Millionen Bürger in Großbritannien wurden gefragt, ob sie gereinigtes Abwasser aus der Toilettenkanalisation trinken würden um Lücken in der Trinkwasserversorgung von rund 125 Millionen Liter pro Tag Ende des Jahrzehnts vorzubeugen.

Diese Art der Trinkwassergewinnung ist bislang in trockenen Gegenden wie Australien oder Spanien zu finden. Der Versorger Thames Water könnte rein rechnerisch im Jahr 2040 für 2,2 Millionen Menschen nicht länger Wasser bereitstellen.

Wasser ist nur 0,07 Prozent der Erdmasse oder 0,4 Prozent des Erdvolumens. Von insgesamt 332.5 Millionen Kubikmeilen (mi3) Wasser sind 96,5% Salzwasser, gut für Fische aber für den Menschen nicht trinkbar ohne Hilfe der Natur oder schweres Gerät. So bleiben 11,6 Millionen mi3 übrig, davon ist aber der Großteil in Eiskappen, Gletschern und dauerhaftem Schnee gebunden oder ist dermaßen tief im Boden, dass es unerreichbar ist mit der heutigen Technologie.

Anzapfbares Grundwasser gibt es 5,614 Millionen mi3, davon 55% Salzwasser. Oberflächenwasser macht 80% unseres Trinkwassers aus. Seen beinhalten 42,320 mi3, knapp über die Hälfte davon trinkbar, die Flüsse halten nur 509 mi3 Frischwasser, weniger als zwei Zehntausendstel eines einzigen Prozents der Gesamtmenge des Planeten. Alleine in den USA verbrauchten Menschen im Jahr 2005 328 Milliarden Gallonen Oberflächenwasser pro Tag, 83 Milliarden Gallonen Grundwasser. Das meiste Oberflächenwasser kommt von Flüssen wie dem schrumpfenden Colorado River.

Auch der Lake Mead beläuft sich inzwischen nur noch auf 40% seiner Kapazität. Hydrologen geben der völligen Austrocknung eine Wahrscheinlichkeit von 50% in den nächsten 12 Jahren. Sobald der gestaute Lake Mead unter unter 1050 Fuß fällt, also in geschätzten 4 Jahren, gehen die Turbinen des Hoover-Damms und die Lichter in Las Vegas aus. Lake Colorado ist die einzige Wasserquelle für das gesamte Imperial Valley im Südosten Kaliforiens, dank eines komplexen Pipeline-Systems eine der produktivsten Landwirtschaftsregionen in den USA, obwohl dort nur durchschnittlich 3 Zoll Regen pro Jahr fallen. Der Aralsee war einst der viertgrößte Frischwasser-See der Welt, heute hat er nur noch 10% seiner ursprünglichen Größe und soll bis 2020 komplett verschwinden.

Der legendäre Fluss Jordan fließt nur noch mit 2% seiner ursprünglichen Rate. Ein Großteil Nordafikas ist bereits verwüstet, weitere 2,5 Millionen Quadratkilometer haben ein mäßiges Risiko zu verwüsten, 3,6 Millionen ein mittleres Risiko, 4,6 Millionen ein hohes sowie 2,9 Millionen ein sehr hohes.

Eine 2009 im American Meteorological Society’s Journal of Climate veröffentlichte Studie analysierte 925 große Flüsse zwischen 1948 und 2004, man fand insgesamt einen deutlichen Rückgang. Darunter der Amazon, Congo, Chang Jiang (Yangtze), Mekong, Ganges, Irrawaddy, Amur, Mackenzie, Xijiang, Columbia und Niger.

Zugang ist ein weiteres Problem: 40% der Weltbevölkerung hat keinen oder wenig Zugang zu sauberem Wasser, ein Anteil der bis 2025 noch auf 50% steigen soll. Verschmutztes Wasser führt zu Krankheiten, schätzungsweise die Hälfte aller Krankenhausbetten weltweit sind von Menschen besetzt, die an Krankheiten auf Grund von verunreinigtem Wasser leiden.

Industrielle Landwirtschaft ist extrem wasserintensiv, 80% bis 90% des Wasserverbrauchs in den USA geht an die Landwirtschaft. Der massenhafte Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln kontaminiert zusätzlich die Wasserversorgung.

Gemeinden in der Nähe von Nutztierzuchten erleben gefährlich hohe Mengen an E.coli-Bakterien und weitere Organismen in ihrem Trinkwasser. Eine weitere Verschmutzung geschieht durch Medikamentenresten in Ausscheidungen. Proben aus dem Lake Mead zeigten Spuren von Antibabypillen, Steroiden und illegalen Drogen. Der verfilmte Fall von Erin Brockovich demonstrierte industrielle, krebserregende Abfälle die in der Wasserversorgung landen.

Die Suche nach dem Ausweg

Microfiltersysteme können Trinkwasser herstellen, das beinahe mit destilliertem Wasser mithalten kann. Eine Filtrierung von großen Mengen ist damit aber eine Herausforderung. Erfinder Dean Kamen schuf die „Slingshot“, eine Filtrierungsmaschine von der Größe eines Kühlschranks, die 250 Gallonen Trinkwasser am Tag produzieren kann, bei dem gleichen Energieverbrauch wie ein Haarföhn. Das Gerät kann beinahe alles mögliche verfeuern und soll fünf Jahre wartungsfrei sein.

Keramikfilter sind eine Lösung für ländliche Gebiete. Eole Water will Feuchtigkeit mit einem Turbinengerät aus der Luft holen. Viele fragen: Was ist mit all dem Meerwasser, lässt sich das nicht problemlos entsalzen? Nicht problemlos. Es gab im Jahr 2009 zwar bereits 14.451 aktive Entsalzungsanlagen weltweit, die unter hohem Energieeinsatz 60 Millionen Kubikmeter Wasser pro Tag herstellen. Bis 2020 erwartet man eine Verdoppelung. Nichtsdestotrotz handelt es sich nur um Bruchteile eines einzigen Prozents des globalen Wasserverbrauchs.

Ismail Serageldin von der Weltbank erklärte: „Die Kriege des 21. Jahrhunderts werden um Wasser gefochten werden.“ Aus einer Investment-Perspektive lassen sich noch nicht viele Anteile erwerben an Firmen, die neue Technologien erforschen.

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9 comments

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Christoph Fluri-Heckenbücker 4. Juni 2013 at 15:50

Über solch eine Meldung sollte niemand selbstgefällig hinweglesen. Denn die Ilusion, dass das Deutsche Trinkwasser viel besser wäre, wird nur zugern in die Öffentlichkeit getragen.

Die Wahrheit ist, dass Wasser immer teurer wird und gleichzeitig unglaublich schlecht! Ich beschäftige mich schon länger mit Wasser. Schreibe darüber auf meinem Blog http://wasser-infos.com

Daher kurz zu einem Punkt, der mir wichtig ist, weil von der Marketingindustrie perfekt anders dargestellt und leider bei vielen Menschen verankert.

Dazu ein paar Zahlen zum Thema „Sauberes Wasser durch Anhebung der Grenzwert“:

Grenzwert für Belastung von Wasser nach EU-Richtline (in Deutschland nicht umgesetzt): 400 µS Mikrosiemens
Grenzwert der WHO für Krisengebiete: 750 µS Mikrosiemens
Trinkewasserverordnung Deutschland: 2.700 µS Mikrosiemens (1963 was der Wert bei 130µS Mikrosiemens uns ist nach der Wende zunächst auf 1.000µS Mikrosiemens, dann auf 2.000 µS Mikrosiemens um den jetzigen Wert zu erreichen.)
Platz 56 bei sauberen Trinkwasser in der Reihe mit Dritteweltländer im Kyoto Protokoll

Es ist daher Kaffesatzleserei zu behaupten “mein Wasser ist gut!” Ich höre diesen Satz immer wieder und sehe dann in lange Gesichter, wenn wir die Ergebnisse des Wassertest sehen. Nur ein Test klärt darüber auf. Ein Test kann man bei Veraucherschutzvereinen z.T. kostenlos durchführen lassen. Mehr dazu auch auf meinem Blog oder z.B. unter http://wasser.pw oder andere Stellen. Ihr könnt mir auch auf Twitter folgen: https://twitter.com/wasserfueralle Freue mich jederzeit über Feedback freuen! Und nicht vergessen immer genug reines Wasser trinken!-))

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Sascha 15. Mai 2013 at 14:02

Man muss allerdings dazu sagen, dass das Abwasser und Kanalisationssystem in GB gelinde gesagt verrottet ist und das seit Jahrzehnten. Wenn ich mich recht erinner versickert über die hälfte an Trinkwasser durch die marode Rohe im Boden. Das die Wasserversorgung privatisiert und zu einem Monopol unterstellt wurde, sollte man auch mal erwähnen!!

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Freigeist 14. Mai 2013 at 18:16

„mi 3“

Was soll das sein?! Irgendso eine englische Maßeinheit?

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khildner 16. Mai 2013 at 19:54

mi 3 = mile raised by the power 3 = cubic mile

Kubikmeile eben, wie anderswo ein Kubikkilometer,
nur eben 1.6**3 fach mehr Volumen.

mi 2 = mile raised by the power 2 = square mile

… Quadratkilometer

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Habnix 13. Mai 2013 at 13:28

Die Kriege des 21Jahrhunderts werden um das selbst machen sich drehen.

Du darfst kein eigenen Pflanzen-Samen ziehen! Du darfst dir kein Wasser selbst machen! Du darfst dir deinen Strom nicht selbst machen! Du darfst keinen Hasenstall mit Hasen haben! Du dafst keine Hühner haben!

Du darfst nicht mehr Leben !

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G 12. Mai 2013 at 21:44

Erin Brockovich – Schicker Film. Gerade zu Ende geguckt.
Ein Film seit langem.. 🙂

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Wahnuel 12. Mai 2013 at 18:00

Tja, unser Lifestyle hat eben seinen Preis, nicht wahr?

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Toilettenkanalisatiob 12. Mai 2013 at 13:38

Toilettenkanalisatiob

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