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Karl Marx war ein Amateur, Informant & Zersetzer in der kommunistischen Bewegung

PolitikKarl Marx war ein Amateur, Informant & Zersetzer in der kommunistischen Bewegung

Karl Marx ist für Linke des 20. und 21. Jahrhunderts so etwas wie der Prophet Mohammed und seine großen Werke sind quasi der Kommunisten-Koran. Zu Lebzeiten war er aber ein eher unbedeutender Theoretiker, der 34 Jahre vor der russischen Oktoberrevolution verstarb.

Ein Blinder konnte damals erkennen, dass nach zig Jahrhunderten der offenen Adelsherrschaft und der Leibeigenschaft die Arbeiter des frühen Industriekapitalismus rücksichtslos ausgebeutet wurden. Es war keine geistige Meisterleistung, zu beklagen, dass Industriebosse und Banker eine Oberschicht formten und ihre Vorteile gnadenlos ausspielten. Zu fordern, dass man zum Wohle der Allgemeinheit jeden bedeutenden Privatbesitz verbieten solle, ist ein simpler Gedanke und nicht mehr. Viele sozialistische Autoren in verschiedenen Ländern hatten dazu geschrieben, ohne die vielfältigen Gefahren und komplexen Faktoren der Umsetzung dieses Gedankens vorab angemessen zu analysieren. Wie verhindert man, dass niederträchtige, psychopathische Figuren die neue sozialistische Ordnung dominieren, die neue ausbeuterische Oberschicht formen und ganz gewöhnliche imperiale Techniken anwenden? Das Zielpublikum der kommunistischen Aufrührer war wenig gebildet und hätte sich nicht unbedingt vom Hocker reißen lassen mit nüchternen, komplexen Analysen zu Nutzen und Risiko. Wie sollten die Mitläufer und Aktivisten prüfen, ob ihre kommunistischen Führungsfiguren Psychopathen und maligne Narzissten waren?

Und dann war da noch das große Problem, dass bereits seit den Tagen des Frühsozialismus die adeligen Imperien Eurasiens ihre Geheimpolizeien auf die Sozialisten hetzten, um jene Kreise zu infiltrieren. Diese Nachrichtendienste waren damals zwar nicht in dem Maße behördenmäßig wie im 20. Jahrhundert, aber insgesamt funktionierte Spionage damals genauso. Viele einflussreiche Sozialisten wurden sogar zeitlebens enttarnt als Informanten der Behörden wie etwa Malinowski, die rechte Hand Lenins. Der CIA-Agent Edward Smith, der in der Sowjetunion gedient hatte, lieferte eine professionelle Einschätzung dazu, dass Stalin vor der Revolution für den Zarengeheimdienst gearbeitet haben musste.

Karl Marx heiratete in einen einflussreichen Clan ein, der verbunden war mit dem preußischen Innenministerium und den höheren Kreisen Britanniens. Er zog von einer sozialistischen Zeitung zur nächsten und sorgte zuverlässig für Streit. Er wechselte ab zwischen einer Radikalisierung seines Publikums und dem (endlosen) Warten auf die große Revolution; je nachdem was sich gerade nachteiliger auswirkte auf die Menschen.

Es ist typisch, dass Menschen auf einer politisch-philosophischen Schwurbel-Ebene bleiben und dort ihre Wortgefechte austragen wollen. Es wird vermieden, die psychologischen und nachrichtendienstlichen Ebenen zu untersuchen; wenn es den eigenen Interessen und dem eigenen Lager schadet.

Binsenweisheiten und Geschwurbel

Der Großteil von Marx‘ Werken war so simpel gestrickt, dass es schon irrelevante Binsenweisheiten waren, die in künstlich komplizierter Sprache zu Papier gebracht wurden. Jeder konnte überall sehen, wie Arbeiter ausgebeutet wurden und welch unfaire Vorteile jemand ausnutzen konnte, der größerer Besitz hatte. In der Arbeitswelt galt die Mentalität „Take it or leave it“, also mach den Job für einen schlechten Lohn, oder wir suchen uns jemand anderen. Jeder kann das ganz einfach nachvollziehen.

Marx gab aber vor, die Mechanismen der kapitalistischen Ausbeutung besonders gut zu verstehen. Das war dann seine Arbeitswerttheorie. Marx hatte aber nichts besonderes beizutragen, also bluffte er und schwurbelte über einen „abstrakten“ Arbeitsbegriff, der so schwammig umrissen war, dass er einfach daherreden konnte, ohne echte Antworten zu liefern. In welcher Beziehung zueinander steht konkrete Arbeit (Tischler, Bauarbeiter usw.) zu dem Kunstbegriff „abstrakte Arbeit“? Das eine sei die Vergegenständlichung des anderen. Beziehungsweise „Verausgabung der menschlichen Arbeitskraft“. Um sich noch weiter gegen Kritik abzusichern, wirft er noch weitere Begriffe dazwischen wie Wert, Substanz, Arbeitsprodukt und phantasmagorische Form. Das lässt sich beliebig erweitern um Begriffe wie „Wertgegenständlichkeit“.

Es bestand kein Anspruch darauf, dass diese wirren Berechnungsmethoden Allgemeingültigkeit besitzen und eine funktionierende sozialistische Wirtschaft damit ermöglicht werden kann. Im Sozialismus müsste man sich laut Marx nicht einmal mit seiner eigenen Arbeitswerttheorie herumschlagen, weil sich da alles irgendwie in Wohlgefallen auflösen würde. Schon Jahrzehnte vor Marx verwies der Amerikaner Clinton Roosevelt einfach auf „Experten“ die entscheiden sollen, was produziert wird und welchen Wert das hat.

Aber eine funktionierende sozialistische Wirtschaft ist auch nur ein theoretisches Fantasiekonstrukt.

Geht man professionell an die Frage heran, wie herstellender Arbeiter und Käufer eines Produktes über den Tisch gezogen werden, dann muss man sehr weit ausholen: Die jeweilige Branche kann stark abhängig sein von einflussreichen militärisch-imperialistischen Kräften, wie beispielsweise Erdöl. Das organsierte Verbrechen kann das Verhältnis von Angebot und Nachfrage manipulieren und somit die Preise beeinflussen. Geheimdienste können ganze Netzwerke aus Tarnfirmen schaffen. Bei der British East India Company war der adelige Einfluss noch deutlich sichtbar, aber bei vielen anderen Konzernen wurden die Hintergründe ziemlich gut verschleiert. Mit internationalen Subventionen und einem Berg unverständlicher Legislatur kann man Preise und Löhne manipulieren. Anstatt aber tiefschürfende Analysen zu bieten, eierte Marx nur herum. Man kann spekulieren, ob ihm für eine richtige Analyse die Kompetenz fehlte, oder es ihm zu gefährlich gewesen wäre oder ob er den heimlichen Auftrag hatte, den Hochadel abzuschirmen. Im frühen Kapitalismus gab es für das gehobene Bürgertum mehr Freiheit zum Experimentieren. Der Hochadel brauchte natürlich nicht jede neue Firma mit geheimdienstlichen Methoden fernsteuern. Es bestand immer die Möglichkeit, aufstrebende interessante Firmen später wegzukaufen, an den Rand zu drängen oder gar in den Ruin zu treiben. Für den Hochadel wäre es eine naheliegende Taktik gewesen, die sozialistischen Strömungen schrittweise aufzubauen als eine Art „Bremspedal“ für das bürgerlich-kapitalistische „Gaspedal“.

Widersprüche in seinem Gerede werden bis heute mit dem Zauberwort „dialektisch“ beiseite gewischt oder man benutzt sie, um immer irgendwie vortäuschen zu können, recht zu haben. Der Kritiker sei einfach nicht schlau genug, um die geniale Dialektik zu begreifen. Da Marx längst tot ist, kann er auch keine peinlichen Interviews mehr geben, keine Angehörigen enthüllen in den Nachrichten peinliche Details seines Privatlebens, keine Investigativreporter können ihm nachstellen. Er ist physisch so weit weg von uns heute, dass er vor Kritik abgeschirmt werden kann. Er ist eine weltweit bekannte Marke, ein Branding.

Seine destruktive Psyche

Die wohl wertvollste und ausführlichste Studie zu Marx‘ Persönlichkeitsstruktur ist „Karl Marx – Eine Psychographie“ von dem Schweizer Politologen Arnold Künzli aus dem Jahr 1966. Die Beschreibungen und Einschätzungen auf rund 800 Seiten lassen sich hervorragend abgleichen mit den modernen Erkenntnissen zur Psychologie und es findet sich eine Menge an Hinweisen auf mögliche Persönlichkeitsstörungen wie Narzissmus und Psychopathie bei Marx. Wir erkennen recht schnell, dass Marx kein brauchbares Verständnis vom Bösen vermittelte, sondern einfachste, ideologische Dogmen predigte. Künzli hält fest:

„Marx wußte nichts, oder wollte nichts wissen von der von aller Besitzgier unabhängigen Macht gewisser menschlicher Affekte, Emotionen, Triebe.“

Die Grundthese von Marx‘ Lebenswerk war, „daß der Mensch wesentlich nur durch das Privateigentum schlecht geworden sei“ und dass das Verbot von Privateigentum den Menschen völlig verändern würde. Was der Lehre diente, war somit „gut“ und was der Heilslehre zuwiderlief war somit böse. Es ist eine gnadenlose Überschätzung der sozialistischen Lehre, damit das menschliche Böse diagnostizieren und therapieren zu wollen. Zu Marx‘ Lebzeiten gab es noch keine moderne Psychopathologie und dementsprechend ist seine Vorstellung komplett obsolet. Eine Korrelation zwischen großem Besitz und großem Bösen ist noch lange keine kausale Verbindung, und schon gar keine ausführliche, detaillierte.

Karls Vater Heinrich war Jurist und extrem unterwürfig gegenüber dem preußischen Staat, träumte aber schwärmerisch von Veränderung. Vor die Wahl gestellt, seinen Beruf aufzugeben oder vom Judentum zum Christentum zu konvertieren, wählte er die zweite Option. Die Mutter wird als freudlose, ängstliche Frau beschrieben, die konstant am Jammern darüber war, dass sie entfremdet von ihrer ursprünglichen Familie und Heimat leben musste. Sie beherrschte deutsch in Schrift und Sprache nur schlecht, obwohl sie wie ihr Mann aus einer langen Linie höher gebildeter Juden stammte. Wie sehr Karl in der Schule wegen seiner jüdischen Abstammung auf Ablehnung durch seine hauptsächlich katholischen Klassenkameraden stieß, ist unbekannt. Wir wissen, dass er selbst Juden entweder als machtlose Versager oder als ausbeuterische Wucherer verunglimpfte. Etwas Anerkennung erhielt er nur für Streiche und Schmähschriften, die ihm aber keine richtigen Freundschaften einbrachten. Er hielt sich für besonders und zu Höherem berufen, auserwählt von Gott um Vollkommenheit anzustreben und die unzureichende Menschheit ins Glück zu führen. Solche Fantasien sind Zuflucht und eine psychische Krücke, um den Alltag zu bewältigen und die Ablehnung durch die Mitmenschen zu kompensieren. In dem Alter mit narzisstischen Gedankenmustern und Fantasien zu experimentieren, gilt noch als normal in einem gewissen Rahmen, aber er ließ diese Art zu denken nie hinter sich. Zeit seines Lebens blieb er im Geiste ein narzisstischer Teenager.

Der Vater hielt bei Karl den Egoismus bzw. die Egozentrik für „vorherrschend“, also über das normale Maß hinaus ausgeprägt. Als Karl noch die Schule besuchte, schmeichelte er seinen Eltern in schnulzigen Texten, aber als er zum Studium auszog, ignorierte er sie während seines Studiums in auffälligem Maße. Niemand erwartet von einem Studenten zehn Briefe im Monat, aber von Karl kam trotz bitterer Klagen der Eltern monatelang kein einziger Brief, und dann nur unlesbares Gekritzel. Sogar als sich in der Gegend, wo seine Eltern lebten, gefährliche Krankheiten verbreiteten, zeigte er kein Interesse. Wenn er hingegen Geld brauchte, meldete er sich prompt und ausführlich. Sein Verhalten erklärte er schon früh mit philosophischem Geschwafel; seine Lieblingstechnik, die er für den Rest seines Lebens benutzte. Er beanspruchte prinzipiell, recht zu haben und gerechtfertigt zu handeln, lieferte dafür aber nur unverständliche Erklärungen und wer dieses Geschwafel nicht verstand, den betrachtete er als zu unfähig. Der als sanft und nachgiebig bekannte Vater fällte ein vernichtendes Urteil:

 „Ich will und muß Dir sagen, daß Du Deinen Eltern vielen Verdruß gemacht, und wenig oder keine Freude.“

Karl schrieb nicht einmal seinem todkranken Bruder Eduard und den übereinstimmenden Beschreibungen zufolge behandelte er seine Geschwister wie ein Tyrann. Für einen kranken Bruder, der kein Geld zum verschenken hatte, interessierte sich Karl schlicht nicht. Die Kombination aus Egozentrik und gleichzeitigen Desinteresse für die Bedürfnisse anderer Menschen ist eine der Kern-Attribute des Narzissmus. Es wurde von christlichen Autoren viel kommentiert zu den Beschreibungen des Vaters über das Wirken eines „Dämons“ in Karl, ohne diese Phrasen angemessen in einen psychologischen Kontext zu rücken. Ein Polizeispitzel sprach unabhängig davon auch von einem „dämonischen Gesicht“.

Im Studium zeigte Karl bereits seine komplette Unfähigkeit, ökonomisch zu agieren und verplemperte mehr Geld, als viele Berufstätige im Jahr verdienten. Immerzu war er pleite und bettelte bei seinen Eltern um mehr Geld, obwohl er sich doch als Auserwählten betrachtete, der dem Pöbel beibringen konnte, wie man vollkommen wird, zum Glück gelangt und ökonomische Freiheit erlangt. Er war nicht einmal fähig, grundlegende menschliche Beziehungen zu pflegen. Die vermeintliche Lichtgestalt des Kommunismus konnte überhaupt nicht haushalten und beutete andere Menschen aus. Karl wusste, dass der Vater zu weich und die Mutter generell zu schwach war, um größeren Widerstand zu leisten. Irgendwann war der Geldhahn aber dann doch zu. Der Vater beschrieb bei Karl „kränkelnde Empfindlichkeit“ und „heftige Aufbrausungen“, obwohl der Sohnemann doch eigentlich ein relativ entspanntes Leben hätte führen können als Gebildeter aus einem bürgerlichen Haushalt. Hin und wieder kam ein höchst schleimiger Brief von Karl mit kitschigen, künstlichen Liebesbekundungen, die so übertrieben formuliert sind, dass sie eher wirken wie Satire und beißender Sarkasmus. Im real existierenden Sozialismus hatten sich später Autoren hinreißen lassen, Lobhudeleien auf die kommunistische Partei in ähnlichem Ton zu schreiben als versteckte Kritik und Häme. Bereits im frühen Alter entstanden schon die ersten gesundheitlichen Probleme, die schrittweise eskalierten während dem Rest seines Lebens. Für ihn war das schlicht Pech, während andere seine ungesunde Lebensweise und seine mangelnde Hygiene bemerkten. Immer waren für Karl Marx andere Leute und irgendwelche äußeren Umstände schuld an seiner Misere, für die er jede Verantwortung abstritt. In diesem Maße erfüllt das Verhalten ein weiteres Kriterium des Narzissmus. Über seinen Vater lernte er den Baron Ludwig von Westphalen kennen, der Macht und Ansehen besaß, und Verbindungen aufwies zur Oberschicht Großbritanniens und Schottlands. Der Baron war ganz anders als der duckmäuserische Vater von Karl und ihm widmete Karl später auch seine Doktorarbeit. Man muss vermuten, dass Ludwig dem jungen Karl auf den langen gemeinsamen Spaziergängen deutlich mehr vermittelt hat, als nur Shakespeare und andere harmlose Gedanken. Die Familie von Westphalen hatte tiefe Verbindungen zu den Nachrichtendiensten und Geheimgesellschaften, die immer gut informiert sein wollten über revolutionäre Gruppen und ideologische Netzwerke. Karl Marx konnte bei dieser Agenda nützlich sein und wäre leicht zu motivieren gewesen, denn Geheimgesellschaften und Geheimdienste versprechen Exklusivität, große Umwälzungen, Zerstörungswerk, Rache, Vergöttlichung und Vervollkommnung. Hier bot sich nicht mehr nur der individuelle Narzissmus, sondern ein besonderer Gruppen-Narzissmus, an dem nur Auserwählte teilhaben durften.

Das Studium der Philosophie setzte ihm mental und physisch arg zu, denn es brachte ihm keinerlei Anerkennung ein und Gelegenheit, besonders zu sein. Nach dem recht frühen Tod seines Vaters fiel der stabilisierende Faktor in der Familie weg und es brach der offene Streit mit seiner Mutter aus. Anscheinend sah er nun keinen Grund mehr, sie als „Engelsmutter“ und „große herrliche Frau“ zu verherrlichen, sondern nannte sie nur noch „die Alte“. Ein deutlicher Grund für diesen Wandel war, dass die Mutter als noch viel schwächer wahrgenommen wurde als der Vater, weswegen Karl sich nicht mehr die Mühe machen musste, aufwändig zu schmeicheln. Die Mutter hielt Karl überhaupt nicht zu Höherem berufen, betrachtete Karls Fantasien über sich selbst als Luftblasen und forderte ihn beständig dazu auf, sich mit dem promovieren zu beeilen und einen bezahlten Beruf auszuüben.

Er ließ sich aber jede Menge Zeit mit seiner Promotion und forderte von zuhause immer mehr Geld. Es handelte sich bei ihm um den klischeehaften „ewigen Studenten“, der lieber Unnützes liest, fachsimpelt und in den Tag hineinlebt, als sich seiner Kernaufgabe zu widmen. Für seine Promotion wählte er den denkbar einfachsten Weg, den er finden konnte und bemühte sich im Anschluss nicht um eine angemessene Anstellung. Er heiratete Jenny von Westphalen, die Tochter des Barons, und lebte erst einmal auf ihre Kosten. Ein Herr Ruge, bei dem er sich kurzzeitig in einer Art Wohngemeinschaft einquartiert hatte, erklärte:

„Er liest sehr viel, er arbeitet mit ungemeiner Intensivität, aber er vollendet nichts, er bricht überall ab und stürzt sich immer wieder von Neuem in ein endloses Büchermeer.“

Für den Rest seiner Karriere und seines Privatlebens blieb Marx chronisch unzuverlässig. Sein Anspruchsdenken und seine Ansichten zu Gerechtigkeit waren völlig verzerrt, womit ein weiteres Merkmal des Narzissmus erfüllt ist. Er sprach immerzu von „seinem“ Vermögen, das die gemeine Mutter ihm aus ungerechtfertigten Gründen vorenthalte. Trotz tausender Francs und Taler, die er seiner Mutter und anderen Verwandten abschwatzen konnte, war er wütend, fühlte sich betrogen und vom Pech verfolgt. Er erpresste sogar seine eigene Mutter mit der Drohung, Wechselgeschäfte in ihrem Namen abzuschließen, bei Nichtzahlung nach Preußen zu verschwinden und sich notfalls einsperren zu lassen. Im Dezember 1864 schrieb er an seinen Mitstreiter Engels: 

„Vor zwei Stunden erhielt ich ein Telegramm mit der Nachricht vom Tod meiner Mutter.  Das Schicksal wollte ein Familienmitglied von uns holen. Ich stand schon mit einem Fuß im Grabe.  Unter diesen Umständen werde ich mehr gebraucht als die alte Frau. Ich muß nach Trier wegen ihrer Erbschaft.“

Ein zerrüttetes, gestörtes Verhältnis zur Mutter ist ein typischer Risikofaktor für eine Bandbreite an psychischen Störungen. Das Verhalten, dass er seinen Eltern gegenüber praktizierte, zeigte er auch gegenüber vielen anderen Menschen, die er nur so lange als Genossen betrachtete, wie sie ihm Geld und Aufmerksamkeit gaben. Wir haben es also mit einer tief verwurzelten Charaktereigenschaft zu tun.

Immer wieder kam er durch Betteleien zu größeren Summen Geld und es gelang ihm auch, trotz seines geringen Alters und seiner mäßigen Fähigkeiten gut bezahlte Auftragsarbeiten an Land zu ziehen. Man hätte von den Summen jeweils (!) jahrelang gut leben können auf bürgerlichem Niveau, aber Marx warf das Geld zum Fenster hinaus oder finanzierte damit revolutionäre Aktivitäten. Oftmals wusste er selbst gar nicht, wo all sein Geld hinfloss. Hätte er nur die grundlegendste Vernunft und Organisation an den Tag gelegt, wäre ihm ein bequemer Lebensstandard mit vergleichsweise wenig Arbeit möglich gewesen. Aber stattdessen jammerte er ausführlich und in dramatischen Worten über seine ständige Geldknappheit, wobei er nie persönliche Verantwortung übernahm, sondern von Pech redete und eine Art Märtyrer-Legende zimmerte vom aufopferungsvollen Weltrevoluzzer, der sich voll und ganz seiner Berufung verschrieben hat. Da seine Frau immer mehr Kinder in die Welt setzte und die Familie ständig umzog, wurde die Geldnot schnell lebensgefährlich. Jenny war total ausgebrannt, denn mehrere ihrer Kinder waren verstorben an Krankheiten, die man durch Nährstoffe und medizinische Versorgung in den Griff bekommen hätte. Es war teils nicht einmal mehr Geld für einen Sarg übrig. Die Kinder froren, waren oft krank, sie selbst litt Schmerzen und musste regelmäßig mitansehen, wie Pfänder in ihre Wohnung kamen, um Sachen mitzunehmen. Marx zeigte zwar einen gewissen, momentanen Hauch von Mitgefühl, sah sich aber trotzdem nicht gezwungen, endlich für gesicherte berufliche und finanzielle Verhältnisse zu sorgen. Seine Fans betonen, wie er regelmäßig große Zuneigung zu seinen und fremden Kindern gezeigt habe, wobei dies sein krasses Versagen in keiner Weise aufwiegt und evtl. nur ein Ventil für ihn war und er im Spiel mit den Kindern Zuneigung einstreichen konnte.

Der Aufwand für seine Bettelei, seine Manöver und Intrigen, um neues Geld von Verwandten und Bekannten zu beschaffen, war relativ hoch und überstieg wohl den Aufwand, den ein verlässlicher Beruf mit sich gebracht hätte. Wochenlange Reisen und unzählige Gänge zum Pfandhaus verhinderten nicht das Elend der Familie. Selbst ein etwas besser gestellter Handwerker lebte besser. Immer wieder fand er zwischendurch die Zeit, um Unwichtiges zu seinem Vergnügen zu lesen, jede Menge Tratsch auszutauschen und Intrigen gegen andere Kommunisten zu schmieden. An beruflichen Gelegenheiten mangelte es nicht: Die sehr große amerikanische Zeitung New York Daily Tribune bezahlte ihn für zwei Artikel pro Woche 100 britische Pfund pro Jahr, also ein Viertel bis ein Drittel seines grundlegenden Lebensunterhalts. Er ließ aus angeblichem Zeitmangel diese Artikel von seinem Bekannten Friedrich Engels schreiben. Für unbedeutende Lästereien und überflüssige Streitigkeiten wie mit einem „Herrn Vogt“ hatte er gleichzeitig die Muße, hunderte Seiten zu schreiben. Er lernte auch überflüssigerweise eine Fremdsprache nach der anderen. Es handelte sich dabei um Ersatzhandlungen, mit denen er die eigentliche Aufgabe vermeiden, und seine Fantasievorstellungen am Leben erhalten konnte. Seine Frau Jenny musste Korrespondenzen und andere Sekretärinnen-Aufgaben erledigen.

Die Vorstellung eines geregelten „Brotberufs“ war unter seiner Würde, mochte es seiner Familie auch noch so schlecht gehen. Seine sozialistischen Bekannten arbeiteten alle und hatten solche Probleme nicht. Ein grundlegendes Maß an Sparsamkeit, Organisation und kapitalistischer Arbeitsmoral hätte gereicht, um die Familie Marx gedeihen zu lassen. Karl pflegte teils monatelang Faulheit, dann arbeitete er wieder eine Weile lang wie ein Besessener. Der Experte für die narzisstische Persönlichkeitsstörung Sam Vaknin schreibt über genau diese Dynamik von Faulheit und Strebsamkeit.

Sein Lotterleben hielt an, bis Engels ihm viele Jahre später jedes Jahr eine Art Rente auszahlte. Für seine großen Werke ließ er sich viele Jahre Zeit, kupferte dabei schamlos von anderen Autoren ab und nutzte bewusst widersprüchliches und unverständliches Kauderwelsch, um eine sogenannte „Arbeitswerttheorie“ zu entwerfen. „Das Kapital“ sowie „Das kommunistische Manifest“ galten von vorneherein als unvollendet, wurden aber dennoch zu den Bibeltexten der kommunistischen Bewegung. In seinem Beruf benahm er sich wie ein Diktator, intrigierte gegen Kollegen und denunzierte jeden Abweichler als Sektierer und Verräter. Ein Polizeispitzelbericht über ihn hält fest:

„Auf seine Autorität als Parteichef ist Marx eifersüchtig, gegen seine politischen Rivalen und Gegner ist er rachgierig und unerbittlich; er ruht nicht, bis er sie zugrunde gerichtet hat; seine vorherrschende Eigenschaft ist eine grenzenlose Ambition und Herrschsucht.“

Er war unfähig, über sich selbst zu lachen, hatte aber großen Spaß an Lästereien und niederträchtigen Beleidigungen gegen andere. Verlor er im Schach, bekam er einen Wutanfall. Auffällig sind auch seine ausgiebigen Klagen über seinen desolaten Gesundheitszustand, ohne dass er dies jemals als Warnzeichen begriff, um etwas an seinem Alkoholismus, seinem starken Rauchen und seinem unregelmäßigen Schlaf grundlegend zu ändern. Er beschrieb sich immerzu als mit einem Bein im Grab, ganz ähnlich wie Adolf Hitler immer besessen war von der Idee, bald sterben zu müssen. Wie Hitler drückte sich Marx um den Wehrdienst mit ärztlichen Bescheinigungen. Zwei seiner Töchter und ein Schwiegersohn begingen Selbstmord, mehrere seiner Kinder starben an Mangelerscheinungen und Krankheiten und er hatte zudem noch ein uneheliches Kind mit einem Dienstmädchen, das er an Friedrich Engels abschob. Die drei Töchter hatten ein durchweg kühles Verhältnis zur ausgebrannten Mutter und waren im Bann ihres Vaters gestanden. Das geistige Fundament des Sozialismus basiert auf einem Mann, der in menschlicher Hinsicht komplett gescheitert war. Die ausgebrannte, zerrüttete Frau Jenny starb letztendlich an Darmkrebs. Hinter jedem Tyrannen stecke ein Geldjude, meinte der jüdisch-stämmige Marx. Das Judentum sei eine Sekte von gierigen Wucherern. Jedes Klischee wurde herangezogen, wobei es fraglich ist, ob er je ein Buch über das Judentum gelesen hat.

Der berühmte Kommunist Bakunin nannte Marx „extrem stolz, bis hin zu Gemeinheit und Wahn.“ In seinen Gedichten aus Studientagen stellte Marx sich vor, eine Art Rachegott zu sein, der im Himmel thront. Sehr düstere und schwammige okkulte Anspielungen und Kampfansagen an alle Götter werden ihm von seinen Fans meistens ausgelegt als Protest gegen die Großkirchen der damaligen Zeit, sind aber wohl eher ein Fenster in seine Innenwelt.

Marx trat sogar für die Sklaverei in Nordamerika ein als Fundament der Zivilisation und hetzte gegen die „Nigger“. Der Sklavenhandel war in Wirklichkeit natürlich ein Fundament des britischen Kolonialreichs bzw. der angloamerikanischen Supermacht gewesen. Hätte Marx die Ära der kommunistischen Revolutionen in Russland und China noch miterlebt und die Arbeitersklaven in den Lagern gesehen, wäre er dann auch begeistert gewesen von dem „zivilisatorischen“ Fortschritt dort? Eines der gruseligsten Zitate von Marx dreht sich um Folter und gibt uns einen weiteren starken Hinweis auf mangelnde Empathie:

„Allein die Folter hat zu den genialsten mechanischen Erfindungen geführt und vielen ehrbaren Handwerkern bei der Herstellung der entsprechenden Geräte Arbeit gegeben.“

Der Revoluzzer Giuseppe Mazzini schrieb:

„Er hat einen zerstörerischen Geist besessen. Sein Herz war mit Haß und nicht mit Liebe zur Menschheit erfüllt.“

Immer wieder knüpfte Marx neue Kontakte, trat neuen revolutionären Gruppen bei und sorgte dann für Streit und Zersetzung. Marx und Engels zeigten beide in privaten Briefwechseln typische Warnzeichen hochgefährlicher Menschen. Inzwischen liegen uns bisher unveröffentlichte Briefwechsel der beiden vor, die unter dem Titel „Marx und Engels intim“ erschienen sind. Zuvor gab es zwar auch schon bekannte Briefe mit heiklen Inhalten, aber nun haben wir ein vollständigeres Bild. Der schriftliche Nachlass der beiden befand sich lange Zeit im Besitz vom Ostblock und die Sowjets töteten sogar ihren eigenen Historiker Rjasanow von Moskauer Marx-Engels-Instituts, um die peinliche Wahrheit unter Verschluss zu halten. Die beiden hassten fast alles und jeden, hielten die Arbeiterklasse für dumm, waren rassistisch, hatten Ideen von ethnischen Säuberungen und terrorisierten ihre eigenen Familienmitglieder, um Geld aus jenen herauszupressen. In den Briefen der beiden chronisch in Geldnöten befindlichen Schmarotzer ging es auffällig häufig darum, wann endlich wieder ein Verwandter wie die eigene Mutter stirbt, um zu erben, und mit welchen Intrigen und Manövern man aus den lebenden Verwandten noch mehr herausholen konnte. Engels stammte aus einer wohlhabenden Unternehmerfamilie, war aber ebenfalls ständig klamm und hielt es keine 14 Tage in der Fabrik der Familie aus. Gegen seinen Vater heckte er Intrigen aus, um ihn in Ärger zu verwickeln und um dann abkassieren zu können, wobei die Details dieser Intrigen so heikel (und wahrscheinlich kriminell) waren, dass er sie Marx nur persönlich und nicht in Schriftform erzählen wollte.

Marx und Engels hassten die Dänen, die Schweizer, die Inder, die Franzosen, Muslime und die Russen. Weil sie vom populären Sozialistenführer Ferdinand Lasalle nichts abgreifen konnten, nannten sie ihn einen jüdischen Nigger und man verglich Juden mit Flöhen, obwohl Marx‘ zwei Großväter Rabbiner gewesen waren. Deutschland sollte ihren Vorstellungen zufolge den Franzosen wieder Elsass und Lothringen abspenstig machen und den Slawen im Osten das Fürchten lehren. Die Bauernschaft sei die dümmste Menschenklasse und die Arbeiter kaum gut genug, um als Kanonenfutter zu taugen. Die Russen waren für sie Barbaren, die zu dumm für Wissenschaft wären und zerstört gehören.

Engels hielt es für einen „Fortschritt, wenn der nächste Weltkrieg ganze Völker vom Erdboden verschwinden lässt.“ In einem der Briefe bejammert Marx sich selbst, weil er in einer Kneipe nach einer Beleidigung einem Engländer mit dem Regenschirm ein Auge verletzt hatte und er deswegen Ärger bekommen könnte. Kritiker seiner Schriften wollte er schlagen, während er über alles und jeden hemmungslos lästerte. Ein Dichter, der regelmäßig Marx Geld spendete, stellte irgendwann seine Zahlungen ein und wurde dafür als Scheißkerl bezeichnet; außerdem weigerte er sich in einem Gerichtsprozess zugunsten von Marx auszusagen (Meineid?) und erhielt daraufhin die Drohung, dass belastende Briefe gegen ihn verwendet werden würden. Seine Lebensweise führte zu körperlichen und geistigen Verfall. Er starb und wurde posthum von der kommunistischen Bewegung zu einer Art Propheten und zu einem Genie verklärt. Ein Toter kann keine Fehler mehr machen und dient als übernatürliche Heldenfigur.  

Marx hat praktisch kein Warnzeichen ausgelassen für eine gefährliche, destruktive Persönlichkeitsstruktur. Man kann ihn nicht posthum aus der Distanz „diagnostizieren“ wie einen Patienten in einer psychiatrischen Therapieeinrichtung. Aber man kann sehr wohl eine gewisse Einschätzung treffen, so wie es Profiler des FBI oder Analysten von Geheimdiensten regelmäßig tun.

Umfeld von Okkultisten

Es ist nichts darüber bekannt, dass Karl Marx sich in Logenhäusern herumgetrieben hätte, Mitglied in bekannten Esoterikgruppen war oder in seiner Freizeit gar satanischen Ritualen frönte. Das heißt aber nicht, dass Marx mit Sicherheit kein Okkultist war und wir ihn als Atheisten festlegen können. In seinem Umfeld an sozialistischen Revoluzzern gab es so einige, die ein eindeutiges Profil als Okkultisten und Mitglieder von Geheimgesellschaften aufwiesen. Besonders christliche Autoren und Autoren aus der klassischen Verschwörungsliteratur stürzten sich auf Marx‘ Verdammung des Christentums und seine bizarren okkultistischen Gedichte. Seine jüdischen Vorfahren werden in diesem Zusammenhang oft erwähnt, in ihrer Bedeutung übertrieben und eingewoben in Theorien über die Weltverschwörung satanischer Juden, die heimlich christliche Nationen stürzen und dem Teufel in Ritualen huldigen. Manche von Marx‘ Kollegen und Gefährten hatten einen jüdischen Hintergrund, aber oftmals handelte es sich dabei eher um atheistische Personen.

Der bekannte rumänische Priester Richard Wurmbrand, der im kommunistischen Ostblock jahrelang inhaftiert gewesen war, schrieb die Bücher „Das andere Gesicht des Karl Marx“ sowie „Karl Marx und Satan – War Karl Marx ein Satanist?“ Diese Bücher stellen lediglich Anstöße zu einer näheren Betrachtung dar, aber natürlich noch längst keine abschließende Untersuchung. Rechtskonservative, Christen und Verschwörungsautoren zitieren heute noch gerne Wurmbrand, ohne jedoch eine weitergehende, professionellere Untersuchung vorgenommen zu haben. In seiner Schulzeit schrieb Marx noch wohlwollende Sätze über das Christentum, die sich allerdings eher anhörten, wie das sture Abspulen von Phrasen, die seine Lehrer hören wollten. Im Studium später wurden dann Verbitterung, Größenwahn, Zerstörungswille und Religionsfeindlichkeit zu den beherrschenden Themen einiger seiner Gedichte. In einem der Gedichte will Marx Luzifer ähnlich einen Thron im Himmel besteigen, Zerstörungswerk und Gewalt ausüben.

Im Laufe seiner Karriere traf er auf den Sozialisten Moses Hess und arbeitete mit jenem später an denselben Projekten. Hess war 1858 als Freimaurer in die Pariser Loge „Henri IV“ des Dachverbandes Grand Orient de France eingetreten und nannte ihn „Dr. Marx, mein Abgott, der der mittelalterlichen Religion und Politik den Todesstoß versetzen wird“. Ein weiterer Weggefährte von Marx war der Italiener Giuseppe Mazzini, Mitglied der Genueser Freimaurerloge der Carbonari, einem einflussreichen Geheimbund, der in Italien und auch in Frankreich aktiv war und zeitweise bis zu 600.000 Mitglieder hatte. Ein solcher Organisationsgrad ist nicht zu erreichen ohne absolute Profis im Hintergrund. Mazzini war zudem Altgroßmeister des Grande Oriente d’Italia und Großmeister des schottischen Ritus. Marx und Mazzini hatten Übereinstimmungen und unterschiedliche Ansichten über ideologische Fragen, während Marx‘ Mitstreiter Bakunin zeitweise Mazzinis Empfehlungsschreiben und Kontakte benutzte, ohne sich mit dessen nationalistischem Kurs richtig anfreunden zu können. Mazzini unterstützte sieben Jahre lang indirekt die Sozialistische Internationale, die auf Marx zurückging, distanzierte sich dann aber von den Sozialisten. Marx schrieb das „Kommunistische Manifest“ zum Teil als Antwort auf Mazzini. Die klassische Verschwörungsliteratur bezeichnet Mazzini oft ohne Quellenangabe als Mitglied des „Illuminatenordens“ und verbreitete die falsche Legende, er hätte in einem Briefwechsel mit dem einflussreichen amerikanischen Freimaurer Albert Pike drei kommende Weltkriege vorhergesagt. Die Legende basierte auf einer Lüge des Schwindlers Leo Taxil und wurde weitergesponnen von suspekten Verschwörungsautoren wie William Guy Carr (1895 – 1959), ein in England geborener kanadischer Marineoffizier und Geheimdienstler, der in beiden Weltkriegen für das britische Empire kämpfte. Mazzini koordinierte seine revolutionären Aktivitäten zeitweise von London aus, wo auch Marx tätig war. Mazzini kollaborierte mit Giuseppe Garibaldi, ein Freimaurer der den sogenannten Memphis-Misraïm-Ritus auf den Weg brachte zusammen mit dem britischen Okkultisten John Yarker, der auch mit den Okkultisten Theodor Reuß, Aleister Crowley und Helena Blavatsky zu tun hatte. Blavatsky zitierte in ihrem berüchtigten Buch „Isis Unveiled“ mehrmals aus Werken Yarkers. Der Memphis-Misraïm-Ritus geht auf altägyptische, kabbalistische, christliche, und hermetische Lehren zurück und gilt bei gewöhnlichen Freimaurern als irregulär. Es gibt Querverbindungen zur britischen Theosophie und zu Rudolf Steiners Anthroposophie. Noch heute sind politisch links verordnete Menschen oft gleichzeitig in irgendeiner Form Esoteriker. Es gibt aber auch Verbindungen zur politischen Rechten: Der Gründer der berüchtigten Thule-Gesellschaft, Adam Alfred Rudolf Glauer (alias Rudolf von Sebottendorf), wurde Mitglied im Memphis-Misraïm-Ritus bei einem Aufenthalt in der Türkei, wobei der anerkannte britische Historiker Nicholas Goodrick-Clarke vermutet, dass diese Loge in Bursa eine Tarnorganisation der illegalen Jungtürken-Bewegung war, die den Sultan stürzen wollte. Die Jungtürken waren wiederum das Projekt des britischen Imperiums, was Sebottendorf recht verdächtig aussehen lässt.

Eine weitere wichtige Figur beim Memphis-Misraïm-Ritus war Joseph Balsamo alias Cagliostro, der dem Großmeister des Ordens der „Knights of Malta“ Manuel Pinto de Fonseca nahestand. Die Organisation Knights of Malta (auch bekannt als Malteserorden und Johanniterorden) entstand ursprünglich nach der Eroberung Jerusalems durch das Heer des Ersten Kreuzzuges im Jahre 1099. 1831 schuf der Hochadel in Europa die Nachfolgeorganisation “Most Venerable Order of Saint John” und erhielt dafür den königlichen Segen der britischen Königin Victoria.

Karl Marx‘ Schwiegervater Ludwig von Westphalen war ein preußischer Adeliger mit Verbindungen zu einflussreichen Freimaurern und dem Illuminatenorden von Weißhaupt bzw. der Adelsfamilie Hessen-Kassel. Marx‘ lange Haare und sein Rauschebart erinnerten u.a. an den Stil von Bakunin und anderen wichtigen Kommunisten.

Bakunin, der Marx als krankhaft stolz beschrieben hatte, stammte aus einer alten russischen Adelsfamilie und äußerte noch deutlicher als Marx diverse Grundüberzeugungen des Okkultismus:

„Der Teufel ist der erste Freidenker und Heiland der Welt. Er befreit Adam und drückt ihm das Siegel der Menschlichkeit und Freiheit auf die Stirn, indem er ihn ungehorsam macht.“

Der christliche Gott gilt in diversen Strömungen des Okkultismus als eifersüchtiger Unterdrücker, der Adam und Eva dumm und in der Gefangenschaft des langweiligen Paradiesgartens halten wollte. Der Teufel in Gestalt der Schlange hingegen ermunterte Adam zur Sünde des Essens vom Baum der Erkenntnis, sodass Adam gottähnlicher und quasi erleuchtet werden konnte. Die üblichen Geheimgesellschaften streben nach „Licht“, also nach besonderen Erkenntnissen, die den Normalsterblichen nicht zugänglich sind und die dabei helfen sollen, neue Fähigkeiten zu erlangen. Bakunin erklärte weiter:

 „In dieser Revolution werden wir den Teufel im Volk erwecken müssen, um die Leidenschaften zu entfesseln. Unsere Mission besteht darin, zu zerstören und nicht zu erbauen.  Die Leidenschaft des Zerstörens ist eine kreative Leidenschaft.“

Weitere sozialistische Bekannte wie Heinrich Heine und Pierre-Joseph Proudhon dachten ganz ähnlich. Man muss dabei aufpassen, nicht auf gefälschte Zitate oder gestreute Mythen hereinzufallen. Dem hohen amerikanischen Freimaurer Albert Pike wurde nicht nur ein Briefwechsel mit dem italienischen Freimaurer Giuseppe Mazzini über drei kommende Weltkriege angedichtet, sondern auch diverse Aussagen zu „Luzifer“ dem Lichtbringer bzw. rebellischen Engel, der sich gegen Gott aufgelehnt haben soll. Unter anderem die Verschwörungsautorin Edith Starr Miller bediente sich bei einer Schwindel-Geschichte von Leo Taxil, laut der Albert Pike am 14. Juli 1889 einer Kongregation hoher Freimaurer die „luziferische Doktrin“ verkündet haben soll.

“…that you may repeat it to the Brethren of the 32nd, 31st and 30th degrees-The Masonic religion should be, by all of its initiates of the higher degrees, maintained in the purity of the Luciferian doctrine.”

Dieses Fake-Zitat findet man auf unzähligen Webseiten, in Büchern und Internet-Videos. Die Person Diana Vaughan, die von Pike ausgewählt worden sein soll, um eine Botschaft über die luziferische Doktrin zu überbringen, war eine Erfindung des Schwindlers Leo Taxil, und nicht etwa, wie von Taxil behauptet, eine Aussteigerin aus dem „Kult der Palladisten“. Eleanor, Marx‘ Lieblingstochter, heiratete Edward Aveling, der ein Okkultist gewesen sein soll. Richard Wurmbrand, der christliche Autor von zwei Büchern über den angeblichen Satanismus von Marx, erkannte, dass die marxistische bzw. kommunistische Ideologie im Ostblock des 20. Jahrhunderts aufgezogen wurde wie eine Religion:

„Der Marxismus ist eine neue Religion. Er verwendet die Heilige Schrift. Sein Hauptwerk, „Das Kapital“ von Marx, wird „die Bibel der Arbeiterklasse“ genannt. Marx selbst betrachtete sich als „Papst des Kommunismus“. Der Kommunismus hat den Anspruch der Unfehlbarkeit. Alle, die sich dem kommunistischen „Glaubensbekenntnis“ (Engels) widersetzen, werden exkommuniziert. Marx schrieb: „Bakunin sollte sich vorsehen. Sonst exkommunizieren wir ihn.“ Diejenigen, die im Dienste des Marxismus umgekommen sind, werden als „Märtyrer“ gefeiert. Der Marxismus hat seine Sakramente:  Die feierliche Aufnahme in die Kleinkinderorganisation „Kinder des Oktober“, die Eide, die bei der Aufnahme in die „Pioniere“ abgelegt werden, und später die höheren Weihen der Einführung in den Komsomol und in die Partei. Die Beichte wird ersetzt durch öffentliche Selbstkritik vor den versammelten Parteimitgliedern. Der Marxismus ist eine Kirche. Er hat alle Merkmale einer Kirche.“ 

Wurmbrand erwähnt die „Möglichkeit, daß kommunistische Bewegungen selbst Frontorganisationen für den okkultischen Satanismus sind.“ Ganz frühe französische Sozialisten waren bereits Esoteriker gewesen und versuchten es mit vegetarischen Kommunen als Keimzelle für das kommende Utopia.

Agenten und Karriere

Marx und sein Umfeld waren hochgradig suspekt. Nicht nur gab es Querverbindungen zu revolutionär eingestellten Freimaurerlogen und Gruppen wie dem Illuminatenorden von Weishaupt bzw. Hessen-Kassel, sondern die kommunistische Bewegung war immerzu vereinnahmt von der Paranoia, dass Mitglieder Spione sein könnten. Vor allem als später kommunistische Gruppen wie die Bolschewisten aktive Vorbereitungen trafen für die Oktoberrevolution, sahen wir den direkten Einfluss von Geheimdiensten der Zaren, des Deutschen Reichs und des angloamerikanischen Imperiums. 

Nicht nur dieser Hintergrund gebietet es, Marx auf mögliche geheimdienstliche Verbindungen zu untersuchen, sondern man sollte prinzipiell jede einflussreiche geschichtliche Figur dahingehend analysieren. Es gab bisher praktisch nur eine einzige ernsthafte, ausführliche Studie über Marx als möglichen Agenten. Abseits davon existieren nur ein paar interessante Artikel, halbgare Verschwörungstheorien und wenige zweifelhafte Anekdoten. Die Großmutter von Karl mütterlicherseits war Nanette Salomon (geb. Cohen) und der Großvater mütterlicherseits war Isaac Heijmans Presburg (ursprünglich aus Ungarn). 1785 heirateten die beiden. Nanette war wiederum die Tochter von Salomon Barent Cohen, Bruder des wohlhabenden Levy Barent Cohen, der ein Finanzier in England war. Durch seine Kinder war Levy Barent Cohen mit fast allen führenden jüdischen Familien in England verbunden. Hannah heiratete beispielsweise den Banken-Superstar Nathan Mayer Rothschild, Judith heiratete Moses Montefiore, Jessy heiratete Meyer Davidson (einen Agenten der Rothschilds) und die anderen Kinder heirateten in die Familien Goldsmid, Samuel und Lucas ein.

Diese entfernte Verbindung ist interessant, vor allem, weil die Rothschilds für Bismarck und Preußen Geld beschafften und sich Bismarck auf das Informationsnetzwerk der Rothschilds im Ausland verließ, anstatt einen eigenen großen Auslandsgeheimdienst aufzubauen. Zudem verwalteten die Rothschilds für die britische Krone hohe Geldsummen und spielten die Rolle der jüdischen neureichen Emporkömmlinge. Man darf nicht den Anfängerfehler begehen, den kleinen Bankenclan als Teil einer „jüdischen Weltverschwörung“ zu interpretieren. Vergessen wir nicht, dass der erste bedeutende Rothschild sich über Jahrzehnte hinweg langsam der Adelsfamilie Hessen-Kassel (eng verwandt mit dem britischen Thron) als eine Art elitärer Buchhalter andienen musste und Geld der britischen Krone zu den hunderte Kilometer entfernten Truppen transportierte. Im Laufe der Zeit wurden die Männer des winzig kleinen Rothschild-Clans zu Strohmännern des britischen Kolonialreichs und zogen mit riesigen Palästen die Aufmerksamkeit der gewöhnlichen Bürger auf sich und lenkten von dem Adel ab. Die mit den Briten konkurrierenden Königshäuser in Europa schöpften weniger Verdacht bei „jüdischen“ Geldströmen als bei britischen Geldströmen.

Aus der vom Freimaurer Jacob Venedey geleiteten Geheimorganisation „Bund der Geächteten“ entwickelte sich der „Bund der Gerechten“ und schließlich der „Bund der Kommunisten. Vorbild dieser Geheimorganisationen waren die italienischen Carbonari. Marx und Engels wurden beauftragt, das Manifest der Kommunistischen Partei zu schreiben und Marx ergänzte etwas später die darin enthaltenen Ideen zu dem kommunistischen Grundlagenwerk „Das Kapital“. Die Ideen aus Marx‘ Werken waren alles andere als neu. Beispielsweise hatte Clinton Roosevelt bereits 1841, also 25 Jahre früher, in “The Science of Government Founded on Natural Law” die wichtigsten Grundzüge der sozialistischen Ideologie niedergeschrieben und sogar eine Arbeitswerttheorie postuliert, laut der nicht Angebot und Nachfrage den Preis einer Ware festlegen sollen, sondern Experten anhand der Arbeitszeit, die in die Herstellung eingeflossen ist. Wo Roosevelt noch in klaren Worten und kurzen Sätzen schrieb, machte Marx aus den gleichen Ideen einen Berg an Geschwafel mit widersprüchlichen und unnötig komplizierten Schachtelsätzen; ein Stil den er sich bei Hegel abgeschaut hatte und den er in privaten Korrespondenzen nie benutzte. In Briefen an Engels sprach er in klaren Worten. In „Das Kapital“ redete er wie ein Professor mit Hirnschaden. 1849 hatten Clinton Roosevelt und Horace Greeley, der Besitzer der mächtigen Zeitung New York Tribune, Geld beschafft für den Bund der Kommunisten in London. Greeley gab Marx noch regelmäßige Aufträge für Artikel, die in der Zeitung erscheinen sollten. Es wurde immer wieder in der Verschwörungsliteratur behauptet, dass die Grundideen des Sozialismus von Adam Weishaupt erfunden oder zumindest ausformuliert worden sein sollen, dem Leiter des bayerischen Illuminatenordens. Diese Behauptung klingt spektakulär; vor allem wenn man sie kombiniert mit der Lüge, dass Weishaupt im Auftrag der Rothschilds bzw. der jüdischen Weltverschwörung gehandelt hätte. Die wenigsten Verschwörungsautoren haben jedoch die vielen Texte Weishaupts überhaupt gelesen. Er sprach in dramatischen Worten davon, die Menschen gleicher zu machen und zu befreien von der Kontrolle reicher Monarchen und Priester. Aber Weishaupt war nicht der Erfinder des modernen Sozialismus oder der Stichwortgeber für Marx. Sozialistische Ideen und Experimente gab es bereits in der weit zurückreichenden Vergangenheit in Griechenland, Persien oder im frühesten Islam. Der US-Gründervater Thomas Paine schrieb Ende der 1790er Jahre in „Agrarian Justice“ über eine Erbschaftssteuer auf Land, deren Einnahmen an die jungen Erwachsenen und die Armen umverteilt werden sollten. Dann gab es noch eine Reihe an frühen französischen Sozialisten, die Konzepte wie die Planwirtschaft ausformulierten. Knigge und Bode von dem bayerischen Illuminatenorden rekrutierten trotz Weishaupts Gefasel gegen die Monarchien eine Reihe an Adeligen aus einflussreichen Familien wie die Prinzen Karl von Hessen und Ferdinand von Braunschweig sowie die Herzöge Ernst von Sachsen-Gotha und Carl August von Sachsen-Weimar.

„Der Historiker Manfred Agethen stellt fest, dass die Illuminaten ihren Gegnern in einer dialektischen Verschränkung verbunden waren: Um das Individuum von der geistigen und geistlichen Herrschaft der Kirche zu emanzipieren, wurden jesuitische Methoden der Gewissenserforschung angewandt; um den Siegeszug der Aufklärung und der Vernunft zu befördern, gab man ein Hochgradsystem und ein mystisches Brimborium, das an den schwärmerischen Irrationalismus der Rosenkreuzer gemahnte; und um die Menschheit schließlich aus dem Despotismus der Fürsten und Könige zu befreien, unterwarf man die Mitglieder einer nachgerade totalitären Kontrolle und Psychotechnik.“

Der Bund der Kommunisten versuchte mit Aktionen und Publikationen, Einfluss auf revolutionäre Strömungen zu nehmen, darunter die Beteiligung an bürgerkriegsähnlichen Kämpfen in diversen gescheiterten Aufstandsversuchen. Auf dem europäischen Festland loderten überall Tumulte. In Großbritannien herrschte relative Ruhe. 1854 befreundete sich Marx mit David Urquhart (1805–1877), einem britischen Aristokraten, der Lord Palmerston für einen Spion der Russen hielt. In Urquharts Magazin “Free Press” behandelte Marx diese These in einer Artikelserie und kam dabei auf die Idee, dass der Krimkrieg wahrscheinlich die wahre Allianz zwischen Russland und Britannien verschleiern sollte. Viele britische Politiker seien Agenten des Zaren. Dass Marx den Russen misstraute und für Russland und Slawen hauptsächlich Verachtung übrighatte, stellte später ein Problem dar für die sowjetrussische Propaganda. Marx glaubte sogar, dass die Kartoffel-Hungersnot in Irland (1845-1852) absichtlich durch kapitalistische angloamerikanische Kreise verursacht worden sei, um eine Million Menschen umzubringen.

Abseits solcher Thesen denunzierte Marx kreuz und quer seine Gegner und Kritiker als Spitzel und Agenten. So stritt er sich ausführlich mit einem Herrn Vogt, der in einem anonymen Flugblatt als französischer Spion denunziert wurde. Vogt erhob gegen Marx den Vorwurf, jener würde von London aus deutsche Revolutionäre um Geld erpressen mit der Drohung, vertrauliche Informationen an die deutschen Behörden zu liefern. Marx versuchte in diesem Zusammenhang vergeblich, die National-Zeitung in Preußen zu verklagen und schrieb fast ein ganzes Jahr lang an einer Replik auf Vogt.

1850 besuchte ein preußischer Polizeispitzel Marx‘ Behausung in London und gab sich als deutscher Revolutionär aus. Eine Kopie des Spitzelberichts wurde auch den Briten ausgehändigt. Es hieß darin, dass Marx ein Alkoholiker sei, der sich selten wäscht und pflegt, dass er häufig mehrere Tage lang nichts arbeitet und dann wieder eine Phase lang Tag und Nacht am Schreiben ist. Ohne festen Tagesablauf schläft er bis abends auf dem Sofa und kümmert sich nicht, wer durch seine Wohnung läuft oder was seine kleinen Kinder treiben. Alle Möbel seien beschädigt und schmutzig, überall läge eine dicke Staubschicht, Tabakrauch weht herum und es herrscht heillose Unordnung.

Der Autor Richard Wurmbrand erwähnte einen fragwürdigen Bericht aus der rechtsradikalen deutschen Zeitung „Reichsruf“ vom 9. Januar 1960. Der Bericht soll davon handeln, dass der österreichische Kanzler Raabe dem damaligen Diktator von Russland, Nikita Chruschtschow, das Original eines Briefes von Karl Marx schenkte:

„Chruschtschow hatte keine Freude daran, denn der Brief war der Beweis, daß Marx ein bezahlter Informant der österreichischen Polizei war, der Revolutionäre aushorchte. Der Brief wurde zufällig in einem geheimen Archiv gefunden. Er enthielt Hinweise darauf, daß Marx, der Informant, während seines Exils in London über seine Genossen Berichte schrieb. Er erhielt für jede Information umgerechnet 40 DM. Seine Angaben bezogen sich auf die Revolutionäre im Exil in London, Paris und in der Schweiz.“

Hatte das rechtsradikale Blatt „Reichsruf“ tatsächlich über eine echte Entdeckung geschrieben, oder handelte es sich bloß um eine Erfindung? Die Frage ist schwierig zu klären. Dann kursiert im Internet noch der Aprilscherz, ein wichtiger britischer Geheimdienstler namens Thomas Pitt hätte Memos zusammengestellt, aus denen eindeutig hervorgehe, dass Marx ein britischer Agent gewesen sei, der die Deutschen gegen den Kapitalismus aufbringen sollte.

Wolfgang Waldner veröffentlichte eine ausführliche, aber linksideologisch gefärbte Studie in Buchform unter dem Titel „Der preußische Regierungsagent Karl Marx“, in der sehr viele Zitate zur Veranschaulichung enthalten sind. Die Kernthese lautet, dass Marx im Auftrag seiner adeligen, angeheirateten Verwandtschaft aus Preußen eine Führungsposition in der sozialistischen Bewegung übernahm, um Sozialisten auszuspionieren und um die Bewegung ideologisch in eine Richtung zu treiben, die den preußischen Adeligen nützlich war. Marx schien der geeignete Kandidat zu sein: Aggressiv-narzisstisch aber einnehmend falls nötig, gerissen aber nicht zu klug, ehrgeizig aber ohne wirklich ausdauernde Arbeitsmoral. Marx heiratete, dank der Verbindungen seines Vaters, Jenny von Westphalen. Ihre Familie bzw. ihre Vorfahren beinhalteten hohe Funktionäre aus Preußen, die beispielsweise das Innenministerium leiteten und damit zuständig waren für die Spionage gegen revolutionäre Gruppen. Philipp von Westphalen wurde 1751 Sekretär des preußischen Generalleutnants und Freimaurers Ferdinand von Braunschweig, dem Schwager vom preußischen König und Freimaurer Friedlich II.

Ferdinand war zudem Mitglied im Illuminatenorden, wo sich auch Personen tummelten wie der Landgraf Karl von Hessen-Kassel. Die Familie Hessen-Kassel war enorm eng verwandt mit dem britischen Thron, war aller Wahrscheinlichkeit nach zuständig für wichtige geheimdienstliche Aktivitäten und baute u.a. die Familie Rothschild im Laufe der Zeit auf. In Marx‘ Familie gab es eine Querverbindung zu den Rothschilds.

Ferdinand von Braunschweig hatte den Oberbefehl über die verbündeten Truppen von England, Hannover (der Ursprung der britischen Königs-Dynastie) und Preußen. Philipp von Westphalen übernahm ebenso eine wichtige militärische Funktion und der britische König George III. aus dem Haus Hannover verlieh ihm dafür einen hohen Titel. Philipp heiratete eine Adelige mit schottischen Vorfahren. Sein Sohn war Ludwig von Westphalen. Dessen Sohn Ferdinand Otto wiederum wurde preußischer Innenminister und war somit verantwortlich für die Spionage gegen revolutionäre Gruppen. Ludwigs Tochter Jenny heiratete schließlich Karl Marx. Ludwig arbeitete als hochbezahlter Justizangestellter in Trier.

Die Marx-freundlichen Historiker versuchen es so aussehen zu lassen, als hätte es Spannungen zwischen Jenny und ihrer Familie gegeben, auch wenn die Faktenlage eher normale Familienbeziehungen zeigt. Preußens Polizeibehörden nutzten ruppige Methoden und jede Menge Spitzel, um unbequeme Gruppen zu zersetzen, zu zerstören, zu verhaften und zu vertreiben. Notfalls fälschte man zu diesem Zweck auch Beweise und schleuste Provokateure in Gruppen ein. Da die Sozialisten aus Europa und Russland kreuz und quer miteinander kooperierten, traten sich dementsprechend auch verschiedene Geheimdienstler gegenseitig auf die Füße, ohne voneinander zu wissen. Noch komplizierter wurde die Situation, wenn ein Sozialist gleichzeitig für mehrere Geheimdienste bzw. Polizeibehörden aus verschiedenen Ländern spitzelte und mehrfach Geld für seine Informationen kassierte. Und natürlich konnte ein Sozialist sich in Täuschungsabsicht als Spitzel rekrutieren lassen und seinem Führungsoffizier nur kleine Fische ans Messer liefern und Desinformation füttern.

Karl Marx‘ Vater Heinrich konvertierte formhalber öffentlich vom Judentum zum Christentum, weil er wegen judenfeindlichen Gesetzen nur so weiter als Jurist arbeiten durfte. Heinrich war zwar deshalb bestimmt nicht froh, aber es löste in ihm auch keine revolutionäre Gesinnung und den Wunsch aus, die preußische Obrigkeit zu stürzen. Er war eine Art Verbindungsmann zwischen der preußischen Regierung und der jüdischen Community, was natürlich Raum lässt für Spekulationen, ob in die eine oder die andere Richtung mehr Informationen geflossen waren, als unbedingt notwendig gewesen wäre.

Ausgerechnet Ludwig von Westphalen hätte Marx die Ideen des Sozialismus von Saint Simon nahegelegt und Marx widmete Ludwig später seine Doktorarbeit. Hatte Ludwig wirklich den jungen Marx auf den Weg des Sozialismus gebracht? Meine Vermutung ist hingegen, dass er Marx als Spitzel anwarb und dabei die familiären Beziehungen spielen ließ. Am Gymnasium in Trier kannten sich bereits Marx und Edgar von Westphalen, der Bruder von Jenny, und es gibt Hinweise darauf, dass Schüler damals ihre Lehrer ausspitzelten und verdächtige linksrevolutionäre oder anderweitige Tendenzen meldeten. Marx studierte als nächstes lustlos und ziellos in Berlin und horchte nebenbei den oppositionellen Doktorclub aus. Er bearbeitete Bruno Bauer und spielte ihm Freundschaft vor, trieb ihn aber in die Isolation. Marx war ein Zersetzer; er infiltrierte Organisationen, sorgte dann für Streit, Chaos und rechtlich heikle Provokationen und kam irgendwie selbst immer mit heiler Haut davon. Dies mag seiner narzisstischen bis psychopathischen Persönlichkeit geschuldet sein, oder aber er tat dies gezielt im Auftrag der Westphalens und verdiente sich damit ein Zubrot. Für einen wirklich aufwändigen Universitätsabschluss fehlte es ihm an Geduld und Ausdauer, und so beschaffte er sich schnell einen Doktortitel der Philosophie in Jena, was damals recht einfach gewesen war. Ein Original dieser Arbeit ist nicht mehr aufzutreiben. Hatte ihm jemand den Tipp gegeben und ihm vielleicht noch vermittlerisch dabei geholfen? Bei der Rheinischen Zeitung wurde er zu einem inoffiziellen Redaktionsleiter, obwohl er bisher fast nichts veröffentlicht hatte, und kassierte stolze 600 Taler Jahresgehalt. Bekam er diesen Posten durch Hilfe seiner Verwandten? Marx nutzte seine Position für unnötige Attacken, obwohl der Sozialismus bis dato noch völlig theoretisch war und noch niemand wirklich sagen konnte, welche der Ideen tatsächlich funktionieren würde. Die Rheinische Zeitung war kontrollierte Pseudo-Opposition unter dem wachen Auge der preußischen Behörden und mit im Boot war auch Dagobert Oppenheim aus der berühmten Bankiersfamilie, der Querverbindungen zu Rothschild hatte und als Assessor in der preußischen Justiz arbeitete. Zusammen mit dem Bankhaus Mendelssohn aus Berlin war Oppenheim ab 1818 mit der Organisation der französischen Kriegsentschädigungen an Preußen beauftragt.

Die Zeitung wurde schließlich verboten und Marx machte sich auf zum wohlhabenden Arnold Ruge, der eine neue Zeitschrift plante. Marx hatte wieder seine spezielle Wirkung, die sich nur als Sabotage bezeichnen lässt, und kassierte dabei noch Spendengelder.

Es tauchten junge russische Adelige wie Michail Bakunin in Paris auf, die Interesse zeigten am Sozialismus, aber wahrscheinlich Agenten des zaristischen Geheimdienstes Ochrana waren. Sie stießen auf europäische Kommunistenkreise, die von europäischen Geheimdiensten unterwandert waren. Es war eine wahre Spitzel-Orgie.

Manche Genossen warfen Marx vor, dass er das ewige Warten auf die Revolution und die Erlösung predigte. Andere beschuldigten ihn, zur Unzeit Provokationen anzuschieben und sozialistische Gruppen damit in Schwierigkeiten zu bringen. 1845 ging er dann nach Brüssel und unterwanderte den „Bund der Handwerker“ von Wilhelm Weitling. Eigentlich hätte Marx genügend Geld für mehrere Jahre auf der Bank haben müssen, aber er war ungewöhnlich verschwenderisch und bettelte seine Freunde wie Engels um Geld an, der wiederum Kontakte knüpfte zu Robert Owen, ein britischer Unternehmer und Frühsozialist, der als der Begründer des Genossenschaftswesens gilt. Dessen Fabrik wurde zum Musterbetrieb, den auch Fürsten, Politiker, Zar Nikolaus I. sowie die österreichischen Prinzen Johann und Maximilian besuchten. Owen hielt sogar Vorträge im US-Kongress.

Marx schmeichelte sich immer wieder seinen Weg in eine neue Gruppe hinein und sorgte dann für unnötigen Streit und Spaltungen, wobei er seine Attacken gegen Genossen in demselben verquasten, größtenteils unverständlichen Schreibstil formulierte, den er für seine Traktate benutzte, anstatt in klaren Worten zu sagen, was ihm missfiel.

Mit seinen engen Vertrauten wie Moses Hess im Rücken unterwanderte er Weitlings Geheimbund “Bund der Geächteten“ und attackierte bald den zuvor hochgelobten Weitling. Selbst Proudhon wurde bekämpft. Marx und Engels übernahmen den „Bund der Gerechten“ und machten daraus den „Bund der Kommunisten“, aus dem schließlich die Sozialistische Internationale erwuchs. Dass ausgerechnet diese beiden zu den Propheten des Sozialismus wurden, ist äußerst bizarr, da es wesentlich kompetentere, diplomatischere, verständlichere und weniger dogmatische Genossen gab. Marx stellte sein Kommunistisches Manifest und „Das Kapital“ fertig.

Die Geldpolitik der Bank of England und die daraus resultierenden Krisen wurden von Marx und den Marxisten totgeschwiegen, weil sie selbst eine zentralistische Geldpolitik umsetzen wollten. Einerseits predigte Marx Kauderwelsch und das Abwarten auf die Weltrevolution, andererseits gab er Geld von seiner Mutter aus, um Waffen zu kaufen für revolutionäre Aktionen, die im Chaos endeten. Das heißt, er sabotierte auf der ideologischen und der praktischen Ebene gleichermaßen.

Im Kölner Arbeiterverein verschaffte Marx sich mit seinen üblichen Techniken die Kontrolle, machte auf radikal und dogmatisch und zersetzte die Organisation. Bei der Neuen Rheinischen Zeitung machte man ihn zum leitenden Redakteur und holte weitere Vertraute von ihm ins Boot. Das Blatt hatte suspekte Geldgeber.

In sehr unruhigen Zeiten polemisierten Marx und seine Leute gegen die Hohenzollern in Preußen. Trotz harscher Gesetze schürten Marx und Engels Radikalismus beim Publikum und trieben Leute in einen aussichtslosen Kampf hinein, worauf die preußischen Behörden dann den Vorwand hatten, um rigoros durchzugreifen. Revolutionsversuche wurden brutal niedergeschlagen, Marx lästerte hinterher noch über die Beteiligten des gescheiterten Aufstandsversuchs und Engels war erschreckend genau informiert über die Schlachten. Die Zeitung war natürlich am Ende.

Marx und Engels zogen von Großstadt zu Großstadt in Deutschland um mitzumischen; danach ging Marx, dem das Pflaster zu heiß geworden war, nach London und lebte dort in luxuriösen Behausungen, mit Dienstboten und Bällen. Seinen Lebensstil versuchte er mit jammernden Bettelbriefen und Spendenaufrufen zu finanzieren, sowie mit den ein oder anderen Autorenaufträgen. Mit ein wenig Sparsamkeit und Buchhaltung hätte er mit seiner Familie bequem leben können, aber ständig drückten ihn die Schulden. Ein weiteres Projekt war eine Hilfskasse für politische Flüchtlinge, die nach London strömten, die seltsamerweise erfolgreich war, während ähnliche Organisationen von anderen Betreibern erfolglos blieben. Wie ist das zu erklären? Als Spion hätte Marx theoretisch Informationen über die politischen Flüchtlinge abgreifen und einen Teil des Geldes veruntreuen können. Möglicherweise bekam Marx von seinem Führungsoffizier Zuschüsse.

Von London aus konnte Marx zuschauen, wie Mitglieder des „Bund der Kommunisten“, den er mit Engels infiltriert und gespalten hatte, nach und nach verhaftet und in Köln vor Gericht gebracht wurden.

Marx hatte eine ähnlich große Verachtung übrig für das russische Zarenreich wie der Politiker David Urquhart und die beiden theoretisierten in Urquharts Magazin „Free Press“ über russische Verschwörungen und russische Spionage. Der russische Geheimdienst infiltrierte nach und nach kommunistische Zirkel in- und außerhalb Russlands. Marx und Engels veröffentlichten Artikel gegen Russland in der seinerzeit einflussreichsten Zeitung der USA.

Marx holte sich die Kontrolle über die sogenannte „Erste Internationale“ und fuhr die Organisation zuverlässig gegen den Baum. Am 14. März 1883 starb er im Alter von 64 Jahren in London. Lenins Bruder hatte Texte von Marx übersetzt und war angeblich beteiligt an einem Attentatsplan auf den Zaren. Lenin selbst bezog sich auf Marx und erhob jenen zu einer quasi-heiligen Figur. Stalin kam 1893 in Kontakt mit marxistischen Zirkeln im Priesterseminar von Tiflis bzw. er wurde rekrutiert vom zaristischen Geheimdienst Ochrana.

Bismarck ließ die Sozialisten vordergründig bekämpfen und hintenrum kontrollieren. Wahrscheinlich lag es auch an dem geheimdienstlichen Einfluss Preußens, dass die deutsche Sozialdemokratie und die internationalen Sozialisten sich auf Marx‘ unverständliche Texte als heilige Schrift festlegten.

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