Von Alexander Benesch

Er ist nicht der gewöhnliche Gloom-and Doom-Analyst, sondern ein KGB-Professor der das gesamte Sicherheits-Establishment Russlands durchlaufen hat. Von der russischen Behörde für elektronische Spionage über die psychologische Abteilung der Militär-Politik-Akademie hin zum Doktortitel in Politikwissenschaft.

Auch er kann keine exakten Daten in einer Kristallkugel schauen. Er verfügt jedoch über geheimes Material der russischen FAPSI-Spionageabteilung und machte bereits 10 Jahre vor dem Sichtbar-Werden der Wirtschaftskrise im Westen 2008 seine Ansichten öffentlich.

Igor Panarin rechnet mit einem Auseinanderbrechen der Vereinigten Staaten in Einzelrepubliken, von denen die meisten von China, Russland und Mexiko übernommen werden. Die Europäische Union werde mit Russland fusionieren. Die Stationen seien: Kollaps durch zuviel Einwanderung und eine zu heftige Wirtschaftsdepression, ein Absondern der wohlhabenderen US-Bundesstaaten, Bürgerkrieg und ein Eingreifen ausländischer Mächte. Die Republik Kalifornien an der Westküste würde letztendlich unter chinesische Kontrolle fallen, die Südstaaten mit Texas mittendrin überrant von Mexiko, das Heartland und der Norden schlössen sich Kanada an, die Ostküste ginge an die Europäische Union.

Chinesische Firmen und Investoren, die alle zum chinesischen militärisch-industriellen Komplex zählen, kaufen zunehmend Land in Kalifornien, Assets in Silicon Valley, und alles andere was man in die Finger bekommt. Der notorisch klamme US-Bundesstaat braucht chinesisches Geld um zu überleben.

“Der Golden State hat das Potential, zwischen 10 und 60 Milliarden $ an direkten chinesischen Investments bis 2020 anzuziehen.”

“Kalifornien ist attraktiver als jeder andere Bundesstaat für chinesische Firmen.”

 

Wenn die Vereinigten Staaten ihren jährlichen Zufluss von globalen FDI-Flows in den 2000er Jahren – rund 17% – beibehalten, dann erwarten die USA zwischen 100 und 400 Milliarden Dollar an neuen chinesichen M&A- sowie Greenfield-Investments.

Der Dokumentarfilmer Alex Jones zeigte bereits 1997 das Ausmaß chinesicher Investments in den USA sowie die militärische Komponente auf. Die Chinesen besitzen sogar inzwischen amerikanische Tiefseehäfen.

Der Analyst Lindsey Williams erklärte: Die USA gehören China:

Republikaner wie Demokraten haben jahrelang zugelassen, dass Südstaaten wie Texas oder Arizona von illegalen Einwanderern aus Mexiko überrannt werden. An der Grenze wütet seit langem ein Krieg der Kartelle, dem tausende Menschen zum Opfer gefallen sind. Noch nie hatten Sezessionisten in Texas soviel Zuspruch wie heute. Die Frage ist, ob es nicht längst zu spät ist.

Die Regierungen und Regime der sogenannten BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika haben sich auf die Errichtung einer neuen Weltbank geeinigt, die laut Analysten den zunehmend instabilen Dollar marginalisieren könnte. Beim fünften jährlichen Treffen im südafrikanischen Durban verkündete man Pläne für eine neue Weltwährung und sogar eine Weltregierung mit “nachhaltiger Entwicklung”, gemeint ist eine radikale Neustrukturierung der gesamten menschlichen Zivilisation.

Im Februar traf sich die Sozialistische Internationale in Portugal und forderte einen neuen Internationalismus, die Restrukturierung der Welthandelsorganisation und ein neues IWF-Weltwährungssystem basierend auf Keynes’ “Bancor”-System. Manche Analysten versuchten, die Entwicklungen herunterzuspielen. Die BRICS-Staaten verfügen zwar über rund die Hälfte der Weltbevölkerung, ihr kombiniertes Bruttosozialprodukt beläuft sich jedoch auf “nur” 14 Billionen $, in etwa die Größe der US-Wirtschaft. Wenn der Dollar implodiert, würden sich die Machtverhältnisse ändern.

Europa

Europa verbünde sich laut Panarin mit den BRICS-Staaten zu einer Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking-Delhi-Teheran. Vor dieser Integration sollen die letzten US-Streitkräfte abziehen. Die Russland-Union sieht Panarin tatsächlich von einem Prinzen regiert, Vladimir Putin war der erste Vorschlag für diesen Posten.

Der scheidende Bilderberg-Agent und erste Präsident des Europäischen Rates, Hermann van Rompuy, forderte im Dezember 2012 eine Anbindung von EU an Russland für “Global Governance”:

“Russland und die EU haben viel zu gewinnen durch eine Kooperation. Beider Wirtschaft sind eng miteinander verbunden. Wir müssen weitere Fortschritte machen für ein neues Abkommen, um unsere zukünftige Zusammenarbeit auf eine solide rechtliche Basis zu stellen. Die EU und Russland können gemeinsam einen entschiedenen Beitrag leisten für Global Governance.”

Panarin begann seine Karriere im sowjetischen KGB im Jahr 1976, ab 1991 arbeitete er in der FAPSI, das damalige Äquivalent der amerikanischen NSA. Sein Gebiet waren strategische Analysen, Informationskriegsführung, Management von Informationsflüssen in Krisensituationen und Situationsmodellierung von globalen Prozessen. Heute ist er der Vorsitzende der Diplomaten-Schule des russischen Außenministeriums .