Nordkorea spricht von Option eines nuklearen Erstschlags

Alex Benesch Im anhaltenden Streit um UNO-Sanktionen gegen Nordkorea kündigte das Außenministerium der Atomstreitmacht an, die Option eines nuklearen Erstschlages zu nutzen um die eigenen Interessen zu schützen. Die...

Alex Benesch

Im anhaltenden Streit um UNO-Sanktionen gegen Nordkorea kündigte das Außenministerium der Atomstreitmacht an, die Option eines nuklearen Erstschlages zu nutzen um die eigenen Interessen zu schützen. Die USA würden sich durch Maneuver mit Südkorea auf einen Angriff vorbereiten. Technisch gesehen befindet sich die gespaltene Nation noch im Krieg.

Nordkorea ist zwar mit China verbündet, kann jedoch nicht unbedingt auf deren militärische Unterstützung hoffen wie in den 1950er Jahren.

Dr. Abdul Qadeer Khan, der Vater des pakistanischen Atomprogramms, gab 2004 zu, nukleare Technologien mit Hilfe eines weltweiten Schmugglernetzwerks unter anderem an eine Einrichtung in Malaysia weiter gegeben zu haben, die wichtige Teile für Zentrifugen herstellt. Khans Kollaborateur B.S.A. Tahir betrieb in Dubai eine Frontorganisation, die Komponenten für Zentrifugen nach Nordkorea lieferte.

Obwohl niederländische Behörden Khans Aktivitäten schon 1975 misstrauisch gegenüber standen, wurde eine Festnahme zweimal durch die CIA verhindert. Der ehemalige niederländische Premierminister Ruud Lubbers sagte:

„Dieser Mann wurde über 10 Jahre lang beobachtet und es war klar, dass er ein ernstzunehmendes Problem darstellt. Doch mir wurde zum wiederholten Male erklärt, dass der Geheimdienst damit sehr viel besser umgehen könne. In der Tat hatte nicht Den Haag das letzte Wort, sondern Washington.“

Lubbers gab bekannt dass Khan, der nukleare Geheimnisse verkauft und sie somit Nordkorea zugänglich gemacht hatte, unter dem Schutz der CIA in den Niederlanden ein und aus ging. Er wurde laut Georg W. Bush schließlich zu einer Art
„Primärverkäufer eines umfangreichen internationalen Netzwerks, das für die Verbreitung nuklearer Technik und Know-How zuständig war“. Die Canada Free Press berichtete:

„Lubbers glaubt dass die CIA Khans Aktivitäten deshalb erlaubte, weil Pakistan im Kampf gegen die Sowjetunion eine Schlüsselposition einnahm. Zu dieser Zeit finanzierte und unterstützte die US-Regierung die Mujahideen, unter anderem auch Osama Bin Laden. Sie wurden vom pakistanischen Geheimdienst trainiert um gegen Sowjet-Truppen zu kämpfen. Anwar Iqbal, der Washington- Korrespondent für die pakistanische Zeitung Dawn, sagte zu ISN Security Watch dass Lubbers Angaben durchaus korrekt sein könnten. ‚Das war Teil einer miesen langfristigen Strategie. Die USA wussten, dass Pakistan Atomwaffen entwickelt, aber es interessierte sie nicht weil jene nicht dazu bestimmt waren, gegen sie eingesetzt zu werden. Sie dienten als Abschreckung gegen Indien und möglicherweise auch gegen die Sowjets‘.“

Im September 2005 wurde bekannt, dass das Amsterdamer Gericht, das Khan 1983 zu vier Jahren Haft verurteilte, die Akten die den Fall betrafen verloren hatte. Die Vizepräsidentin des Gerichts, Anita Leeser, beschuldigte die CIA die Akten gestohlen zu haben. In der niederländischen Nachrichtensendung NOVA erzählte sie:

„Irgend etwas läuft hier verkehrt, solche Dinge verlieren wir nicht einfach. Ich finde es schon verblüffend wenn Leute politisch relevante Akten einfach verlieren, besonders wenn es im Auftrag der CIA geschieht. So etwas ist einfach unerhört.“

Pakistans Präsident Pervez Musharaf bestätigte 2005, dass Kahn Nordkorea mit Zentrifugen und Informationen über deren Entwicklung versorgt hatte. Mit diesen geschichtlichen Tatsachen im Hinterkopf wirkt der Protest der USA gegen den zweiten Atomtest Nordkoreas und dessen Verurteilung extrem scheinheilig. Dadurch dass die US-Regierung mit ihrer Politik Nordkorea half, einen Leichtwasserreaktor zu bauen und die CIA genau bescheid wusste, dass Khan Nordkorea Mittel zur Entwicklung nuklearer Waffen zur Verfügung stellte, wurde sie zum direkten Komplizen bei der Versorgung Kim Jong-ils mit den Atomwaffen.

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