Von Alexander Benesch

Die Diskussion ist vehement, aber notwendig. Die eine Seite erklärt, ein Minimalstaat könne durchaus neben privaten Sicherheitsfirmen und dem tatkräftigen Bürger für Sicherheit und die Wahrung der Rechte sorgen. Die andere Seite ist überzeugt, jeder noch so geringfügige Minimalstaat öffne die Büchse der Pandora und wird unweigerlich wachsen und zum großen Rechtsbrecher werden. Es handelt sich nicht nur um eine Theoriediskussion, denn von diesen Gedanken ist abhängig, ob sich freiheitlich gesinnte Menschen nun entweder politisch organisieren oder das Feld den Sozialisten und anderen Freiheitsgegnern überlassen. Außerdem ist das Thema Sicherheit überlebensnotwenig und nicht gerade das Spezialgebiet der ganzen Sozial- und Wirtschaftstheoretiker.

Hans-Hermann Hoppe, der den Staat ablehnt und eine Privatrechtsgesellschaft vertritt, erklärt in seinem Buch “Demokratie – Der Gott der keiner ist”:

“Rothbard hat uns, aufbauend auf der bahnbrechenden Analyse des französisch-belgischen Ökonomen Gustave de Molinari, eine Skizze darüber geliefert, wie Schutz und Verteidigung in einem System des freien Marktes funktionieren würden.”

Sind Ökonomen, Wirtschaftstheoretiker wie Molinari oder Hoppe, wirklich die geeigneten Personen um uns über Sicherheit aufzuklären? Hoppe bleibt, wie seine Vorbilder, auf der wirtschaftstheoretischen Ebene und argumentiert mit Angebot und Nachfrage, damit dass konkurrierende private Sicherheitsunternehmen, die nach Leistung bezahlt werden, in der Privatrechtsgesellschaft effektiver arbeiten als der behäbige Monopolist namens Staat.

Gruselig wird es, wenn Hoppe von gigantischen privaten Sicherheitsunternehmen schreibt, die zusammen mit Versicherern und Rückversicherern “kombiniert eine ökonomische Macht repräsentieren, die jene der meisten Regierungen in den Schatten stellt.” Oh oh.

Hoppe will also private, internationale Leviathane, die den einzelnen Bürgern und notfalls auch den kleineren staatlichen Leviathanen aufs Maul hauen. Man will also die Pest mit der Cholera austreiben. Für Hoppe gibt’s bei einer ultramächtigen Organisaton mit stehenden Armeen also kaum Bedenken, solange sie privat ist. Dabei können solche Megakonzerne schnell selbst Regierungen spielen. Wollen sie sich mehr gruseln? Bitteschön:

“Die Versicherer wären für die Möglichkeit des Angriffs eines Staates effektiv ausgerüstet und ausgebildet und in der Lage, mittels einer zweifachen Verteidigungsstrategie zu antworten. Einerseits, in bezug auf ihre Operationen innerhalb der freien Territorien, wären Versicherer bereit, jeden Eroberer auszuweisen, gefangenzunehmen oder zu töten, während sie versuchen würden, jeden Kollateralschaden zu vermeiden. Andererseits, in bezug auf ihre Operationen auf staatlichem Territorium, wären Versicherer bereit, beim Gegenschlag auf den Aggressor (den Staat) zu zielen. Das bedeutet, Versicherer wären bereit, zum Gegenangriff überzugehen und, ob mit Langstrecken-Präzisionswaffen oder mit Attentatskommandos, Staatsangestellte von der Spitze der Regierungshierarchie vom König, Präsident oder Premierminister abwärts zu töten, während jeder Kollateralschaden an unschuldigen Zivilisten (Nichtstaatsangestellte) zu vermeiden versucht würde.”

Merken sie die blutrünstige Wut auf alles was mit Regierungen zu tun hat, während monströse Unternehmen mit stehenden Heeren die good guys sein sollen auf die man sich verlassen könne? Hat Hoppe berücksichtigt, dass Staaten und Unternehmen gerne verdeckte Kriegsführung betreiben, Destabilisierungsoperationen und Anschläge unter falscher Flagge? Nein. Nicht nur Regierungsbeamte haben den Moral Hazard, Krisen heimlich zu schüren und verdeckte Anschläge zu begehen um die Nachfrage nach mehr Staat zu generieren! Auch die privaten Sicherheitsunternehmen, insbesondere die von Hoppe herbeigewünschten Leviathane, haben den Moral Hazard, Chaos zu schüren um die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen zu erhöhen. Da gibt es schnell geheime Partnerschaften zwischen dem privaten Sicherheitsdienstleister und terroristischen Gruppen. Und die Sicherheitsgiganten würden sich genauso aufblähen wie es immer heißt, dass sich die Staaten aufblähen.

Staaten oder monströse private Sicherheitsgiganten können einfach Tatsachen schaffen und dann lügen. Es ist leider in der Praxis nie leicht, den Aggressor der als erstes geschossen hat, zu identifizieren. Das sieht man ja immer an den Grenzkonflikten oder Beispiel des ersten Weltkriegs: Frankreich, Russland, England und co. sprachen sich heimlich untereinander ab, planten Krieg gegen Deutschland und einigten sich im Vorfeld auf die Verteilung der Beute hinterher. Man mobilisierte die Armeen, die Deutschen waren gezwungen nachzuziehen und hinterher dichtete man Deutschland die Alleinschuld an. An so einem Dreck kann sich auch ein Versicherer-Monstrum mit eigener Armee beteiligen! Also wieso um Gottes Willen soll ich deswegen meinen deutschen Staat komplett aufgeben und internationale private Sicherheitsmonster füttern, die keine familiären und emotionalen Bindungen an die Deutschen haben? Genausowenig wollen die Franzosen eines Tages aufwachen und zusehen, wie die allianz-Armee mit der Münchner Rück im Hintergrund durch die Straßen marschiert.

Viele von diesen Versicherer-Monstern würde es eh nicht geben, sondern nur ein paar. Wenn die sich zusammenrotten, gibt’s die Diktatur. Also malen wir uns ein realistischeres Szenario aus: Deutschland gibt jede Staatlichkeit auf, verwandelt sich in eine Privatrechtsgesellschaft und es existiert eine Vielzahl privater Sicherheitsunternehmen

Szenario 2 in der Privatrechtsgesellschaft

Yevgeny ist Agent des russischen Geheimdienstes. Mit einer Deck-Identität gelangt er problemlos in die Privatrechtsgesellschaft wo früher der deutsche Staat existierte. Sein Auftrag lautet, einen Staatsstreich vorzubereiten um die Deutschen der russischen Gewalt zu unterwerfen.

Auf deutschem Staatsgebiet, dessen Territorialität nicht mehr gewährleistet ist, hat er bereits viele große Agentenringe aufgebaut mit Hilfe von willigen Deutschen, die u.a. private Sicherheitsfirmen, Zeitungen und diverse Organisationen leiten. Diese ganzen Fronteinrichtungen vertreten nach außen hin verschiedenste Ideologien und Überzeugungen, gehören jedoch alle zu Moskaus Plan. Offen für eine kommunistische Revolution zu agitieren, ist in der deutschen Privatrechtsgesellschaft kein Verbrechen, schließlich wird ja die absolute Abwesenheit jeglichen staatlichen Zwangs glorifiziert.

Die Agenten können überall in der Bevölkerung auf zahlreiche weitere sozialistische Agenten zurückgreifen, die bereit sind, als freiheitliche Bürger getarnt in die Unternehmen hineinzugehen und dort nach Kräften zu sabotieren. Teure Maschinen gehen kaputt, Sachen gehen verloren, Unterlagen verschwinden oder landen bei der Konkurrenz.

Auch anderweitig wird sabotiert, denn überall brechen Moskaus Agenten Streit vom Zaun und verwickeln die vielen privaten Sicherheitsunternehmen in fruchtlose und teure Konflikte ohne Aussicht auf einvernehmliche Lösung durch dritte Schlichter.

Menschen in der Privatrechtsgesellschaft haben zwar ständig den Verdacht, dass etwas richtig schief läuft, aber ihre angeheuerten privaten Sicherheitsunternehmen können keine Vernehmungen von Verdächtigen erzwingen, keine Hausdurchsuchungen machen, ja nicht einmal korrekt die Identitäten von möglichen Agenten festnageln, denn die entziehen sich durch ihre Tarnung oder durch ihre eigenen angeheuerten, heimlich moskau-gesteuerten privaten Sicherheitsunternehmen dem Zugriff. Staatliche Ausweise gibt es keine. Im Äußersten Notfall verschwindet der Agent nach Russland und kommt einen Monat später mit neuer Identität zurück.

Die Privatrechtsgesellschaft wird mit ihren eigenen Waffen ausgeblutet. Aber die Moskau-gesteuerten Zeitungen und Fernsehsender und Webseiten, die sich immer ein freiheitliches Image gegeben haben, schimpfen gegen diejenigen Stimmen im Land, die aus Selbsterhaltungstrieb einen Minimalstaat und Befugnisse für staatliche Ermittler fordern. Man schreit: “Was für ein Verrat an den Werten!”. Die Menschen in der Privatrechtsgesellschaft keifen sich gegenseitig an und verblasen ihre Energie. Eines Tages besetzen kommunistische moskau-treue Kräfte die wichtigsten Städte und Industriezentren. Panisch versuchen die unzähligen verstrittenen privaten Sicherheitsunternehmen an einem Strang zu ziehen, aber es herrscht Chaos, weil die Kommunikationssysteme von Kommunisten sabotiert wurden. Die Mobilisierung der angestellten Kämpfer und von Bürgermilizen dauert zu lange. Überall sitzen nämlich Agenten und schaffen Chaos. Die Kämpfer haben keine funktionierenden Transportmittel, und werden in die falschen Richtungen ausgeschickt.

Die Leiter von den größten Sicherheitsunternehmen rufen gemeinsam andere Nationalstaaten im Umland an und bitten um Hilfe. Die ausländischen Regierungen fragen, welche Gebiete diese privaten Sicherheitsunternehmen denn wenigstens kontrollieren und bieten an, Hilfe zu leisten gegen hohe Zahlungen und Abtretungen von Gebieten. Die Vertreter der privaten Sicherheitsunternehmen erklären, dass sie eigentlich gar nicht die Befugnisse haben, Gebiete abzutreten und Besitz der Bevölkerung zu enteignen und anzutreten. Die ausländischen Regierungsvertreter bekommen von Moskau das Gegenangebot, Teile von deutschem Staatsgebiet zu bekommen falls sie den privaten Sicherheitsunternehmen auf deutschem Boden keine Hilfe leisten. Die Regierungsvertreter nehmen das russische Angebot an und mobilisieren ihre eigenen Truppen gegen die Deutschen. Die Vorbereitungen dafür liefen schon eine ganze Weile, denn im Ausland waren die Polizei und die Geheimdienste in der Lage, vom Plan der Russen frühzeitig Kenntnis zu erreichen.

Die deutsche Privatrechtsgesellschaft ist als Non-Staat in keinem zwischenstaatlichen Verteidigungsbündnis mehr, also sind keine Probleme zu erwarten. Währenddessen gewinnen die Kommunisten per Waffengewalt immer mehr Boden. Langsam kommt zwar immer stärkerer Widerstand von den Deutschen, aber plötzlich trifft eine Atombombe auf die größten privaten Sicherheitunternehmen. Die Kommunisten können in Norddeutschland und im Osten Korridore schaffen für die eintreffenden russischen staatlichen Militärstreitkräfte. Diese töten 2 Millionen deutsche Männer bevor die Deutschen überall kapitulieren. 20% der Fläche Deutschlands geht an die Franzosen, der Rest untersteht Moskaus Kontrolle. Sämtliche Freiheit ist auf deutschem Boden für immer beendet.

Szenario 2 in dem Minimalstaat

Yevgeny, der Russenagent, hat überall nur Schwierigkeiten auf deutschem Boden. Überall ertappen die deutschen Behörden und privaten Sicherheitsunternehmen seine Agenten und drehen sie um. Das ganze funktioniert prächtig: Die Privaten oder individuelle Bürger dürfen zwar nur in Notfällen selbst Verhaftungen machen und müssen sich später eine richterliche Überprüfung des Vorgehens gefallen lassen, trotzdem liefert man zusammen mit den staatlichen Behörden Ergebnisse.

Das öffentliche Fordern einer kommunistischen Revolution steht unter Strafe, kommunistische Organisationen sind illegal und werden konsequent verfolgt. Immer wieder gibt es Festnahmen und Hausdurchsuchungen bei feindlichen Agenten. Yevgeny muss seinen Kontaktleuten in Moskau berichten, dass die Aussichten trübe sind. Er bekommt Druck, gefälligst bessere Ergebnisse zu liefern.

Er geht höhere Risiken ein bei seinem Agentenring und macht seinen leitenden Agenten mächtig Druck. Dummerweise arbeitet einer von ihnen für den deutschen Staat. In einer schnellen Aktion werden Yevgeny und seine Leute von einem staatlichen Antiterrorkommando verhaftet. Weil sie alle deutsche Pässe tragen und entsprechende Dokumente besaßen über das Ausmaß ihrer Pläne, werden sie zu lebenslanger Haft verurteilt. Moskau schäumt vor Wut und schickt die nächsten Agenten nach Deutschland, die bei Null anfangen müssen.

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17 comments

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Reen 7. Juli 2013 at 9:05

Man kann die Filme mögen oder nicht aber, das klingt verdammt schwer nach ” Umbrella Corporation” aus Resident Evil.

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Ilja 6. Juli 2013 at 12:06

Wie machtvolle Staaten anarchokapitalistische Regionen erobern und was militärisch dabei rauskommt sieht man gerade in Afghanistan. 50% der Weltmilitärausgaben (USA) + weitere Verbündete erobern eines der ärmsten Länder der Welt, welches sowieso als “failed state” gilt. Und was kommt raus? Die große Weltmacht verhandelt mit Terroristen über die Modalitäten ihres Abzugs. Das, was dort so ähnlich funktionierte wie eine Minarchie war hingegen nach 2 Wochen weg und durch US-Marionetten ersetzt.

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alex 6. Juli 2013 at 14:31

Afghanistan war/ist ein Haufen verstrittener Regionen von Warlords und religiös-politischen Sekten kontrolliert. Wo die Sowjets sich lange eingemischt hatten. Immerhin gab es genügend Nationalismus in Afghanistan um gegen Besatzer zu kämpfen bis diese abhauen. Laut Hoppe würden sich Afghanis bei einem internationalen Konzernmonstrum mit stehenden Armeen gegen Geld “versichern”. Mit dem Ergebnis dass derjenige Recht bekommt, der mehr zahlt, i.e. die Milliardäre die afghanisches Lithium haben wollen.

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Knut Knolle 6. Juli 2013 at 16:42

“Afghanistan war/ist ein Haufen verstrittener Regionen”

Klingt für mich wie ein Anarchisten-Kongress. 😛

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karlheinz 7. Juli 2013 at 12:14

Laut Hoppe?
Laut Hoppe wird es gar keine stehenden Armeen geben, weil diese viel zu teuer sind, auf einem freiem Markt und mit NAP (Nicht-Aggressions-Prinzip), ohne das kein freier Markt frei sein kann. Laut Hoppe würden sich die Menschen genauso gegen eine Invasion wehren, wie von Freigeist und Ilja grade trefflich beschrieben. Laut Hoppe oder wie hier von Larken Rose:

Die unvorstellbar grosse Lüge
http://www.freiwilligfrei.info/archives/4725

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alex 7. Juli 2013 at 16:15

Laut Hoppe hätten Konzerne in der Privatrechtsgesellschaft die größten Armeen. Steht in “Demokratie – Der Gott der keiner ist”

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nlen 8. Juli 2013 at 7:46

Niemand weiß wie sich das verhalten wird. Konzerne die Sicherheit anbieten, mag es durchaus geben können. Hoppe ist auch nicht der alleinge Maßstab. Und wenn Hoppe über solche Konzerne fabuliert, dann meint er deren Personal im ökonomischen Wettbewerb und keine militärisch gedrillten Truppen.

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Bugs 6. Juli 2013 at 10:23

Interessant finde ich, dass praxeologisch gewonnene Erkenntnisse des zwischenmenschlichen Zusammenlebens in einigen, wenigen Bereichen angeblich keine Gültigkeit haben.

Und die, die das behaupten, wollen dann ausgerechnet den Anarcho-Kapitalisten erzählen, wie der Markt funktionieren würde und wie nicht, wo ein Anarcho-Kapitalist froh ist, wenn er weiß, was er Sonntagmittag essen möchte.

Jetzt mal im Ernst: Hat von euch mal irgendwer gehört, dass ein Anarcho-Kapitalist zu einem Minarchisten wurde? Mir ist ein Fall bekannt und der ist wie ein bunter Hund durch die US-Radio-Talkshows und Liberty Festivals geschleift worden. Aber ich verfolge das Ganze auch nicht so intensiv.

Kommt mir ein wenig vor wie “Mission Impossible”. Ich halte Sozialisten für eher zum Minarchismus bekehrbar als Anarcho-Kapitalisten. Aber warum nicht, man kanns ja mal versuchen …

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Freigeist 6. Juli 2013 at 6:56

Die Szenarios überzeugen mich überhaupt nicht.

Die Russen bräuchten viel mehr Personal um Sicherheitsfirmen zu sabotieren als wichtige Stellen im Staatsapperat zu besetzen.
Genauso braucht es keine übergeordnete Befehlsstruktur der Sicherheitsfirmen, weil gerade das der größte Schwachpunkt ist. Dazu kommt, dass man es mit einer unüberschaubaren Anzahl an Widerständlern zu tun bekommt. Du hast es selbst mal erwähnt: Die deutsche Wehrmacht konnte feindliche Armeen im Osten schnell platt machen, aber die Partisanen waren ein riesen Problem. WIeso sollten sie keine Transportmittel haben? Wieso sollten sie nicht kommunizieren können? Weil jedes Midland Radio überhaupt von einem Stealth-Boris sabotiert wurde? Außerdem haben die Russen nur die Aussichten auf einen fetten Beutezug da es langfristig keine Steuersysteme zu übernehmen gibt und ein Aufbau von 0 für die Besatzer zu zeitintensiv und kostenspielig ist, da es permanenten Widerstand gibt. Das ist nicht mehr Rom 200 B.C. Sobald ein Stealth Boris offen was von Revolution erzählt werden sowieso überall Alarmglocken läuten.

Das zweite Szenario erinnert mich ziemlich an den Wikingersturm 799 der nach der Bildung einer professionellen Armee das Feudalsystem mit Ritterstand zur Folge hatte.

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SmartGart Sicherheit | Klaus Hildner 6. Juli 2013 at 6:55

Stichwort “als erstes geschossen”:

Es gibt Regierungen, die aufgrund von Fehlallokation oder Korruption ihre Voelker verarmen, demoralisieren und schlimmstenfalls verhungern lassen. Dagegen nicht bewaffnet aufzustehen — in der Masse (Revolution) oder gezielt auf die Fuehrer (Stauffenberg) — erfordert einen Gandhi.

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Kommissar Kniepel 6. Juli 2013 at 5:43

Zum Buch kann ich mich leider nicht äußern, ich muss es noch lesen (Nie glauben, selber nachsehen!). Ist es im Recentr Shop?
Hab nach gesehen: Nicht gefunden 🙁

“Es ist leider in der Praxis nie leicht, den Aggressor der als erstes geschossen hat, zu identifizieren.”

Mit etwas übung ist es aber leicht den Aggressor anhand der Philosophy of Liberty (NAP, siehe https://www.youtube.com/watch?v=8z1buym2xUM -gibt es das auch in Deutsch?) zu erkennen, und bis man das gemacht hat ist es ratsam nicht gleich aufbrausend ganze Menschengruppen zu beschuldigen.

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SmartGart Sicherheit | Klaus Hildner 6. Juli 2013 at 4:37

Den “Staat” sehe ich auch als eine Art Firma, aber mit einem quasi-Monopol, ueber die Steuern erzwungener Finanzierung (Pauschalbepreisung: flat rate) und die Exekutive eingesetzt durch die jeweils gewaelten oder ungewaehlt-lobbyierend Herrschenden.

Der Blick auf Religionen und Kleingesellschaften (Buergerwehren) wie bei den Mormonen, in der Schweiz oder in Mexiko kann interessant sein — letzteres in der Abwehr eines militaerisch eskalierten Drogenkrieges und die natuerlichen Rechte eines Volkes (essen, arbeiten, schlafen, nicht-umgebracht-werden) hochhaltend.

Entscheidend finde ich die Offenheit und Offenlegung der staatlichen Funktionsprinzipien und Entgelte (Diaeten, Gehaelter, Ausschreibungen). Geheimhaltung mag manchmal wichtig sein, sollte aber nach Ablauf von Sperrfristen aufgehoben werden. Nur quelloffene Software — free software, free society. Freies Geld ohne Druckerpresse — Goldstandard.

Sicherheit und damit verbundene Kosten und Einschraenkung der Freiheit sind nur gestattet, wenn sie sich betriebswirtschaftlich rechnen anhand einer Risikoanalyse (Schadenseintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshoehe) und dann eben ggf. nicht implementiert werden.

Ob die Kosten fuer body scanner und den Krieg gegen die Drogen gerechtfertigt sind, sei in Frage gestellt. Eher geht doch grundsaetzlich etwas zwischen den Gesellschaften schief (oder wird so medienwirksam aufbereitet), und beispielsweise eine Freigabe der Drogen bis zum Bezug in reiner Form aus der Apotheke mit oder ohne Verschreibung wuerde ganze Schwarzmaerkte kollabieren lassen und verhindern, dass deutsche Steuerzahler ueber den Umweg von Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan die schwarzen Kassen von US-Organisationen fuellen.

Also auch hier wieder die Forderung nach Transparenz: Wer verdient hier auf Kosten der Allgemeinheit, und geht das nicht auch viel schlanker (geringere Staatsquote) oder anders — konkret: Selbstorganisiert vor Ort — also beispielsweise ein Afghanistan (oder Mexico oder Columbien), das das macht, was es immer getan hat, aber Amsterdam-artig “voll am Radar” und bestenfalls sogar als Steuerzahler?

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Valthiel 5. Juli 2013 at 22:19

Hier würde ich gleich argumentieren wie im ersten Teil.

Was die Verteidigung im Kriegsfall betrifft ist wahrscheinlich sowieso die Guerillataktik das einzige wirklich effektive Mittel. Siehe Schweiz, deren staatliche Armee würde im Ernstfall auch nicht lange stehen, die eigentliche Verteidigung liegt in der Bewaffnung der Bürger.

Vorraussetzung ist natürlich, dass sich die meisten Menschen nicht manipulieren und “umdrehen” lassen, aber für jeden Rechtsstaat gilt das gleiche. Ist das nicht jetzt genau unser Problem, dass sich immer noch zu viele Menschen von staatlicher und medialer Propaganda beeinflussen lassen? Woher die Propaganda kommt ist doch letztendlich egal, wenn die Mehrheit der Menschen nicht zu den Werten der Freiheit stehen ist JEDE Gesellschaftsform dem Untergang geweiht.

Und was die gezielte Unterwanderung der Sicherheitsfirmen angeht, die Gefahr ist doch für den zentralen Sicherheitsdienst “Staat” genau die gleiche. Wir wissen doch, dass der deutsche Staat schon längst unterwandert ist. Oder glaubt jemand der BND hätte wirklich nichts von der NSA Spionage gewusst?
Es waren halt nicht die Russen aber was macht das für einen Unterschied.

Das einzige was vielleicht wirklich probelmatisch wäre sind Atombomben und entsprechende Abwehrsysteme. Sowas wäre von privaten Sicherheitsfirmen wahrscheinlich nicht finanzierbar und selbst wenn, dann wäre es immer noch fraglich ob wir das überhaupt wollten. Andererseits ist eine Atombombe gegen Guerillakämpfer ohnehin nicht effektiv, außer man macht wirklich alles und jeden platt, aber dann wäre auch wieder nichts gewonnen. Problematischer wird das vielleicht wenn es irgendwann noch extremere Technologien gibt, aber ungemütlich wirds dann in jedem Fall.

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Agent Orange 5. Juli 2013 at 19:41

Hi nettEd, “politisch inkorrekten themen” gibt es nicht. 😉

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netterEddy 5. Juli 2013 at 19:24

hoppe ist nicht der richtige gegner. greif die schwuppen von fwf und rand an aber hoppe? der ist doch eigentlich einer von den guten würde ich sagen. konservativ und gerade aber naja mach was du willst läuft schon

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netterEddy 5. Juli 2013 at 19:26

zumal es wichtig ist zu wissen das die immer den hoppe für sich beanspruchen aber keinesfalls seiner meinung sind sobald es an die unangenehmen politisch inkorrekten themen geht. (die ich bei ihm so liebe)

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Dude 5. Juli 2013 at 18:01

Achso. Ja, ersmal verständlich die Szenarien dargelegt, ist das mit der Privatrechtsgesellschaft doch nicht so dolle. Und aha! In der Stadt wo ich wohne sind die meisten Verbrechen die statisch gesehen passieren Diebstähle bzw. Einbrüche. So kam es einmal, dass ich eines Nachts mit dem Rucksack auf den Rücken angehalten wurde. Ich habe zwar gesagt, dass ich verständnis dafür gehabt habe, als ich wusste warum man angehalten wurde. Aber war das doch nicht so lustig, dass ich ein KGB-T-Shirt mit der Aufschrift “Still Watching You” angehabt habe und darauf angesprochen wurde. Was man nicht über so nen polnischen Getränkeladen kaufen konnte.^^

Hier aber was anderes was ich bezüglich einer “konstitutionellen Minimalrepublik (?)” als Video posten wollte, denn you all know, ..”just the facts, ma’am”..

https://www.youtube.com/watch?v=j7M-7LkvcVw

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