Während meinem Studium konnte ich hautnah erleben, wie die nächste Generation von obrigkeitshörigen Journalisten herangezüchtet wurde und wie wertlos die bürokratischen staatlichen Bildungsfabriken sind. Der Staat bestiehlt uns über unsere Steuern und wir bekommen als Gegenleistung arrogante Professoren die uns Studenten sagen: “Lest bis nächste Woche dies und das”. Der Markt hingegen, also die Bürger in Deutschland, war nicht in der Lage, Ausbildung im investigativen Journalismus anzubieten. Das wäre ja ein wahrer Traum: Kleine und mittlere Medienunternehmen suchen sich die fähigsten Nachwuchstalente und bieten ihnen eine bezahlte, praxisnahe Ausbildung. Das Unternehmen bekommt für eine Weile günstige Arbeitskräfte und die Journalisten in der Ausbildung erlangen viele Fähigkeiten und Erfahrung. Jeder hat was davon, jeder gewinnt. Aber das wäre ja Markt, das wäre ja ein entpolitisierter Vorgang und der Staat hätte dabei keine Kontrolle. Es gab diese Möglichkeit für mich nicht, irgendwo anzulernen, also musste alles auf eigene Faust passieren. Man stößt schnell an seine Grenzen, wenn man versucht, gleichzeitig zu studieren und eine eigene Medienplattform zu betreiben. Die Noten an der Uni werden schlechter und man kann schwer regelmäßig Berichterstattung liefern. Bei den meisten Vorlesungen langweilte ich mich tödlichst und hörte heimlich Alex Jones Radio, anders war es schlicht nicht auszuhalten. Wenn ein Professor mal wieder völlig daneben lag, dachte ich mir: Sobald ich zu Hause bin kann ich einen Artikel veröffentlichen oder eine Radiosendung machen und zehntausende Menschen erreichen anstatt knappe 30 Leute in einem Vorlesungssaal. Es gab so viel dass ich für INFOKRIEG lesen wollte, lesen musste, aber die Zeit hat es nicht erlaubt und ich konnte mich nur langsam weiterentwickeln. Technische Ausrüstung war teuer, andere Studenten gingen in Lokalen bedienen während ich immer mehr Geld aufwendete um meine Arbeit weiterzuentwickeln. 

Unternehmen

In der BRD kann man nichteinmal etwas Bannerwerbung schalten ohne sich als Gewerbe anmelden zu müssen, also tat ich genau das. Wenn ich mich bei den Linken hätte einschmeicheln wollen, hätte ich einfach nur mir selbst auf die Schulter klopfen und sagen müssen: Bin ich nicht einfach toll? Ich mache Nachrichten und Medien ohne Kommerz, ohne Geld! Das wäre der verlogenste Mist gewesen, den ich meinen Lesern hätte auftischen können. Schließlich bezahlten ja die Steuerzahler sowie meine Eltern mein Studium und ich benutzte meine Ersparnisse aus Schulzeiten, die ich mit wochenlanger Ferienarbeit in diversen Firmen anhäufte, um Infokrieg zu betreiben. Also jeder Cent für Miete, Strom, Heizung, Internet, Essen und Studium, stammt aus Arbeit und dem Markt. Ohne Markt, ohne Unternehmertum, ohne Steuern kein Infokrieg.

Aber sobald im Impressum von Infokrieg stand dass ich ein Gewerbe bin und sobald ich die erste Werbung schaltete, hagelte es sofort Kritik. Ich würde alles ja nur wegen dem Geld tun, ich würde doch bestimmt bereits im Geld schwimmen weil ich so viele Leser hatte, wie ich denn das kapitalistische System unterstützen könnte usw. In Wirklichkeit wohnte ich in einer Studentenbude auf 20 Quadratmetern. Viele meiner Kritiker waren auch aus der Mittelschicht, fuhren neue Autos, genossen die Vorzüge eines Marktes und waren bereit, für alles mögliche Geld auszugeben, nur nicht für investigative Medien. Diese Leute lesen die falschen Bücher, haben Informationslücken und wollen oft sogar belogen werden. Es gibt mehrere Blogs und Seiten im alternativen Bereich die sich aufklärerisch und freiheitlich geben, sich als neue Medien, neu und revolutionär bezeichnen aber im Kern nichts anderes predigen als Kommunismus, staatlichen Zwang und die Politisierung jedes Aspektes unseres Lebens. Eine dieser Seiten hatte vor fünf Jahren fehlerhafte Untertitel von Loose Change produziert. Nach fünf Jahren macht diese Seite exakt das gleiche wie am Anfang. Es hat sich nichts weiterentwickelt, man wurde nicht leistungsfähiger, es gibt keinen Fortschritt. Typisch für den Kommunismus eben. Diese Leute erzählen auch ungern wie sie sich finanzieren. Es könnte ja etwas Peinliches bei herauskommen, etwa dass sie sich doch über den Markt finanzieren oder dass sie auf Kosten anderer Menschen Wohltaten vollbringen möchten. Infokrieg hat hingegen als Mini-Unternehmen eine riesige Entwicklung durchgemacht, was wir produzieren hat sich stetig verbessert und erweitert. Hätte es damals gute investigative Medienunternehmen gegeben für die ich als Angestellter hätte arbeiten können, wäre ich froh drum gewesen. Weniger Stress, weniger Verantwortung, geregelte Arbeitszeiten, geregelter Urlaub. Stattdessen musste ich mir das schwerste Aufbürden das es gibt. Selbstständigkeit.

Also muss ich nicht nur ständig über historische und gegenwärtige Ereignisse recherchieren, ich muss nicht nur Artikel schreiben, Sendungen vorbereiten, Sendungen moderieren, Übersetzen, Vertonen, Interviews führen, eine Webseite pflegen, alle mögliche Technik lernen und bedienen und emails beantworten, sondern außerdem noch Buchhaltung betreiben, mich mit der Steuer herumschlagen und zehn weitere Sachen. Es ist einfach nur absurd. Aber es kamen und gingen viele Schlaumeier im Laufe der Zeit die meinten, sie könnten all das auch jederzeit leisten – wenn sie das denn wollten. Sie seien sich aber zu gut dafür, sie stehen ja schließlich über dem Kommerz und Geld. Wenn diese Leute selbst irgendeine Seite oder einen Blog haben, dann machen sie meistens nicht mehr, als Material zu posten für das andere gearbeitet haben. Sie produzieren selbst nichts, sie können meist auch nichts und sie leben entweder von Sozialhilfe, also auf Kosten des Steuerzahlers, oder sie haben eine Job in irgendeinem Unternehmen. Das heißt sie und ihre Seiten sind sehr wohl angewiesen auf den Markt. Aber im Internet kann ja jeder seine Fantasien ausleben und dank Anonymität ein verlogenes Bild von sich selbst präsentieren. Viele können nicht als Unternehmen Medien produzieren, also erklären sie ihr Unvermögen einfach zur Tugend um. In Wirklichkeit hoffen sie, dass ihre Seite oder ihr Blog, für deren Inhalte andere Leute arbeiten sollen, so erfolgreich wird dass sie kein Hartz4 mehr beziehen müssen oder endlich ihren verhassten Job aufgeben können. Von den 5 erwähnenswerten Seiten im alternativen Bereich sind alle entweder selbst ein Unternehmen oder sie finanzieren sich quer durch andere unternehmerische Tätigkeiten.

Helfer

An dieser  Stelle kommt meist der Einwand, man müsse doch enfach nur einen Aufruf nach freiwilligen Helfern starten und schon kommen unzählige professionelle Leute angelaufen die termingerecht und kostenlos Arbeit leisten. Es wäre doch alles ganz einfach. Ich bin doch bestimmt einfach zu blöd oder unfähig, mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten. Wieder merkt man, Leute haben riesige Bildungslücken und keine Erfahrung mit solchen Dingen. Es ist ihre Fantasievorstellung, über Nacht berühmt zu werden und in kürzester Zeit explosionsartig zu wachsen. Wie man an Wikileaks sieht, geht dieser Traum nur in Erfüllung, wenn viel heiße Luft dahintersteckt und das Establishment einen Nutzen dahinter sieht. Inzwischen hat Julian Assange seine Buchrechte und Filmrechte für Millionen verkauft, möchte seinen Namen als Warenzeichen anmelden und hetzt seine teuren Rothschild-Anwälte auf ehemalige Wikileaks-Mitglieder.

Von 10 Leuten die Hilfe anbieten, ist vielleicht einer überhaupt nur bereit, auch wirklich etwas zu tun. Die anderen sagen einfach, ich möchte unterstützen, weil es sich gut anhört und sie sich dabei gut fühlen. In einem freien Markt tauschen Menschen freiwillig und ohne Zwang Güter und Dienste, sie dürfen dabei nicht betrügen oder jemandem auf illegale Weise damit schaden und – was von extrem großer Bedeutung ist – diese Tauschvorgänge werden in verbindlichen Verträgen festgehalten. Mit diesem freien und effektiven System kann man dafür sorgen, dass man weiß was man bekommt und worauf man sich einlässt. Der Markt sind wir alle selbst. Nun bekamen wir Hilfsangebote im Laufe der Zeit von Leuten, die keine Verträge und keine Bezahlung wollten. Das hört sich auf den ersten Blick toll an; kein bürokratischer Aufwand und keine Kosten für mich. Die Nachteile eines solchen Mangels an Organisation sind jedoch so riesig, dass sie irgendeinen Nutzen bei weitem übersteigen. Wenn ich jemandem ohne Vertrag meine Internet-Seite anvertraue um sie zum Beispiel technisch neu zu gestalten oder zu verbessern, kann diese Person damit anstellen was sie möchte. Derjenige kann sie total verhunzen, die Arbeiten hinauszögern, sich lange Zeit nicht mehr melden und ich habe im Zweifelsfall gar keine Ansprüche die ich rechtlich geltend machen kann. Bei anderen, redaktionellen Aufgaben, Recherche, Audio und Video, ist es wichtig, dass Arbeit pünktlich erledigt wird. Ansonsten ist etwas schnell überholt oder ein komplexeres Projekt fällt ins Wasser. Bei den frewilligen Helfern kommt jedoch im Zweifelsfall ihr Beruf mit dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten und ihr Privatleben zuerst. Die meisten überschätzen grandios die Zeit die sie für jemand anderen erübrigen können, und übertreiben meistens bewusst oder unbewusst ihre Kompetenzen um attraktiver zu wirken. Es ist in den alternativen Medien geradezu verpönt, dass Leute eine richtige Bewerbung einschicken, erstmal beweisen was sie wirklich bereits geleistet haben und sich zu irgendetwas verbindlich verpflichten. Dann kommt es in 9 von10 Fällen vor dass fiese Hintergedanken existieren. Viele freiwillige Helfer machen Lockangebote, sie übernehmen kostenlos eine Arbeit, wollen den anderen von sich abhängig machen, um dann ziemlich bald Forderungen zu stellen nach Geld und Kontrolle. Oft wollen sie einem auch einfach ihre politische Linie aufzwingen.

Die Natural Solutions Foundation mit Sitz in Panama machte mir den Vorschlag, zusammenzuarbeiten und voneinander zu profitieren. Wir bekommen Hilfe und Beratung bei dem Kampf gegen die ausufernde staatliche Nahrungsmittelkontrolle, im Gegenzug bekommt die Stiftung von uns technische Beratung damit sie ihre eigenen Lücken beseitigen können. Ein sinnvoller Plan.

Als ich mit meiner zukünftigen Ehefrau dann schließlich in Panama war, stellte sich heraus dass die Stiftung mich in Wirklichkeit komplett abwerben und rekrutieren wollte. Auf einmal hieß es, ich solle doch Deutschland und Infokrieg hinter mir lassen und nur noch für die Stiftung arbeiten, wohlgermerkt ohne schriftlichen Arbeitsvertrag sondern nur mit einer schwammigen mündlichen Vereinbarung.

Dann gab es einen Whistleblower und Buchautor der von mir wollte, dass ich nur mit einer mündlichen Vereinbarung sein nächstes Buch schreibe, dass ich die ganze Arbeit erledige. Mir wurde zwar das Blaue vom Himmel versprochen, aber auf gar keinen Fall sollte irgendetwas vertraglich festgelegt sein. Ich sollte also für jemanden kostenlos monatelang arbeiten für nichts als leere Versprechen. Solche Leute gibt es leider sehr häufig. Besonders gegen Ende 2008 war es schlimm mit den verlogenen Anfragen. Ich hatte soviele Leser wie noch nie, Filme die wir vertont hatten waren zusammengenommen Millionen mal gesehen worden und ich galt als eine begehrte Ware. Das hatte zur Folge dass die falschen Leute das große Geld witterten. Wenn ich im Moment eine bezahlte Stelle ausschreiben und festlegen würde, was ich verlange und wie wenig ich bezahlen kann, dann bekämen wir wahrscheinlich keine einzige Bewerbung. Der Job, so wie er wirklich ist, wäre für die allermeisten einfach nicht attraktiv genug oder die Anforderungen sind zu hoch.

Nicolas Hofer

Nicolas war Ende Januar 2007 zum ersten Mal in der Radiosendung. Viele stießen zwischen 2007 und 2008 auf Infokrieg, als er bereits regelmäßiger Co-Moderator im Radio war und gingen irrtümlicherweise davon aus dass er ein Mitbegründer der Plattform wäre. Schon als ich ihn kennengelernt hatte, war klar dass er sich in der entscheidenden Phase seines Studiums befand und eigentlich nur sehr begrenzt Zeit erübrigen konnte. Also genau das Problem dass ich bereits geschildert habe; man kann nicht zwei riesige Aufgaben gleichzeitig übernehmen ohne dass man bei beiden ins Schleudern gerät. Wir arbeiteten an der Synchro von Freedom to Fascism, waren ziemlich schnell durch mit den Aufnahmen und ich konnte Nicolas gleichzeitig zeigen wie man mit Adobe Premiere Pro editiert. Er konnte damit dann auch selbst die Textgrafiken in dem Film eindeutschen. Zu mehr als höchstens zwei Synchros pro Jahr und die damals noch unregelmäßigen Radiosendungen mit oft Wochen Abstand dazwischen, kam es nicht. Es hieß von Nicolas, er müsse sein Studium beenden und ich hatte vollstes Verständnis dafür. Ich bekam meist nur am Rand mit, mit was er sich gerade beschäftigte. Im Laufe der Zeit begeisterte er sich für immer mehr Dinge, die typisch waren für andere Medien-Plattformen. Dinge wie Planwirtschaft, Sozialismus, New Age-Glaubensinhalte wie das Gesetz der Anziehung, pseudowissenschaftliche Filme von New Age- Sekten wie What the Bleep do we know und sogar die Germanische Neue Medizin. Ich werde nie vergessen wie er in der Schweiz bei der AZK-Konferenz als Redner die Bühne betrat und seinem Vorredner über dieses völlig bizarre Kozept ein explizites Lob aussprach.

Es gibt und gab zig Webseiten, Buchautoren und Verlage die sich mit solchen Themen beschäftigten. Ich hatte INFOKRIEG ja genau deshalb geschaffen, weil ich einen bestimmten Freiheits- und Rechtsbegriff vertrete und ich darauf abziele, meine Fehlerquote so niedrig wie möglich zu halten. Es führt zu Chaos wenn jeder der irgendetwas publiziert nur eine Trefferquote von vielleicht 30 Prozent hat. Und je mehr Nicolas sich für diese Inhalte begeisterte umso weniger hörte ich von ihm. In den beiden Jahren 2007 und 2008 gab es insgesamt geradeeinmal 22 Radiosendungen, fast alle davon zu zweit. 2009 moderierte ich fast im Alleingang 26 Sendungen, 2010 waren es bereits 68. Mir ist nicht bekannt, dass er sich bei irgendwelchen anderen Medienunternehmen um einen Job beworben hätte. Ich habe ihn vor über einem halben Jahr das letzte Mal gesprochen; Interesse an irgendetwas im Bezug auf Infokrieg oder andere Medien hatte er keines. Ich weiß nicht was er derzeit tut und was seine Pläne sind also kann ich auch darüber keine Fragen beatworten.

Sonja

Am 30. Dezember 2008 lernte ich meine zukünftige Ehefrau Sonja kennen. Sie war 2007 zum ersten Mal auf meine Seite gestoßen. Wir sind uns sehr ähnlich, unser Freiheits- und Rechtsbegriff ist identisch und wir haben uns sofort ineinander verliebt. Sie wurde sehr schnell zu einem unersetzlichen Teil von INFOKRIEG TV; ohne ihren Eifer und ihre Opferbereitschaft gäbe es INFOKRIEG wohl gar nicht mehr. Im Juni 2010 wurde unsere Tochter geboren und sie hält uns seitdem auf Trab. Das bedeutet natürlich auch einen Haufen Mehrarbeit.

Wenn jemand in der Familie krank ist, muss der andere sich um denjenigen kümmern. Keiner kann einfach Urlaub machen oder sich ein Wochenende frei nehmen oder irgendwelche Dinge unerledigt lassen. Wer also meint, sich mit Medien selbstständig machen zu wollen, der sollte mindestens zwei, besser drei Vollzeitkräfte aufbieten können die absolut professionell für wenig Geld arbeiten und absolut vertrauenswürdig sind. Ansonsten lässt man das Ganze besser gleich bleiben. Wir brauchen mehr Mitarbeiter, wir müssen expandieren bevor wir einfach irgendwann zu müde sind. Dazu braucht es die Unterstützung unseres Publikums.

Geplättet

Im Sommer 2010 lag ich tatsächlich eine Woche im Krankenhaus. Diagnose: Eine chronische hartnäckige Vireninfektion. Zuviel gearbeitet, keine Pausen.

Alex Jones hat im Sommer schwere Allergien und schwere Kopfschmerzen, er hat chronisches Sodbrennen, war um 2007 rum merklich übergewichtig, er schafft es nicht mit dem Rauchen aufzuhören und sieht mindestens 10 Jahre älter aus als er ist. Wäre er, wie manche behaupten, nur auf Geld und Bequemlichkeit aus, würde er garantiert nicht so viel arbeiten. Er ist 22 Stunden pro Woche live auf Sendung, produziert mehrere Dokumentarfilme pro Jahr, leitet seine Firma, recherchiert pausenlos über alles mögliche, plant sein neues TV-Studio und ist für 20 andere Sachen verantwortlich. Wäre er ein Neokonservativer bei Fox News, würde er einen winzigen Bruchteil der Arbeit machen und wohl 20 Millionen pro Jahr verdienen wie Glenn Beck. Seine Frau übernimmt wichtige Verantwortung, ähnlich ist es bei mir.