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Ein Opportunisten-Basar für gestohlene Geheimnisse anstatt Transparenz und Open Source?

Die Hinweise verdichten sich dass die groß angekündigte Open-Source-Revolution im Hinblick auf sensible Informationen und Whistleblowing nichts weiter ist als eine verlogene Tarnung für ein äußerst fragwürdiges Business-Modell.

John Young von Cryptome, Mitglied der weit zurückreichenden Hacker-Community  „Cypherpunks“, hatte sich frühzeitig von der Organisation Wikileaks distanziert als er von dem Ziel hörte, 5 Millionen$ alleine im ersten Jahr einzunehmen. Seiner Ansicht nach war dies eines der vielen Alarmzeichen dafür, dass es sich um kein gemeinnütziges Vorhaben handelte sondern um ein gefährliches Business das nicht davor zuückschrecken würde, u.a. mit der CIA und Organisationen wie denen des Globalisten und Milliardärs George Soros ins Bett zu steigen. Der erfahrene Investigativreporter Wayne Madsen berichtete auf Grundlage seiner Geheimdienstquellen im asiatischen Raum, dass Wikileaks in der Vergangenheit regelmäßig auf Online-Raubzüge gegangen war und die Beute sogar gegen Geld mit der CIA teilte.

Bereits 2008 berichtete Wired Magazine, dass für Julian Assange das Open Source-Modell gescheitert sei:

„Aber der Wikileaks-Vertreter der am meisten in der Öffentlichkeit steht – Julian Assange, ein ehemaliger Hacker und Journalist – sagte Anfang 2008 zu Wired.com dass das Wiki-Modell gescheitert sei und die Seite mit neuen wirtschaftlichen Modellen experimentieren würde, wobei er keine Pläne erwähnte, Medienorganisationen auf geleakte Dokumente bieten zu lassen.“
 
http://www.wired.com/threatlevel/2008/08/wikileaks-aucti/

Trotzdem hielt man lange Zeit den Schein des Open Source aufrecht. Mitte 2008 gab Wikileaks dann eine Presseerklärung heraus, mit der tausende Seiten an gestohlenem Material an den Höchstbietenden verschachert werden sollten:

Von: Wikileaks Press Office
Datum: Mi, 27 Aug 2008 20:38:47 +0100
Inside Venezuela – über 8,000 diplomatische E-mails 2005-2008
Wikileaks hat die Veröffentlichung von über 8,000 internen und externen Emails vorbereitet, die von einem ranghohen venezoelanischen Diplomaten und ehemaligen Redenschreiber für Hugo Chavez ausgingen und an ihn gerichtet waren. Die E-Mails sind datiert 2005 bis Juli 2008 und beinhalten mehrere Tausend Anhänge. Die Vorbereitung beinhaltet ein Übersetzungssystem auf „Knopfdruck“ in über ein dutzend ausländische Sprachen. Das Material liefert einen einzigartigen Einblick in die bolivarische Revlution, Präsident Chavez‘ Management seines inneren Zirkels, sowie Angelegenheiten von kubanischen und venezoelanischen Kontakten, Einschätzungen von CIA-Aktivitäten in Venezuela, Grenzverletzungen von Kolumbien, den Besuch des Papstes sowie Ansichten Venezuelas über viele andere Länder und Ereignisse.
Organisationen die auf einen exklusiven Zugang bieten wollen (Einnahmen für unseren Fond zum Quellenschutz) kontaktieren bitte 
[email protected] für weitere Informationen.

Assange drückte im Jahr 2008 die Notwendigkeit für eine künstliche Verknappung aus:

„Das große Thema für Wikileaks ist dass erstklassiges Quellmaterial verschwendet wird weil wir das Angebot unbegrenzt halten, also weigern sich Nachrichtenorganisationen, ob sie nun Recht haben oder nicht, in eine Analyse zu ‚investieren‘ ohne weitere Anreize.“

John Young von Cryptome berichtete kürzlich, dass seinen Quellen zufolge Wikileaks u.a. die Cablegate-Dokumente an die einschlägigen Publikationen gegen Geld verkauft hätte. Dass Geld geflossen ist wurde bislang öffentlich abgestritten, laut John Young gab es jedoch “non-disclosure agreements”, also Schweigeklauseln. Laut weiteren Informationen wären durch einen „Mittelsmann“ von Wikileaks im Schnitt jeweils 100.000$ von verschiedenen Medienorganisationen verlangt worden. Die Establishment-Medien erhielten bereits bei den Afghanistan- und Irak-Protokollen exakt die Art von frühzeitigem Exklusivzugang der u.a. 2008 in der Pressemitteilung für die Venezuela-Dokumente versprochen wurde. Blätter wie die New York Times, der Guardian und der SPIEGEL dominierten die Berichterstattung vom ersten Moment an, verschleierten die wichtigen Regierungsverbrechen und verbreiteten Kriegspropaganda während man die Leser mit zahlreichen kleinen Skandälchen abspeiste.

Bei Insidern aus dem Wikileaks-Umfeld machte sich sehr schnell vehemente Kritik breit:

„…denk daran dass Assange sich nicht von dem Konzept abgewendet hat, Informationen via Auktionen exklusiv an Mediengruppen zu verkaufen. Wie passt das in die Wikileaks-Philosophie? Um es knallhart auszudrücken: Es passt überhaupt nicht, es ist ein Programm was nur Assanges Offshore-Bankkonten füllen soll.“

„Es gibt keine Transparenz oder Buchprüfungen über die Vorgänge der Organisation, keine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen oder anderer technische Belange die Whistleblower schützen sollen; sehr laxe Vorgehensweisen bei dem Einsatz von Verschlüsselungstechnologien und der Verifikation von Dokumenten mit digitalen Signaturen. WIKILEAKS ist ein sehr schwerer Unfall der sehr bald passieren wird, sie überzeugen den Whistleblower dass seine Anonymität geschützt  und seine Daten sicher sind. NICHTS IST WEITER ENTFERNT VON DER WAHRHEIT. Unglücklicherweise wird jemand in einem unterdrückerischen Umfeld in der dritten Welt die Konsequenzen zu spüren bekommen von Julian Assanges schwindlerischen Zusicherungen von Sicherheit.“

„WIKILEAKS war und ist das Projekt von Julian Assange, ein verurteilter Ex-Hacker dessen ursprüngliches Konzept darin bestand, geleakten Informationen einen Wert zuzuschreiben und jene an den Höchstbietenden zu verkaufen.

[…]

WIKILEAKS ist praktisch eine Ein-Mann-Band mit einem Kern aus unbezahlten Freiwilligen, die die Drecksarbeit leisten und den Server-Platz bereitstellen. Es gibt keine hohen Kosten für Server-Platz. Assange ist der Frontmann für eine organisatorische Infrastruktur die von anderen gratis gespendet wurde. Du stellst vielleicht die gerechtfertigte Frage wieviel es kostet um WIKILEKAS zu betreiben. Die grundlegenden Kosten von WIKILEAKS wie die laufenden Kosten, Server-Platz der nicht gespendet wurde und Kosten für Kommunikation belaufen sich auf rund 55.000$ pro Jahr. Diese Zahl beinhaltet nicht Assanges sogenannte Werbeausgaben, darunter die internationalen Business-Class-Flüge, Hotels, Taxis, Kleidung und andere persönliche Dinge. Für das Kalender – und Geschäftsjahr 2009 werden diese Kosten auf über 225.000$ geschätzt.“

„Dumm für Assange dass seine Beziehung zum Whistleblower Manning ursprünglich darauf basierte, Informationen der US-Regierung an die Medien zu verkaufen, was nicht funktionierte und nun richtig nach hinten losgeht. Die Verbindung zwischen Manning und Assange ist eng. So eng dass Assange verzweifelt versucht hat alle Spuren von E-mails auf Wikileaks-Servern zu löschen.“

Quelle

Assange behauptete nun nach seiner vorläufigen Freilassung auf Kaution, er kenne Bradley Manning überhaupt nicht persönlich und hätte nie mit ihm kommuniziert vor dessen Verhaftung im Irak. Chatprotokolle zwischen Manning und einem anderen Hacker der ihn schließlich an die Behörden verriet, sprechen eine völlig andere Sprache und dokumentieren eine direkte Beziehung und sogar das Angebot, Vollmitglied von Wikileaks zu werden. Sollte die Kollaboration bewiesen werden, sieht es juristisch eng aus für Assange. Bislang ist nur ein Bruchteil der Chats öffentlich und Manning soll bislang trotz verschärften Haftbedingungen die Kooperation mit den Behörden verweigert haben.

Wikileaks-Insider schrieben im Juni 2010:
 
„Assange wird Manning den Wölfen vorwerfen. Inzwischen blockiert Assange jeden Kontaktversuch von Manning. Manning wird im Stich gelassen werden um Assanges Arsch zu retten.“

Wikileaks sammelte nach Mannings Verhaftung Spenden mit dem expliziten Versprechen, Manning mit dem Geld zu helfen. Schließlich versprach man nur 50.000$ zu zahlen, rund die Hälfte der zu erwartenden Kosten. Dann tat sich lange Zeit nichts und den letzten Bekundungen zufolge will man nur noch lausige 20.000$ leisten. Nun soll eine staatliche Buchprüfung der Wau Holland Stiftung selbst diese geringe Zahlung für unbestimmte Zeit auf Eis legen. Sollten Informationen verkauft worden sein, lesen sich die Publicity-Statements des Chaos Computer Clubs wie blanker Hohn:

„Die Publikationen von Wikileaks entsprechen dem Grundsatz der Hackerethik nach freier Verfügbarkeit von staatlichen Informationen als Basis einer demokratischen Gesellschaft.“

http://www.ccc.de/de/updates/2010/informationsfreiheit-im-netz

Openleaks

John Young von Cryptome berichtete, dass „ehemalige“ Wikileaker u.a. die Informationen über Geheimabkommen zwischen Assange und der Mainstream-Presse wiederum an den Höchstbietenden verkaufen wollen. Es ist unklar ob damit Openleaks gemeint ist, das Projekt von Daniel Domscheit-Berg. Trotz der Verwendung des Begriffs „Open“ sollen Dokumente bei Openleaks wieder nicht unmittelbar der gesamten Welt zur Verfügung gestellt werden; es wird nicht erwähnt ob die erklärte Vermittlerfunktion Verhandlungen beinhaltet über Zahlungen zwischen Whistleblowern und denjenigen, die Exklusivrechte an Material kaufen möchten. Domscheit-Berg meinte:

„Das Projekt wird zunächst eine Partnerschaft haben mit fünf Zeitungen weltweit, bald darauf wird es auf jeden ausgeweitet werden der teilnehmen möchte. Zeitungen, NGOs, Gewerkschaften, jeder der Informationen von anonymen Quellen erhalten möchte.“ 

Welche fünf Zeitungen sind das? Die NYT, der SPIEGEL, der Guardian, Le Monde und El País? Welche NGOs? Diejenigen die von George Soros finanziert werden oder der CIA oder von Steuergeldern? Was werden diese NGOs oder Zeitungen oder Gewerkschaften genau tun? Werden sie bezahlen für Informationen die sie dann in zensierter, selektiv aufbereiteter Form zum eigenen Nutznießen zum politisch opportunsten Zeitpunkt veröffentlichen? Und vor allem: In welche juristische Bredouille bringen sich Whistleblower wenn sie Geld kassieren?

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