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Der Einfluss des Putschversuchs auf die Geheimverhandlungen um die Ukraine

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Kommentar

Seit langer Zeit laufen Geheimverhandlungen um die Beendigung des Kriegs gegen die Ukraine. Die Forderungen richten sich nach vielen Faktoren und beziehen sich nicht nur auf Gebietsansprüche wie die Krim, sondern auch in hohem Umfang auf die Nachkriegsordnung. Wieviel wäre Russland bereit, zu bezahlen für den Wiederaufbau? Was ist mit der ukrainischen Industrie, von der Russland lange abhängig war? Was ist mit den Sanktionen? Darf die Ukraine in die EU oder NATO? Darf die Ukraine weiter rüsten? Darf Polen weiter stark rüsten?

Um die Ukraine in eine möglich gute Verhandlungsposition zu bringen, boten die NATO-Länder Ausrüstung, Training und wertvolle Informationen. Was für Optionen haben die Russen, um sich selbst in eine bessere Verhandlungsposition zu bringen?

Die ständigen Drohungen mit Atomwaffen und der Vernichtung von europäischen Großstädten und ganzen Ländern war so eine Taktik. In der Vergangenheit wurde mehrfach die Linie propagiert, es drohe ein Zerfall Russlands und eine Vereinnahmung durch China. Sowohl in den 1990ern funktionierte diese Drohung, als auch in der Wirtschaftskrise Ende der 1990er, nach dem Smolenks-Vorfall bei dem einflussreiche Polen starben und nach der Einnahme der Krim und weiterer Territorien 2014. US-Präsident Bush drückte unmissverständlich aus, man müsse die Zustände in Russland hinnehmen, damit das Land nicht instabil wird und sich nicht zu stark den Chinesen annähert.

Anfang 2023 war klar, dass die Ukrainer viele Waffen und Munition benötigen, um möglichst schnell eine große Gegenoffensive zu starten. Stattdessen traten die NATO-Staaten auf die Bremse, ohne so richtig herauszurücken, warum. Wahrscheinlich ist, dass intern die Losung galt, eine übermächtige Gegenoffensive würde Russland destabilisieren, es könnte Auflösungserscheinungen geben und irgendwelche russischen Militärführer könnten sich eigenmächtig gegen den Kreml wenden, und verfügen vielleicht noch über Atomwaffen.

Zunächst gab es kleinere Aktionen auf russischem Territorium von russischen Kämpfern, die angeblich gegen Putin waren.

Dann gab es den seltsamen Putschversuch durch Prigoschin mit den Wagner-Söldnern. Prigoschin ist ein Gangster, durfte monatelang gegen den Kreml stänkern ohne ausgelöscht zu werden wie so viele andere russische Funktionäre, und bereitete eine große Aktion vor, die angeblich nicht rechtzeitig vom russischen Geheimdienst entdeckt wurde und wo nicht rechtzeitig eingegriffen wurde.

Anstatt sich im Süden einzugraben, fuhr Prigoschin seine Truppen Richtung Moskau, behauptete eine Verhandlungslösung und geht nun Berichten zufolge nach Weißrussland. Die Anklagen gegen ihn wurden abgeblasen.

In den Geheimverhandlungen kann Russland also stärker denn je die Gefahr betonen, dass Russland zerfallen könnte und zehn weitere Prigoschins zu Warlords werden; ggf. mit ABC-Waffen.

Die NATO-Führer sind nicht dumm und müssten die Wahrscheinlichkeit einschätzen können, dass das mit Prigoschin ein Täuschungsmaöver war, mit oder ohne dessen Wissen. Anstatt dies in der Öffentlichkeit zu besprechen, scheinen sich die West-Medien einig, der Putsch sei real gewesen, Putin geschwächt, und alles andere nur dümmliche Verschwörungstheorien.

Es ist wahrscheinlich, dass die NATO-Spitze bei dem Theater passiv mitspielt, um eine Verhandlungslösung zu erreichen. Putin könnte in ein Sanatorium verschwinden. Man behauptet einen Neuanfang, Russland sammelt wieder Kräfte, koordiniert verdeckt mit China und Nordkorea, und in ein paar Jahren geht es dann vielleicht richtig zur Sache.

AlexBenesch
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