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November, 27

„Kiew wird beben.“ Russland schwört Rache für Dugin-Anschlag

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Nach dem Attentat auf Alexander Dugins Tochter, das vielleicht primär auf ihn abgezielt hat haben könnte, reagieren russische Politiker und Medien mit Entsetzen und fordern dramatische Vergeltung.

Auf seiner Website verbreitet Tsargrad TV Aussagen der Chefredakteurin des staatlichen russischen Senders RT, Margarita Simonyan: „Kiew wird beben.“

Jeder Geheimdienstler oder Militäroffizier mit Erfahrung in Aufstandsbekämpfung und Spionageabwehr kennt die grundlegende Logik einer Terror-Strategie. Der Anschlag lässt die russische Führung schwach aussehen; unfähig ihre Günstlinge umfassend zu schützen, was sowieso unbezahlbar wäre. Jeder Günstling fragt sich, ob er als nächstes dran sein könnte. Und dann scheinen auch die Angehörigen nun fair game, die teils im Ausland wohnen, studieren und arbeiten, wo sie noch verwundbarer sind. Der Druck wächst intern, Putin abzusägen und eine neue Führung einzusetzen.

Zudem rief Margarita Simonyan dazu auf, Verwaltungs- und Zivilgebäude in der Ukraine anzugreifen. Eine Überreaktion des russischen Staates, sowohl extern in der Ukraine, oder intern mit einer Hexenjagd nach vermeintlichen Terroristen, wäre ein erhebliches Risiko, was eine weitere Komponente der Terrorstrategie ist.

In einer Erklärung behauptete der russische Geheimdienst F.S.B., dass eine ukrainische Frau mit der Durchführung des Bombenanschlags beauftragt worden sei. Die Frau war angeblich am Samstag vor dem Bombenanschlag auf demselben nationalistischen Festival, an dem auch Frau Dugina und ihr Vater teilnahmen. Dann sei diese mysteriöse Frau nach Estland gereist.

Ein hochrangiger russischer Politiker, Vladimir Dzhabarov, sagte am Montag, wenn Estland die Frau nicht ausliefern würde, von der der FSB sagte, dass sie den Angriff ausgeführt habe, gäbe es „alle Gründe für die Russische Föderation, harte Maßnahmen gegen den estnischen Staat zu ergreifen“.

Russlands Inlandsgeheimdienst FSB berichtet ständig von Festnahmen mutmaßlicher Terroristen, die im ukrainischen Auftrag Anschläge geplant haben sollen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak gibt sich unschuldig und sagte, dass Russland einen Vorwand brauche für eine Mobilmachung für den Krieg gegen die Ukraine. Soll heißen, Russland plane Anschläge unter falscher Flagge als Rechtfertigung.

Yahoo News veröffentlichte im März einen ausführlichen Artikel über die Terroranschläge 1999 in Russland, die Wladimir Putin von einer blassen Figur zum neuen Polit-Star machten. Ähnlich wie in den USA nach dem 11. September 2001 begann ein „Krieg gegen den islamischen Terror“ inklusive Terrorfürst in Propagandavideos mit Tarnjacke und Kalaschnikow-Gewehr.

In Buynaksk, an der Grenze zur abtrünnigen Republik Tschetschenien, detonierte am 4. September 1999 eine Autobombe. 64 Menschen starben. Fünf Tage später wurde im Keller eines Wohnhauses im Moskauer Arbeiterviertel Pechatniki eine Bombe gezündet, bei der 106 Menschen ums Leben kamen. Vier Tage später zündete in einem anderen Moskauer Viertel eine Autobombe und 119 Menschen starben. Dann noch eine Bombe in Wolgodonsk.

Es bestehe „kein ernsthafter Zweifel, dass Putin durch einen Terrorakt gegen sein eigenes Volk an die Macht gekommen ist“, sagt David Satter, der die Wohnungsbombenanschläge vielleicht gründlicher recherchiert hat als jeder andere westliche Journalist.

In Rjasan, in der Nähe von Moskau sahen Anwohner eine verdächtige Lada-Limousine, deren Nummernschild grob manipuliert war. Die hinzugerufenen Lokalpolizisten fanden im Keller eine Bombe aus RDX-Granulat, ein Sprengstoff den das Militär verwendet.

Drei Beamte des FSB-Geheimdienstes wurden festgenommen, worauf der FSB-Chef und Putin-Verbündete Nikolai Patruschew die Erklärung nachschob, es habe sich um eine Übung gehandelt mit Säcken voll Zucker. Ausführliche staatliche Ermittlungen fanden nicht statt, sondern eine bunte Mischung aus Personen nahm sich dem Fall an. Russische Ermittler und Journalisten, die versuchten, die Bombenanschläge zu untersuchen, starben auffällig häufig. Unter ihnen war Anna Politkowskaja, die für Nowaja Gaseta arbeitete.

Querverbindung

Alexander Litwinenko, der rebellische russische FSB-Geheimdienstoffizier der 2006 in London mit radioaktivem Material ermordet wurde, bezeichnete den berüchtigten al-Zawahiri als „Moskaus Mann in al-Qa’eda“. In einem Interview nach den Anschlägen vom 7. Juli 2005 in London behauptete er, dass der zukünftige al-Qa’eda-Chef sich 1998 in einem FSB-Ausbildungszentrum in Dagestan im Nordkaukasus befunden hätte.

„Dort absolvierte er eine sechsmonatige Spezialausbildung. Dann wurde er nach Afghanistan geschickt, wo er noch nie zuvor gewesen war. Unmittelbar danach drang er unter Aufsicht seiner FSB-Bosse in das Gefolge von Bin Laden ein und wurde bald sein Stellvertreter in al-Qa’eda…. Ich sah die Offiziere aus dem FSB-Direktorium für Dagestan, die kurz zuvor al-Zawahiri ausgebildet hatten, die nach Moskau versetzt wurden und Beförderungen erhielten.“

Später musste Russland zumindest zugeben, dass man al-Zawahiri rund ein halbes Jahr lang in FSB-Gefangenschaft hatte und ihn dann gehen ließ, weil man seine echte Identität nicht erkannt habe. So naiv wird der FSB aber nicht gewesen sein, weil man eindeutige Daten von Zawahiri und dessen zwei Begleitern ausgewertet hatte:

„Nach der Freilassung besuchte Zawahiri zehn Tage lang heimlich Islamisten in Dagestan, was vermutlich der ursprüngliche Zweck seiner Reise in die Region gewesen war. Kurz darauf machte er sich auf den Weg nach Afghanistan, um sein schicksalhaftes Bündnis mit Bin Laden zu schließen, das Mitte Februar 1998 mit der Ankündigung einer neuen Partnerschaft zwischen den Männern und ihren Organisationen in einer Global Islamic Front for Jihad gegen Juden und Kreuzritter gefestigt wurde. So wurde al-Qa’ida offiziell geboren und der Weg zum 11. September festgelegt.“

Zawahiri war bereits 1996 einer der meistgesuchten Terroristen der Welt, nachdem er 1981 eine führende Rolle bei der Ermordung von Präsident Anwar Sadat gespielt hatte; die Rolle des radikalen Arztes Zawahiri im anschließenden öffentlichen Prozess wurde in vielen Ländern im Fernsehen übertragen.

Die russischen Geheimdienste hatten bereits im Kalten Krieg Verbindungen zur PLO, einschließlich Waffenlieferungen und Ausbildungen, während palästinensische Gruppen wie die PFLP-GC praktisch wie Unterabteilungen des KGB waren.

Der FSB-Überläufer Alexander Litwinenko sprach von weiteren Verbindungen des FSB zu al-Kaida, wurde aber prompt von russischen Agenten ermordet mit radioaktiven Polonium. Shamil Basayev, der langjährige Emir der Mudschahidin in Tschetschenien, war in den 90er Jahren ein Agent des russischen Geheimdienstes GRU.

Rund zehn Jahre nach 9/11 veröffentlichte TIME Magazine den Artikel „Wie der Krieg gegen den Terrorismus Russland einen Gefallen getan hat„. Darin wird äußerst kritisch Bilanz darüber gezogen, wie Putin vor dem Hintergrund der 9/11-Anschläge den Tschetschenienkrieg rechtfertigte und immer stärker behauptete, dass die tschetschenischen Terroristen erhebliche Verbindungen zu al Kaida hätten; dass quasi die USA und Russland einen singulären gemeinsamen Feind bekämpfen würden.

„Es gab jedoch kaum Beweise dafür, dass die tschetschenischen Rebellen Teil eines globalen islamistischen Terrornetzwerks waren, wie Putin und seine Regierung wiederholt behaupteten. Der Führer der Separatisten war damals Aslan Maskhadov, ein ehemaliger Oberst der Roten Armee, der dem Kommunismus näher war als dem Islamismus, und es gab keinen Beweis dafür, dass er viel Hilfe aus dem Ausland erhielt.“

Russland konnte nicht nur die abtrünnige Region Tschetschenien wieder einfangen, sondern auch das Militär testen, Offiziere ausbilden und üben für künftige, größere Operationen. 

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