von Peter Boehringer  

Je mehr die Parlaments-Demokratten in der real existierenden Volkszertretung namens „Deutscher Bundestag“ ihr Mandat pervertieren und ihre rechtlichen und ökonomischen Kompetenzen bis hin zur Existenzbedrohung unseres Gemeinwesens überschreiten, desto mehr rhetorischer Widerstand regt sich am anderen Ende der Extremistenskala. Neu sind die Theorien der Anti-Demokratie dabei nicht. Sie waren latent immer da. Professor Hans-Hermann Hoppe etwa predigt seit 40 Jahren die immer gleichen, zwar teilweise folgerichtigen aber dennoch weder erstrebenswerten noch umsetzbaren Utopien. Neu ist lediglich, dass diese Utopien mit implizit anti-individualistischer Grundhaltung (was Hoppe bestreiten würde, dazu aber unten mehr) heute medial zunehmend hof- und salonfähig werden. Extremes Versagen am einen Ende der Skala (pervertierte volksverratende Parlamentsdemokratie) gebiert eben immer das andere Extrem – in diesem Fall den völligen Staats- und speziell Demokratie-Nihilismus.

Warum sind Hoppes anti-demokratische Thesen „anti-individualistisch“ – so dass Hoppe m.E. an dieser Stelle nicht mehr auf dem Boden der auf einer subjektiven Wertlehre und vom menschlichen Individuum her argumentierenden Österreichischen Schule Mises´scher Prägung steht? Nun – schon vor einigen Wochen formulierte ich hier (S. 7) die Grundforderung an alle fundamentalistischen Systemkritiker:

„Mises kämpfte nicht generell gegen den Staat, sondern gegen den Staat, der seinen Grundaufgaben (Schutz) nicht nachkommt! In diesem Sinne kann man und muss man dann gegen den sozialistischen Staat und dann sogar gegen den demokratisch-sozialistischen Staat argumentieren. Ich sage aber auch – ohne dies hier erschöpfend diskutieren zu können: Wer dieses tut, muss zugleich ein weniger totalitäres und praxisfähiges, nicht-utopisches und menschennahes alternatives System vorschlagen!“

Wer den direktdemokratischen Grundsatz „One Man – One Vote“ in Frage stellt, muss etwas Besseres bzw. Legitimeres vorschlagen. Wenn man bei der wachsenden Zahl der Hoppe-Fans diesbezüglich kritisch nachfragt, bekommt meist zunächst die Forderung nach der 100%-Privatgesellschaft zu hören. Also nach einer Gesellschaft, in der sich vermeintlich freie Bürger wirklich aller Staatsaufgaben selbst annehmen – mithin auch der beiden zentralen Schutzaufgaben, die realistisch-rationale Minimalstaatler originär-natürlicherweise bei einem Staat ansiedeln. Mises dazu:

„Die Hauptaufgabe des Staates in einem marktwirtschaftlichen System ist es, den reibungslosen Ablauf der Marktwirtschaft vor Betrug oder Gewalt von innen und außen zu schützen.“

=> Schutzaufgaben nach innen und außen sind nicht ohne Aufgabe von Individualrechten erfolgreich an Private delegierbar. Dies aus Macht- und Korruptionsgründen (es entstünden immer Mafia-Organisationen; es gälte das willkürliche Recht des Stärkeren – und dieses Argument wird nicht dadurch entkräftet, dass die heutige Parlamentsdemokrattie selbst korrupt, unfähig und willkürlich-totalitär agiert).

=> Privatarmeen können nicht das Ziel von Bürgern mit Individualinteressen sein. Wir haben sie heute schon – sie heißen Blackwater oder Camorra. Der vermeintliche „Schutz“ von privaten Individualinteressen ausgerechnet durch Mafia-Armeen ist ein Treppenwitz der Hoppe´schen Lehre.

=> Und auch die von den Hoppe-Fans immer wieder vorgeschlagenen „Privaten Schiedsgerichte“ sind ein utopistisches Ziel: Wie realistisch ist es, dass sich Streitparteien freiwillig (!) auf einen Richter einigen – und dann auch im Falle einer Niederlage dessen Spruch beugen? Mediatoren können ein Lied davon singen, wie oft ihnen genau dies vor der Mediation von den Beteiligten versprochen wird – die unterlegene Partei aber nach dem Mediationsspruch dann eben doch sofort die ordentliche Gerichtsbarkeit anruft; speziell in Fällen von großer Bedeutung bzw. gravierender Folgen. Nein, die Jurisprudenz ist neben der Verteidigung des Gemeinwesens nach außen die zweite originäre Staatsaufgabe. Dass wir rechtsbeugende Richter wie im Falle Mollath oder ESM („Nicht im Namen des Volkes“) dabei verhindern müssen, ist dabei natürlich völlig klar. Das aber kann im direktdemokratisch regierten Minimalstaat ohne Richter-ernennende Parteien weitgehend ausgeschlossen werden.

Das nächste Reizwort der Hoppeianer: „Direktdemokratie“. Aktuell auf ef-online darf in diesen Tagen ein gewisser Ferdinand Hoischen den an dieser Stelle leicht zu erntenden Applaus abgreifen, indem er den natürlich nicht existierenden „Gesellschaftsvertrag“ von Rousseau zerlegt. Dafür dass der praktisch nicht googlebare Herr Hoischen so gut wie keinen Track Record zu haben scheint, kann er nichts. Nicht wirklich schlimm ist auch, dass er im Aufsatz „Demokratie – Handlungslegitimierung für Schwachsinnige“ letztlich plagiiert, denn die Quellenangabe „Hoppe“ oder wenigstens „Rothbard“ vermisst man im ganzen Artikel. Ärgerlich ist aber die aggressive Wortwahl dieses Autoren, denn an sehr vielen Stellen sind seine Thesen angreifbar. Unten einige Zitate – nicht weil gerade dieser Artikel wichtig wäre, sondern weil er so typisch ist und weil die utopischen Hoppe-Thesen einfach mal in ihre Schranken gewiesen werden sollten, bevor sie immer mehr den Anspruch erheben, nunmehr der „Mainstream“ der Österreichischen Schule und gar die einzig göttliche Wahrheit der reinen Staats- und Morallehre darzustellen, was in unserem Diskurs der Minimalstaatler mit Nicht-Österreichern zunehmend gegen uns verwendet wird – ich erlebe das täglich in Zuschriften und Veranstaltungen…

1. „Mir ist indes kein einziger Staat bekannt, der jemals durch die Zustimmung aller auf seinem Territorium lebenden Individuen entstanden wäre. Der angebliche [Rousseau´sche] Gesellschaftsvertrag ist nichts als eine herbeiphantasierte Illusion zur mehr als dürftigen Rechtfertigung von Staatsgewalt.“

=> Das ist zugleich wahr und trivial (man beachte Rousseaus Zitat: „Ich möchte, daß das Eigentum des Staates so groß und mächtig – und das das der Bürger so klein und schwach wie möglich ist. … Wenn das Privateigentum so schwach und abhängig ist, braucht die Regierung nur sehr wenig Gewalt und kann die Leute sozusagen mit dem kleinen Finger lenken.“) – vor allem aber ist es off-topic. Denn noch einmal: Wer sogar den direktdemokratischen Minimal-Staat bekämpft, muss wenigstens ein nicht totalitäres, praxisfähiges, nicht-utopisches und menschennahes alternatives System vorschlagen! An dieser Stelle kommt von den Hoppes nichts, was jemals erfolgreich irgendwo in der Weltgeschichte getestet worden wäre – ganz im Gegensatz übrigens zum Minimalstaat. Die Mafia-Herrschaft oder die Anarchie nehmen wir aus, worauf die Umsetzung des „100%-Privatrechtsstaats“ schnell hinausliefe.
=> Oder eben auf den „starken Mann“, z.B. den Monarchen. Es ist darum auch kein Zufall, dass aus Hoppes Fanclub (manchmal unausgesprochen, oft explizit) der Ruf nach eben diesem Monarchen (in Bayern „dem Kini“) erschallt.

2. „An die Stelle der Herrschaftslegitimierung des Monarchen trat [in der Demokratie] nun die Legitimierung staatlicher Gewalt durch den sog. Gesellschaftsvertrag. … Der angebliche Gesellschaftsvertrag ist nichts als eine herbeiphantasierte Illusion zur mehr als dürftigen Rechtfertigung von Staatsgewalt.“

=> Warum nur beantworten die Hoischens und Hoppes nie die extrem naheliegende Frage, welcher Bürger in der Weltgeschichte denn je einen Gesellschafts- / Beherrschungsvertrag mit dem König geschlossen hat? Schon diese natürlich nur mit „Niemand“ beantwortbare Frage delegitimiert jeden Ruf nach dem starken Mann, dem König, der irgendwie mirakulöserweise den Privatrechtsstaat ermöglichen soll…

3. „Mir ist indes kein einziger Staat bekannt, der jemals durch die Zustimmung aller auf seinem Territorium lebenden Individuen entstanden wäre.“

=> Das Zitat belegt, dass Herr Hoischen doch durchaus das Grundproblem der Macht- und Staatslegitimation versteht: Es gibt schlicht keine solche Machttheorie. Macht ist Macht. Sie existiert, sie muss in gewissem Maße immer ausgeübt werden – das sage sogar ich als radikaler Vertreter des Individualismus! Aber auch mit der Monarchie (egal ob konstitutionell oder gottesgnädig „legitimiert“) hat nie ein Bürger einen Gesellschaftsvertrag bzw. einen „Monarchievertrag“ abgeschlossen! Die Legitimationsfrage ist keine objektiv-zufriedenstellend beantwortbare. Es kann immer nur darum gehen, die existierende Macht (die immer Individualrechte einschränkt) möglichst klein zu halten / sie quantitativ zu begrenzen (Minimalstaat), sie qualitativ zu begrenzen (durch eine Verfassung), sie durch möglichst bürgerverhaftete Gewaltenteilung und durch Mitspracherechte der Menschen zu begrenzen (Direktdemokratie). Sprich: vom vorzivilisatorischen, inhumanen Recht des Stärkeren wegzukommen, wohl wissend, dass das nie vollständig gelingen wird.  Der 100%ige Individualismus ist in einer ethnisch, sprachlich-kulturell und national unüberwindbar vorstrukturierten Gruppenwelt mit potenziellen Kollektiv-Fehden zwischen natürlichen Schicksalsgemeinschaften nie völlig um- oder durchsetzbar. Es wird immer um Verteidigung des Kollektivs gehen müssen – was der reine Privatrechtsstaat ebensowenig leisten kann wie eine effektive Verteidigung des (Individual)Rechts. Und Letzteres ist immerhin das edelste, älteste, geradezu konstitutionelle Motiv von Staatsgründungen. Die ersten aufgeklärten Verfassungs-Staaten (z.B. die USA 1776ff) wurden eben zum Schutz der Bürger vor monarchischer und auch vor klerikaler Macht-Willkür gegründet. Der Privatrechtsstaat kann das nicht leisten – diese Vorstellung ist bestenfalls gut gemeinte Utopie – weswegen ich dabei bleibe, solche Forderungen (wenn sie auch anders gemeint sind) als anti-individualistisch i.S.v. den Menschen nicht dienlich abzulehnen.

Im weiteren Verlauf seines Artikels schreibt Ferdinand Hoischen einiges Zustimmungsfähiges zum niemals feststellbaren „Gemeinwillen“ à la J.-J. Rousseau. Originell ist auch das nicht – fast alle klassisch-liberalen Autoren lehnen diese Vorstellung eines objektiv feststellbaren (und damit absoluten, nicht mehr hinterfragbaren) Gemeinwillens ab. Baader schrieb z.B. in „Kreide für den Wolf“ ein ganzes Kapitel zu diesem in der Tat wichtigen Thema, denn über dieses Hilfskonstrukt des vermeintlichen absoluten Volkswillens haben rote, braune und heute monetär-„demokratische“ Sozialisten seit über 250 Jahren immer wieder anti-humane Säuberungen gegen abweichende Individuen vorgenommen. Blutorgien im Namen des Gemeinwillens / des sozialistischen Kollektivs durchziehen diese sozialistische Geschichte seit 1789.

Leider aber schießt Hoischen in seiner den ganzen Artikel durchziehenden Rage dann übers Ziel hinaus – und bemängelt ausgerechnet das Grundgesetz – und damit m.E. indirekt den Rechtsstaat an sich, der doch der einzige Schutz gegen Auswüchse der Demokratie (die es leider gibt) oder von konstitutionellen Monarchen ist:

4. „Bei einem Vertrag zu Lasten Dritter vereinbaren die Vertragsparteien, dass ein anderer, nicht am Zustandekommen des Vertrages Beteiligter, die Vertragsleistungen zu erbringen hat. Genau dies geschah aber mit dem ‘Gesellschaftsvertrag’ namens Grundgesetz. Und dieser ‘Gesellschaftsvertrag’ Grundgesetz soll zudem auf ewig gelten, auch für alle Folgegenerationen, und unkündbar sein. … Schwachsinnige Herrschaftslegitimierung und Herrschaftslegitimierung für Schwachsinnige.“

=> Mon dieu… Natürlich ist das GG ein alliiertes Diktat und kein Dokument von Bürgersouveränität. Und dass wir weder 1949 noch 1990 darüber abstimmen durften, ist völlig korrekt und auch zurecht kritisierbar. Dennoch muss festgehalten werden, dass die schlimmsten Auswüchse gegen das Recht und gegen unsere Geldbeutel bzw. unsere volkswirtschaftliche Basis und Gesellschaft nicht durch das GG erfolgt sind, sondern –speziell seit 1990/1992 (Massenzuwanderung durch volle Personenfreizügigkeit, Maastricht-Vertrag), 1999 (EUR), 2001ff (Kampf gegen den Terror), 2005 (Ende Stabilitätspakt), 2009 (Lissabon-Vertrag), 2010ff (andauernde EUR-Rettungen)– erst dann, nachdem das GG faktisch abgeschafft worden war! Zugunsten von supranationalen ESM-Regelungen, ungeschriebenen EU-Verfassungen und „NWO-Weltordnungen“, die alle nicht durch, sondern gegen GG und BGB zustande gekommen waren! Übrigens gab es nicht einmal zum BGB eine Volksabstimmung – und es hat uns trotzdem seitdem über 100 Jahre lang gut gedient. Es ist selbst aus einer ganzen Reihe von Rechtskodices entstanden, über die es nie eine Volksabstimmung gegeben hatte (das römisch-kanonische Recht, das Preußische Allgemeine Landrecht, der Code Civil, das Badische Recht, u.v.a.).

=> Staaten werden seit Tausenden von Jahren praktisch nie im luftleeren Raum verfasst. Von daher ist auch das Geblubber vom „GG als einem Vertrag zu Lasten Dritter“ in der Praxis irrelevant. Nach 65 Jahren der Geltung des nach Hoischen „illegitimen“ GG und des nach 113 Jahren ebenso „illegitimen“ BGB muss man einfach festhalten dürfen: diese Gesetze hatten sich trotz ihrer Schwächen weitgehend bewährt. Die zunehmend existenziellen Probleme unseres Landes begannen vielmehr mit ihrer faktischen Abschaffung per EUropäischem Rechtsüberbau und EURopäischer „Rettungspolitik“ zu unseren Lasten. Beides gegen unser GG und gegen das Volk durchgesetzt, nicht etwa durch dieses, auch wenn Voßkuhle uns diese offenkundige Erkenntnis nicht per höchstrichterlichem Urteil zugestehen will!

=> Es macht darum keinen Sinn, das GG und den Verfassungsstaat, die Direktdemokratie oder gar den Staat schlechthin abzulehnen. Diese fundamentale Staatskritik ist eine fehlgeleitete und fehlleitende Irrlehre, deren zunehmende Popularität nur durch die komplette Degeneration der heutigen Staats- und Verfassungs -„Eliten“ überhaupt erklärbar ist! Die Menschen wollen sich keinem monarchischen Willen eines (vielleicht) gnädigen und weisen Königs oder Führers unterwerfen, nur weil der berüchtigte Rousseau´sche Gemeinwille tatsächlich nicht feststellbar ist und nur weil der Wille der real existierenden heutigen perversen NWO-Demokraturen zunehmend unerträglich ist. Freiheit ist etwas anderes!

Die Wurzel allen Übels liegt in unserem Falschgeldsystem und in den durch dieses finanzierbaren selektiv korrupten Eliten – nicht in der Staatsidee oder in Uns-dem-Volk, wie es Hoppe mit extrem negativem Menschenbild immer wieder suggeriert. Die direkte Demokratie hätte keinen der o.g. Exzesse seit 1990 mit Mehrheit goutiert. Ein generelles Menschen-Bashing ist darum denkbar unangebracht Darauf sei übrigens auch Prof. Graf Kielmansegg hingewiesen, der erst voriges Wochenende in einem Vortrag zu Volksabstimmungen ein ähnlich schlechtes Menschenbild à la Franz-Josef Strauss (“Vox populi, Vox Rindvieh”) vertreten hat…

Und auch auf Hayek könnte sich Hoppe nicht berufen (was er aber auch gar nicht tut): Dessen „Weg zur Knechtschaft“ beginnt ebenfalls mit einer ökonomischen Fehlentwicklung: Unausweichlich wird der Marsch in die Tyrannis bei Hayek, sobald ein Staat der Planwirtschaft verfällt. Oder eben planwirtschaftlichem Geld. Vom Staat als Ursache des Wahnsinns oder gar vom Volk selbst („Kollektive Korruption“, darum keine Demokratie) ist bei Hayek nicht die Rede. Hoppe kann sich aus Österreichischer Sicht nur auf seinen Lehrer Rothbard berufen. Damit aber ist und bleibt er radikaler und m.E. fehlleitender Guru der Anarchie und der Utopie. Leider mit zunehmender Gefolgschaft, weil die Menschen als Folge ihrer extremen Enttäuschung über multipel versagende Staatsorgane der ersten bis vierten Gewalt von Merkel, Trittin, Voßkuhle und Diekmann eben ins andere Extrem wechseln. Wie immer in Krisen- und Kriegszeiten kommen moderate Stimmen des direktdemokratischen, individualrechtlichen Minimalstaats mit bürgernaher Verfassung in diesem Kampf der Extremisten zwischen die Fronten und unter die Räder. Das „Ihr seid Schwachsinnige“ à la Hoischen ist dabei noch eine der kleineren und erträglicheren Beleidigungen, denen wir uns ausgesetzt sehen…

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63 comments

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Ben 29. Juni 2013 at 8:37

Gedanken zur “Wahl”:
_____________________

Die Macht der Verantwortungslosen,

die andere Menschen zum Kollektivismus zwingen bzw. über den Umweg des Staates zwingen lassen, damit diese dann unter vorgehaltener Waffe für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse aufkommen, sind das gesellschaftliche Problem.

Die Organisationsform des Zwangskollektivismus heißt Staat, das aktuelle Betriebssystem Demokratie ( Mehrheitsdiktatur).
Parteien und Politiker dienen den Kollektivisten neben ihrer moralischen Beruhigung (Feigenblatt der freien “Wahl” und Zustimmung zu ihrem System durch Wahlteilnahme) auch zum schimpfen auf die (strukturell bedingte!) Unfähigkeit Anderer.Am liebsten zerreißen sie sich ihr Maul über die Verantwortungslosigkeit derer, an die sie ihre Verantwortung abgegeben haben.

Erstaunlicher Weise haben Parteien und Politiker aber selbst für einige Geiseln des zwangskollektivistischen Systems noch eine Bedeutung.
Auch sie nennen es “Wahl” und sind böse auf andere Geiseln, die dieses Ritual ablehnen.
Die Geiseln dürfen sich aussuchen, wer sie peinigt.Sie hoffen, durch die Auswahl der “richtigen” (freiheitlichen) Parteien und Politiker ihre Haftbedingungen verbessern zu können, ignorieren dabei aber völlig die nach diesen Spielregeln unveränderliche Mehrheitsdiktatur, die Mehrheitsverhältnisse ( ca.95% verantwortungslose Kollektivisten) und die Bedürfnisse dieser Mehrheit nach immer mehr “bedingungslosem” Wohlfühlen auf Kosten anderer.
Alleine schon die Ankündigung, bestehende Subventionen nicht weiter zu erhöhen (!), würde bei den Kollektivisten einen Sturm der Entrüstung entfachen, der alles freiheitliche als “unmenschlich”, “unsozial” usw. abstempeln und medial zerfetzen würde.

Das Einzige, was die freiwillige Teilnahme an dieser “Wahl” wirklich bedeutet, ist die Zustimmung zur Organisationsform Staat und zum Betriebssystem Demokratie.
Diese Zustimmung ist für die Kollektivisten lebenswichtig, um ihr System rechtfertigen zu können.Schließlich handeln sie als oberstes Prinzip für das Wohl der “Gemeinschaft”.
Gebt Ihr ihnen Eure Stimme, gebt Ihr ihnen Zustimmung.

Falls Ihr diese Gedanken nachvollziehen könnt:
Eine Kopie ist die höchste Form des Komplimentes

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netterEddy 29. Juni 2013 at 6:41

naja es geht ja auch so ein wenig darum das man erstmal die maximal Forderung stellt wohlwissend das man aufgrund der ganzen Gegner sowieso nicht das Ziel sofort erreicht und auch nicht behauptet das es sofort wünschenswert oder überhaupt machbar wäre. Aber um konsequent zu bleiben in der argumentation fängt man erstmal bei 100 an und erwartet das man deshalb mehr chancen hat bei den verhandlungen auf 90 zu landen als wenn man von anfang an nur 90 fordert.

Rothbard hat da mal (aus dem gedächtnis heraus) so oder so ähnlich argumentiert: wenn die leute die damals die Sklaverei abschaffen wollten zugegeben hätten das es nicht “sofort” die richtige Lösung sein kann weil die Farmer alle pleite gehen würden und von heute auf morgen komplett umdisponieren müssten und es deshalb erst in X Jahren richtig wäre die Sklaverei abzuschaffen dann hätten wir sie heute noch.
Weil das wäre dann schon wieder ein “politischer “Plan”” und die Funktionieren nunmal nicht.
Auf der anderen Seite gebe ich Boehriger recht das weil auch ich probleme habe mir vor zu stellen wie man im endstadium national die Grenzen schützen will.
Mit der kritik an der Demokratie finde ich hat Hoppe allerdings 1 zu 1 recht es ist wirklich ein Herrschaftsbeschleuniger nicht begrenzer vorallem führt es wohl tatsächlich zur Moralumkehr weil es “schick” wird andere mit seinen bescheuerten ideen was umverteilung angeht zu belästigen.
Naja schwieriges Thema

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netterEddy 29. Juni 2013 at 7:04

am ende muss ich sagen bin ich bei dem thema etwas hin und her gerissen deshalb will ich mich auch garnicht groß einmischen ich muss sowieso sagen das ich extrem den ehrgeiz und den “spass” am politischen verloren habe. Hab null bock mich für die pdv zu engagieren null bock mehr zu diskutieren und will mich momentan echt nur auf mich konzentrieren meine kariere meine familie.

das einzige wo ich noch reiz verspüre ist das was mich schon angekotzt hat als ich noch zur schule ging “erzwungene Integration” kein plan es gibt ja auch gelungene fälle ( muss man das jedesmal erwähnen wenn man kein nazi sein will) aber die meisten die ich auf der straße der arbeit oder sonst wo treffe lassen mir einfach nur die nackenhaare abstehen. Kacke irgendwie bin ich sau rassistisch und raffe einfach nicht wie alle anderen leugnen können das sie es auch sind. weil ganz ehrlich, ich halte das für das normalste auf dieser gott verdammten scheiß welt.
aber auch das, macht doch was ihr wollt… und wenn ich dann so am höhepunkt der aufgabe einstellung angelangt bin denke ich an meine kinder und fühle mich doch genötigt für Sie den kampf gegen die scheiß rotgrünen aufzunehmen weil ich deren zukunft mit angst entgegen sehe.
puh fuck kann mal einer mein hirn wieder “entficken”?

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ST 28. Juni 2013 at 23:28

Widerspruchsfreie Logik, rationales Argumentieren, gewaltfreie Lösungen und Verantwortungsbewusstsein gehen miteinander einher. Dazu muss man schon als Kind mit/in Gewaltfreiheit aufwachsen, physisch sowie psychisch. Kinder sind die wichtigsten Menschen! Die gewaltfreie Gesellschaft muss bei der eigenen Person und den eigenen Kindern anfangen. Wer behauptet denn ernsthaft hier von Heut auf Morgen den Schalter umlegen zu wollen? Konzepte wie Privatrecht-Gesellschaft und Minimalstaat sind der Logik und der möglichst Vorurteils-freien Beobachtung entsprungen. Schaut euch doch mal um wie viele eurer Mitmenschen dazu fähig sind…Wir haben einen langen Weg vor uns.
Schon mal was von “Childism” gehört? Wird Zeit dieses Wort zu übersetzen um darüber reden zu können.

http://en.wiktionary.org/wiki/childism

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karlheinz 28. Juni 2013 at 4:59

Zwang ist Zwang und Licht ist Licht,
wer Zwang benötigt, muss das nicht.
Mit Gewalt erzwungene Herrschaft, stets erlischt,
vollkommen gleich, wie sozial oder demokratisch.

globalefreiheit.de

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Bugs 27. Juni 2013 at 10:39

Ja die bösen, verirrten Kapitalisten – nun wollen sie auch noch Armeen, Polizei und Gerichte privatisieren. Haben die Minarchisten eigentlich nichts besseres zu tun, als auf der einzigen Gruppe herumzutreten, die sie mit Wohlwollen betrachtet!

Interessant ist auch, dass sich mit den echten kapitalistischen Denkern keiner anlegt, sondern immer irgendeinen Vogelscheuche hervorgezaubert wird, so als wären all diese Fragen nicht bereits vor Jahrzehnten bis ins Kleinste durchdiskutiert worden.

Aber bitte, der Minarchismus steht kurz bevor, da muss man sich schon abgrenzen, nicht dass man noch in die kapitalistische Schublade gesteckt wird. Diese Typen sollen ja die unerhörte Behauptung aufstellen, dass es sich beim Staat um eine Mafia handelt. Komplett verirrt natürlich – nicht etwas praxeologisch hergeleitet …

Und wenn sie nicht gestorben sind, minarchieren sie noch heute

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Werner 26. Juni 2013 at 18:30

Gut, das ich keine solche Daten (persönliche) niemals oder 2-3 mal über I Net Preisgab. Ich habe über diese Datenspeicherung nämlich seit 1993 bescheidgewusst. Der Quanten Computer ist seit dem Fakt. Aber ich konnte nichts dagegen machen. Die haben aber noch mehr drauf. Es ist alles Vernetzt denn der Rundfunkt (analog auch). Selbst 1992 gab es schon das Stromnetz mit dem sie Lauschten, aber da war ich noch nicht Eingeweiht. Das ging damals über Spielautomaten in Spielotheken usw.Kurz nachdem die Verträge über die EU am 7.2.1992 geschlossen wurden war die Freiheit Tod . Zirka ein halbes Jahr später begann das Programm. Die sind uns technisch 20-30 Jahre voraus. Aber sie werden loosen. Ist schon passiert. Diese Wahrheit ist denen bewußt.

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NOtoNWO 26. Juni 2013 at 18:00

Ist garnicht so unwichtig. Seht selbst.

http://www.youtube.com/watch?v=UHI3RvKnamk

Viel Zeit ist nichtmehr.

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Werner 26. Juni 2013 at 21:54

Nun und später weist Du auch 1% von der K. I ., die ist aber nicht künstlich sondern von Assis erschaffen. Schaltet das I-Net ab, Smartphones und werdert wie im Film mit Kurt die Assel “Steinzeitmenschen” (Lach).Ich glaub das war der Film ” Flucht aus L.A.”der 2.Teil von Snake Plissken. Stecker raus und dann Untergang. Dann lohnt sich eine Naturausbildung , eine Gewerk Vollausbildung. Bauern, Metze und Schuhmacher u.s.w. sind dann sehr gefragt. Ein Ufo wird euch(mich) nicht retten. Nur wir haben alles von oder wegen der EU alles im (Funpark EU) verlernt oder im Drogenrausch nie gelernt. Alles Scheiße,nicht wahr ?. Aber redet nur weiter, wird wohl nicht so schlimm. Ihr seid schon Tod , bevor sich die Wolken sich grau färben. Aber ich (Werner) habe selber genug Probleme, wirklich. Ich habe mir wegen des Massentodes schon Mundschutz und Seuchenanzug (ABC) gekauft (wegen z.B Beerdigung) . Das ist Krass,ich meine es ernst. Seine eigenen Eltern und Schwestern begraben zu müssen (weil sie nicht Vorsorge betrieben haben).Und all die ganzen Toten. So schlimm wird´s wohl. Und alles wegen der Feigheit und mit Geld verbunden Menschen die mit Unvermögen und Tolerranz über die kranken ” Führer” und deren Anhänger also 98 % der Menscheit, lachen. Ja, es kommen nicht viele ins neue “Paradies”. Gott mit uns.Wir gehn zum Lachen in den Keller.

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Darm. 26. Juni 2013 at 16:55

Übrigens habe ich den Herrn Boehringer selbst auf der Ludwig von Mises Institut Deutschland Konferenz gesehen und er hat sich nicht getraut diese Vorwürfe persönlich bei der Diskussionsrunde gegenüber Hoppe zu äußern. Eigentlich sind die beiden gar nicht so verschieden was ihre Betrachtungen zur Evolution von der jetzigen Gesellschaft hin zur Freiheit angeht. Herr Boehringer wird es doch selbst gehört haben, als Hoppe gesagt hat “Ich will eine Welt voller Lichtensteins, Monacos und Singapurs”. Somit ist Boehringers Vorwurf, Hoppe will einen sofortigen Sprung zur Privatrechtsgesellschaft, schlichtweg falsch.

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Liane 26. Juni 2013 at 16:47

Also irgendwie bekomme ich langsam den Eindruck, dass das hier alles ziemlich zirkulär ist. Man hat Angst vor Macht, Unsicherheit und Einfluss und bietet als Lösung eine zentrale Instanz an, die genau DAS entweder in sich vereint, oder die das als grundsätzliches Werkzeug für die entsprechende Ausübung als Monopol bereithält. Ist hier wirklich die nackte Angst der Kittel?

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Werner 26. Juni 2013 at 17:01

So ist es , denn wer nicht bei Gott ist hat Angst.

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Liane 26. Juni 2013 at 17:22

Hallo Werner. Ich mag Kekse.
http://www.youtube.com/watch?v=nrz3W0-NkNI

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Werner 26. Juni 2013 at 17:39 Reply
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Guido 26. Juni 2013 at 18:43

“dass das hier alles ziemlich zirkulär ist”

Wenn du gutartige Macht von bösartiger Macht begrifflich trennst, dann ist Macht nicht gleich Macht und somit ist hier auch nichts zirkulär.

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Soma 26. Juni 2013 at 19:21

Die Macht Mensch über Mensch oder auch das Streben nach Macht ist immer falsch.
Es hat nichts menschliches an sich.

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Guido 26. Juni 2013 at 20:04

Um das zu verhindern bedarf es einer gutartigen Macht.

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Liberty 26. Juni 2013 at 22:03

Träum weiter von deinem Führer, der hoffentlich bald kommen und dich von allem Bösen befreien wird. Auf Steigbügelhalter wie dich konnten sich die roten, grünen und braunen Faschisten schon immer stützen. Du machst wahrscheinlich noch den Diener wenn er dir nur in Aussicht stellt, dir zu helfen. 😀

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Guido 26. Juni 2013 at 23:20

@Liberty
Was ich sage ist simple Logik, die du nicht widerlegen kannst. Es bleiben nur Sinnverdrehung, Unterstellungen und Beleidigungen.

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Liberty 26. Juni 2013 at 23:40

Woher willst du wissen was ich widerlegen kann, du Schwätzer. Im Behauptungen aufstellen bist du mal wieder ganz groß.

Hast du dir überhaupt schon mal Gedanken darüber gemacht, WELCHE CHARAKTERE stets nach Macht streben? Welche von der Macht angelockt werden? Welche skrupellos genug sind, Intrigen und Mauscheleien auf Kosten anderer durchzuziehen? Und du fantasierst von der “guten Macht”? Lern erstmal Denken Guido (über überanstreng dich nicht).

Macht ist gefährlich, deshalb muss man sie an GANZ ENGE KANDARE nehmen. Am Besten man lässt überhaupt nicht zu, dass Soziopathen die nach Macht streben, die Gelegenheit bekommen, über andere zu herrschen.

Meiner Meinung nach muss man dazu nicht unbedingt Anarchist sein. Minarchist tut’s für mich erstmal auch, so wie die PDV das vorsieht: völlige Dezentralisierung in Verbindung mit direkter Demokratie, also die Gemeinde zum wichtigsten Träger des Minimalstaates machen, aber gleichzeitig auch die Garantie von Eigentum und privaten Verträgen. Sonst stimmen irgendwann auch in den Gemeinden 51% dafür, den anderen 49% das Fell über die Ohren zu ziehen. So aber bekommen wir eine Struktur wie in der Schweiz, nur noch besser.

DAS kannst du nicht widerlegen!

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Guido 27. Juni 2013 at 2:31

“Hast du dir überhaupt schon mal Gedanken darüber gemacht, WELCHE CHARAKTERE stets nach Macht streben?”

Nochmal: Um eben das zu verhindern, bedarf es einer positiven Macht z.B. in Form einer direkten Demokratie auf Gemeinde-Ebene, wie du es selbst erwähnt hast.

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Liberty 27. Juni 2013 at 8:34

Warum sagst du das dann nicht und schwurbelst nur dauernd irgendeinen Scheiß rum wie so ein Troll? Wenn du dann noch das Eigentum und die privaten Verträge anderer respektierst, dann bist du ja sogar libertär.

Aber glauben den Anspruch haben zu können, von seinen Mitbürgern ein BGE abpressen, oder Schwundgeld oder zinsfreies Geld zwangsweise einführen zu können, geht dann auch nicht.

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Darm. 26. Juni 2013 at 16:22

“Und auch auf Hayek könnte sich Hoppe nicht berufen”

Hoppe hat auch selbst gut aufgezeigt, warum sich die Elite Hayek als gegnerische Position ausgewählt haben und ihn zum Star erhoben haben (Wirtschaftsnobelpreis). Hayek ist auf politischer Ebene Sozialdemokrat und zeigt auf wirtschaftlicher Ebene, dass Deregulierung meist besser ist. Damit ist er sehr inkonsistent und leicht in Schwierigkeiten zu bringen.

Hier ist der Artikel dazu: http://www.misesde.org/?p=5014
Ein paar Auszüge:

Hayek definiert „Freiheit“ als Abwesenheit von „Zwang“. So weit, so gut. Im Gegensatz jedoch zur langen Tradition klassisch liberalen Denkens definiert er „Zwang“ nicht als Initiierung oder Androhung von physischer Gewalt gegen eine andere Person oder sein auf legitime Weise – durch ursprüngliche Aneignung, Produktion oder Tausch erworbenes Eigentum. Stattdessen bietet er eine Definition an, deren einziger Vorteil ihre Unfixierbarkeit und Verworrenheit ist. Mit „Zwang“, so Hayek, „meinen wir eine Kontrolle der Umwelt oder Umstände einer Person durch eine andere Person solcherart, dass sie, um größeres Übel zu vermeiden, nicht nach einem schlüssigen, eigenen Plan handeln darf, sondern um den Zielen eines anderen zu dienen.“ Oder: „Zwang wird ausgeübt, wenn ein Mensch Handlungen ausführt, die dem Willen eines anderen dienen, nicht zu seinem eigenen Zweck, sondern zu dem des anderen.“ „Freiheit“ dagegen sei „ein Zustand, in dem jeder Handelnde sein eigenes Wissen“ – nicht sein Eigentum – „zu seinen eigenen Zwecken nutzen kann.“

Zweitens ist Hayeks Definition auch als rückblickendes („ex post“) Kriterium für Gerechtigkeit unbrauchbar. Ist die Klage von A gegen B gerechtfertigt? Wer ist schuldig und wer nicht? Und welche Art von Wiedergutmachung oder Strafe ist angemessen? Da Hayeks Definition keinerlei physische – intersubjektiv feststellbare – Kriterien enthält, sind seine Urteile willkürlich. Als Aussagen über mentale Zustände sind Hayeks Kategorien der Freiheit und des Zwangs mit jedem realen physischen Zustand vereinbar. Es ist unmöglich, mit ihnen echte Abgrenzungen vorzunehmen.

Aus diesen Begriffsverwirrungen stammt Hayeks absurde These von der „Unvermeidbarkeit des Zwangs“ und seine entsprechende, gleichermaßen absurde „Rechtfertigung“ des Staates: „Zwang kann jedoch nicht gänzlich vermieden werden, weil die einzige Möglichkeit, ihn zu verhindern, die Androhung von Zwang ist. Die freie Gesellschaft hat dieses angegangen, indem sie dem Staat ein Zwangsmonopol übertrug und indem sie diese Macht des Staates auf jene Fälle einzuschränken versuchte, die notwendig sind, um Zwangsausübung durch Privatpersonen zu verhindern.“ Beiden Definitionen Hayeks von „Zwang“ zufolge ist diese These unsinnig. Wenn unterlassene Hilfeleistung „Zwang“ darstellt, dann wird Zwang im Sinne physischer Gewalt notwendig. Und nicht: unvermeidbar. Ansonsten, wenn die Definition von „Zwang“ die Initiierung und Androhung von physischer Gewalt ist, kann er vermieden werden. Erstens, weil jede Person die Kontrolle darüber besitzt, ob sie einen anderen physisch angreifen wird oder nicht. Und zweitens, weil jede Person das Recht hat, sich mit all seinen Mitteln gegen den physischen Angriff eines anderen zu verteidigen. Er ist nur insofern unvermeidbar“, als physische Verteidigung solange notwendig ist, wie physische Aggression existiert. Aber die Unvermeidbarkeit von defensiver Gewalt hat nichts mit der angeblichen „Unvermeidbarkeit des Zwangs“ zu tun. Es sei denn, man bringt den kategorischen Unterschied zwischen Angriff und Verteidigung durcheinander und behauptet, dass die Drohung, sich im Falle eines Angriffs zu verteidigen, das gleiche ist wie die Drohung mit einem Angriff. Wenn physische Gewalt verboten ist, dann folgt daraus, dass man sich dagegen wehren darf. Es ist somit absurd, Angriff und Verteidigung unter derselben Rubrik „Zwang“ zu klassifizieren. Verteidigung verhält sich zu Angriff wie Tag zu Nacht.

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Darm. 26. Juni 2013 at 16:01

“diese Gesetze hatten sich trotz ihrer Schwächen weitgehend bewährt”

Wem steht es zu so allgemein für alle “Deutsche” zu sprechen? In dem Moment in dem ich nicht mit dem Gesetz einverstanden bin, das ich vorher nicht unterschrieben habe, ist es für mir irrelevant. Solange keine freiwillige Zustimmung im Vorfeld erfolgt ist, ist jedes Gesetz eine Einschränkung der Freiheit und kein Schutz mehr.

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Werner 26. Juni 2013 at 16:32

Wo nichts Gesetz ist, ist alles Erlaubt und nichts verboten,das ist Nahrung für Genies und kein Futter für Idioten.

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Darm. 26. Juni 2013 at 15:54

“Es wird immer um Verteidigung des Kollektivs gehen müssen – was der reine Privatrechtsstaat ebensowenig leisten kann wie eine effektive Verteidigung des (Individual)Rechts. Und Letzteres ist immerhin das edelste, älteste, geradezu konstitutionelle Motiv von Staatsgründungen. Die ersten aufgeklärten Verfassungs-Staaten (z.B. die USA 1776ff) wurden eben zum Schutz der Bürger vor monarchischer und auch vor klerikaler Macht-Willkür gegründet. Der Privatrechtsstaat kann das nicht leisten – diese Vorstellung ist bestenfalls gut gemeinte Utopie – weswegen ich dabei bleibe, solche Forderungen (wenn sie auch anders gemeint sind) als anti-individualistisch i.S.v. den Menschen nicht dienlich abzulehnen.”

Woher kann Herr Boehringer wissen, dass es IMMER um das Kollektiv gehen wird? Jedenfalls ist es mir nicht ersichtlich, dass es historisch immer so gewesen sein soll, viel mehr ist das erst der Fall, seit dem die Herrscher Nutzen aus dieser Denkweise für ihre Kriegspropaganda gezogen haben. Die Stämme haben sich nicht aus altruistischer Veranlagung heraus gebildet, sondern einfach zur Erhöhung der eigenen Überlebenschancen.

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Liane 26. Juni 2013 at 16:26

“Und Letzteres ist immerhin das edelste, älteste, geradezu konstitutionelle Motiv von Staatsgründungen. Die ersten aufgeklärten Verfassungs-Staaten (z.B. die USA 1776ff) wurden eben zum Schutz der Bürger vor monarchischer und auch vor klerikaler Macht-Willkür gegründet.”

Wie bitte? Die Verfassung der USA war dazu gedacht, Individualrechte VOR DER REGIERUNG zu schützen, Herr Boehringer. “Rights aren’t gifts from government.” Völlig egal ob monarchische Macht-Willkür oder sonst was.

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Darm. 26. Juni 2013 at 15:48

“Macht ist Macht. Sie existiert, sie muss in gewissem Maße immer ausgeübt werden – das sage sogar ich als radikaler Vertreter des Individualismus!”

Kann man noch viel inkonsistenter sein? Als Individualist argumentiert man für Selbsteigentum, d.h. gegen Sklaverei, daher ist Macht in einer Gesellschaft aus Individualisten unmöglich, weil Macht bedeutet gegen das Einverständnis anderer handeln zu können und kein (echter) Individualist sich freiwillig unterwerfen lässt.

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Guido 26. Juni 2013 at 16:08

Man muss böse Mächte mit Macht verhindern.

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Darm. 26. Juni 2013 at 16:25

Du hast dir gerade selbst widersprochen: Damit das Böse Ausdruck finden kann, muss Macht erst ausgeübt werden können. Die Angst vor dem Bösen ist viel mehr eine Rechtfertigung zur Machtinstallation (Menschen die Angst vor Bösem haben machen sich zu Sklaven).

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Guido 26. Juni 2013 at 17:22

Nein, meine Aussage ist kein Widerspruch. Man muss nur sauber zwischen guter Macht und böser Macht trennen. Die gute Macht bekämpft die böse Macht. Würde das Gute keine Macht istallieren, wäre es der bösen Macht, die sich immer bilden wird, machtlos ausgeliefert.

Zwar stimmt es, dass das Böse als Rechfertigung genommen wird, um den Machtapparat auszubauen. Aber das ist ja nur eine bösartige Täuschung, da diese Macht eben keine gute Macht ist, wie viele glauben.

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Guido 26. Juni 2013 at 17:30

Es ist allerdings wichtig, dass ein Machtapparat nicht vom Bösen korumpierbar ist. Deshalb spricht P. Boehringer vom DIREKTdemokratischen Minimalstaat und nicht nur einfach vom Minimalstaat.

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Freigeist 26. Juni 2013 at 23:03

Vergesst Guido. er ist emotional schwer angeschlagen und braucht nur jemanden der ihm Schutz bieten kann.

Guido, such dir am besten eine Frau die sehr bemutternd sein kann und dich auch mal wie das Baby drückt, das du bist.

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keksmonster 27. Juni 2013 at 9:41

du bist und bleibst ein ungevögelter depri 😀

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Darm. 26. Juni 2013 at 15:38

“Ruf nach dem starken Mann, dem König, der irgendwie mirakulöserweise den Privatrechtsstaat ermöglichen soll…”

Kann mir mal bitte jemand zeigen, an welcher Stelle Hoischen oder Hoppe diese These aufgestellt haben sollen? Ich habe vieles von ihnen gelesen und bezweifle, dass sie dies tatsächlich getan haben sollen. Es scheint mir eher, Herr Boehringer hat irgendwas falsch verstanden. Es ging bei diesen Erklärungen immer nur um philosophische Betrachtungen der Vergangenheit, aber nie um Rechtfertigungen für die Privatrechtsgesellschaft.

Übrigens: Anarchie bedeutet nicht Chaos sondern nur Abwesenheit von Herrschern. Diejenigen die mit Molotov-Cocktails werfen als Anarchisten zu bezeichnen ist eine Errungenschaft staatlicher Indoktrination.

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alex 26. Juni 2013 at 15:45

Hoppe schwärmt schon viel über Monarchen und Aristokraten in einem seiner letzten Bücher. Eigentlich will er dass die Fähigsten sich organisch zu denjenigen mausern die auch mehr Einfluss haben, aber so mancher Leser könnte der argumentativen Linie verfallen, dass ein Aristokrat besser sei als ein Politiker, weil ersterer seinen “privaten” Ministaat als seinen Besitz betrachtet und deshalb besser darauf aufpasst. Ein Blick ins Geschichtsbuch und diese Fata Morgana ist auch verflogen.

Es ist schon eine Weile her da ich Hoppe gelesen habe, aber auf die Herrscher- und Beherrscht-Werden-Woller-Psychen der Menschen geht er nicht ein. Die Psyche bestimmt aber dass sich sofort nicht nur unzählige Mafias sondern auch noch Sekten & Kulte ausbreiten und dann die Vernünftigen sich doch wieder quasi-staatlich organisieren müssen um nicht unterzugehen.

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Darm. 26. Juni 2013 at 16:05

Ich habe sein neuestes deutsches Buch “Wettbewerb der Gauner” gelesen, und er vergleicht bloß Monarchie mit Demokratie. Die Phrase “natürliche Aristokraten” verwendet er bloß bei der Beschreibung von marktfähigen Schlichtern, was natürlich nur seine subjektive Einschätzung ist, vielleicht entscheiden sich die Marktteilnehmer für eine ganz andere Art von Schlichtern.

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Liane 26. Juni 2013 at 16:13

“Die Psyche bestimmt aber dass sich sofort nicht nur unzählige Mafias sondern auch noch Sekten & Kulte ausbreiten und dann die Vernünftigen sich doch wieder quasi-staatlich organisieren müssen um nicht unterzugehen.”

Wie sieht es mit dem Sachverhalt aus, dass Sekten und Kulte Einfluss auf den Staat nehmen können? Ganz prinzipiell mit Unterwanderung?

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alex 26. Juni 2013 at 17:40

Praktisch alle Staaten sind in der Praxis entweder offen Sekten oder Kulte, oder es handelt sich um Schein-Parlamentarismus hinter der eine Sekte regiert. Ob man jetzt Minimalstaatler ist oder gar keinen Staat fordert, die Konditionierung der letzten Jahrzehnte steckt auch nach Ende eines Staates in den Köpfen der Menschen drin und die Sekten im Hintergrund existieren weiter, auch wenn die äußeren staatlichen Einrichtungen wegfallen. Das heißt mindestens 70% werden sich sofort nach Ende eines Staates neuen staatlichen oder quasistaatlichen Unrechtssystemen anschließen.

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Werner 26. Juni 2013 at 16:00

Ja, Anarchie ist nicht Anomie.
Zucht,Ordnung,Respekt und geistige Gesundheit sind in der Anarchie sehr wichtig.

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Dante 29. Juni 2013 at 13:26

Ich geb dir gleich Zucht und Ordnung.

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Alain 26. Juni 2013 at 15:10

Ich würde mich ja auch als Kein-Staatler bezeichnen aber sehe es realistisch und bin erwachsen genug, um zu verstehen, dass es eben kein Staat-Aus Knopf gibt. Der Weg über einen Minimalstaat kann man nicht überspringen.
Aber diese bashing gegen Privatrechtsgesellschaften halte ich für nicht wirklich dem Individuum hilfreich 😉 Im Sinne von: Ihr seid zu blöd dafür.
Gerade der Punkt mit den Gerichten verstehe ich nicht ganz. ES halten sich auch heute viele Leute einfach nicht an Urteile (erlebe ich gerade selber…). Klar kann man rechtliche Schritte einleiten aber das geht zum Teil so lange, dass sich der Aufwand gar nicht lohnt.
Zudem stört mich am jetztigen System, dass ich mich für jedem Bullshit rechtfertigen muss. Zum Beispiel: Wenn eine Frau behauptet ich hätte sie vergewaltigt, MUSS ich antraben, auch wenn es völliger Borderliner Bullshit ist.
Einfach zu sagen Staatsgericht = Geil und Privatgericht = lächerlich, ist einfach nur kindisch.
Es kann ja nicht sein, dass man wegen solchen Kleinkramms scheitert…

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Darm. 26. Juni 2013 at 15:10

“Schutzaufgaben nach innen und außen sind nicht ohne Aufgabe von Individualrechten erfolgreich an Private delegierbar. Dies aus Macht- und Korruptionsgründen (es entstünden immer Mafia-Organisationen; es gälte das willkürliche Recht des Stärkeren – und dieses Argument wird nicht dadurch entkräftet, dass die heutige Parlamentsdemokrattie selbst korrupt, unfähig und willkürlich-totalitär agiert).

Privatarmeen können nicht das Ziel von Bürgern mit Individualinteressen sein. Wir haben sie heute schon – sie heißen Blackwater oder Camorra. Der vermeintliche „Schutz“ von privaten Individualinteressen ausgerechnet durch Mafia-Armeen ist ein Treppenwitz der Hoppe´schen Lehre.”

Mafias sind Proto-Staaten, sie sind nicht Ergebnis freiwilliger Vereinbarungen sondern entstehen durch Zwang. Eine Gesellschaft aus herrschaftsfeindlichen Marktteilnehmern impliziert, dass jeder der versucht mithilfe von Macht und Erpressung seine Meinung durchzusetzen vom Markt ausgeschlossen wird, durch diese Ausgrenzung müssen die nach Macht gierenden Individuen in ein herrschaftliches Gesellschaftssystem auswandern.

Sobald eine große Verteidigungsagentur versucht alle Nicht-Kunden zu zwingen sie zu bezahlen oder ein neuer Staat zu werden, werden ihre Kunden ihre Zahlungen beenden und diese Agentur wird nicht die nötigen finanziellen Mittel haben, um die restlichen Verteidigungsagenturen zu besiegen, welche die Bevölkerung beschützen. Sogar wenn sich alle Verteidigungsagenturen verschwören können die Kunden immer noch ihr ganzes Geld ins Ausland bringen bzw. ein ausländsiches Verteidigungsunternehmen engagieren (oder ihre Versicherung macht das).
Das Argument die Verteidigungsunternehmen könnten die neuen Herrscher werden ist schon ziemlich absurd: Aus Paranoia davor dass in einer freien Gesellschaft der Staat zurückkommen könnte, sollen wir gar nicht erst versuchen die Menschen frei miteinander handeln zu lassen, sondern sollen uns lieber dem heutigen (viel schlimmeren) Herrscher unterwerfen.

Blackwater ist nach heutigen Maßstäben ein privates Unternehmen, ist aber auch nur erfolgreich, weil es Vorteile aus staatlichen Regulierungen bzw. Verhinderung von Wettbewerbern genießen kann, dass heißt es gehört zur Klasse der Staatskapitalisten. Inwiefern Merkantilismus den freien Markt symbolisieren soll ist mir ein Rätsel, diese Unternehmen werden nicht von Marktmechanismen und Kundennachfrage gesteuert, sondern leben alleine aus politischen Gründen und durch ihre staatlichen Privilegien.

Nochmal zum ersten Satz: “Schutzaufgaben nach innen und außen sind nicht ohne Aufgabe von Individualrechten erfolgreich an Private delegierbar.”
Warum sollten nicht vertragliche Vereinbarungen auch die Eigentumsrechte aller Individuen erhalten bleiben? Diese Denkweise zeugt von der staatlichen Indoktrination und steckt bereits seit tausenden von Jahren im Unterbewusstsein aller Staatsdiener (ich fasse hier jede Form von Herrschaft Staat). Ich wiederhole: Warum müssen Freiheit und Sicherheit ein Widerspruch sein? Welches logische Argument beweist, dass Zwang von Nöten sein muss, damit Menschen ihre freiwillige Nachfrage an Sicherheit am Markt äußern, und ein Unternehmer dieses Potenzial erkennt und ihnen diese Leistung auf vertraglicher Basis anbietet?

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Guido 26. Juni 2013 at 15:58

“dass jeder der versucht mithilfe von Macht und Erpressung seine Meinung durchzusetzen vom Markt ausgeschlossen wird”

Reichlich naiv. Stattdessen werden alle Konkurenten mithilfe von Macht und Erpressung vom Markt ausgeschlossen.

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Darm. 26. Juni 2013 at 16:09

Damit beschreibst du genau unser heutiges System. Es ist nicht naiv, weil eine herrschaftsfeindliche Gesellschaft bewusst nur von Menschen aufgesucht wird, die vor Macht flüchten. Machtmenschen haben mehr Erfolg in einer staatlichen Gesellschaft und werden sich daher eher dort zu finden sein.

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Guido 26. Juni 2013 at 16:25

“Machtmenschen haben mehr Erfolg in einer staatlichen Gesellschaft und werden sich daher eher dort zu finden sein.”

Das trifft sicher nicht für den DIREKTdemokratischen Minimalstaat zu, von dem Peter Boehringer spricht.

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Darm. 26. Juni 2013 at 16:38

Wie war es denn in den USA? Je reicher die Gesellschaft durch die wirtschaftliche Freiheit wird, desto eher wird man auch Psychos finden, die versuchen werden höhere Steuern zu rechtfertigen (sei es durch einen Krieg oder durch andere künstlich hervorgebrachten Probleme, z.B. Klimawandel, Finanzkrise) und dann von dem wachsenden Machtapparat selbst den neuen Reichtum “zu ernten”. Natürlich kann es auch sein, dass die Menschen in dieser Gesellschaft aufgeklärt sind und sich nicht von diesen Machtmenschen austricksen lassen 😉

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Werner 26. Juni 2013 at 14:51

Kont(r)ollierte Anarchie gibt es nicht.
Wo es Geld gibt (bzw. wichtig ist) gibt auch Neid und Missgunst. Der Mensch ist zu 98 % Geldgeil, und ohne Geld gibt es nur Mord und Totschlag, ein Kampf um Ressoucen. Die schreckliche Lösung ist: weniger Menschen oder die totale Kontrolle. Geld hält uns ruhig, aber Geld ist scheiße.

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Guido 26. Juni 2013 at 13:43

Es gibt also doch noch Leute aus der libertären Ecke, die sachlich über libertäre Fragen argumentieren können, statt ideologisch besetzte Phrasen unhinterfragt gebetsmühlenartig zu wiederholen.

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Ilja 26. Juni 2013 at 13:01

Alles was es braucht, dass sich Parteien freiwillig auf einen Schiedsrichter einigen und sich danach auch an dessen Urteile halten, ist ein Reputationssystem im Netz.

Auf den Schiedsrichter einigt man sich gleich bei Vertragsabschluss, denn zu dem Zeitpunkt ist das recht problemlos möglich. Und der darf dann, wenn sein Urteil nicht akzeptiert wird, einen Eintrag darüber in eine öffentliche schwarze Liste von Vertragsbrechern machen. Mit elektronischer Unterschrift sowohl der Anerkennung des Schiedsrichters durch den Verurteilten als auch des Schiedsrichters selbst fälschungssicher genug.

Das erledigt zwar nicht die Probleme von Konflikten außerhalb von Verträgen, aber die Vertragsfreiheit samt Durchsetzung der Einhaltung von Verträgen garantiert dies ausreichend.

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alex 26. Juni 2013 at 13:24

Ich denke der Weg ist offensichtlich: Hin zum Minimalstaat und dann können die Leute parallel experimentieren mit mehr privaten Systemen. Jetzt gleich den Komplettabriss zu fordern, würde nur Ablehnung einbringen und wäre auch gefährlich.

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Liberty 26. Juni 2013 at 13:40

Seh ich ganz genauso. Man sollte vorsichtig sein mit allzu revolutionären Ideen, mit denen man von jetzt auf gleich alles umstoßen will. Dabei läuft man schnell Gefahr das Kind mit dem Bade auszuschütten und dann hat man den Salat.

Lieber evolutionär vorgehen, den Staat zurückfahren, experimentieren, Freiräume schaffen. Dann wird es auch neue Lösungen und möglicherweise auch staatsfreie Räume geben. Aber nicht alles sofort über den Haufen werfen. Damit würde man die Meisten sowieso überfordern.

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Liane 26. Juni 2013 at 14:09

Ja. Erstens gibt es so einen magischen Knopf nicht, welcher den Staat verschwinden lässt, und falls es ihn gäbe, würde sich sofort ein neuer etablieren. Die Einstellung der Leute halt – habe ich ja auch woanders schon gesagt. Ich verstehe Boehringer hier halt nur so, als würde er generell eine Privatrechtsgesellschaft schon theoretisch für Quatsch halten. Einzig und allein, weil er (und richtigerweise niemand) genau wissen kann, wie sie aussehen wird.

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Guido 26. Juni 2013 at 14:26

“Ich verstehe Boehringer hier halt nur so, als würde er generell eine Privatrechtsgesellschaft schon theoretisch für Quatsch halten. Einzig und allein, weil er (und richtigerweise niemand) genau wissen kann, wie sie aussehen wird.”

Verstehe ich nicht. Peter Boehringer sagt genau, warum er eine Privatrechtgesellschaft für fragwürdig hält: Weil sie in einer Mafiaherrschaft enden würde.

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Liane 26. Juni 2013 at 14:39

Komisch, gleichzeitig scheint er das bei einem schlanken Staat auszuschließen, obwohl die USA das Gegenteil bereits ganz praktisch und eindrucksvoll gezeigt haben.
Wenn ein Gewaltmonopolist schonmal da ist, kann man das Werkzeug auch benutzen. Spätere Generationen, die mit der eigentlichen, originalen Intention eines Minimalstaates nichts mehr zutun haben, vergessen die freiheitlichen Prinzipien womöglich, aber der Staat ist noch da.

Dieses “erfolgreich irgendwo in der Weltgeschichte getestet worden wäre – ganz im Gegensatz übrigens zum Minimalstaat.” ist ungefähr auf dem Niveau, wenn Feudalherren sagen würden, freies Unternehmertum funktioniert nicht, weil das noch nie getestet worden wäre.

Seine Ängste bezüglich einer Mafiaherrschaft lasse ich ihm natürlich.

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Liane 26. Juni 2013 at 15:06

Ansonsten kann man noch anführen, dass es schon Anzeichen für eine staatenlose Gesellschaft gibt/gab.
U.a. Im mittelalterlichen Irland, in Island, bei den nordischen Wikingerstämmen…

Tribalistischen, sicher nicht explizit libertäre Gesellschaften, sind von Armeen angegriffen und besiegt worden, die von Staaten aufgestellt worden sind. Die Nordstämme wurden vom Römischen Reich unterworfen, die irische Gesellschaft von Britannien in einem mehrere Jahrhunderte andauernden Krieg vernichtet, die Indianerstämme, ohne Zweifel staatenlos, wurden von den weißen Siedlern in den späteren Vereinigten Staaten erst verdrängt, und nach Gründung der Union in Reservate gesperrt. Die Bevölkerung Somalias erweigert sich einer erneuten Staatsgründung, die auch wieder von außen induziert versucht wird. Gleichwohl braucht man von Somalia kein Paradies erwarten, weil nach all den Jahren wie dieses Land verhunzt wurde, eine staatenlose Gesellschaft diesen Schutthaufen auch nicht in Jahren auf magische Weise rückgängig machen kann, zumal das auch keine Industrienation ist, aber sie baut sich dennoch auf.

Man sieht hier nie eine Art “innere Zersetzung”, sondern das Problem ist wiedermal in der Staatlichkeit zu suchen.

Auf die Idee, sich gemeinsam gegen Räuber und Verbrecher zu schützen – so intelligent und vernünftig halte ich die Menschen schon, und nicht, dass sie ohne Staat aufeinmal zu wilden Bestien werden, die sich gegenseitig in Mafiakriegen abschlachten werden, sondern, dass sie dagegen vorgehen werden. Kriminelle Strukturen wird es wohl vorläufig immer geben, auch in einer Privatrechtsgesellschaft.

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Darm. 26. Juni 2013 at 15:27

@Liane das Problem mit diesen historischen Beispielen (Irland, Wikinger, Indianer, Somalia, etc.) ist, dass sie nicht auf privaten Eigentumsrechten basierten. Denn genau die Achtung der privaten Ersparnisse und ein innovativen Unternehmergeist haben die Industrialisierung ermöglicht. Diese Völker waren bzw. sind nicht völlig herrscherlos, z.B. die Warlords in Somalia SIND der neue Staat (wie vorhin fasse ich den Staat als jede Form von Herrscher auf).
Wäre Irland zentral regiert worden, hätten die zahlenmäßig überlegenen Briten sie viel schneller erobert. Dazu kommt, dass Großbritanien noch nicht so viele Regulierungen hatten und sich durch die bessere Marktorientierung auch technisch schneller entwickeln konnten.

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Liane 26. Juni 2013 at 14:12

Wie diesen Klassiker: “Wer baut denn dann die Straßen?”, oder “was machen dann die Sklaven”?

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Liane 26. Juni 2013 at 12:46

“Privatarmeen können nicht das Ziel von Bürgern mit Individualinteressen sein. Wir haben sie heute schon – sie heißen Blackwater oder Camorra. Der vermeintliche „Schutz“ von privaten Individualinteressen ausgerechnet durch Mafia-Armeen ist ein Treppenwitz der Hoppe´schen Lehre.”

Blackwater bzw. Academi wird größtenteils von der Regierungsbehörde “CNTPO” finanziert. Das ist natürlich suboptimal, aber kurios und beeindruckend sich deswegen mal gleich an den Staat zu schmeißen, um sich Sicherheit zu ergaunern, dessen Möglichkeiten weit über dem liegen, was sich rein privat finanzierte Sicherheitsfirmen leisten und erlauben können.

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Liane 26. Juni 2013 at 11:46

“Wie realistisch ist es, dass sich Streitparteien freiwillig (!) auf einen Richter einigen – und dann auch im Falle einer Niederlage dessen Spruch beugen?”

Woher soll man auch wissen, wie das in einer Privatrechtsgesellschaft genau aussehen wird? Dass sich ein Zustand ohne Staat nicht von dem mit Staat unterscheidet, ist kein gültiges Argument für den Staat.
Die Geschichte zeigt ja auch, dass jeder, der nicht einsam enden möchte, sich an Verträge halten wird.

Kriminalität und Verbrechensbekämpfung werden von jenen durchgeführt, die damit beauftragt werden, ebenso wie Recht von jenen gesprochen wird, die von den Streiparteien dafür ausgesucht werden. Bei Eigentumsdelikten, die immer eindeutig sind, würden Agenturen mit der Wiederbeschaffung beauftragt, weil es überhaupt keinen Streit gibt, der entschieden werden müsste. Ansonsten ist anzunehmen, dass bei verschiedenste Versicherungen o.ä. auch gleichzeitig vertraglich festgehalten wird, dass im Streitfalle Schlichter/Richter aufzusuchen sind, sofern man den Rechtsschutz nicht verwirken möchte.

Und bezüglich einer Verfassung eines Minimalstaates: Es ist da weder von einem Konsens zu sprechen, wenn diejenigen, die unter der Verfassung zu leben haben, zu den unbeteiligten Personen gehören, noch kann es erklären, warum nachfolgende Generationen an diesen “Vertrag” gebunden sein sollen. Der Betrug liegt darin, dass die Konsensgruppe Staat sich nicht über Mitgliedschaft, sondern über die auf einem Territorium monopolisierte Gewalt definiert.

Organisationen, die sich über reine Mitgliedschaft definieren, können nicht von jenen Zahlungen verlangen, bloß weil sie in deren Einzugsgebiet leben. Weiter würde man dem Gewaltmonopolisten ja “das Recht” gewähren, prinzipiell und ganz grundsätzlich Anspruch auf fremdes Eigentum zu haben, um seine noch so minimalen Aufgaben zu finanzieren. Von Regelgerechtigkeit (die Baader übrigens forderte) aller kann also auch nicht die Rede sein.

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Liane 26. Juni 2013 at 11:16

Ist hier ein Minimalstaazi beleidigt?

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emarkus 26. Juni 2013 at 10:34

Gegen eine Organisation, die auf freiwilliger Basis Dienstleistungen wie Sicherheit anbietet, ist ja nichts einzuwenden. Ob man sie jetzt Minimalstaat oder nicht nennt, ist Zweitrangig.

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Liane 26. Juni 2013 at 12:19

Das wäre aber kein Staat mehr, sondern… was weiß ich ein Verein oder so, weil er vom Territorium entkoppelt sein würde, wenn es freiwillig ist. Begriffe bitte nicht verwässern.

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