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Welche anderen Medien erhielten sonst noch Geld aus Russland?

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Kommentar

Der gefeierte Star-Journalist Hubert Seipel, der als erster Edward Snowden fürs Fernsehen interviewen und ganz nah an Putin sein durfte, ließ sich von einem russischen Oligarchen sponsern. Der geleakte Vertrag für ein einzelnes Buchprojekt belief sich auf 600.000 Euro.

Die Reaktion in pro-russischen Kreisen Deutschlands war immer die gleiche: „So what?“

Weil die US-Netzwerke hier bei uns kräftig mitmischen und die großen Parteien die Kontrolle haben über die milliardenschweren GEZ-Medien, sei es sogar super, wenn die Russen hier Leute bezahlen. Russenstuss führt aber wiederum zu mehr US-Einfluss und wirklich originär deutsche Stimmen mit neuen Ideen werden an den Rand gedrängt. Jemand, der hier Geld von den Russen nimmt, kann von der CIA oder der NSA erwischt und zur Kooperation gedrängt werden. Zudem will Russland uns ja nicht retten, sondern erobern.

Viele bekannte Figuren in der Bundesrepublik betrachten es als selbstverständlich, russisches Geld anzunehmen. Nach Seipels Fiasko zittern nun andere und fragen sich, ob sie als nächstes dran sind und wie ihre Zukunft dann aussehen wird.

Stasi

Bisher sind jedoch nicht einmal 20 der westdeutschen publizistischen IM der Stasi bekannt. Da waren der NDR-Journalist und frühere SPD-Sprecher, ein „Bild“-Redakteur, ein Redaktionsleiter des Deutschlandfunks oder der Vorsitzende der Westberliner Pressekonferenz. Der Leiter der Kölner Journalistenschule gab der Stasi 30 Namen potenzieller Anwerbekandidaten. Der Stasi gelang es besonders in den 70er und 80er-Jahren, auch journalistische Fach- und Informationsdienste mit Einflussagenten zu infiltrieren.

konkret

Die linke Zeitung konkret wurde aus der DDR finanziell unterstützt und bekam bis 1964 bis zu 40.000 DM pro Ausgabe. Klaus Rainer Röhl, Ulrike Meinhof und andere Redakteure reisten dafür häufig in die DDR. Manchmal empfingen sie ihre Weisungen auch im Westen durch Abgesandte der DDR. Röhl gab später an, die Redakteure seien durch Instrukteure der seit 1956 in der Bundesrepublik Deutschland illegalen KPD angeleitet worden.

Da mitunter DDR-kritische Artikel gedruckt wurden und die Zahlungen u. a. deshalb zuletzt ausblieben, wurden Aufmachung und Inhalt immer stärker von sexuellen Themen unter Verwendung von Nacktfotos geprägt.

In einem wesentlichen Teil der sich als antiimperialistisch verstehenden Fraktion der radikalen Linken wurde konkret vor allem wegen der grundsätzlich proisraelischen Haltung sowie der zustimmenden Haltung zum Irak-Krieg kritisiert.

Aus diesen Gründen endete auch die Arbeit Jürgen Elsässers bei Konkret. In einem Schriftstück des Verfassungsschutzes wird resümiert:

„Insbesondere die Monatszeitschrift ‚konkret‘ sowie die Bahamas-Gruppe erklärten nunmehr, zum Schutz Israels sei die militärische Intervention am Golf notwendig und richtig. Aus der Sicht des traditionellen Linksextremismus war dies ein Tabubruch, weil es die Befürwortung einer ‚imperialistischen Aggression‘ einschloss. Die ‚konkret‘-Fraktion erhielt von ihren Gegnern umgehend den Stempel ‚Bellizisten‘, um zu illustrieren, dass sie sich als Verräter vom antiimperialistischen ‚Friedenskampf‘ abgesetzt und das Lager gewechselt habe.“

Im Kontext des Russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 wandten sich einige zuvor recht aktive Autoren der konkret, darunter Leo Fischer und Alex Feuerherdt, von der Zeitschrift ab, die sich „in dieser Frage in die Nachbarschaft der AfD, des völkischen Flügels der Linkspartei oder Jürgen Elsässers Compact, von Henry Kissinger, Klaus von Dohnanyi oder den Lobbyverbänden der deutschen Industrie“ begebe. Olaf Kistenmacher kritisierte, dass seit der Übernahme durch Friederike Gremliza die Zeitschrift immer stärker eine unkritische Haltung gegenüber Russland und China gezeigt habe und „schlechter linker Antiimperialismus“ zutage getreten sei.

Das Strickmuster

Nicht jeder, der Russenstuss verbreitet, nimmt direkt Geld von den Russen. Einige kopieren einfach das Zeug aus ideologischen Gründen und weil es kommerziell erfolgreich ist. Folgendes sind die Merkmale von Russenstuss:

Es findet keine wirkliche kritische Einschätzung des russischen Regimes statt

Es gibt bestenfalls ein paar dünne Disclaimer über die Zustände in Russland, aber eine systematische, realistische Einschätzung findet nicht statt. Je weniger das Zielpublikum weiß über Russland, umso besser. Wirtschaftliche Schwächen werden geleugnet oder verschwiegen, die Demografie, die mangelnde Produktivität, die vielfältigen Verfallserscheinungen.

Man bekommt den Hinweis, dass Russland nicht etwas „von außen aufgedrängt“ haben möchte. Die gleiche Argumentation verwenden auch muslimische Regime oder China, wenn sie kritisiert werden.

Russland wird pauschal als Lösung und Rettung angepriesen

Rein gar nichts belegt die Absicht Russlands, irgendwelche anderen Länder zu retten und gedeihen zu lassen. Russenstuss liefert dem Publikum keine Gefahrenabschätzung im Hinblick auf das, was bei den Plänen schiefgehen könnte für die Deutschen.

Einkreisungslüge und Opfer-Olympiade

Wie ein pathologischer Narzisst wird der Russenstusser krampfhaft den Opferstatus beanspruchen für Russland. Es ist eine regelrechte Opfer-Olympiade. Alle anderen wollen Russland nur Schaden; nichts sei Russlands Schuld. Diese krankhafte Realitätsverzerrung wird selbstverständlich auch die Deutschen treffen, wenn sie unter russische Kontrolle geraten. Das Regime wird dann nie Schuld eingestehen.

Historisches Cherry-Picking

Russland unter den Zaren verschwor sich mit Britannien und Frankreich gegen Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg. Es gibt viele weitere solche Beispiele. Trotzdem präsentiert der Russenstuss ein paar ausgewählte Beispiele, die belegen sollen, wie fruchtbar die Beziehungen zwischen Deutschen und Russen irgendwann einmal gewesen seien.

Crowd-Pleasing durch Anpassungen

Der Russenstuss lässt sich mit wenigen Anpassungen maßschneidern auf ein konservatives, linkes und muslimisches Zielpublikum.

Instrumentalisierung

Jeder Korruptionsfall im Westen, jeder Skandal und jede schlechte Entwicklung wird benutzt, um Leute von den vermeintlichen Vorteilen einer russischen Partnerschaft zu überzeugen.

Doppelstandards

Was für westliche Kräfte gilt, gilt nicht für russische. Die Russen dürfen so korrupt und psychopathisch sein wie sie wollen.

Keine neuen Ideen und großen Enthüllungen

Russenstuss ist ziemlich gleichförmig, altbacken und starr. Russland liefert kaum jemals irgendwelches besonderes Material zur Verwendung.

AlexBenesch
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