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Läuft Russland in der Ukraine in eine Falle?

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Im Krieg läuft alles auf der Basis von Kalkulationen über Kosten und Nutzen. Dementsprechend wird viel Aufwand betrieben, den Gegner zu täuschen, damit dessen Rechnungen nicht der Realität entsprechen.

Vor der Ukraine-Invasion erwarteten die Russen, innerhalb von Tagen gewaltige Fortschritte zu machen, während die ukrainische Regierung nach Polen flieht. Der Geheimdienst hatte geschätzt, dass kaum ein Ukrainer zum Kämpfen bereit wäre. Die Europäer hatten sich im Vorfeld betont passiv gegeben und beinahe offen signalisiert, dass man kaum reagieren werde.

Dann stand für Moskau die nächste Entscheidung an, sich mit der Krim und der Ostukraine zufriedenzugeben und zu akzeptieren, dass der Rest der Gebiete plus Westeuropa künftig viel stärker verteidigt werden. Breits im Kalten Krieg war die Sowjetunion unrentabel und plante fest ein, in den 1980er Jahren Westeuropa zu erobern, was nicht gelang.

Sich zufrieden zu geben in der Ukraine würde alle größeren Pläne heute zunichtemachen. Die mageren Waffenlieferungen an Kiew scheinen für den Kreml größere Sprünge möglich zu machen, allerdings basiert diese Rechnung auf unterschiedlichsten Faktoren, die manipuliert sein können.

Die Amerikaner erwecken den Eindruck, das 60-Milliarden-Paket nicht freigeben zu wollen. Wenn dann doch das Geld fließt, wird es interessant. Schon bei den Planungen für eine NATO-Osterweiterung in den 1990er Jahren blieb die NATO sparsam, weil eine echte Verteidigung Osteuropas als zu teuer erachtet wurde. Umgekehrt wäre es für Russland ein Geldgrab.

Die russischen Streitkräfte hoffen, in den nächsten Wochen die östliche Siedlung Chasiv Yar einnehmen zu können.

Die Stadt liegt westlich von Bachmut, das russische Truppen im Mai 2023 nach Monaten erbitterter und blutiger Kämpfe eroberten. Die Eroberung von Chasiv Yar würde „Russland in die Lage versetzen, in den Gürtel operativ bedeutsamer Festungsstädte der Ukraine einzudringen“, schätzte die US-amerikanische Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) am Samstag.

Moskau versuche, „unsere Verteidigungsanlagen westlich von Bachmut zu durchbrechen“, die Kontrolle über Chasiv Jar zu übernehmen und „Bedingungen für einen weiteren Vormarsch“ in Richtung der Stadt Kramatorsk in Donezk zu schaffen, sagte der Armeechef.

Russland lege offenbar einen „alternativen Schwerpunkt“ auf seine Bemühungen um Lyman, Chasiv Yar und Pokrowsk, sagte die Denkfabrik ISW am Samstag.

„Die ukrainischen Streitkräfte kämpfen derzeit mit erheblichen Engpässen sowohl bei Artilleriegeschossen als auch bei Luftverteidigungsmitteln, die beide entscheidende Komponenten ihrer Verteidigung sind, und die russischen Streitkräfte profitieren von diesen Engpässen und verbesserten Wetterbedingungen“, bewertete die Denkfabrik.

AlexBenesch
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