manageability-engine
http://www.afr.com/p/technology/intel_chips_could_be_nsa_key_to_ymrhS1HS1633gCWKt5tFtI
(in AMD gibt es auch solche Chips diese heißen Presidio oder auch PACIFICA)

Der 1984 Überwachungsstatt ist viel harmloser als das was wir derzeit durchleben INDECT,NSA GCHQ SWIFT Vorratsdatenspeicherung etc etc..

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9 11 pirat 17. Oktober 2013 at 19:56

Kann man dass nicht so kritisieren ohne Snowden so in den Dreck zu ziehen?Dann wäre die Kritik auch gleubwürdiger.Die an der russischen Regierung meine ich.

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Jefferson 17. Oktober 2013 at 13:03

Die Prinzipien der Tyrannei sind eben universell und haben nichts damit zu von welchen Ländern, Individuen oder Ideologien sie umgesetzt werden.

Das zu begreifen ist für viele schon ein großer Schritt nach vorne.

Zu viele Leute stecken einfach noch in politischem (und auch kulturellem) Schubladendenken fest.

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