Foto: Rockefellers

Von Alexander Benesch

Bevor ich eine realistische Folgenabschätzung schrieb über das Konzept von Hans-Hermann Hoppe, die Republik zu zerschlagen und stattdessen privatwirtschaftliche Leviathane Geld Justiz, Polizei und Militär spielen zu lassen, veröffentlichte der Autor Stefan Blankertz einen Artikel mit der Überschrift “Der Realismus der Freiheit – Eine Antwort auf Alexander Benesch“.

In diesem Text wiederholt er die von mir ausführlich behandelte übliche Handvoll Argumente für die Ideologie von Hoppe oder Rothbard: Staaten seien das Ur-Böse und könnten durch nichts und niemanden davon abgehalten werden, zu gigantischen Rechtsbrechern zu werden. Die Konzerne würde hingegen im Bereich Justiz, Militär und Sicherheit angeblich nicht bald das machen was sie wollen. In einer staatenlosen “Privatrechtsordnung” gäbe es tolle Gerechtigkeit und jeder könne sich seine Rechtsordnung raussuchen.

Teil 1  Teil 2  Teil 3  Teil 4  Teil 5  Das Wesen des Bösen und die Politik

Herr Blankertz, unterziehen wir doch ihr Verständnis über das Böse in der Welt einem Realitätscheck. Dazu zitiere ich aus ihrem neuesten Buch “Die Katastrophe der Befreiung – Faschismus und Demokratie”:

“Die Probleme sind weder darauf zurückzuführen, dass die [politischen] Entscheidungsträger etwa ‘böse’ Absichten verfolgen, noch darauf, dass ‘zu wenig Wissen’ vorhanden ist. Dementsprechend lassen sich Probleme auch weder dadurch lösen, dass man Entscheidungsträger austauscht, etwa durch Wahlen, oder beeinflusst, etwa mit Protestaktionen, noch per größerem Forschungsaufwand.”

Wollte man noch mehr an der Realität vorbei, würde man schon im Absurdistan kommunistischer oder monarchistischer Ideologie landen. Selbstverständlich haben viele politische Entscheidungsträger verdammt böse Absichten und lösen damit viele unserer Probleme aus. Sie sind zu jeder Schandtat bereit und genießen es. Sie lassen künstliche Krisen schüren wie Terror oder Global Warming um ihre Macht auszudehnen. Sie lassen Kriegsverbrechen begehen wie die Verwendung von Uranmunition oder die Bombardierung ziviler Infrastruktur. Sie stecken Millionen Menschen in Gulags wie in China um mit diesen Sklavenarbeitern und deren Körperorganen mehr Geld für das eigene Militär zu erwirtschaften. Sie feiern in ihrer Freizeit mit minderjährigen (Zwangs-)Prostituierten aus Pädophilenringen wie in Portugal, Deutschland, den USA oder England.

Ob man einen von diesen Verbrechern durch jemand fast identischen bei Wahlen ersetzt, hat tatsächlich keine positiven Auswirkungen. Macht man solchem Abschaum hingegen den Prozess und ersetzt sie durch anständige Leute, sind Probleme selbstverständlich zu lösen. Die Psychologie, Verhaltensforschung und Neurologie haben längst geklärt, was das Böse ist und die Antwort lautet garantiert nicht “die Republik”.

Genauso wie die Kommunisten und Faschisten das psychologische und neurologische Wesen des Bösen ignoriert hatten und den Leuten stattdessen die Republik, Privateigentum oder fremde Rassen als das Kern-Böse vorlogen, sollen wir jetzt den Anarchokapitalisten glauben, sie hätten das Böse identifiziert und es sei die Republik. Nicht etwa der individuelle Mensch im Amt, der unmoralische Entscheidungen trifft, sei das Problem. Nein. Das System Republik, in dem nicht jeder Konzern Polizei und Justiz spielen kann, sei an allem schuld.

Sobald die Republik fort ist, würden all die hypothetischen neutralen theoretischen Menschen auf einmal glorreichen Zeiten entgegengehen, weil die großen Übel dann praktisch unmöglich geworden wären. Gemäß dieser Argumentation ist es erst recht unmöglich, dass ein großer Konzern ohne vorhandenen Staat Böses tut:

“Gipfel anti-kapitalistischer Vorurteile ist jene Behauptung, die Pharmaindustrie würde mit Absicht schlecht wirkende Medikamente in Umlauf bringen, weil sie ja an der Krankheit verdiene. Wohl war. Nichtsdestoweniger würde gerade die Profitgier daran hindern, krankmachende Medikamente in Umlauf zu bringen – denn was passiert mit einem Unternehmen, wenn es einen Fehler macht? Ein Skandal, und das Unternehmen gerät in eine tiefe Krise.”

Ah, so einfach ist das also! Dumm nur dass geschätzte 50% aller Medikamente auf dem Markt wirkungslos sind, aber dennoch von gierigen Herstellern produziert und verlogenen Ärzten dennoch verschrieben werden. Oder dass bis zu 58.000 Menschen in Deutschland an Medikamenten-Nebenwirkungen pro Jahr sterben, weit mehr als im Straßenverkehr. Oder dass Nebenwirkungen zu 300.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr führen. Oder dass Krebsbehandlungen sich kaum vom Stand der 1960er Jahre wegbewegt haben und Leute sich für hunderttausende Euros mit Gift und Strahlen zu Tode foltern lassen.

Aber gemäß der AnCap-Logik würden krumme Dinge in der Gesellschaft ohne Republik ja sofort auffliegen und es gäbe einen ruinösen Skandal! Die reale Welt ist aber viel komplexer als das. Zunächst einmal gibt es die bereits beschriebenen Psychopathen nicht nur in politischen Ämtern, sondern auch in Konzernen. Auch in den Konzernen läuft der Wettbewerb der Gauner, derjenigen die über Leichen gehen um an ihren ehrlichen Konkurrenten vorbeizuziehen. Und wir sollen es auch noch solchem Abschaum erlauben,  unzählige private Justiz- und Polizeifirmen aufzumachen? Anstatt Grauzonen-Lobbyismus auszutrocknen und Schmiergelder der Industrie an Politiker konsequent zu verfolgen, sollen wir den Konzernen gleich erlauben, selbst Justiz auszuüben? Am besten noch “Recht” sprechen lassen über ihre eigenen Belange? Woher kommen denn die “wissenschaftlichen” Studien über Medikamente, die im Moment von Regierungsämtern einfach so akzeptiert werden? Von den verlogenen Herstellern. Also anstatt die Politik zu säubern, sollen wir darauf hoffen, dass alles so einfach werden wird wie uns die AnCaps versprechen. Bestimmt würden doch die Betreiber privater Gefängnisse nicht illegal Organe von Insassen ernten wie in China! Oder einzelne Insassen an die Pharmariesen verkaufen für Menschenexperimente!

Haben Pharmakonzerne eine gewissen Größe, leisten sie sich bereits jetzt schon einen eigenen Geheimdienst zur Spionage und Spionageabwehr. Haben sich die Konzerne gegenseitig penetriert und sich anderweitig auf dem Markt bekämpft, schließen sie sich halt einfach zu einem Kartell zusammen und vermeiden es, Skandale beim anderen aufzudecken und an die Öffentlichkeit zu tragen. Die dreckige Ärzteschaft verdient mehr an überteuerten und süchtig machenden Medikamenten mit gefährlichen Nebenwirkungen, also hält man auch hier die Klappe.Wer aus der Reihe tanzt, der bekommt notfalls Drohungen oder Schlimmeres vom Konzern.

Die Presse hätte hier Möglichkeiten, die Bevölkerung aufzuklären, mehr Wissen zu beschaffen damit die Kunden die Konzerne abstrafen können. Was aber wenn die Presse die Anzeigen-Gelder von Big Pharma mehr interessiert? Oder die Schmiergelder? Oder die Drohungen? Der betroffene Bürger kann sich ohne Republik zwar an das Justiz-Unternehmen wenden, bei dem er einen Vertrag hat. Dieses läuft jedoch ins Leere bei den Anfragen an den Pharmariesen nach Unterlagen und anderem Beweismaterial. Verhaftungen und Durchsuchungen unmöglich. Oder es hat keine Lust sich mit den Big Guys anzulegen. Oder es ist selbst von Pharmamilliardären ko-finanziert. Oder das Führungspersonal will später mal bei dem anderen Justizunternehmen anheuern das den Pharmariesen vertritt.

Aber hey, all dieses Verschwörungszeug interessiert doch Herrn Blankertz nicht wirklich. Dass ein KGB oder FSB sich über eine leicht angreifbare Privatrechtsgesellschaft krummlachen würde, sowas gehört für ihn witzelnd eher in die Welt der Romane:

Zur Frage, wer sich über wen krummlacht, empfehle ich die Lektüre von John le Carré und diverser Private-Eye-Romane. Im Ernst: Das, was Murray Rothbard…”

Angemessene Verteidigung ist erlaubt, Schädigung von Unschuldigen und Unbeteiligten nicht, Basta.

So einfach ist das also wieder! Auf meine Frage nach dem realistischen Szenario, dass ohne Republik militante Moslems in Deutschland überall ihre privaten Kasernern aufmachen würden, antwortet er folgendes:

Solange sie niemanden behelligen, der nicht zustimmt, können sie machen was sie wollen.

Wer Scharia-Gesetzgebung und muslimische Soldaten marschieren sehen will, der möge Deutschland gefälligst verlassen. Kein Wunder, dass die ganzen Konservativen und viele andere die Liberalen nicht ernstnehmen.

“Sollten sie den Bereich ihres Eigentums überschreiten, gäbe es einen Konflikt. Dieser Konflikt wäre jedoch ganz anders als der in heutigen Staaten, zum einen, weil sie in ihrer Freiheit, mit sich und ihrem Eigentum nach Belieben zu verfahren, nicht eingeschränkt sind, zum anderen, weil sie als Adressanten keine zentrale Staatsmacht hätten, die ihre »Forderungen« erfüllen könnte. Stattdessen würden sie sich Sicherheitsorganen gegenüber sehen, die nichts als das Eigentum ihrer Kunden schützen. Und deren Geschick darin besteht, Frieden zu stiften.”

In der realen Welt würden militante Moslems ein Land, das seine Republik aufgelöst hat, nicht nur mit Soldaten, Kasernen und Moscheen saturieren, sondern auch mit Millionen weiteren zuziehenden Abenteurern und Eroberern. Man schlägt die Privatrechtsgesellschaft mal eben so mit ihren eigenen Mitteln.

Sobald die muslimischen Strategen ihre Erfolgsaussichten als positiv einschätzen, erklären sie zunehmend Gebiete für besetzt und unter ihrer Gesetzgebung. Was soll eine deutsche Sicherheitsfirma da machen außer entweder kämpfen (dafür ist sie zu klein) oder versuchen, einen schlechten Deal nach dem Motto “kleineres Übel” auszuhandeln? Eine riesige internationale Justiz-, Polizei- und Militär-Firma nach Hoppe könnte vielleicht – wenn sie denn will oder kann – gegen Millionen Dschihadis antreten, aber selbst das wäre noch eine Katastrophe für Deutschland, die mit einer Republik hätte vermieden werden können. Außerdem hätten die Gotteskrieger bestimmt ihre eigene private Versicherung. Am Ende gäbe es wieder nur einen Kuhhandel.

Genauso würden Nazis und Kommunisten das Reich oder die Räterepublik ausrufen und für ihre regierten Gebiete von ausländischen Regierungen staatliche Anerkennung und Support anfordern. Wie kann man all das nur ignorieren? Da wird doch nicht wieder jemand seine unrealistischen  Überzeugungen aus Ayn Rands schlechtem Roman “Atlas Shrugged” ableiten?

“Im Vermittlungsprozess zwischen elfenbeinerner Wissenschaftlichekeit Hayeks und liberaler, sozialrevolutionärer Bewegung spielt Ayn Rand eine von ihr in der Art nicht ganz gewollte Rolle. […] Atlas Shrugged macht politische Dimensionen der Gedanken von Hayek in ihren revolutionären Konsequenzen deutlich. Der Roman zeigt darüberhinaus, in wiefern sich die Hayek’sche Theorie eignet, gegenwärtige Probleme zu analysieren. Die Probleme sind weder darauf zurückzuführen, dass die Entscheidungsträger etwa ‘böse’ Absichten verfolgen, noch darauf, dass ‘zu wenig Wissen’ vorhanden ist. Dementsprechend lassen sich Probleme auch weder dadurch lösen, dass man Entscheidungsträger austauscht, etwa durch Wahlen, oder beeinflusst, etwa mit Protestaktionen, noch per größerem Forschungsaufwand.”

Beim Rockefeller Center in New York finden sie heute eine Statue von Atlas der die Welt auf den Schultern trägt. Das Ayn Rand Center for Individual Rights und das Ayn Rand Institute(Center for the Advancement of Objectivism) veröffentlichen Vorträge von Alex Epstein, in denen John D. Rockefeller und dessen Standard Oil-Imperium gepriesen werden:

“Die Geschichte von Standard Oil, wie sich herausstellt, enthüllt nicht die finsteren Seiten von Big Business, sondern illustriert die Tugenden.”

Die Atlas Society (“Objectivism in life and thought”) macht es sich auch zur Aufgabe, die armen gescholtenen und unverstandenen Rockefellers zu verteidigen. Auf aynrand.org glänzt das Ayn Rand Center mit den Worten:

“Am Kolumbus-Feiertag feiern wir die Zivilisation deren Unternehmer, Männer wie Rockefeller, Ford und Gates, eine ungastliche Wildnis, bewohnt von furchtsamen Wilden, in eine reiche Nation verwandelt haben.”

Die Rand-Sekte mit ihrer Bibel namens “Atlas Shrugged” und ihrem Ersatz-Jesus “John Galt” war der Slogan-Geber und intellektuelle Rechtfertiger derjenigen Oligarchen, die Freiheit vernichten und einen Internationalsozialismus etablieren. Die Rockefeller-Stiftung, Carnegie-Stiftung, Ford-Stiftung usw. finanzieren all die linken Großorganisationen und transformieren die Gesellschaft zum puren Sozialismus hin.

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46 comments

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alex 15. Juli 2013 at 15:28

Hoppe benutzt zwar Ideen und die Popularität der Austrian School für seine Zwecke, pflanzt aber dann Irrationales oben drauf und verlässt das Territorium der Austrians.

Mises said that anarchism could only be practised in a world of angels and saints, and if I may quote from his book ‘Liberalism – In the Classical Tradition’: “Liberalism is not anarchism, nor has it anything whatsoever to do with anarchism. The liberal understands quite clearly that without resort to compulsion, the existence of society would be endangered and that behind the rules of conduct whose observance is necessary to assure peaceful human cooperation must stand the threat of force if the whole edifice of society is not to be continually at the mercy of any one of its members. One must be in a position to compel the person who will not respect the lives, health, personal freedom, or private property of others to acquiesce in the rules of life in society. This is the function that the liberal doctrine assigns to the state: the protection of property, liberty, and peace.”

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Ilja 15. Juli 2013 at 20:46

Als wenn die Anarchisten nicht verstehen würden, dass man die Drohung mit Gegengewalt braucht, um die Menschen und ihr Eigentum vor Gewalt zu schützen. Sie überlassen lediglich diese Funktion nicht einem Monopolisten. Einfach weil Monopolisten nicht gut für die Kunden sind.

Wie auch immer, es fällt doch etwas peinlich auf, dass das Böse zwar immer und überall ist, allerdings mit einer Ausnahme: Der Minimalstaat ist komischerweise selbst niemals böse. Er hilft uns immer nur, egal ob gegen Moslems, Kommunisten, Faschisten oder Pharmakonzerne.

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ST 15. Juli 2013 at 14:26

Schämen solltest du dich für solch eine Hetze. Nicht richtig recherchieren und dann mit Halbwahrheiten um sich werfen. Jetzt auch noch Panikmache betreiben mit militanten Moslems. Ich schreib hier seit Wochen dass du dich mal richtig mit der Materie auseinander setzen solltest, und werde einfach ignoriert. Kannst ja deine Meinung haben aber solltest trotzdem bei der Wahrheit bleiben. Allein schon die Überschrift ist falsch. Gerade AnCaps wissen um die Psychos da draußen. Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Wie du mit dem Geschmiere auch noch allen Leuten mit den du schon mehrere Interviews geführt hast, vor den Kopf stößt…unglaublich!

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Ben 15. Juli 2013 at 10:57

Und noch einen Hoppe, ganz aktuell:

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=4usTO20xRqc#at=209

PS: Ayn Rand war Minimalstaatsbefürworterin.Es empfiehlt sich, ein Buch zu lesen, bevor man es kommentiert 😉

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Ben 15. Juli 2013 at 10:55

Viel schreibe ich hier nicht mehr:

Prof. Hoppe zeigt in seinem Vortrag, dass der Wettbewerb in der heutigen Parteiendemokratie – ein Wettbewerb im Lügen und Abkassieren, im Täuschen und Tarnen – keine guten Ergebnisse hervorbringen kann.

Als Alternative bietet er die Privatrechtsgesellschaft an, aufgebaut auf Selbstbestimmung und Freiwilligkeit. In diesem System werden Konflikte neutral gelöst.

Prof. Hoppe zeigt auch auf, dass das Modell der Privatrechtsgesellschaft keine Utopie, sondern streng durchdacht, realistisch und genau betrachtet sogar selbstverständlich ist.

http://www.misesde.org/?p=4035

Viel Spaß!

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alex 15. Juli 2013 at 11:17

Mich zu rekrutieren hat ja offensichtlich nicht funktioniert. Bist du FDR-Mitglied? Seit wann?

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Boss 15. Juli 2013 at 11:41

Alex:

“Und in der Privatwirtschaft gelten auf einmal die “Naturgesetze” nicht mehr? Da gibt es plötzlich keinen Wettbewerb der Gauner mehr?”

Doch natürlich. Aber die Mafia ist in dieser Hinsicht dem Staat vorzuziehen.

Hat Dir Oliver Janich aber auch schon erklärt.

Kurz zusammengefasst

http://inge09.blog.de/2012/05/23/10-gruende-mafia-besser-staat-13725917/

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Bugs 15. Juli 2013 at 9:28

Klasse – jetzt sind Anarchokapitalisten schon einhellig eine Sekte, und sowas ist auf einer angeblich libertären Seite zu lesen. Gut gemacht Alex! Super fundiert recherchiert und analysiert.

😉

Was kommt als nächstes: “Der böse Zins!” oder “Kapitalisten haben kein Wochenende!”?

Macht weiter so, die SPD wird sicherlich bald mit Direktwerbeverträgen winken!

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peacemaker 14. Juli 2013 at 22:33

Hi,
du hast sicher in allem Recht,
verstehe aber nicht die Absicht von Dir, wenn Du Dich mit dieser Sekte auseinandersetzt.
Haben die so viele Anhänger und Anziehungskraft?

Selbst für einen unbelesenen Menschen wie mich, reicht ja ein Zitat um zu erkennen, daß Logik für diese Menschen überhaupt keine Rolle spielt.

Leute, die da hingehen sind doch eh verloren. Und wer Dir zuhört ist für sowas überhaupt nicht empfänglich.

Jetzt wird diese Sekte etwas mehr belächelt, aber ernst nehmen konnte man das doch nie. Ich kannte sie auch vorher nicht.

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Guido 14. Juli 2013 at 22:10

Was Stefan Blankertz und einige andere Libertäre/Voluntäre so von sich geben ist keine Meinung sondern pseudologische Wortakrobatik, mit der sie alles ‘beweisen’, was ihrer Ideologie entspricht.

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Boss 15. Juli 2013 at 0:31

Eine Ideologie ist immer eine Meinung. Und Meinungen sind wie Arschlöcher. Eine Meinung ist so viel wert, wieviel sie kostet – nichts.

In der Politik gibt es keine besseren oder schlechteren Meinungen. Es gibt nur Macht.

Auch Recht ist institutionalisierte Macht.

Sobald eine Person im Unrecht stärker wird, wird aus Unrecht Recht.

Diese Analyse ist keine Meinung, sondern ein Naturgesetz.

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Guido 15. Juli 2013 at 9:00

“Eine Ideologie ist immer eine Meinung.”

Falsch. Jemand muss gar nicht an den Stuss glauben, den er erzählt. Dann ist es keine ‘Meinung’ sondern eine Lüge.

“Sobald eine Person im Unrecht stärker wird, wird aus Unrecht Recht.”

Richtig. Aber wenn der Gerechte an der Macht ist, herrscht auch Gerechtigkeit.

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Boss 15. Juli 2013 at 10:12

Das entkräftet doch das Naturgesetz der Politik nicht.

In der Politik muss gelogen werden. Charmante Lügner sind in der Politik besonders erfolgreich.

Gerechtigkeit gibt es nicht. Laut John Rawls soll man sich in einen Schleier der Ignoranz (Veil of Ignorance) hüllen, und dann entsteht Gerechtigkeit.

Aber was soll ich mit dieser Burka der Unwissenheit? Ich sehe die Menschen lieber, wie sie wirklich sind und ziehe daraus meine eigenen Vorteile.

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alex 15. Juli 2013 at 10:18

Und in der Privatwirtschaft gelten auf einmal die “Naturgesetze” nicht mehr? Da gibt es plötzlich keinen Wettbewerb der Gauner mehr?

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Fudge 14. Juli 2013 at 21:27

Es funktioniert ganz einfach so lange man fest dran glaubt! Krebs heilen? Sofort! Millionär werden? Sofort! Privatrechtsordnung? Sofort!

Ziele setzen? Langweilig! Auf etwas hinarbeiten? Langweilig! Mehr Leute überzeugen und langfristig etwas in der Politik entscheiden? Laaaaaaaangweilig.

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6e75 14. Juli 2013 at 22:00

Anti-Antialles, gegen, gegen nichts machen.

Man kann auch zur Wahl gehen und statt Kreuzchen machen, mit Fatcap sein Statement zur Politik drauf schreiben.

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Fudge 14. Juli 2013 at 22:55

Eine Aktion muss Wirkung haben. Das hat doch keinen Sinn. Anarchokapitalisten sehen den Staat als Krankheit? Gut, dann sollen sie lernen wie man mit einer Krankheit umgeht, begreifen wie sie wirkt und dann behandeln.

Klar, kannst du den Krebs mit einer aggressiven Chemo-Therapie “wegbrennen”. In der Regel besiegst du die Scheiße aber nicht, tötest auch sehr viel Gutes in deinem Körper und am Ende verreckst du trotzdem elendig.

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Jefferson 14. Juli 2013 at 20:02

Lesenswert:
http://www.misesde.org/?p=5460

Viele gute Texte auf der Seite.

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Bugs 14. Juli 2013 at 19:26

“Da wird doch nicht wieder jemand seine unrealistischen Überzeugungen aus Ayn Rands schlechtem Roman “Atlas Shrugged” ableiten?”

Der Roman ist spitze, hat aber nichts mit Anarchokapitalismus zu tun. Und das Alex keine Ahnung vom freien Markt hat, wurde ja dank seines Fleißes hinlänglich dargelegt.

Der Staat ist ein Parasit – nur falls es untergegangen sein sollte. Die Vertragsgesellschaft und Naturrecht sind übrigens die Minimalforderungen der Anarchokapitalisten.

Ihr könnt ja derweil mal weiter davon träumen, mit politischen Mitteln euern Minimalstaat durchzusetzen. Ist zwar komplett ahistorisch, aber freuen würde es mich trotzdem.

Und großartige Strategie, als angeblich Libertärer auf Anarchokapitalisten einzudreschen. Hier ist doch kein einzige Ankap zum vom Alex gepredigten Konservativismus/Utilitarismus bekehrt worden.

Was ich bisher las: Zwei oder drei seiner Anhänger geben ihm Recht und nehmen die Warnung vor Kapitalisten ernst – und das wenige Wochen vor der Wahl, die die Minarchisten ja für sooo wichtig halten 😉

Noch mal: Ein Anarchokapitalist in Deutschland kommt ungefähr so häufig vor wie ein fliegendes Einhorn mit einem Kasten Coca-Cola auf dem Rücken. Aber bitte, nur weiter so … werden wir wenigstens bekannter!

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Freigeist 14. Juli 2013 at 19:40

Ein Anarchokapitalist lässt sich nicht mehr zu einem Konservativen oder Sozialdemokraten machen, also muss man ihn nur noch davon abhalten für weniger Regierung wählen zu gehen.

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Equality 7-2521 14. Juli 2013 at 20:50

Ich hoffe ja immer noch das sich hier niemand „machen“ lässt. Nach Alex Artikelhagel muss man ja schon fast mutig sein um Anarchie mal selbst durchzudenken … es besteht Gefahr der Sympathie!! Und was man dann ist weiß man ja; ein hasserfüllter durchgeknallter Sektierer …

Also Leute, in diese Richtung besteht Denkverbot!

[… und ob Wählen funktioniert, nutzlos oder kontraproduktiv ist, ist eine von der Funktionsweise der Anarchie erstmal unabhängige Frage … unmoralisch ist es jedenfalls nicht.]

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Soma 15. Juli 2013 at 0:56

Ich halte es doch für unmoralisch, trotz besseren Wissens gegenüber dem Durchschnittswähler, sein Kreuz nicht den Libertären zu geben. Die besseren Ideen zu unterdrücken…
Wie eine freiwillige Firewall für den Staat.

Das ist Begehen durch Unterlassen mit Vorsatz.
Das nützt nur den Falschen und schadet allen Anderen, Euch miteingeschlossen.

In dieser Richtung besteht hoffentlich kein Denkverbot…

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Liane 15. Juli 2013 at 1:04

“Hier ist doch kein einzige Ankap zum vom Alex gepredigten Konservativismus/Utilitarismus bekehrt worden.”

Jap. Zumindest kann man nicht bekehrt werden, wenn man die Prinzipien der Freiheit, die unhintergehbaren Charakter haben, verstanden hat. Ich stelle mir nur die Frage: “Darf ich aus der (theoretischen) Republik austreten? Darf ich, darf ich, darf ich, lieber Minimalstaatler?”

Und “verpiss dich doch aus der Republik” zählt nicht, weil erstens dieses Argument auf den Vortragenden zurückfällt, schließlich können die heutigen Staazis genauso argumentieren mit den Minimalstaatlern, und zweitens bin ja nicht ich der illegitime Besatzer.

Müsste man der Republik bei Austrittswunsch irgendwie nachweisen, dass man keine “bösen Absichten” gegen sie unternehmen wird und das dann vertraglich festhält, wäre ja alles in Butter. Keine Ahnung, ob das jetzt eine Schnapsidee ist. War nur so ein ad hoc Gedankengang von mir.

Was ich aber auch ehrlich nicht verstehe ist, wie Blankertz behaupten kann, dass es keine schlechten Absichten von Menschen in einer PRG geben würde. Normalerweise wird doch immer wieder klargemacht, dass eine PRG kein Schlaraffenland sein würde, mit Friede, Freude, Eierkuchen und dass auch eine PRG mit Problemen umzugehen haben wird.

mhm mhm mhm ^^

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6e75 14. Juli 2013 at 19:21

Ich hoffe Alex, dass nachdem du den Artikel fertig geschrieben hast du mit deiner Frau und Kind einen schönen Tag verbringen konntest.!

Ich habe das Gefühl das die Leute die für die Privatrechtsgesellschaft werben, sich das Laufende System nicht einmal richtig angeschaut haben. Ich hoffe die Leute sehen das nicht als angriff! Es wird meist nur nicht so umgesetzt wie es gedacht ist.

Hauptaugenmerk lege ich auf das Rentensystem und Gesundheitssystem. Vom Rentensystem aller Rürup oder Riester werde ich verarscht. Wenn ich nicht Kassenpatient sondern Privatpatient bin, bin ich Mensch 3. 4. Klasse.
(Meine Sicht, Sicht des Pöbels)

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VincitVeritas 14. Juli 2013 at 19:04

AnCap vs. Minarchismus. Das ist wie Israel vs. Ägypten: http://www.amazon.de/Herrschaft-Heil-Politische-Theologie-Alt%C3%A4gypten/dp/3446198660/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1373828501&sr=8-2&keywords=jan+assmann+politische+theologie

Als Ägypter ist Herr Benesch fest auf dem Boden politischer Realitäten verankert. Grundsätzlich sollte man jedem misstrauen, der einem mit einfachen Formeln das Paradies auf Erden in Aussicht stellt. AnCap scheint was für autistisch-narzisstische Elfenbeintürmler zu sein.

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Boss 14. Juli 2013 at 21:35

Das tun wir Anarchokapitalisten gar nicht.

Wir sagen nur, dass die Mafia besser ist, als der Staat.

Wir zahlen lieber 3 % Schutzgeld an die Mafia, als 70 % Steuern an den Staat.

Das hat nichts mit Himmel auf Erden zu tun.

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Freigeist 15. Juli 2013 at 1:03

Die Mafia muss aber auch mit der Konkurrenz arbeiten und wenn sie zu gierig wird dann besteht die Gefahr, dass dieser kleine Aasfresser von den richtig großen Raubtieren gefressen wird.

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Specht 14. Juli 2013 at 18:04

Hammer Artikel! Danke!

Neues Video von Gerhard Wisnewski online!:
“Chancengleichheit à la Bild-Zeitung – Frauen gegen Männer”
https://www.youtube.com/watch?v=j0QcnwXAZyQ

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Freigeist 14. Juli 2013 at 19:04

Diesen Monat erschien ein neues Buch:::

Men on Strike: Why Men Are Boycotting Marriage, Fatherhood, and the American Dream

Yeah! Fuck this shit.

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6e75 14. Juli 2013 at 20:36

Frauen können Macht besessen sein wie Männer…

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netterEddy 14. Juli 2013 at 17:40

Guter Artikel zB der Punkt mit den Moslems und den Konservativen die in der hinsicht zurecht über die Liberalen lachen.

Mehr private sicherheitsdienste könnten allerdings tatsächlich nicht schaden. Der Markt würde schon funktionieren ganz so falsch ist das alles nicht aber eben auch nicht 100 % wasserdicht wie Benesch hier sehr schön darlegt.

Beim Gesundheitssystem könnte man jetzt einwenden das zwar aktuell alles scheiße ist und die krebsforschung auf der stelle tapt aber die unterliegt aktuell ja auch nie und nimmer dem freien Markt.

Ganz ehrlich die Marktwirtschaft funktioniert schon bis dahin haben Hoppe und Co recht und zwar tatsächlich auch in jedem Bereich. nur müsste es dafür perfekte wirtschaftsräume geben die sofort auf alles reagieren können nur die gibt es eben nicht deshalb sollte der staat wenn ihr mich fragt tatsächlich sowas wie grenzschutz armee und polizei sowie ein minimales regelwerk vorgeben.

Und nochmal: selbst wenn der Minimalstaat immer wieder dazu verdammt ist größer zu werden, dann hatten wir wenigstens mal Pause.
Ancap würde leider ganz im gegenteil zu Hoppes traum leider auch freie Einwanderung zur folge haben weil eben die Öffentlichen Räume nicht in Privathand sind die sie schützen könnten. Deshalb wäre es schwierig sie zu verteidigen. Vorallem gegen die ganzen bescheuerten Gutmenschen die immer noch und noch mehr ausländer wollen.
Hoppe stellt sich vor das es gebiete gäbe die sich zusammentun und dann so wunderbar intolerant wären wie die leute im mittelalter. fehler an der argumentation ist natürlich das keiner in D mehr so drauf ist sondern nur die Typen vor denen uns dieser nicht vorhandene Koservativismus schützen soll.

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andre 14. Juli 2013 at 19:23

“Ancap würde leider ganz im gegenteil zu Hoppes traum leider auch freie Einwanderung zur folge haben weil eben die Öffentlichen Räume nicht in Privathand sind die sie schützen könnten.”

In einer Privatrechtsgesellschaft gibt es keine öffentlichen Räume. Öffentliche Räume gehören dem Staat. Kein Staat, keine öffentlichen Räume.

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netterEddy 15. Juli 2013 at 8:12

die frage ist ob sofort alles was aktuell dem staat gehört in der praxis lückenlos in privatbesitz übergeben werden kann ohne streiterei.

also vielleicht keine öffentlichen räume aber nennen wir sie zwangsweise

leere räume!!!

klugscheißer 🙂

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Christian Stolle 14. Juli 2013 at 17:35

Das Gesundheitswesen ist alles andere als freiwillig organisiert. Wäre der Zugang zu wirkungsvoller Medizin genauso leicht wie der Zugang zu dem Schund des Pharmakartells, würde das Kartell seine Macht schnell verlieren. Die Leute würden vernünftige medizinische Versorgung nachfragen und das Kartell ausrotten. Das Kartell hält sich vor allem dadurch, dass der Staat es direkt oder indirekt unterstützt. In Deutschland hat man z.B. Krankenversicherungspflicht, eine teure Angelegenheit. Als Gegenleistung bekommt man praktisch nur Produkte und Leistungen des Pharmakartells, kaum Alternativen.

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ein mensch 15. Juli 2013 at 7:11

und man muss noch nahezu alles selber bezahlen obwohl einem ja die “beiträge” abgezwackt werden ;-)…ich erinnere mich da grad an diese unsägliche “praxisgebühr”

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Liberty 15. Juli 2013 at 8:55

Die Sache mit den Pharmakonzernen sehe ich auch unproblematisch, denn das würde der freie Markt regeln. Dieser wird heute aber sehr wohl vom Staat verhindert durch gesetzliche Regelungen, wie dass jedes Medikament teure Studien durchlaufen muss, was sich nur wenige Multis leisten können. Dadurch wird ein Pharmakartell zementiert.

Viel problematischer sehe ich den Fall, wenn direkt Gewalt ausgeübt wird, z.B. in Gerichts-, Polizei- und Militärangelegenheiten. Gerade hier sehe ich dass diese Konzerne Soziopathen anlocken werden. Wenn dann wenige große Konzerne entstehen (und groß müssen sie sein, um überhaupt ernstgenommen werden zu können), haben wir schnell ein Oligopol weniger waffenstrotzender Multis. Die Soldaten wären Söldner, wie sie sich früher Freibeuter, absolutistische Herrscher oder heute die Mafia hielten/halten, die sich nichts und niemandem verpflichtet fühlen außer ihren Bossen und ihrer Beute, die sie sich evtl. erplündern dürfen.

Im Falle einer Republik, in welcher sich die Soldaten einer Nation verpflichtet fühlen, gäbe es das so nicht. Vorstellbar wäre auch eine Miliz wie in der Schweiz, wo jeder Mann als Wehrmann die Heimat verteidigen würde im Ernstfall, und der sein Sturmgewehr nebst Munition zu Hause aufbewahrt. Auch die Justiz wäre kontrollierbar, wenn man Richter und Staatsanwälte im Landkreis vom Volk wählen lässt, und sie so unabhängiger wären gegenüber Ministern, die es im Ministaat ohnehin kaum gäbe.

Zudem: Absolute Sicherheit für das ewige Fortbestehen irgendeines Systems, auch eines freien Systems, gibt es nicht. Ein Null-Staat ist genauso angreifbar wie ein Minimalstaat. Man muss schauen dass man die Risiken minimiert. Lässt man die Leute Kontrolle ausüben (dezentrale Orga mit direkter Demokratie) dann lassen sich die Leute auf Dauer auch nicht verarschen. Siehe heute: alle EU- und Euro-Beschlüsse wären vom Volk abgelehnt worden. Siehe Schweiz: sie hält sich derzeit mit Abstand am Besten und bewahrt immer noch ihre Souveränität! Die Fehler der Schweiz kann man abstellen, z.B. in dem man die Kommunen Aufgaben, die höhere Ebenen ausüben, wieder zurückholen lässt (im PDV-Programm so vorgesehen). In der Schweiz geht das nicht und leistet der schleichenden Zentralisierung vorschub. Das wäre also abstellbar. Eine Zentralbank darf es ohnehin nicht geben.

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Liberty 15. Juli 2013 at 9:17

“Wenn dann wenige große Konzerne entstehen (und groß müssen sie sein, um überhaupt ernstgenommen werden zu können), haben wir schnell ein Oligopol weniger waffenstrotzender Multis.”

Ergänzung: In einem “normalen” Markt würde bei Machtmissbrauch durch das Oligopol bzw. Kartell schnell Konkurrenz entstehen und die etablierten Konzerne verdrängen. Im Sicherheits-Segment dagegen können die großen Multis durch das Inszenieren von Terror unter falscher Flagge Situationen schaffen, in denen die Kleinen gar keine Chance mehr bekommen um groß werden zu können. Die Großen haben die Waffen und können dann jede Konkurrenz unterdrücken. Diese Konstellation gibt es in keinem anderen Sektor, und darin liegt das Problem.

Ich nehme an, dass dies der Kern dessen ist, worauf Alex die ganze Zeit hinweisen will.

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Equality 7-2521 15. Juli 2013 at 10:30

Ich denke das ist tatsächlich eine reale Gefahr. Und es wird sicherlich Menschen geben die das versuchen werden. Aber zumindest sitzen Medien und Recht nicht vorm staatlichen Trog. Das Risiko für solche Aktionen ist also ungleich höher.

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Liberty 15. Juli 2013 at 12:17

Das sitzen sie im Ministaat auch nicht. Medien am allerwenigsten, und dezentrales Recht (in der Kommune oder im Landkreis) wirkt Machtkonzentration auch entgegen. Völlige Sicherheit gegen Machterschleichung gibt es nicht, in keinem System.

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Equality 7-2521 15. Juli 2013 at 14:06

>>Völlige Sicherheit gegen Machterschleichung gibt es nicht, in keinem System.
Nein, am Ende sind es die Anreize die den Unterschied ausmachen. z.B. ist eine „false-flag“ für einen Sicherheitsmonopolisten profitabler als für einen entsprechenden Dienstleister unter Wettbewerbsbedingungen. Im Wettbewerb verschafft man sich hier sogar einen relativen Nachteil: Das erhöhte Sicherheitsbedürfnis kann auch von der Konkurrenz aufgefangen werden und man selbst trägt Kosten und Risiko des Verbrechens. Für die Diskussion der anderen Punkte ist hier inzwischen zu wenig Platz …

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Liberty 15. Juli 2013 at 15:24

“Wenn dann wenige große Konzerne entstehen (und groß müssen sie sein, um überhaupt ernstgenommen werden zu können)” dann …. “können die großen Multis durch das Inszenieren von Terror unter falscher Flagge Situationen schaffen, in denen die Kleinen gar keine Chance mehr bekommen um groß werden zu können. Die Großen haben die Waffen und können dann jede Konkurrenz unterdrücken.”

Besser deshalb “Lässt man die Leute Kontrolle ausüben (dezentrale Orga mit direkter Demokratie)”, dann haben auch machtgeile Soziopathen ausgespielt und es gibt dennoch ein freies und stabiles System.

Das wäre zumindest eine Option.

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alex 15. Juli 2013 at 9:48

Wer soll außerdem ohne Republik verhindern, dass fremde Staaten Sicherheitskonzerne mit Milliarden in der Privatsrechtsgesellschaft unterstützen?

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Equality 7-2521 15. Juli 2013 at 10:31

Trotzdem: Ohne Kunden läuft gar nichts. Und wenn das jemand aufdeckt …
Und ich kenne da schon die besten Kandidaten für … wie gesagt, Konkurrenz ist Sünde!

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Tiebreaker 14. Juli 2013 at 17:02

Bis jetzt konnte mich argumentativ noch niemand von AnCap überzeugen. Ich finde das Alex mit seinen Argumenten absolut Recht hat. Das Argument Menschen handeln nicht böse ist absolut infantiel!

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Soma 14. Juli 2013 at 16:25

Vielleicht ist Gängelei ja besser zu ertragen, wenn man weiss, dass sie von einer Privatrechtsgesellschaft ausgeht. 🙂

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fan club 14. Juli 2013 at 16:06

Sogar am Sonntag einen langen Artikel! 🙂 Meine Anerkennung an deinen Fleiß, guter Alex! Wenn du soviel Geld hättest wie Ehrgeiz und Talent, wären wir schon ein Stück weiter.

PS: Deine Pscho-These stimmt natürlich voll! Das kapieren bloß Leute nicht, die noch zu wenig Erfahrung mit Soziopathen haben.

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