Archive durchforstet: 45 Millionen Tote unter Maos Sozialismus

Nach einem Trip nach China im Jahr 1973 lobte der Globalist und generell als Philantropist beschriebene Banker David Rockefeller den chinesichen Diktator Mao Tse Tung. Der Bericht mit dem...

Ein Historiker, der die wieder geöffneten chinesischen Archive durchforstet hat um die Opferzahlen unter Mao genauer zu ermitteln, kam auf mindestens 45 Millionen Tote in nur vier Jahren. The Independent berichtete:

„Herr Dikötter ist der einzige Autor der die chinesischen Archive durchforstet hat seit sie vor vier Jahren wieder zugänglich gemacht wurden. Er argumentiert dass diese verheerende zeitgeschichtliche Periode – die bislang eher verborgen blieb – internationale Bedeutung erlangt hat. ‚Es steht neben den Gulags und dem Holocaust als eines der drei größten Ereignisse des 20. Jahrhunderts….Es war wie Pol Pots Genozid multipliziert mit dem Faktor 20,‘ meinte er.“

Nach einem Trip nach China im Jahr 1973 lobte der Globalist und generell als Philantropist beschriebene Banker David Rockefeller den chinesichen Diktator Mao Tse Tung. Der Bericht mit dem Titel „Von einem China-Reisenden“ betont die verschiedenen Ziele die in UN-Dokumenten dargelegt wurden wie z.B. „The Commission on Global Governance“ und UNESCOs  Our Creative Diversity. Die Vision des „globalen Dorfes“ sieht Räte, also Sowjets vor und völlige Unterwerfung. Rockefeller äußerte sich in der New York Times:

„Man ist sofort beeindruckt von der nationalen Harmonie […]. Was auch immer der Preis der chinesischen Revolution war, es hatte offensichtlich Erfolg […] darin, eine gute Moral und einen gemeinschaftlichen Sinn zu erschaffen. […] Das gesellschaftliche Experiment in China unter der Führung des Vorsitzenden Mao ist eines der wichtigsten und erfolgreichten in der Geschichte.“

New York Times, 8-10-1973

Herr Dikötter, der die Geschichte der chinesischen Bauern in den Jahren von 1958 bis 1962 während des großen Hungers studiert hat, verglich die systematische Folter, die Brutalität, das Aushungern und Töten von chinesischen Bauern mit der Größemordnung des zweiten Weltkriegs. Mindestens 45 Millionen Menschen wurden in diesen vier Jahren in China durch Arbeit, Hunger oder anderweitig getötet; die Zahl der Opfer im zweiten Weltkrieg betrug weltweit 55 Millionen.“

Helmut Schmidt, selbst ein Globalist und Gast im Bohemian Grove, wiederholt praktisch die Sichtweisen seiner Ziehväter wie Rockefeller, erwähnt jedoch immerhin noch die Opfer:

„Solange Mao lebte, hat er eine Reihe waghalsiger Experimente durchgeführt und dabei schwere Fehler begangen. Zum Beispiel hat sein Großer Sprung nach vorn in den 1950er Jahren Millionen Hungertote gefordert. Man weiß nicht genau, wie viele dabei umgekommen sind. Möglicherweise eine zweistellige Millionenziffer. Schließlich hat auch das andere gigantische Experiment, nämlich seine sogenannte Proletarische Kulturrevolution, Tausende Tote gekostet. Sie alle sind umgebracht worden. Er selbst starb 1976, und wenige Jahre darauf gelangte mit Deng Xiaoping jemand an die Spitze, der ein neues Experiment mit bisher glänzendem Erfolg wagte.“

Es klingt immer noch recht apologetisch und pragmatisch, fast so als wären die Toten ein Unfall der Geschichte gewesen.  Herr Dikötter fand in seiner Recherche „ein verblüffendes Maß an Gewalt“, alles genau festgehalten in Berichten der staatlichen Sicherheitsbüros. Bauern galten nicht als Menschen sondern als Ressourcen. Wenn ein Kind eine Kartoffel gestohlen hatte, fesselte man es und warf es in einen See. Menschen mussten im Winter praktisch nackt arbeiten; viele Chinesen durften nicht an der staatlichen Essensverteilung teilhaben und wurden so umgebracht.

Die sozialistische Tageszeitung „Junge Welt“, die aus dem ehemaligen zentralen Propagandaorgan der „Freien Deutschen Jugend“ der DDR entstanden war, feierte das 90-jährige Bestehen der kommunistischen Partei Chinas:

„Der 90. Jahrestag der KP Chinas ist geeignet, die historischen Leistungen dieser erfahrenen, reifen marxistischen Partei zu würdigen und sich mit ihnen gründlich zu beschäftigen.“

„Zu den besten Traditionen der deutschen Kommunisten gehört die Solidarität mit der chinesischen Revolution.“

Rolf Berthold schwenkte den Weihrauch angesichts 90 Jahre Massenmord, Konzentrationslager und Sklaverei:

„Im Juli 1921 fanden sich in einem Shanghaier Wohnhaus – heute ist es eine der wichtigsten Gedenkstätten der VR China – 13 Revolutionäre, die 52 Mitglieder kommunistischer Organisationen des Landes vertraten, zur Gründung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) zusammen. Anwesend waren auch zwei Vertreter der Kommunistischen Internationale (KI). Es gibt nicht viele Orte von vergleichbarem historischen Rang.“

Wie realitätsfremd die chinesische Revolution und die sozialistische Diktatur wahrgenommen und/oder uminterpretiert werden, zeigt sich in Zeilen wie den folgenden:

„Junge patriotische und progressive Intellektuelle widersetzten sich der Herrschaft der westlichen Großmächte und strebten die Beseitigung der feudalen Verhältnisse und der brutalen Ausbeutung des Proletariats an.“

Der „historische Sieg“ der chinesischen Kommunisten über die Nationalisten war indes nur mit Hilfe des sogenannten Klassenfeindes zustandegekommen. 1903 startete die Yale Divinity School eine Anzahl an Schulen und Krankenhäuser in China die man generell als ‘Yale in China’ bezeichnete. Hinter ‘Yale in China’ verbarg sich ein Geheimdienstnetzwerk um für das angloamerikanische Establishment die republikanische Bewegung von Sun Yat-sen zu zerstören. Sun war verhasst weil er China in ein moderneres Land entwickeln wollte. Die chinesischen Kommunisten kamen gerade recht, da sie China in ein ineffektives Unrechtssystem überführen und den Opiumhandel fortführen wollten. Einer der bedeutendsten Studenten von ‘Yale in Chinas’ war Mao.

Während des zweiten Weltkriegs war ‘Yale in China’ das benötigte Instrument des amerikanischen Geheimdienstes Office of Strategic Services (OSS) um die Maoisten an die Macht zu bringen. Die Mission wurde vom OSS-Agenten und Skull&Bones-Mitglied Reuben Holden geleitet, dem Ehemann von George H.W. Bushs Cousine. Bush leitete später in seiner Karriere den OSS-Nachfolger CIA. Die Maoisten verwandelten China in den weltgrößten Opiumproduzenten. ‘Yale in China’ hatte Verbindungen zu dem New Yorker Union Theological Seminary, ein Zentrum für die amerikanische Unterwanderung Asiens. Union Theological wurde 20 Jahre lang dominiert von Henry Sloane Coffin, ein führender US-Nachrichtendienstfunktionär aus den Familien Sloane und Coffin. Er war Mitglied von Skull and Bones wie auch ein Dutzend seiner Verwandten.

Der brilliante Historiker und Wirtschaftsforscher Dr. Antony Sutton dokumentierte in seinen Büchern wie Skull and Bones das kommunistische System in China aufbauten. China stieg nicht zur Weltmacht auf, das Land wurde auf den Status gehoben. Sutton erläuert wie die Skull&Bones-Projekte Nazi-Deutschland und Sowjetunion in einen zweiten Weltkrieg eskaliert wurden und wie eine fortschreitende Zentralisierung der Welt erreicht wurde mit u.a. COMECON, NATO, UNESCO, Warschauer Pakt, SEATO, CENTO und der Trilateral Commission. China war ein weiteres “Projekt”:

Der chinesische Regierungsfunktionär Chin-tung Liang schrieb über [US-]General Joseph W. Stilwell, den wichtigsten US-Repräsentanten in China von 1942 bis 1944: “Vom Blickwinkel des Kampfes gegen den Kommunismus aus betrachtet […] hat [Stilwell] China einen großen Bärendienst erwiesen.” Dabei hatte Stilwell nur seine Befehle aus Washington umgesetzt, von General George C. Marshall. Admiral Cooke sagte gegenüber dem US-Kongress “… 1946 benutzte General Marshall die Taktik der Vorenthaltung von Munition um unsichtbar die chinesischen Streitkräfte zu entwaffnen.”

Wenn wir General Marshall betrachten, müssen wir uns daran erinnern dass in den USA der zivile Flügel das letzte Wort hat in militärischen Angelegenheiten und das bringt uns zu dem damaligen Kriegsminister Henry L. Stimson, Marshalls Vorgesetzter und Mitglied im Orden von Skull and Bones (Eintritt 1888).

Während dieses Buch in Druck geht (Anfang 1984) hat der Bechtel-Konzern eine neue Firma gestartet, Bechtel China, Inc., um Aufträge für die chinesische Regierung zu übernehmen hinsichtlich Entwicklung, Technik und Bauten. Der neue Präsident von Bechtel China, Inc. ist Sydney B. Ford, ehemals Marketing Manager von Bechtel Civil & Minerals, Inc. Gegenwärtig arbeitet Bechtel an Studien für die China National Coal Development Corporation und die China National Offshore Oil Corporation – beides natürlich chinesische kommunistische Organisationen. Es scheint dass Bechtel nun eine ähnliche Rolle spielen wird wie Albert Kahn, Inc. aus Detroit, die Firma die 1928 die ursprünglichen Studien und Planungen unternommen hatte für den ersten Fünf-Jahres-Plan der Sowjetunion.

Das kommunistische China wird ungefähr im Jahr 2000 eine “Supermacht” sein, geschaffen von amerikanischer Technologie und Fähigkeiten. […]

Es besteht kein Zweifel daran dass Bechtel die Aufgabe erfüllen wird. Der ehemalige CIA-Direktor Richard Helms arbeitet für Bechtel, genauso wie Außenminister George Shultz und Verteidigungsminister Caspar Weinberger.

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Sicherheit
17 Comments on this post.
  • lukas
    7 Januar 2013 at 17:34
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    kann mich liberty nur voll und ganz anschließen…

    sogar das bertelsmann-brainwash-one world medium spiegel spricht in einer doku über mao mittlerweile von opferzahlen um die 70(!)millionen während seiner gesamten herrschaft.

    wenn man betrachtet,dass mao sich im koreakrieg für die taktik entschied die er „menschenwelle“ nannte,in der er seine truppen gegen die us army anstürmen lies bis die nachgaben und so allein in einer schlacht 2 millionen soldaten opferte,
    dann versteh ich nicht wie man allen ernstes von einem menschenfreund schwadronieren kann,der keinen genozid beging sondern sich „nur etwas“ verplant hat beim „gutes tun“.
    und das westliche player chinesische politik unterstützten(und das auch heute tun),ist wohl kaum als gegenargument geeignet,wenn man sich die geisteshaltung westlicher eliten ansieht.
    ziel von mao war ein „neuer mensch“ ebenso wie bei hitler und auch bei stalin.da macht auch keinen unterschied,wessen leichenhaufen der grösste- und wessen eugenischer und soziologischer feldversuch der abartigste war.

  • Liberty
    7 Januar 2013 at 12:47
    Leave a Reply

    Oha, schon über 2 Jahre alt. Egal, ändert nichts an den Tatsachen.

  • Liberty
    7 Januar 2013 at 12:46
    Leave a Reply

    In den Aussagen von Schmidt wie im Kommentar von Kolbenfresser schimmert die immer gleiche asoziale apologetische Argumentation durch, dass es sich bei den Opfern doch gar nicht um echte Opfer handele, die Zahlen übertrieben seien, es dabei sich gar nicht um Kommunismus handele und Mao, Stalin etc. alles nur falsch verstanden hätten, und dass echter Kommunismus dagegen ganz toll sei.

    Das ist dermaßen asozial und zynisch und menschenverachtend, dass mir echt das Kotzen kommt wenn man so einen Sch… mal wieder hören muss. Hier werden ganze Gebirge von Leichen abgetan als gäbe es sie nicht, aber wehe es geht um die Opfer der „Rechten“, na daaaaann geht’s aber plötzlich rund.

    Da wird mir mal wieder klar, warum ich die Roten bis aufs Blut hasse. Die braunen sind einfach nur Sch… und jeder weiß es. Die Roten sind hinterfotzige, zynische Schweine, es gelingt ihnen aber dank ihrer Hintermänner im höchsten Establishment ihre Taten zu verharmlosen und sich noch als Gutmenschen zu präsentieren. Menschenfressende Bestien im Schafspelz. Einfach widerlich.

  • Novoline
    4 August 2011 at 18:16
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    Sooo harsch muss man das aber auch nicht sagen!

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    2 Februar 2011 at 22:52
    Leave a Reply

    es war sehr interessant zu lesen. Ich möchte Ihren Beitrag in meinem Blog zu finden sind. Es können? Und du et ein Konto auf Twitter?.

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    17 Dezember 2010 at 8:06
    Leave a Reply

    Sehr guter Beitrag.

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    10 Dezember 2010 at 16:32
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    Das war ziemlich vorausgesetzt, es gibt eine Menge draußen warten nur auf der rechten Seite.

  • MadChengi
    23 September 2010 at 10:41
    Leave a Reply

    Gegen den sind Hitler und Stalin wie Max&Moritz:o))) Der Antichrist ist Chinese und betet zum grossen Drachen!
    Also hopp, chinesisch lernen!!!!

  • Luzi
    21 September 2010 at 11:07
    Leave a Reply

    @Kolbenfresser’s Argumentation kann ich etwas abgewinnen.

  • Guantana-MOHR
    20 September 2010 at 21:47
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    Erklärt evtl. auch warum dieser chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng so „Medien wirksam“ entlassen wurde. Er saß 4 Jahre in Haft für seine Kritik an der Ein-Kind-Politik verurteit worden.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,716667,00.html
    kurz daruf is dann evtl. aus mit dieser Politik. Wenn auch nur fr Eltern die selbst Einzelkinder sind. Was ja den Hacken schon zeigt ;).

  • Guantana-MOHR
    20 September 2010 at 21:35
    Leave a Reply

    Hab ihr übrigends mitbekommen, das China sich von der Ein-Kind-Politik verabschiedet?
    Allerdings nur begrenzt…

    „China gibt die Ein-Kind-Politik auf

    Diese strikte Familienplanung hat das Bevölkerungswachstum in der Volksrepublik um insgesamt rund 400 Millionen Einwohner reduziert. Nun droht eine rapide Überalterung der Gesellschaft und Arbeitskräftemangel, wenn weiterhin auf zwei Chinesen nur 1,8 Kinder kommen.

    Bis spätestens 2014 soll den Plänen zufolge daher landesweit eine Zwei-Kind-Politik gelten, sagte He. 2011, dem ersten Jahr des nächsten Fünf-Jahres-Plans, sollen zunächst Pilotprojekte in den Provinzen Heilongjiang, Jilin, Liaoning, Jiangsu und Zhejiang anlaufen.

    „Ihre Einführung hat das Bevölkerungswachstum stark gebremst, doch nun steht China vor einem beispiellosen Alterungsprozess“, sagt Ökonom Jonathan Anderson vom Bankhaus UBS in Hongkong. In 20 Jahren werden in China 300 Millionen Rentner leben – das entspricht etwa der Einwohnerzahl der USA.

    Die Folgen zeigt die Statistik sehr deutlich: Es leben derzeit in China 13 Millionen mehr Jungen unter neun Jahren als Mädchen. Demographen erwarten für das Jahr 2020 einen Überschuss von 40 Millionen jungen Männern im heiratsfähigen Alter.

    Ökonom Hu Angang von der Qinghua-Universität verweist auf Dokumente der Kommunistischen Partei aus der Phase der Einführung der Ein-Kind-Politik, die eine Lockerung der Regeln nach 30 Jahren vorsehen – wenn China reicher geworden ist.

    Heute, genau 31 Jahre nach Einführung der staatlichen Familienplanung, ist das Bevölkerungswachstum deutlich gedämpft, während China sich auf bestem Weg zu einem entwickelten Industrieland befindet. Das seien beste Voraussetzungen für eine Lockerung der staatlichen Familienplanung, schreibt Hu in einem Text zu dem Thema.
    …“
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-09/china-wirtschaft-wachstum?page=2

  • AKT
    20 September 2010 at 17:22
    Leave a Reply

    @Kolbenfresser

    jaja, wie üblich, die fiesen neoliberalen von infokrieg… gähn.

  • Tweets that mention INFOKRIEG.TV – Chinesische Archive durchforstet: 45 Millionen Tote unter Mao — Topsy.com
    20 September 2010 at 15:57
    Leave a Reply

    […] This post was mentioned on Twitter by CONTRACOMA and Net-News-Express, CONTRACOMA. CONTRACOMA said: Infokrieg.tv: Chinesische Archive durchforstet: 45 Millionen Tote unter Mao: Nach einem Trip nach China im Jahr 19… http://bit.ly/buoMwA […]

  • Kolbenfresser
    20 September 2010 at 15:50
    Leave a Reply

    Die Zahl von 45 Millionen ist Unsinn und mindestens um das doppelte übertrieben. Das hätte ca. 8% der Bevölkerung betragen. Wenn das stimmen würde, dann könnte folgendes wohl nicht gleichzeitig stimmen: „1949 lebten auf dem chinesischen Festland 541,67 Millionen Menschen. Infolge des gesicherten Lebens, der erweiterten Produktion und mangels Bevölkerungskontrolle, die auf mangelhafte Erkenntnisse und diesbezügliche Erfahrungen zurückzuführen war, wuchs die chinesische Bevölkerung beispiellos rasch an und erreichte 1969 eine Zahl von 806,71 Millionen“
    Quelle: http://www.china-embassy.ch/ger/8/2/t143642.htm

    Ein Teil der Hungertoten lässt sich eben auch daraus erklären, dass die Wirtschaft, die durch einen über 20jährigen Bürgerkrieg völlig zerrüttet war, nicht mit dem Bevölkerungswachstum schritt halten konnte. Natürlich ist auch Maos Politik des „Sprung nach vorn“ für Millionen Tote verantwortlich, denn der Kompromiss zwischen Industrie und Landwirtschaft, mit Schmelzöfen auf dem Dorf, half weder der Landwirtschaft noch der Industrie und verstärkte die Hungerkatastrophe. Dahinter lag das Anliegen, aus der sowjetischen Industrialisierung unter Stalin zu lernen und eben die Fehler nicht zu wiederholen. So sollten nicht Millionen Bauern vom Land vertrieben werden, um die Industrialisierung in gang zu setzen („ursprüngliche Akkumulation“). Mao ging es nicht darum, Millionen Bauern unter die Erde zu bringen, sondern im Gegenteil sich ihre Unterstützung zu sichern (was hätte er auch für einen Vorteil davon, wenn ihn das Volk hasst?). Und daher war die Parole: wir holen die Bauern nicht vom Land, sondern bringen die Industrie zu ihnen – mit den bekannten Folgen. Übrigens haben damals auch viele Wirtschaftsexperten im Westen diese Politik begrüßt. Heute von 45 Millionen Toten zu sprechen und das als Genozid hinzustellen und etwa mit dem Holocaust der Nazis gleichzusetzen, ist vollkommen lächerlich, denn 99% der Toten sind nicht aufgrund einer bösen Absicht gestorben, sondern aufgrund von Fehlentscheidungen und objektiven Verhältnissen, an denen auch Mao nichts kann (aber wahrscheinlich ist er auch an jeder Mißernte schuld, wenn das Wetter schlecht war und Leute deswegen verhungert sind). Abgesehen von der Quantität ist es vor allem die Qualität, die das von Pol Pot oder den Nazis unterschiedet, weil deren Toten alle aus Absicht unter die Erde befördert wurden. Dass man den „Historiker“ nur mit Vorsicht genießen sollte, zeigt schon seine Aussage, wonach das Pol Pots Genozid sei multipliziert mal 20. Da merkt man schon, dass der gar nicht weiß, wovon er spricht. In Relation sind unter Pol Pot WESENTLICH mehr umgekommen, und die sind auch nicht aufgrund miserabler wirtschaftlicher Verhältnisse verhungert (soll ja heute noch täglich Zehntausenden so gehen, und da dürfte Mao keine Schuld dran haben…), sondern wurden ermordet. Dass Pol Pot vom CIA unterstützt und von den vietnamesischen Kommunisten gestürzt wurde, sei nur am Rande bemerkt.
    Und man darf auch nicht den Großen Sprung nach vorn mit der Kulturrevolution vergleichen. Bei letzterer handelte es sich um einen Machtkampf innerhalb der Parteiführung, und die Toten, die die Kulturrevolution forderte, wurden ermordet und sind nicht wegen Fehlentscheidungen verhungert.

    Und zum Böke: Den einen ARtikel von ihm in der jungen Welt als Anlass zu nehmen, jahrelang auf der jW rumzureiten und ihr solche Sachen zu unterstellen, von wegen jeder wird denunziert, der um tiefschürfende Aufklärung bemüht ist, geht völlig an der Realität vorbei. Die jW hat als einzige Tageszeitung Deutschlands regelmäßige Artikel zur 9/11-Lüge. Dieses Jahr zum Jahrestag sogar gleich fünf Artikel mit Überschriften wie „Unter falscher Flagge“ und Aussagen wie, dass sei alles Lug und Betrug.
    Davon sollten sich andere gerne eine Scheibe abschneiden. Dass ausgerechnet diese Zeitung so gedisst wird, zeigt doch nur, dass es manchem Infokrieger gar nicht um 9/11-Truth etc geht, sondern nur darum, mittels 9/11-Truth seine ideologischen Dogmen zu verbreiten – also genau dass, was man der jW vorwirft, welche übrigens nie geleugnet hat, sozialistsich zu sein. Vielleicht sollte die Infokrieg-Seite eine Unterzeile haben wie „strikt kapitalistsich und neoliberal“, dann würden manche Leute gleich merken, woran sie sind.

    • sagnein1
      21 September 2010 at 15:51
      Leave a Reply

      Haha ,zieh doch nach China Wir wollen hier hallt keinen starken Staat der dann „ausversehen“ Millionen Menschen sterben läßt.
      Kapitalismus bedeutet lediglich das jeder mit jedem einen Vertrag abschließen kann wenn er keinem Dritten schadet und der Staat dir nix auf zwingen kann!!
      Das System in dem wir uns befinden heißt aber Korporatismus ,informier dich bitte richtig bevor du hier irgendwas ablässt !!!
      mfg

    • Guantana-MOHR
      21 September 2010 at 17:38
      Leave a Reply

      Ohne mich jetzt zu weit aus dem Fenster ragen zu wollen, aber ich denke auch, dass bei deiner Argumentation einiges an Hintergrund fehlt. Angefangen bei Hintergund von Mao und dem „Experiment“ China. Mao war sicherlich kein gutmensch, der die Menschen mit vertrauen und überzeugung hintersich bringen wollte. Zumal es ich um eine Diktatur handelt/e, da ist ein wichtiges Merkmal, dass man eben niemanden hinter sich haben muss ;)!! Natürlich hat man auch dort die schein Wahl zwischen der KPCh oder einer der 8 sog. demokratischer Pateien.

      Auch schreibt sogar wikipedia…
      „Während seiner Herrschaft starben ungefähr 44 bis 72 Millionen“
      http://de.wikipedia.org/wiki/Mao_Zedong

      Peacen Miesen Reason 4.0
      Guantana-MOHR a.k.a Guerilla

  • AKD
    20 September 2010 at 14:53
    Leave a Reply

    Die Überschrift lässt hier evtl. den Schluss zu, dass 45 Millionen die Gesamtzahl der von Maos Politik verschuldeten Toten sei… jedoch handelt es sich hier anscheinend ausdrücklich nur um die Toten während der 4 Jahre der „Der große Sprung nach vorn“-Politik, man ging hier meines Wissens bis jetzt vorsichtig von 40 Millionen, eher von 20-25 Millionen Toten aus.

    Sollte man evtl. etwas herausheben.

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