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Wirecard-Chef Marsalek und die Russen verließen sich offenbar auf österreichische Geheimdienstler

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Bild: alex5711/Shutterstock.com

Egisto O., einst Mitarbeiter des österreichischen Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), soll Informationen für Russland beschafft haben. Sein Komplize soll sein ehemaliger Vorgesetzter, der Abteilungsleiter Martin W. sein der angeblich Verbindungen hatte zum flüchtigen Wirecard-Manager Jan Marsalek.

Die Ermittler rechnen mit weiteren Helfern in Deutschland. Marsalek soll Kuriere mit Bargeld von Berlin nach Wien geschickt haben, um dort einen Spezial-Laptop abzuholen und nach Russland zu transportieren.

Egisto O. soll unter anderem aus Behördendatenbanken Informationen über zahlreiche Personen aus Politik, Wirtschaft und den Sicherheitsbehörden beschafft haben. Wie etwa den Regimekritiker und Bellingcat-Rechercheur Christo Grozev.

Egisto O. sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft soll O. auch drei Mobiltelefone von hochrangigen Beamten des österreichischen Innenministeriums an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben.

Die neuen Erkenntnisse stammen von Telegram-Chatnachrichten, die britische Behörden nach Österreich übermittelt haben. Der britische Dienst GCHQ gilt als äußerst fähig.

Auch ein sogenannter SINA-Laptop sei an die Russen übergeben worden. Das Gerät, so Marsalek in Chats, sei für die „Lubyanka“ gedacht sein, der Hauptsitz des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB im Zentrum Moskaus.

Egisto O. hatte in der Vergangenheit seien Unschuld beteuert. Er behauptete, das Opfer einer Intrige zu sein.

Mehrere Medien (Der Spiegel, ZDF und Der Standard) lieferten neue Details zu Jan Marsalek und seinen Verbindungen zum russischen Geheimdienst: Namen, Fotos, persönliche Details, Pässe.

Der entscheidende Aspekt ist allerdings, dass selbst ein paar motivierte Amateure frühzeitig hätten herausfinden können, dass Marsaleks Großvater bereits wahrscheinlich ein Spion für die Russen war und dass Wirecard nie relevante Profite machte, sondern sich durch Luftbuchungen künstlich aufblähte.

Britische Reporter benötigten nur ein paar Flugtickets, um internationale Standorte von Wirecard zu besuchen und zu dokumentieren, dass dort nichts wirklich passierte. Wenn Reporter dies konnten, dann wäre es für Geheimdienste spielend leicht möglich gewesen. Wirecard durfte sich aufschwingen zur Top-Bank Deutschlands mit riesigem Börsenwert und PR von der hohen Politik.

Es scheint nur möglich gewesen zu sein, wenn ein hoch platzierter Maulwurf in Deutschland im Auftrag Russlands Wirecard schützte.

Das gesamte Imperium basierte auf einem Schneeballsystem, das darauf abzielte, Geld von einem Wirecard-Konto auf ein anderes zu transferieren – ein Prozess, der euphemistisch als „Round-Tripping“ bezeichnet wird – und immer mehr Geld von getäuschten Aktionären einzusammeln.

KPMG erkannte viel zu spät bei einer Prüfung, wie der Journalist Dan McCrum es ausdrückte, dass Wirecards „zentrale europäische Zahlungsabwicklungsaktivitäten überhaupt keinen Gewinn erwirtschafteten“. Zwei Milliarden aus der Bilanz existierten nur in der Fantasie von Marsalek.

Die großen Medien, reichlich spät, zeigen nun Namen und Fotos und Pässe.

Marsalek traf auf die Spionin Natalia Zlobina und die beiden hatten eine Affäre. Die beiden reisten im September 2013 nach Grosny, der Hauptstadt Tschetscheniens. Zeugen sagten dem Spiegel, dass der Zweck darin bestand, die Familie von Ramsan Kadyrow, dem von Putin eingesetzten Präsidenten der Region, zu treffen.

Kadyrows Clan hatte ein paar Hundert Millionen auf Banken in Hongkong angelegt und brauchte eine Möglichkeit, diese nach Europa zu transferieren, ohne Verdacht zu erregen. Laut Zlobina war Marsalek der Mann für den Kadyrow-Clan, der inzwischen mit Wirecards weltweitem Netzwerk von Schein-Firmen und deren Scheindepots vertraut war.

Zeugen zufolge wurden zwei weitere Treffen zwischen Marsalek und der Familie Kadyrow arrangiert. Auf der tschetschenischen Seite in Wien stand der silberhaarige Achmed Pakajew, der behauptete, ein Major des FSB zu sein. 2014 stellte Zlobina Marsalek einen Herrn Petlinsky als „Stas, den General von GRU“ vor. In den 90er Jahren war Petlinsky leitender Offizier bei der GRU Spetsnaz.

Marsalek fantasierte von großen Plänen:

„China, Russland und Europa als Gegengewicht zu den USA zu vereinen, das würde ihn interessieren.“

Petlinsky beharrt darauf, bevor er den „schönen Geist“ des Österreichers als „ein bisschen autistisch“ beschreibt. Für Petlinsky war Marsaleks Schwachstelle der Umgang mit Menschen.

„Ihm fehlt Empathie.“

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin wird insbesondere vom Bundesfinanzministerium beaufsichtigt, das zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs von Wirecard vom derzeitigen Bundeskanzler Olaf Scholz geleitet wurde.

Zwei weitere Komplizen von Marsalek waren kürzlich pensionierte Beamte des österreichischen Inlandsgeheimdienstes BVT. Zu Wirecards Kundenliste gehörte zu diesem Zeitpunkt auch das deutsche Bundeskriminalamt, was Marsalek – und wohl den russischen Geheimdiensten – Zugang zu sensiblen Daten über die vertraulichen Informanten der deutschen Strafverfolgungsbehörden verschaffte.

Basierend auf durchgesickerten Reisedaten und E-Mails kann nun enthüllt werden, dass Petlinsky der Dreh- und Angelpunkt der Exfiltration war.

AlexBenesch
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