Wirtschaft

Silber bei 50 Dollar: Zurück zur Natur

von Peter Boehringer
goldseitenblog.com

Wir haben heute am frühen Ostermontag-Morgen (während der Michel im Urlaub und in der Gewissheit der sicheren Renten und sicheren Staatsanleihen schläft) mit plus 2 $/oz innerhalb einer knappen Stunde eine der größten je gesehenen Intraday-Bewegungen von Silber erlebt. Der Kurs hat dann genau unter dem Alltimehigh von 50 $/oz noch ein letztes Mal Halt gemacht, bevor er in Terra Incognita und in jungfräuliches Kurs-Terrain eintauchen wird. 2007 hatte ich bei 13 $/oz gesagt, wenn wir eines Tages die 35 $/oz sehen, wird der Markt (wie jeder Markt kurz vor dem Alltimehigh) das alte Hoch von 1980 sehen wollen. Das alte Hoch zieht dann wie ein Magnet. Die meisten entfesselten Märkte überschießen solche Marken dann auch nochmals um ca. 10%, was dann kurzfristig aber zugegebenermaßen psychologisch getrieben wäre und durchaus auch mit (leider kreditfinanziertem) „heißen Geld“. Die kurzfristige Gefahr in einer solchen Situation ist natürlich mal wieder eine Margin-Erhöhung an der Comex, die diesmal einige Longies treffen wird, weil heißes Kredit-Geld eben immer schnell aussteigen muss, wenn es mal kurz in die falsche Richtung geht.

Trotzdem wiederhole ich: Silber befindet sich in einer historischen Ausnahmesituation. Diese ist zwar kurzfristig am ATH auch von Long-Spekulanten getrieben. Und ja, auch die Outperformance ggü. dem anderen wahren Geld, Gold, ist natürlich absolut spektakulär: demnächst sehen wir vermutlich das Verhältnis von 30:1 beim POG versus dem POS, was vielen noch vor wenigen Monaten bei 65:1 absolut undenkbar schien!
=> Aber vergessen wir nicht, dass der Silbermarkt seit mind. 15 Jahren von Spekulanten beherrscht war! Von Short-Spekulanten allerdings. Und höchstwahrscheinlich von halbnackten oder nackten Short-Spekulanten – wegen ihrer extrem hohen Konzentration auch Manipulateure genannt. Er war getrieben über die Comex und über unallokierte (vulgo: ungedeckte) GoldSilber-Konten und mutmaßlich sogar über einige GoldSilbervehikel mit veröffentlichten (aber niemals gleichzeitig und physisch auditierten) Barrenlisten. Über die Seriosität einiger dieser potenziellen „Papiersilber-Tiger“ à la Barclays (bzw. heute Blackrock) hatte ich erstmals 2006 im Messekatalog der Goldseitenmesse („Manipulation oder Revolution? Die wahre Bedeutung des Barclays Silber-ETF“) und auch in öffentlichen Vorträgen gemutmaßt. Seitdem unter den üblichen Beschimpfungen „Verschwörungstheoretiker!“ immer und immer wieder in Dutzenden von Artikeln. 2006 geschah dies noch rein analytisch anhand des SLV-Prospektes – aber natürlich auch damals schon aufgrund der Indizien, die vielfach gerade im Silbermarkt auf eine extreme Drückung über die „Papiersilber-Vehikel“ sowie an der Comex hindeuteten. Schon damals geschah Illegitimes, das via Prospekt oder via Regel-„stretching“ der Aufsichtsbehörden und Untätigkeit der Justiz aber weder damals noch heute als „illegal“ bezeichnet werden durfte, was ich auch hier und heute darum auch ganz explizit nicht mache bzw. machen darf…

Exkurs: Das erinnert Sie an die EU und ihre illegalen illegitimen EUro-Bailouts, an das BVerfG, an den Lissabon-Vertrag, an die Vorratsdatenspeicherung, an uferlose Zuwanderung usw.? Tja: erinnern darf es Sie. Sie dürfen nur nicht öffentlich sagen, dass all das Teil einer riesigen Kabale gegen den Markt, gegen die Menschen, gegen die Vernunft, gegen Deutschland und letztlich sogar gegen den Frieden ist. Die Parallelen zur Silberdrückung sind evident.
Wer sehen wollte, konnte sehen. Ted Butler im Silbermarkt seit 1989 (!); Bill Murphy seit 1998, Reinhard Deutsch jahrzehntelang bis zu seinem Tod 2007, Dimitri Speck, James Turk, Frank Hoffmann, Walter Eichelburg, Adrian Douglas, Chris Powell, Thorsten Schulte und andere Pioniere und Aktivisten; wobei diese Aufzählung selbstredend unvollständig ist. Zuzüglich natürlich der anonymen Gruppe der ehrlichen bzw. politisch inkorrekten Blogger, Multiplikatoren und Forenschreiber jenseits der Mainstream-Medien. Alle diese Verschwörungstheoretiker mussten seit vielen Jahren (und ganz besonders 2008) den Spott, die Häme und den offenen Widerstand der Elite-Claqueure und zeitweise sogar die gesellschaftliche und berufliche Ächtung über sich ergehen lassen. First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you. Bill Murphy wurde sogar physisch angegriffen.

Heute am ATH ist es nun natürlich kurzfristig gerade mal schwieriger als noch bei Silber 5 $/oz oder 15 $/oz, den weiteren Verlauf von Silber zu prognostizieren. Hot Money kann im Gegensatz zu überzeugten, ungehebelten und physisch haltenden GoldSilber-Bugs jederzeit aus den Märkten gedrängt werden. Und seit etwa Silber 40 $/oz hat sich nun doch auch erstmals nach 2008 wieder signifikantes „Hot Money“ in Form von trendfolgenden Tradern angesammelt. Trotzdem sehe ich ganz kurzfristig noch immer keine Trendumkehr – auch wenn es innerhalb weniger Tage so weit sein kann. Wenn die Euphorie zu Silber im Mainstream im Laufe der kommenden Wochen ins Unermessliche steigt und sich kein Warner mehr vor die Kamera wagt, dann sind wir auf einem mittelfristigen Hoch. Das langfristige wird es auch dann nicht sein. Die Manipulation ist auch bei 50 Dollar pro Unze noch immer nicht aufgelöst, obwohl die heute so vielbeachtete Referenz (das Hunt-High von 1980) natürlich damals ein künstlich herbeigeführtes und überhöhtes war. Vergessen wir aber nicht, dass die Kaufkraft des Dollars von 1980 dank der Gelddruck-Orgien der Welt-Eliten ein Vielfaches der heutigen Kaufkraft war. Gold und Silber sind Währungen. Ihr unmanipulierter Wechselkurs ggü. dem Fiat-Dollar oder dem Bailout-EUro wäre seit 1971 ständig gestiegen bzw. der Dollar gefallen. Die Null-Linie ist die einzige Grenze dieser Entwicklung.
Der Satz „Diesmal ist alles anders“ ist immer gefährlich. Aber ich behaupte, im Silbermarkt ist nicht DERZEIT „alles anders“, sondern es war SEIT ca. 15 JAHREN „alles anders“ und alles unnatürlich gedrückt! In diesem Sinn wird bei Silber derzeit tatsächlich „Geschichte gemacht“. Aber es ist der Beginn einer historischen Entwicklung hin zur Normalität, welche die Welt-Eliten seit 15 Jahren (und im Geldsystem insgesamt seit 40 Jahren) nicht mehr zugelassen haben.
Wie hier xmal dargelegt, wird leider auch in der Real-Wirtschaft und in den Gesellschaften die Normalität freien Handelns und der freien Rede immer seltener zugelassen. Geld-sozialistische Planwirtschaft und politisch korrekte Meinungsunterdrückung dominieren alles. Sie liegen wie Mehltau auf der Realität. Die Lüge wird (von Ausnahmen abgesehen) noch immer durch die Blockwarte des Mainstreams beschützt – wie es in der Geschichte immer und immer wieder geschehen ist. Ausnahmslos mit fatalem Ausgang.

Der Silberpreis exerziert heute nur vor, wie sich eine Feder, die jahrzehntelang unnatürlich und gewaltsam gepresst gehalten wurde, explosiv entspannt hin zur Normalität … ja, geradezu zum Zustand ihrer Natur! Die Natur lässt sich auf Dauer nicht pressen oder verbiegen. Ob man dies mag oder nicht, interessiert sie nicht. Auch nicht, ob die politisch korrekten Welten-Klempner es mögen oder nicht. Diese haben natürlich noch die offen totalitären, gewaltsamen Optionen. Es liegt an uns allen zu verhindern, dass diese gezogen werden.
=> Auch der Goldpreis und die unterdrückten Gesellschaften werden die Veränderung noch im laufenden Jahrzehnt nachvollziehen. Das ist leider kein Grund zu uneingeschränkter Freude. Ein normalisiert-explodierender GoldSilberpreis richtet lediglich gewissen Schaden bei den Shorties (und vielleicht inzwischen auch beim einen oder anderen industriellen Verbraucher) an. Explosive Veränderungen in der Gesellschaft dagegen richten enorme Zerstörung an. Aber die Ursachen dieser Entwicklung sind 40 Jahre alt; eigentlich sogar fast 100. Es sage keiner später „Das konnte ja keiner ahnen oder wissen“ oder gar im Zuge einer perfiden Ursache-Wirkungs-Verkehrung „Die GoldSilber-Bugs sind schuld, kreuziget sie!“. Wehret der Geschichtsklitterung.
Zwei Nachsätze zur Vermeidung von Rückfragen:

1. Nein, wir erleben derzeit noch nicht das „Endspiel“. Weder JP Morgan noch die Fed gehen wegen des aktuellen Silberpreises pleite. Auch bei 100 $/oz noch nicht. Aber die Vertrauenserosion des heutigen gesetzlichen Falschgelds ist unübersehbar.
2. Nein, ein Rückschlag bei zB 57 $/oz auf zB 35 $/oz (das ist keine Prognose, aber eine Möglichkeit) wäre kein Widerspruch zum oben Gesagten! Kurzfristig hat der Begriff „Normalität“ keine Bedeutung. André Kostolany hat einmal die „Hund-Herrchen“-Metapher geprägt:
=> Der Kurs einer Anlage ist der Hund, der Wert das Herrchen. Der Kurs folgt immer dem normalen und natürlichen fairen Wert – wenn auch immer in Kurven, Ecken und in vorauslaufenden oder hinterherhinkenden Bewegungen. Diese sind nicht prognostizierbar – und ganz sicher nicht in einem noch immer manipulativ gedrückten Markt! Nur der Wertverlauf ist langfristig prognostizierbar.
=> Bei Gold und Silber ist allerdings sogar der Wert Eliten-getrieben. Wenn die Fed kein Geld mehr aus dem Nichts druckte, wäre das Upside von Gold und Silber vermutlich stark begrenzt und die aktuelle Rally schnell gestoppt.

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