Roland Baader

Der Frühsozialismus kam im Gewand der säkularisierten Paradies-Utopie daher, der Marx’sche Sozialismus im Mantel der “wissenschaftlichen” Geschichts- und Gesellschafts-Erklärung, der Engels-Lenin’sche in der Uniform des Weltrevolutionärs, der bolschewistische Sozialismus tanzte in den Schleiern des Friedens (Kriegsmüdigkeit gegen Ende des Ersten Weltkriegs), der faschistische Sozialismus im braunen Hemd des Nationalismus und der rassistischen “Erneuerung”.

Was ist nun das Neue am “neuen Sozialismus”? Sein Ornat heißt Wohlfahrtsstaat. Wenn es im Godesberger Programm der SPD von 1959 hieß: “Sozialismus wird nur durch Demokratie verwirklicht, die Demokratie durch den Sozialismus erfüllt”, und wenn im Programmentwurf der SPD vom März 1989 immer noch zu lesen stand: “Demokratie und Sozialismus waren von Anfang an untrennbar”, dann sind das eben die gleichen inhaltslosen Beschwörungsformeln, wie sie beispielsweise auch in der DDR-Verfassung zu finden waren:

“Die Bürger der Deutschen Demokratischen Republik üben ihre politische Macht durch demokratisch gewählte Volksvertretungen aus” (Art. 5,1), oder; “Die Deutsche Demokratische Republik garantiert allen Bürgern die Ausübung ihrer Rechte und ihre Mitwirkung an der Leitung der gesellschaftlichen Entwicklung. (Art. 19,1)

Das Resultat jedes real existierenden Sozialismus: Minderung des Leistungswillens, Senkung der Investitionsneigung, Verzerrung der Signalwirkung der Preise, Schmälerung der Gewinnchancen – und damit auch der Risikobereitschaft, kurz: Lähmung aller produktiven Kräfte. Unser gesamtwirtschaftliches Vermögen verfällt und wird wertlos. Und wer da ruft: “Alles halb so schlimm, uns geht es doch trotz allem gut”, dem sei geantwortet: Unser Reichtum von heute ist das Ergebnis produktiver Investitionen der Vergangenheit, und unser Reichtum von morgen ist das Ergebnis der produktiven Investitionen von heute.

Hat der alte Sozialismus die Vergangenheit ausgebeutet – und damit die Gegenwart zerstört, so beutet der neue Sozialismus die Gegenwart aus und zerstört somit die Zukunft. Der Philosoph Toptsch konstatiert:

“Wenn keine Speise mehr auf dem Teller, kein Treibstoff mehr im Tank ist, wenn der Patient tot auf dem Operationstisch liegt … dann ist eben Feierabend.”

Im Neid und Begehrlichkeit schürenden Gerangel um die Verteilung des Gegenwarts-Kuchens hat der neue Sozialismus die Menschen alle elementaren Grundprinzipien der Freiheit vergessen lassen. Eine neue Klasse emanzipierter Säuglinge ist entstanden. Ihnen steht eine nicht minder pathologische neue Klasse politischer Volksheim-Babysitter gegenüber, die der zunehmenden Randale ihrer Zöglinge nur noch Herr werden, indem sie den verstörten Anstalts-Insassen immer neue Beruhigungsspritzen verabreichen. Drogen für die Gaukelwelt  der “sozialen Gerechtigkeit” und für die infantilen Träume von der großen Freiheit. Ein Irrenhaus.

Bei der “Moral” der neuen Sozialisten handelt es sich um eine Art Strauchdieb-Ethik jener Sozialprodukts-Mafia die meist außerhalb produktiver Arbeit steht und sich unter dem kapitalistischen Wohlstandsschirm rattenhaft vermehrt.Die Logik ihrer Gauner-Ehre: Minderheiten plündern, um mit dem Gestohlenen wechselnde Mehrheiten zu bestechen. Ihr Endziel: Alle Mitglieder des Gemeinwesens fortschreitend zu enteignen, um die alsdann allesamt bedürftig gewordenen  mit Almosen (aus dem Diebesgut) in unterwürfige Abhängigkeit zwingen zu können.

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22 comments

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Socke 6. März 2013 at 11:52

In Zeiten von Hartz4 noch von einem Wohlfahrtsstaat zu sprechen ist blanker Hohn.
Und verhöhnt werden hier von Herrn Benesch, der das ganze hier veröffentlicht, diejenigen 20% der erwerbsfähigen Bevölkerung die auf Hartz4 angewiesen sind, da sie sonst einfach verrecken würden oder kriminell werden müssten.

Ich will damit nicht sagen das Roland Baader unrecht hat!! Der ist schon ein guter, keine Frage!

Aber dieses ständige Hartz4 bashing nervt!!!

Naja, wenn du deine Arbeit weiterhin so scheiße erledigst wie zur Zeit, dann treffen wir uns vielleicht schön nächstes Jahr auf dem Amt, lieber Alex!

Libertäre Grüße

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Jefferson 6. März 2013 at 15:37

Baaders Kernaussage ist, dass der Wohlfahrtsstaat und alle anderen sozialistische Modelle nur solange existieren bis der vorher aufgebaute materielle Wohlstand verzehrt und vernichtet wurde.

Ginge es nach Baader, dann gäbe es ein System von echter freier Marktwirtschaft in dem so viel Wohlstand und Produktivität geschaffen werden, dass selbst einfache Arbeiter so viel Kaufkraft haben dass sie in relativem Wohlstand leben können und gar keinen Sozialstaat mehr brauchen.

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Liane 6. März 2013 at 18:16

Jap, und Wohlfahrtsstaat bedeutet, dass der Staat seine Subjekte an sich bindet und abhängig macht. Natürlich behauptet ‘der Staat’ ideologisch, dass er in seiner Wohlfahrt effizient und im Interesse seiner Subjekte handelt – tut er nur dummerweise nicht. ALG II ist Praxis der Wohlfahrt und kein Hohn.

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Failor 6. März 2013 at 3:29

Gibt halt einige verdeckte Sozialisten hier.

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Failor 6. März 2013 at 3:28

“Gesund ernähren” was für ein Bullshit.

Die freie Nahrungsmittelindustrie weiß am besten was gesund für Menschen ist, dafür brauch ich keine staatlichen Richtlinien oder irgendwelche “Weltverbesserer” die mir ihren Diätplan aufzwingen wollen.

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Jefferson 5. März 2013 at 16:22

Mehr von Baader!

Einer der besten politischen Autoren im deutschsprachigen Raum!

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Benjamin 5. März 2013 at 16:01

nwo-propaganda gefällig?

voila:

“Weniger essen, länger leben

Phasenweise zu hungern gehört dazu, so sind wir genetisch aus der Steinzeit geprägt. Doch wir leben im Überfluss. Dabei kann weniger Nahrung sogar das Leben verlängern, zeigen Studien an Tieren. Kann Hungern auch den Menschen heilen?”

so gelesen auf ard.de

noch fragen?

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Jefferson 5. März 2013 at 16:32

Nicht unbedingt Propraganda. Sich nicht immer vollzustopfen ist an sich keine schlechte Idee.

Biologisch betrachtet befindet sich unser Körper immer noch in der Steinzeit. Fertigpizza und Freßorgien kannte man damals nicht.

Eine Familie hat mal den Test gemacht und sich 6 Wochen lang auf Steinzeit-Niveau ernährt, also viel
Fleisch, Gemüse, Körner und wenig Getreide & Zucker. Dazu viel Bewegung. Die waren begeistert.

Ab und zu 1-2 Mahlzeiten auszulassen (wie damals üblich) ist auch nicht schlimm. Der Körper ist darauf
eingestellt.

Such mal nach Paleo-Diet und schau ob das was für dich ist.

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Liane 5. März 2013 at 20:56

Ja, der große Bruder sagt dir was gesund ist. Papa Staat wird Nahrung kontrolliert verteilen. Und die Partei hat sowieso immer recht. ^^

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Liane 5. März 2013 at 20:03

“Phasenweise zu hungern gehört dazu, so sind wir genetisch aus der Steinzeit geprägt.”

Und warum sollte das gesund sein? Die haben ja nicht gehungert, weil irgendeine Studie gesagt hätte, das sei gesund. Krankheiten und kurze Lebenszeit gehörten auch aus der Steinzeit dazu, *lol*.
Einfach gesund ernähren und nicht hungern sollte die Devise sein. Nachher rennen noch alle zur Pharmaindustrie weil sie Mangelerscheinungen haben.

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Liane 5. März 2013 at 20:09

PS: Und hungern ist nicht schön. Ich meine auch wirklich hungern (!). Und wenn man das dauernd “phasenweise” macht, ist das auch eine Stresssituation – und wie wir alle wissen, wirkt sich Stress auch total gesund auf den Körper aus.

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Jefferson 6. März 2013 at 15:30

Gemeint ist mal 1 oder 2 Mahlzeiten auszulassen. Das ist kein “phasenweises Hungern” sondern Fasten.
Kann Vorteile bringen. Entscheide selbst was für Dich am besten ist.

Was die GEZ-ARD wieder für einen Blödsinn schreibt interessiert mich nicht sonderlich.

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Liane 6. März 2013 at 18:11

Naja, gut. Aber hey, wie viele lassen aufgrund ihrer beruflichen Einspannung hier und da mal eine Mahlzeit aus? 😉

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Liane 6. März 2013 at 18:13

Ich mach das auch so privat öfters. Okay und jetzt könnte ich aufeinmal sagen; Stimmt, ich bin (scheinbar?) gesund 😀

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Soma 5. März 2013 at 2:30

Die Parkbank. 🙂

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Failor 4. März 2013 at 21:26

Es ist doch einfach, wenn mir etwas stinkt oder ich jemanden nicht mag, dann gebe ich ihm nicht freiwillig mein Geld. Sparkassen sind ein wichtiges Instrument der staatlichen Umverteilung.

Was verstehst du denn unter “dreckigen Geschäften” der Privatbanken? Mit Kapitalismuskritik bist du hier denke ich mal falsch. Ja, der freie Markt hat seine Risiken, bietet aber auch große Chancen.

Fakt ist doch, dass viele private Unternehmer vertrauenswürdiger und effektiver sind, als ein vermodertes staatliches / öffentlich-rechtliches Kreditinstitut. Es gibt etliche Privatbankiers in Deutschland.

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Failor 4. März 2013 at 17:04

Und trotzdem noch das Geschäftskonto bei einem sozialistischen Kreditinstitut, wie der Sparkasse Nürnberg?
Offensichtlich profitiert Alex gern davon, dass die Sparkasse im Sinne des Allgemeinwohls jungen Existenzgründern hilft.

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alex 4. März 2013 at 17:06

Das ist eher Zufall, die doch alle gleich.

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Failor 4. März 2013 at 18:58

Kann mir schon vorstellen, was dir da “zugefallen” ist.
Sozialistische aber hilfreiche Konditionen, die du bei keiner Privatbank der Welt finden würdest.

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Zazzel 6. März 2013 at 10:25

Das ist der klassische Einwand, der auch gegen Ayn Rand vorgebracht wurde, als sie im Alter Medicare und Social Security in Anspruch nahm. Ihr Argument: Warum sollte sie NICHT Leistungen in Anspruch nehmen, für die sie – direkt oder indirekt – gezwungen wurde zu zahlen?

Ich zitiere mal “Classically Liberal”: “in 1966 Rand’s Objectivist Newsletter [she] said that not collecting from programs that one is forced to finance would be wrong. It said:
…the victims, who opposed such laws, have a clear right to any refund of their own money—and they would not advance the cause of freedom if they left their money unclaimed, for the benefit of the welfare-state administration.”

Punkt.

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Alex-Power 4. März 2013 at 16:29

Die wollen es nicht raffen, sie wollen raffen, das erarbeitete Geld der anderen

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Jayem 4. März 2013 at 14:47

“Alle Mitglieder des Gemeinwesens fortschreitend zu enteignen, um die alsdann allesamt bedürftig gewordenen mit Almosen (aus dem Diebesgut) in unterwürfige Abhängigkeit zwingen zu können.”

Und damit ist wohl das sogenannte “Bedingungslose Grundeinkommen” gemeint!

Wenn das die naive Masse der BGE-Befürworter doch endlich mal begreifen würde… 🙁

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