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Das Recentr-Buch: Die Bekämpfung des Bösen – Eine Wissenschaft für sich

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Einen Termin, wann das ganze Buch fertiggestellt ist, gibt es immer noch nicht, trotzdem macht das Werk gewaltige Fortschritte. Lesen sie hier das erste Kapitel. Unterstützen sie uns im Recentr SHOP!

Was ist das zentrale, wichtigste und entscheidende Problem der Welt? Es ist nicht Global Warming, nicht das iranische Atomwaffenprogramm, nicht Russland oder Amerika, der Teufel, der Kapitalismus oder der Mensch an sich. Es ist das, was wir gemeinhin als “das Böse” bezeichnen, ein schwammiger Sammelbegriff für eine Vielzahl an unmoralischen Verhaltensweisen die unser Leben bestimmen wie Ausbeutung, illegale Kriege, Unterdrückung, totale Überwachung, Folter oder Genozid. Dieses Problem macht uns Menschen seit Urzeiten das Leben zur Hölle und gefährdet sogar den Fortbestand unserer Spezies. Wir glauben vielleicht heutzutage, es zumindestens in den westlichen Industrienationen im Griff zu haben, dennoch stammen unsere Konsumgüter von kommunistischen Arbeitersklaven und Kindern aus bettelarmen Diktaturen, wir zahlen real zwei Drittel unseres Geldes an krumme Bürokraten die wir nicht kennen, unser gesamter Besitz wird von Banken und Behörden verpfändet, nichts ist heute mehr privat, Wählen ändert nichts und es befinden sich heute vier hochgerüstete Weltimperien in einem kalten Krieg mit wirtschaftlichen und geheimdienstlichen Methoden.

Die Religionen und politischen Ideologien sind vollumfänglich dabei gescheitert, das Kernproblem des Bösen zu lösen, obwohl es die zentrale Werbebotschaft jeder Ideologie und jeder Religion ist, das Böse bezwingen zu können. Zwar gibt es in jeder Gruppe viele Mitglieder, die gute Absichten haben und moralisch handeln tun, allerdings zeigt die Geschichte (und auch zunehmend die Wissenschaft) dass die Anständigen nicht in Führungspositionen landen und letztendlich nicht das Verhalten der Gruppe bestimmen. Ideologien und Religionen haben krumme, veraltete und falsche Definitionen im Hinblick auf Moral, sowie höchst unsinnige Ansichten darüber, woher das Böse eigentlich kommt, wie es sich verbreitet und wie man es wirksam bekämpft.

Noch niemand hat die Existenz von Dämonen oder bösen Geistern nachgewiesen, trotzdem gelten solche fiktiven Wesen im 21. Jahrhundert immer noch weltweit als eine anerkannte Ursache des Bösen. Es gibt sogar eine ganze ausführliche Pseudowissenschaft der Dämonologie. Üblich ist bei Religionen und Ideologien die Intoleranz und sogar extreme Feindseligkeit gegenüber Nichtgläubigen und Nicht-Anhängern. Die Ungläubigkeit an sich gilt als böse, zentrale Sünde, von der unzählige weiteren Sünden folgen. Wer nicht die vielen Verhaltensregeln befolgt, handelt böse und dem droht nach dem Tod eine bestialische Bestrafung. Zwar sind moderne Christen heute nicht mehr auf Hexenjagd und Kreuzzügen, trotzdem sind die klassischen Definitionen und Erklärungen über das Böse nach wir vor unverändert Teil der Lehre. Im alten Testament der Bibel finden sich drakonische Strafen, gottgewollte Raubzüge und die gnadenlose Vernichtung anderer Stämme, dennoch ist es unvorstellbar, in einer Art modernisierten Bibel die krassesten Stellen zu streichen.

Für über eine Milliarde Moslems ist die Unterwerfung unter die Gesetze Allahs und seiner weltlichen Führer “gut”, die Vergrößerung des Machtbereichs eine Pflicht. Weite Teile des Korans drehen sich um die gewaltsame Eroberung, Ausbreitung, und Beutezüge. Kein Bereich des persönlichen oder politischen Lebens darf ohne religiöse Regeln und Vorschriften auskommen. Die Glaubensgemeinschaft darf man nicht verlassen, sonst droht der Tod. Religionen passen sich natürlich ständig den realpolitischen Gegebenheiten an und verändern ihre öffentlichen und internen moralischen Definitionen und Maßstäbe. George Bush erklärte, Gott habe ihm den Einmarsch in den Irak auferlegt und es regte sich kein allzugroßer, konkreter Widerstand unter den Christen weltweit. Eine Art Ankerpunkt für Moral und die Bekämpfung des Bösen bieten die Religionen leider nicht.

Bei den Ideologien ist es nicht besser. Gefestigte Kommunisten sehen es als ihre moralische Pflicht an, alle Menschen zwangsweise zu enteignen und dann nach Gutdünken den Reichtum umzuverteilen. Außerdem gilt die klassische Kleinfamilie, die unternehmerische Freiheit und die Privatsphäre als Nährboden des Bösen. Die Ursachenerklärung über das Böse ist bei den Kommunisten falsch und ihre Maßnahmen zur Bekämpfung des Bösen sind erst recht Blödsinn. Noch heute verteidigen Kommunisten genozidale Irre wie Mao oder Stalin, spielen die Anzahl der Toten herunter und versuchen die Schuld für alles auf den kapitalistischen Klassenfeind zu schieben.

Man kann die Welt nicht retten, also nachhaltig vom Bösen befreien, mit Hilfe von falschen Definitionen und veralteten ideologischen Erklärungsmustern. Glaube und Ideologie schmücken sich zwar mit dem Kostüm der Wissenschaftlichkeit, dennoch kommen sie nicht ohne massenhafte Fälschungen aus und erst recht nicht ohne die unwissenschaftlichen „Beweisführungen“ wie der soziale Beweis (alle Glauben es, also muss es wahr sein), der Beweis durch Authorität (die Führer sagen es, also muss es wahr sein) oder den Beweis durch Tradition (das wurde schon immer geglaubt, also muss es wahr sein).

Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten scheren sich nicht um Lenin oder Buddha oder um Hautfarbe. Es wird zwar geglaubt, dass Götter Eingebungen senden, aber niemand hat dies je beweisen können. Der Grund, warum wir heute Autos haben, Computer und moderne Medizin, ist die wissenschaftliche Methode. Wir haben uns nicht mehr zufriedengegeben mit der Erklärung, dies und jenes hätte Gott einfach so gemacht. Wann immer Ideologien oder Glaubensgemeinschaften die Logik ignorieren oder hinten anstellen, kommt lebensgefährlicher Unsinn dabei heraus. Bei den Sowjets durften wissenschaftliche Erkenntnisse nicht der Polit-Ideologie widersprechen, was dazu führte dass das Pleite-Regime sich nur durch Terror über Wasser halten konnte. In China pflanzte man Saatgut zeitweise viel zu eng zusammen, weil der aus Russland stammende Berater für Landwirtschaft die kollektivistische Lehre auf Pflanzen übertragen wollte. Je enger zusammen umso besser? Kein Individualismus unter Getreidehalmen? Das Ergebnis waren horrende Missernten die viele Leben kosteten.

Der Wissenschaftler kann natürlich schummeln oder sich irren, denn er ist nicht perfekt. Die wissenschaftliche Methodik ist aber so nahe an der Perfektion wie möglich. Was für Erkentnisse hat also die Wissenschaft über das Böse?

Kein Wissenschaftszweig zum wichtigsten Thema der Welt

Schockierenderweise gibt es keinen einheitlichen, umfänglichen Wissenschaftszweig zu dem Thema. Ist das nicht verrückt? Es gibt universitäre Lehrstühle für alles mögliche, nur nicht zu dem wichtigsten Thema der Welt. Das was einer Wissenschaft über das Böse zumindestens teilwese nahekommt, ist eine Unterkategorie der Psychologie. Die Psychopathologie war eine der wichtigsten wissenschaftlichen Durchbrüche in der Geschichte der Menschheit. Endlich verstand man, dass nicht Dämonen oder die Abkehr vom Glauben aus Menschen Monster macht, sondern andere Faktoren. Narzisstische oder psychopathische Persönlichkeiten fühlen und denken nicht wie der Rest von uns, sondern haben einen stark eingeschränkten oder praktisch nicht vorhandenen Sinn für Empathie. Ihnen macht es nichts aus, anderen Menschen jedes Maß an Leid zuzufügen. Es handelt sich um hintertriebene Charaktere, die ihr wahres Ich hinter einer gewöhnlichen oder auch charismatischen Fassade verbergen können. Und es sind längst nicht nur die kinoreifen Serienkiller, die ein Problem darstellen. Es sind die verrückten Militäroffiziere, korrupte Politiker, Hochstapler, Haustyrannen, Anlegerbetrüger, Pädophile, Wunderheiler, Sektenführer, Heiratsschwindler, Online-Kriminelle, Terroristen, Gotteskrieger und fanatische Revoluzzer.

Bis zu fünf Prozent jeder Bevölkerung sind dem narzisstischen und psychopathischen Spektrum zuzuordenen, ganz egal welche Hautfarbe oder welcher Glaube. Die Wissenschaft zeigt uns, dass das Böse nicht an einer “Rasse” oder einer Religion verankert liegt oder an eine bestimmte Ideologie gebunden ist. Dummerweise ist das Grundwissen über diese psychischen Störungen in der Bevölkerung kaum verbreitet. Die Menschen haben keinen meist blassen Schimmer, denken dass andere Menschen wohl so ähnlich sind wie sie selbst und können nicht rechtzeitig und zuverlässig eine gefährliche Person einschätzen.

Dies führt dazu, dass wir die falschen Leute in Ämter wählen, die falschen Leute mit unserem Geldbeutel zu Popstars machen, den falschen Predigern hinterherlaufen, mit den falschen Leuten Geschäfte machen oder die falschen Leute heiraten. Aus diesem Grund schützen uns der Kapitalismus, die Demokratie, andere politische Systeme oder der Glaube nicht vor dem Bösen.

Die Psychologen sehen es oft überhaupt nicht gerne, wenn “Laien” versuchen zu “diagnostizieren”. Aber wir müssen jeden Tag uns selbst und andere einschätzen, damit wir nicht zu Opfern werden. Wir haben nicht den Luxus, Patienten in einer sicheren Umgebung monatelang oder jahrelang durchleuchten zu können.

Joe Navarro hat mit „Die Psychopathen unter uns“ keinen weiteren oberflächlichen Schock-Schmöker über Serienkiller geschrieben, sondern gibt dem Leser einen Crashkurs samt detaillierter Checkliste, um selbst andere Leute einzuschätzen. Er verfügt über eine langjährige Karriere bei der Polizei sowie der US-Bundespolizei FBI, hat fachspezifische Ausbildungen in Verhaltensanalyse und berät auch Geheimdienste. Es kann jahrelanges Elend und horrende Kosten verursachen, auch nur einen ernsthaft gestörten Menschen in sein Leben zu lassen. Navarro gibt dem Leser also das Handwerkszeug, um gar nicht erst in einem Schlamassel zu landen. Für den Fall dass man bereits in der Einflusssphäre eines Irren steckt, gibt er Tipps wie man Abstand hält und professionelle Hilfe dazuholt. Denn Leute mit einer ernsthafte Störung werden sich nie bessern, egal was sie versprechen und welche Hoffnungen sie machen. Es gibt mit ihnen kein erträgliches Auskommen und keine noch so großen Mühen können etwas daran ändern.

Ein weiterer gängiger Mangel der Psychopathologie ist die Vernachlässigung der sozialwissenschaftlichen Dimension des Problems. Narzissten und Psychopathen sind nämlich kein beliebiges Phänomen an den Randbereichen der Gesellschaft, sondern haben einen unersättlichen Drang zu Erfolg und kein Gewissen. Es ist schön und gut, an einzelnen Menschen mit Störungen in einer geschlossenen Anstalt herumzuforschen, aber es muss viel mehr getan werden um zu verstehen, wie Gruppen jeder Größe und ganze Gesellschaften einer narzisstischen, psychopathischen Dynamik unterworfen sind.

Die Sozialwissenschaften bedienen sich zwar ein wenig bei der Psychologie und machen damit Analysen über Wahlverhalten oder Stimmungen in der Bevölkerung, scheitern aber im Endeffekt dabei, das Phänomen des Bösen zu analysieren und Lösungsansätze zu bieten.

Ein polnischer Psychologe namens Andrzej Lobaczewski verfasste während der Sowjetzeit heimlich ein revolutionäres Buch, dass tatsächlich die Psychologie mit Elementen der Sozialwissenschaft und der Neurologie verband. Er nannte den neu geschaffenen Wissenschaftszweig über das Böse die “Politische Ponerologie” und es ist eines der wichtigsten Werke die jemals geschrieben wurden. Hier erfährt man, wie psychisch gesündere Populationen systematisch von krankhaften Individuen unterwandert und unter Kontrolle gebracht werden. Die normalen Bevölkerungsteile werden solange getreten, bis sie sich der neuen Dynamik fügen und komplementäre Störungen entwickeln. Einige Menschen wollen zunehmend die harte Hand und einen Führer, der behauptet immer Recht zu haben und eine gottähnliche Rolle einnimmt. Werden die Faktoren gefördert, die eine unterwürfige Haltung auslösen, stabilisiert sich die Unterdrückung. Eine geschundene Bevölkerung bringt auch einen gewissen Prozentsatz neuer Narzissten und Psychopathen hervor, die dann Arbeit findet bei Polizei, Militär, Geheimdiensten, der Partei oder der Verwaltung.

Hintertriebene Herrscher verstehen es sehr gut, ihre Bevölkerungen wie eine Klaviatur zu spielen. Auch normale Menschen sind – notwendigerweise – zu Gewalt fähig, wenn es um Selbstverteidigung geht. Deshalb braucht es ständig Bedrohungen von außen oder von innen, um die Hemmschwelle der Bevölkerung zu senken.

Aber auch kleinere Gruppen sind von diesen Dynamiken betroffen. Es gibt unzählige Fälle, in denen fleißige Gruppenmitglieder oder clevere Führungsfiguren ausgebootet werden durch bösartige, heimtückische Blender und Betrüger. Das kann eine Firma sein, ein Verein oder jede andere beliebige Art von Gruppe. Sobald eine toxische Persönlichkeit durch Charisma, Schmeicheleien und Betrug in eine Position der Kontrolle kommt, beginnen sie Säuberungsaktionen. Jeder Kritiker muss sich unterwerfen oder gehen. Oft verzichten normale Menschen auf viel Geld, weil sie es nicht ertragen wollen, für einen Psychpathen oder Narzissten zu arbeiten. Sie sind meistens völlig überrascht über das Maß an Berechnung und Bösartigkeit, dass bei den Betrügern vorhanden war. Sind die Fähigen erst einmal gegangen, erlebt die Gruppe ihren Niedergang, es sei denn sie kann im ausreichenden Umfang durch krumme Methoden punkten.

Was die Psychologie auch gerne vermeidet ist die Beschäftigung mit dem physischen Objekt, um das sich eigentlich alles dreht: Das Gehirn. Viele psychischen Störungen lassen sich sehr wohl messen, beispielsweise mit Scans auf denen dann zu sehen ist, dass keine Aktivität vorhanden ist wo eigentlich die Empathie aufleuchten soll. Die Neurologie spielt also auch eine wichtige Rolle bei dem Verständnis über das Böse, es muss noch viel auf dem Feld erarbeitet werden und die Neurologie muss enger mit der Psychologie und den Sozialwissenschaften kooperieren. Warum sollen Gesellschaften 18-jährige Mörder zum Tode verurteilen, wenn die Täter von vorneherein emotional und moralisch behindert waren? Gleichzeitig zeigt die Wissenschaft, dass nur die Drohung harter strafrechtlicher Konsequenzen viele narzisstische Schläfer in der Gesellschaft davon abhält, andere zu Opfern zu machen. Fällt die staatliche Ordnung aus, sehen sie die Gelegenheit, sich endlich richtig auszuleben. Es ist für einen normalen Menschen schwer, sich in den Geist eines Narzissten hineinzuversetzen, der sich wünscht einmal jemand Hilflosen zu ermorden oder „so richtig fertig zu machen“, einfach nur um den Thrill zu erleben.

Wir müssen einen systematischen Umgang finden mit den Psychopathen und Narzissten in der Gesellschaft, sie dürfen zum Beispiel unter keinen Umständen politische Ämter ausüben. Dies ist keine Diskriminierung, sondern gesunder Menschenverstand und wissenschaftlich begründbare Logik. Jeder Mensch da draußen sollte aus Eigenschutz in seinem alltäglichen Leben versuchen, gefährliche Individuen frühzeitig zu erkennen. Es müssen effektive Wege ausgearbeitet werden, um zu verhindern dass neue Psychopathen und Narzissten entstehen. Eine Gesellschaft, in der gefährliche Menschen keine besondere Macht besitzen die über die normalen Rechte und Freiheiten hinaus geht, wird nicht durchdrehen und anfangen, Narzissten und Psychopathen in Konzentrationslager zu stecken. Ganz im Gegenteil, das Strafrechtssystem wird bereits heute humaner und fairer, indem die physischen und psychischen Voraussetzungen in Betracht gezogen werden.

Oft sind es Narzissten, die angesichts solcher Überlegungen Zeter und Mordio schreien. Sie beschweren sich lauthals, dass ja Menschen stigmatisiert und am Ende doch bestimmt in Vernichtungslager gesteckt würden. Dieses Gezeter ist typisch für die narzisstische Verlogenheit und Projektion. Es waren nämlich Narzissten und Psychopathen gewesen, die im 20. Jahrhundert und zuvor primär die Genozide bestimmten. Es sind Narzissten und Psychopathen, die alle normalen Menschen stigmatisieren und als minderwertigen Müll betrachten.

Die Sozialwissenschaften müssen zusammen mit den Rechtswissenschaften und den anderen zuvor genannten Wissenschaften ausarbeiten, wie man das Problem handhabt, ohne dabei den Rechtsstaat und die Humanität aufzugeben. Außerdem ist die Aufgabe nicht nur eine, die die Wissenschaftler zu leisten hätten. Ganz im Gegenteil. Jeder von uns steht in der Verantwortung. Später in diesem Buch erfahren sie, welche Sofortmaßnahmen sie ergreifen können, sowie welche mittel- und langfristigen Strategien sich verfolgen lassen.

Zum Verständnis über das Böse gehören noch andere wissenschaftliche Zweige dazu, wie etwa die Entwicklungsphysiologie von Kindern. Man hat längst nachgewiesen dass Vernachlässigung, Missbrauch oder Isolation von Kindern ab der Geburt an zu Störungen der Hirnentwicklung führt. In Deutschland und den USA war es lange Zeit üblich, Neugeborene eine ganze Weile von der Mutter zu trennen und in Gemeinschaftszimmern schreien zu lassen. Inzwischen kam man zur Vernunft und ermutigt eine enge Mutterbindung, weil erforscht wurde, dass vor dem neunten Lebensmonat die sogenannte „Objektpermanenz“ noch nicht entwickelt ist. Das bedeutet, das Baby begreift vorher nicht, dass Mama auch dann noch existiert, wenn sie gerade nicht da ist.

Außerdem muss die Geschichtsforschung endlich im großen Umfang die anderen Wissenschaften miteinbeziehen. Was nützen uns oberflächliche Beschreibungen von Orten, Jahreszahlen und Figuren, wenn wir nicht verstehen, WARUM auf eine bestimmte Weise gehandelt wurde und wie stark die jeweilige Gruppe oder Gesellschaft von einer narzisstischen Dynamik beeinflusst war? Wie sollen wir aus der Geschichte lernen und die in der Vergangenheit begangenen Fehler zukünftig vermeiden, wenn nicht die Ursachen des bösen Verhaltens vermittelt werden? Viele glauben heutzutage, sie müssten sich hauptsächlich auf Neonazis konzentrieren und jene in Schach halten, den Nationalstaat an sich bekämpfen. Als würde das Böse nicht unzählige verschiedene Fassaden wählen und als würden supranationale Megastaaten oder gar Weltregierungen nicht genauso viel Risiko oder sogar mehr Risiko bergen als ein nationalstaatliches Imperium.

Wer meint, auf einer einzigen Ebene das Böse verstehen oder bekämpfen zu können, der hat schon verloren. Wer meint, mit veralteten und falschen Ideologien oder Glaubensdoktrinen der Welt den Teufel austreiben zu können, der verschlimmert das Problem.

Um die Übel der Welt zu beheben, werden uns als Lösung die nächsten Wahlen, mehr Gesetze, oder ein dominanterer Glauben oder ein weiteres sozialistisches Experiment vorgeschlagen. Angeboten werden auch eine Rückbesinnung auf monarchistische Systeme, ein islamisches Kalifat, eine Totalprivatisierung ohne jede Staatlichkeit oder die esoterische New-Age-Theokratie.

Auch wird immer wieder behauptet, der Mensch an sich sei das Urböse und die Unmoral ließe sich dadurch beseitigen, indem man den Mensch beseitigt. Mama Natur sei ja viel netter als wir, so propagieren fanatische Ökos und essen ihre Soja-Briketts aus CO2-neutralem Anbau. Was kommt als nächstes? Fünf Zwangsabtreibungen in China für jedes verkaufte Auto?

Untersucht man die großen populären Lehren darauf, wie sie das Böse, die Ursachen und Lösungsansätze definieren, dann entdecken wir haarsträubenden Unsinn. Gerade am allerwichtigsten Punkt sind die großen Lehren am allerschwächsten.

AlexBenesch
AlexBenesch
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