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Insider verblüfft mit Buch zum Umgang mit „antiglobalistischen Widerständlern“


“Während ich dieses Buch schrieb, habe ich mir einige Theorien darüber, wer auf der Welt das Sagen hat, und all die Gerüchte um hochrangig besetzte Klausurtagungen wie Davos und Bilderberg, die Trilaterale Komission und den Bohemian Grove, sehr genau angesehen. Ehrlich gesagt: Wenn es diese weltweite Verschwörungen wirklich gäbe und man mich fragen würde, ob ich mitmachen wollte, ich wäre sofort dabei.”

“Die Super-Klasse – Die Welt der internationalen Machtelite” (Goldmann-Verlag) ist ein Manifest in dem dargelegt wird wie die globale Elite plant, die Zukunft des Planeten in die eigene Hand zu nehmen und eine neue Weltordnung zu erschaffen während gleichzeitig das unvermeidliche „globale Netzwerk von Antiglobalisten“, das sich dem entgegenstellt, bekämpft werden soll.

Der Autor des Buches, David J. Rothkopf, ist Gastdozent am Carnegie Endowment for International Peace und hatte vorher bereits als Vize-Unterstaatssekretär für Internationalen Handel während der Clinton-Regierung gearbeitet bevor er ab Januar 1996 schließlich als Geschäftsführer für Kissinger Associates tätig war.

Eine Rezension auf Salon.com zeigt in detaillierter Weise die in Rothkopfs Buch aufgestellten hochmütigen Prämissen: Eine globale Elite führt mittlerweile den Planeten und besitzt die Macht über die jeweiligen nationalen Regierungen, während sie derweil daran arbeiten, Gesetze deren Wirkungsbereich an Nationalgrenzen endet, aufzuheben.

“Jeder von ihnen ist einer aus einer Million Menschen. Es sind sechs Tausend auf einem Planeten mit sechs Milliarden. Sie führen unsere Regierungen, unsere größten Konzerne, die Kraftzentren der internationalen Hochfinanz, die Medien, die Weltreligionen, und, aus dem Verborgenen heraus, die größten und gefährlichsten Terrororganisationen der Welt. Sie sind eine globale Superklasse und sie formen die Geschichte in unserer Zeit“,

so die Werbeaussage zum Buch. Die irreführende Annahme, dass Rothkopfs Buch eine kritische und unparteiische Analyse der globalen Elite sei kann schnell widerlegt werden, wozu bereits ein Blick auf die Biografie des Autors genügt – er ist ein hoch geschätzter Insider in jenen Kreisen.

Durch das gesamte Buch hindurch verbeugt sich Rothkopf vor jener Elite, zu deren Mitgliedern er ebenfalls im weiteren Sinne zählt. In der Salon-Rezension wird seine „spürbare Erregung“ hervorgehoben als er „auf dem Weg zu einem Fondue-Restaurant beim Gipfeltreffen in Davos“ Vorstandschefs, Ölindustrie-Manager und Harvard-Professoren wiedererkennt, sowie seine Obsession, jeden noch so kleinen „Verdienst“ jedes einzelnen jener Globalisten, mit denen er gesprochen hat, aufzuzählen. Gemäß der Rezension ist den Globalisten, die in Rothkopfs Buch gelobt werden,

“nur sehr wenig nach nationaler Loyalität. Nationalgrenzen sind Hindernisse, die nun dankenswerterweise mehr und mehr verschwinden, und sie sehen Nationalregierungen als Relikte vergangener Zeiten an, deren einzige nützliche Funktion heute nur noch darin besteht, die globalen Operationen der Elite zu unterstützen.“

Rothkopf selbst sagt, dass Gesetze und Regularien, die innerhalb von Staatsgrenzen und Nationalstaaten gelten, nun überflüssig seien und weniger durch eine ‚Weltregierung‘ als mehr durch ein System von ‚Global Governance‘ ersetzt werden sollten. Die Tatsache, dass die Endziele beider Systeme im Grunde identisch miteinander sind ist diesen Globalisten sehr wohl bewusst, denn sie wissen, dass die anvisierte Zentralisierung von Macht und Kontrolle den Massen auf eine sehr subtile Weise verkauft werden muss, damit diese ihre Identität bereitwillig für eine vermeintlich bessere Zukunft aufgeben.

Eine scharf definierte ‚Weltregierung‘ wäre ein zu grobes Konzept und würde starken Widerstand auf den Plan rufen. Daher liegt die derzeitige Strategie der Globalisten darin, die einzelnen Länder dazu zu bringen, ihre Gesetzgebungen und Regularien zu „harmonisieren“ und im Rahmen einer gemeinsam praktizierten Politik der ‚Global Governance‘ über nationale Grenzen hinweg zu betreiben.

Rothkopf spricht in beunruhigender Weise auch von einem Plan, die

„Registrierung und das Management von Internet-Domains über verschiedene Organisationen unter einer globalen Schirrmherrschaft zu organisieren“.

Dies entspricht in etwa den bereits bestehenden Plänen für ein so genanntes ‚Internet 2‘ in dem alle Nutzer sich bei Regierungsbehörden registrieren lassen müssen und Webseiten nur unter strengsten Auflagen betreiben dürfen.

“Wer die Begriffe Bilderberg, Trilaterale Komission oder Weltwirtschaftsforum in eine Suchmaschine eingibt, bekommt die dunkle Seite des Internets zu sehen: zusammengeschusterte Webseiten mit Namen wie Prisonplanet, Counterpunch, Crystalinks oder Infowars.”

Elitäre Clubs wie Skull & Bones beschreibt Rothkopf als “langweilig” wie ein Flug in der ersten Klasse einer Linienmaschine. Webseiten wie Infowars zitieren historische Dokumente laut denen Skull & Bones Hitlers Wahlkampf und die Bolschewistische Revolution anschubfinanziert hatten.

Rothkopfs Antwort auf die unvermeidlichen Gegenstätze, denen sich die Globalisten zunehmend in dem Maße ausgesetzt sehen wie sie ihre Agenda vorantreiben besteht darin, den Massen vorzugaukeln, dass sie irgendeinen signifikanten Einfluss auf die neue Weltordnung hätten, die um sie herum errichtet wird. Diese Methode ist auch als so genannte Delphi-Technik bekannt , eine hinterhältige Vorgehensweise bei der ein Konsens mittels Täuschung und Betrug herbeigeführt wird. Gemäß Rothkopf sollte

„die ‚Superklasse‘ schlau genug sein, um Krisen jener Art vorauszusehen und diese im Keim zu ersticken in dem sie einfach mehr daran setzen, die gegenwärtig Benachteiligten dieser Welt zu dem Glauben zu führen, sie hätten in dieser neuen globalen Ordnung etwas zu sagen.“

Die Tatsache, dass die gleichen Elitisten, die Rothkopf mit so viel kriecherischer Ergebenheit verehrt mit der von ihnen betriebenen Politik für den Tod von unzähligen Millionen Menschen und das Elend großer Teile der Weltbevölkerung verantwortlich sind kümmert ihn wenig. Ebenso hat er keine Skrupel, Osama Bin Laden zu jener Gruppe von 6000 ‚Globalen Elitisten‘ zu zählen, die heutzutage nun die Welt lenken und

„deren Verbindungen untereinander wichtiger wurden als Loyalität zu ihren Heimatländern oder Regierungen.“

Superclass behauptet, dass jene Elite, die zum überwiegenden Teil aus “älteren Herren europäischen Unsprungs besteht, die ihren Abschluss auf prestigeträchtigen Universitäten des Westens machten“, eine „Weiterentwicklung gegenüber den Eliten der Vergangenheit“ seien.

Diese Behauptung ist jedoch blanker Hohn wenn man sich den Zustand dieses Planeten anschaut, der nicht zuletzt das direkte Resultat der Taten jener Personen ist. Da mehr als eine Million Iraker seit 2003 umgekommen sind, die Weltwirtschaft sich in einer chaotischen Situation befindet und individuelle Freiheiten in jedem Winkel der Erde mehr und mehr eingeschränkt und abgebaut werden sollten wir besser davon ausgehen, jene so „hochgelobte“ Elite – die Rothkopf in seinem Buch als „Retter der Erde“ anpreist – als Parasiten und als Krebsgeschwür der Menschheit anzusehen.

Rothkopf kreirt ein falsches Paradigma in dem er behauptet, dass Freiheit auf dem entgegengesetzten Ende einer Skala der Gerechtigkeit läge und dass die Probleme der Welt nur gelöst werden könnten indem wir uns von der Freiheit weg und hin zur ‚Gerechtigkeit‘ bewegen müssten, was die Bedeutung jener Begriffe völlig widersprüchlich auf den Kopf stellt.

Rothkopfs Ansatz besteht darin, den Kapitalismus der freien Marktwirtschaft für die Probleme der Welt verantwortlich zu machen und zu implizieren, dass die Globale Elite ein neues Phänomen sei und also Teil der Lösung jener Probleme. Tatsächlich ist es so, dass die Elite selbst einen Monopolkapitalismus erschuf und aus dem Verborgenen heraus weltweit bedeutende Ereignisse manipuliert und am Ende Lösungen für Probleme anbietet, die sie selber seit Jahrhunderten schafft und auch heute noch produziert.

Recentr/Infowars

11 Comments on this Post

  1. “Rothkopf kreirt ein falsches Paradigma in dem er behauptet, dass Freiheit auf dem entgegengesetzten Ende einer Skala der Gerechtigkeit läge ..”

    Das Paradigma ist an sich richtig. Wer nach Gerechtigkeit strebt, d.h. auf die Bedürfnisse seiner Mitmenschen achtet, muss zwangsläufig seine eigenen Bedürfnisse irgendwo zurückstecken und somit seine Freiheit ein Stück weit aufgeben. Und wer nach Freiheit strebt, muss in Kauf nehmen, dass es ein gewisses Maß an Ungleichheit gibt.

    Zu Problemen führt es, wenn eines der beiden Ideale als allein glücklich machendes emporgehoben wird.

    Zwei echte Idealisten können nie zu einer konsenten Einigung kommen, da jeder das Ideal des andern als Anti-Ideal ansieht und auf keinen Fall einen Schritt auf den anderen zu gehen will.

    Es wäre in der Realität sowieso nicht möglich, absolute Freiheit oder absolute Gerechtigkeit zu haben, da dies nun mal Ideale sind, d.h. Ideen, die von allen anderen existierende Dingen abgekoppelt betrachtet werden und so nur in der Theorie vorkommen können.

    Die entscheidende Frage ist also nicht: brauchen wir Freiheit oder Gerechtigkeit?, sondern: wo liegt das Gleichgewicht zwischen Frieheit und Gerechtigkeit?

    Wenn man dies erkannt hat, kann man auch mit Leuten wie Rothkopf diskutieren (falls dieser es auch erkennt) und ihn fragen, warum wir seiner Meinung nach zu viel Freiheit und zu wenig Gerechtigkeit haben.

    Deshalb auch ein Appell an alle Libertären: Wendet euch vom Idealismus ab, hin zur Vernunft! Sagt nicht: ich bin für absolute Freiheit. Sagt: ich bin für mehr Freiheit, weil wir uns immer weiter vom Gleichgewichtspunkt entfernen.

    Nur mit Venunft könnt ihr auch Andersdenkende überzeugen. Mit klarem Geist kann rhetorischer Manipulation entgegengetreten werden, auch wenn der Gegner übermächtig ist.

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  2. Alex drückt dies ja auch gut zusammengefasst im neuen Namen “Recentr” = “re – center!” aus.

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  3. Man ist wohl eher im Hundertausender- als im Tausenderbereich, um das “World Management Team” realistisch zu quantifizieren. Freilich klingen 6000 überzeichnete Supermänner zur Einschüchterung viel gefährlicher, weil man damit ausblendet, wie viele Ehrgeizlinge und Opportunisten hier mit von der Partie sind, die ideologisch weitaus weniger durchgebildet sind als der harte Kern. “Milner’s Kindergarten” muss immer dumm genug gehalten werden, um ihn für die “höheren Ziele” der inneren Kreise instrumentalisieren zu können. Ohne die Energien dieser „Kindergärten“ ist jede Verschwörung zum Scheitern verurteilt.

    Wer 6000 sagt, kaschiert damit also den Umstand, dass die eigene Stärke sich aus hunderttausenden von latenten Schwachpunkten zusammensetzt. Dieses fehlgeleitete Mitläufertum des elitären Mittelbaus wird sich sehr viel schneller umorientieren, sobald das Pendel der Geschichte in die andere Richtung zu schwingen beginnt. Und es bewegt sich ja schon…

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  4. Hab auf meinem Blog ebenfalls eine Rezension zu dem Buch geschrieben.

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    • Ist doch aber unklug, so einen Text nun als nicht lesbar abzustempeln – wie das weniger “Du”, als A.Benesch (an anderer Stelle) das nahelegt, nur weil der Feind es geschrieben hat; in ihrem Selbstvergessenheit bringen die noch immer einiges Licht in unser Dunkel. Beispiel:”Was will er uns damit sagen? Daß Eliten sich seit Jahrhunderten vorrangig unter sich selbst fortgepflanzt haben?”!

      Waren und sind sie “genetisch höherwertig” als ihre Untertanen?
      Da verlangst Du freilich zuviel; und die Antwort hast Du ja schon selbst:
      Was die Eliten da vererbt haben, sind wohl v.a. psychopathologische Störungen, was so manches erklären würde.

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  5. Guantana-MOHR

    Lustig in dem Buch fand ich auch… dass er immer beheuptete, niemadn hätte vor eine Weltregierung zu errichten, dass ist blödsinn. … Nur um dann am ende ein eigenes Kapitel drüber zu bringen :)… Wäre doch das beste, laut ihm…

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  6. Super SSSR, macht richtig Sinn – mehr bitte solches!!!

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  7. Und – meinst Du,Putin “weiß” davon, bzw. hat es den Anschein, er kämpfe gegen ein Eurasien – oder lediglich für eines unter russ. Macht?

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  8. benjamin

    hier ein kleines leckerle für alle “verschwörungstheoretiker”:

    gebt mal 322 auf der wikipedia ein und klickt die lehren des dort angegebenen griechischen philosophen!
    krass, gell?

    und warum ausgerechnet 322, wenn die garnicht wissen, wann der olle togatragende schlaukopf gestorben ist?
    für die jahre 321 oder 323 kommt z.b. nicht der typ raus, obwohl es genau so vage ist..

    grüße aus der gruft? fapfapfap ;)

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  9. Neoplatonisten fetzen \o/

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