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Laut Globalist Brzezinski waren afghanische Mineralvorkommen von Anfang an die „wirtschaftliche Beute“

Während in Deutschland Horst Köhler wegen seinen kontroversen Aussagen über die wirtschaftlichen Motive hinter dem Afghanistanfeldzug von seinem Amt als deutscher Bundespräsident zurücktreten musste, wurde anderswo die „verblüffende Entdeckung“ von weitreichenden Mineralvorkommen in Afghanistan als gute Neuigkeit aufgefasst. Ende Mai 2010 äußerte Köhler während eines Interviews auf dem Rückflug nach einem Besuch von Bundeswehr-Truppen in Afghanistan auf die Frage eines Journalisten, ob das bestehende Afghanistan-Mandat ausreiche, weil Deutschland sich inzwischen in einem Krieg befände, oder wir ein klares Bekenntnis zu dieser kriegerischen Auseinandersetzung bräuchten, oder einen neuen politischen Diskurs:

„Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen – negativ –, bei uns durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Alles das soll diskutiert werden, und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg. […] Es wird wieder sozusagen Todesfälle geben. Nicht nur bei Soldaten, möglicherweise auch durch Unfall mal bei zivilen Aufbauhelfern. […] Man muss auch um diesen Preis sozusagen seine am Ende Interessen wahren. […]“

James Risen veröffentlichte in der New York Times den Artikel „U.S. Identifies Vast Riches of Minerals in Afghanistan“ und internationale Medien griffen die „Neuigkeit“ auf:

“Die Vereinigten Staaten haben unangetastete Mineralvorkommen in Afghanistan im Wert von beinahe einer Billion [trillion, d.R.] Dollar entdeckt, weit mehr als bisher bekannt und genug, um laut ranghohen amerikanischen Regierungsfunktionären die afghanische Wirtschaft und vielleicht den Afghanistankrieg fundamental zu verändern.“

„Die bisher unbekannten Vorkommen – darunter riesige Adern an Eisen, Kupfer, Kobalt, Gold und für die Industrie lebenswichtige Metalle wie Lithium – sind laut Ansicht von Funktionären der Vereinigten Staaten dermaßen groß und beinhalten dermaßen viele Minerale, die für die moderne Industrie essentiell sind, dass Afghanistan letztendlich in eines der wichtigsten Förderungszentren der Welt verwandelt werden könnte.“

Diese „verblüffende Entdeckung“ ist jedoch alles andere als neu. Zbigniew Brzezinski, Berater mehrerer US-Präsidenten, Mitbegründer der Trilateralen Komission, Bilderberger und Führungsfigur des Rates für auswärtige Beziehungen, schrieb in seinem 1997 erschienenen Buch „The Grand Chessboard: American Primacy and Its Geostrategic Imperatives“ über
die Balkanregion:

„…die Balkanregion in Eurasien ist unendlich bedeutender als potentielle wirtschaftliche Beute: Eine enorme Konzentration an natürlichen Gas- und Ölreserven befindet sich in dieser Region, neben wichtigen Mineralen, darunter Gold.“ [Seite 124]

„Amerikas globale Vormachtstellung hängt direkt davon ab, wie lange und wie effektiv seine Überlegenheit auf dem eurasischen Kontinent aufrechterhalten wird… Eine Macht die Eurasien dominiert, würde zwei der drei fortschrittlichsten und wirtschaftlich produktivsten Regionen kontrollieren…die Mehrheit des physischen Reichtums der Welt befindet sich auch dort, sowohl in den Unternehmen als auch unter der Erde.“ [Seite 30-31]

Es findet sich im Artikel der Times zumindest ein Hinweis darauf, dass die Entdeckung lange vor der US-Invasion 2001 bekant war:

“2004 stießen amerikanische Geologen, die im Zuge von weiter gefassten Wiederaufbaubemühungen nach Afghanistan geschickt worden waren, in der Bibliothek des Afghan Geological Survey in Kabul auf eine interessante Serie von alten Graphen und Datenblättern, die auf große Mineralvorkommen im Land hinwiesen. Sie erkannten bald, dass die Daten von sowjetischen Experten für Bergbau während der sowjetischen Besetzung Afghanistans in den 1980er Jahren gesammelt worden waren, jedoch nach dem Abziehen der Sowjets im Jahr 1989 beiseite gelegt wurden.“

Die Vorstellung, dass vor der US-Invasion den Nachrichtendiensten im Westen diese bedeutende Information entgangen war, überzeugt definitiv nicht. 2007 hatte China bereits große Pläne für Afghanistan und investierte in Mineralvorkommen in der Aynak-Kupfermine in der Logar-Provinz. US-Funktionäre befürchten, dass das „ressourcenhungrige China versuchen wird, die Entwicklung von Afghanistans Reichtum an Mineralen zu dominieren, was die Vereinigten Staaten beunruhigen könnte.“

Die Konkurrenz durch China wurde lange zuvor von Brzezinski angesprochen, desweiteren äußerte er die berüchtigten Worte dass man für die „Handhabung“ Eurasiens „Kollusion verhindern und eine Sicherheitsabhängigkeit unter den Vasallen beibehalten [muss], um die Tributzahler nachgiebig und geschützt zu halten und um zu verhindern dass die Barbaren sich untereinander annähern.“ Jahre bevor der Bericht des einflussreichen Think Tanks PNAC im September 2000 die Notwendigkeit eines Ereignisses wie Pearl Harbor beschrieb, um das amerikanische Volk von einer Invasion dieser strategischen Ziele zu überzeugen, sprach Brzezinski bereits über eine Strategie der Spannung:

„Die Einstellung der amerikanischen Bevölkerung gegenüber der externen Projektion amerikanischer Macht ist sehr viel ambivalenter gewesen. Die Bevölkerung unterstützte Amerikas Kampf im zweiten Weltkrieg hauptsächlich wegen dem Schockeffekt des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor.“ [Seite 24-25]

Der Artikel in der New York Times liefert der Obama-Administration dringend benötigte gute Nachrichten aus Afghanistan. Ein ranghoher Funktionär des Verteidigungsministeriums wird mit den Worten zitiert:

„Das Leben von gewöhnlichen Afghanen wird tiefgreifend verändert werden, vielleicht zum Besseren.“

Als ob die „Vasallen“ und „Barbaren“ wirklich davon profitieren würden.

Eric Blair
Activist Post

Alexander Benesch
infokrieg.tv

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