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US-Senatoren wussten 1968 laut Aufzeichnungen von inszeniertem Vorwand für Vietnamkrieg

Steve Watson
Prisonplanet.com
Thursday, Jul 15th, 2010

Von der Geheimhaltung befreite Transkripte aus der Zeit des Vietnamkriegs zeigen, dass US-Senatoren durchaus wussten dass der Vorfall am Golf von Tonkin eine Inszenierung gewesen war. Die über 1100 Seiten vom Senatsausschuss für außenpolitische Angelegenheiten, die die Bestürztheit über die Täuschung des Weißen Hauses und des Pentagons dokumentieren, waren seit 1968 unter Verschluss und wurden erst diese Woche veröffentlicht.

Vier Jahre nach Kriegsbeginn gab es einen tiefen Graben zwischen Senatoren und Lyndon B. Johnson. Zu jener Zeit wurden die Treffen des Senatsausschusses für außenpolitische Angelegenheiten hinter verschlossenen Türen abgehalten. US-Kriegsschiffe waren im Golf von Tonkin am 4. August 1964 angeblich von nordvietnamesischen PT-Schnellbooten angegriffen worden – der Vorfall startete den Vietnamkrieg, hatte aber eigentlich nie wirklich stattgefunden. Die Aufzeichnungen zeigen nun, dass Senatoren sich dieser Tatsache durchaus bewusst waren. In einer nichtöffentlichen Sitzung des Senatsausschusses für außenpolitische Angelegenheiten betonte Senator Albert Gore Sr. aus Tennessee, der Vater des späteren Vizepräsidenten Al Gore:

„Falls dieses Land getäuscht wurde, falls dieser Ausschuss und dieser Kongress durch einen Vorwand zu einem Krieg überredet wurden, in dem tausende junge Männer gestorben sind und von dem viele weitere tausend für den Rest ihres Lebens schwere Behinderungen davongetragen haben, durch welchen ihr Land Ansehen und eine moralische Stellung in der Welt verloren haben, dann sind die Konsequenzen erheblich.“

Senator Frank Church, ein Demokrat aus Idaho, sagte in einer nichtöffentlichen Sitzung im Februar 1968:

„Man kann nicht in einer Demokratie erwarten dass die Bürger, deren Söhne getötet wurden oder getötet werden, ihre Urteilsfähigkeit ausüben wenn die Wahrheit vor ihnen verborgen wird.“

Andere Senatoren bevorzugten es, die Wahrheit über Tonkin für sich zu behalten um nicht die Stimmung in der Bevölkerung über den Krieg zu kippen: Senator Mike Mansfield, ein Demokrat aus Montana, argumentierte:

„Man würde denjenigen, die sich nicht für die Fakten interessieren, die Möglichkeit geben sie auszubeuten und sie über jegliches Maß hinweg zu übertreiben.“

Mansfield bezog sich auf den Vorschlag, eine Untersuchung des Ausschusses zu veröffentlichen, die in Frage stellte ob der Tonkin-Vorfall überhaupt stattgefunden hatte. Der Ausschuss entschied sich letztendlich, die Wahrheit unter Verschluss zu halten. Senator Church hielt fest was die Konsequenzen wären, falls der Ausschuss Beweise dafür liefern könnte, dass der Angriff niemals stattgefunden hatte:

„Wir [hätten] eine Anklage, die das Militär in den Vereinigten Staaten deiskreditieren und den Präsidenten diskreditieren und möglicherweise zerstören würde.“

„Die mächtigen Kräfte in diesem Land, die den größten Einfluss haben und die meisten Zeitungen leiten und dem Präsidenten wohlgesonnen sind, werden keine Gelegenheit auslassen um diesen Ausschuss gründlich zu diskreditieren.“

Tonbänder von Präsident LBJ, die im Jahr 2001 von der Geheimhaltung befreit und veröffentlicht wurden, belegen dass der Präsident davon wusste dass der Vorfall niemals stattgefunden hatte. Nachdem er seinen Verteidigungsminister Robert McNamara für dessen Täuschung zurechtwies, lotete er aus wie man sie Situation eskalieren und ausnutzen könne als Rechtfertigung für Luftschläge. Die NSA falsifizierte Daten um den Eindruck zu erwecken, dass zwei US-Schiffe bei dem „Angriff“ verlorengingen. Johnson nutzte die Operation unter falscher Flagge um den Vietnamkrieg enorm auszuweiten; eine nach dem Vorfall benannte Resolution wurde verabschiedet und man sicherte sich Unterstützung im Kongress und der Bevölkerung. Hätte sich der Ausschuss nicht so sehr um die „großen Kräfte“ gesorgt die Amerika kontrollieren, wären ein Großteil der rund 60.000 US-Soldaten und 2 Millionen Vietnamesen vielleicht nicht gestorben. Spätere gewählte Volksvertreter haben das amerikanische Volk und die Welt bei den Kriegen in Afghanistan und im Irak ähnlich im Stich gelassen.

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