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Johann August von Starck und Leopold Alois Hoffmann

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Johann August von Starck war ein deutscher Schriftsteller, einflussreicher Freimaurer und Generalsuperintendent zu Königsberg in Preußen. Im Jahre 1811 wurde er vom Großherzog von Hessen in den Adelsstand erhoben. Man kann sich vorstellen, dass das Haus Hessen äußerst unglücklich gewesen wären, falls er es gewagt hätte, die Rolle von Welfen-Geheimdiensten im Hinblick auf die Französische Revolution kritisch zu untersuchen. Er studierte Theologie und Orientalistik an der Welfen-Universität Göttingen unter Johann David Michaelis, ein Fellow der adeligen, britischen Wissenschaftsvereinigung Royal Society. Ab 1763 war er Lehrer im russischen St. Petersburg. Das Zarenhaus Haus Schleswig-Holstein-Gottorf war eine Nebenlinie des Hochadel-Hauses Oldenburg. Der heutige britische Prinz William, Duke of Cambridge, gehört über seinen Vater und Großvater auch dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg an, der Nebenlinie des Hauses Oldenburg. In St. Petersburg lernte Starck einen Grafen kennen, der Generalleutnant der Kaiserlichen Russischen Armee war. Dessen Freimaurerloge schloss sich Starck an und später dann der Strikten Obeservanz Karl Gotthelfs von Hund. Zunächst veröffentlichte er in der Zeitschrift Eudämonia Artikel über Aufklärungs-Philosophen, Freimaurer und Illuminaten hinter der Französischen Revolution. Die Eudämonia war die wichtigste Publikation im deutschsprachigen Raum für die Verbreitung dieser Sichtweisen. Sein Partner bei der Eudämonia war Leopold Alois Hoffmann, der in Kontakt kam mit Wiener Freimaurer- und Illuminatenzirkeln. Im April 1783 wurde er in die Loge Zur Wohltätigkeit aufgenommen und im November 1783 deren Sekretär. 1786 wurde er Mitglied der Loge Zur neugekrönten Hoffnung. Später lehrte er in Budapest und arbeitete nebenher für Polizeikommissar Franz Gotthardi von der politischen Geheimpolizei als Spion, wobei vor allem die Überwachung und das Ausspionieren der Umtriebe der Freimaurer, Illuminaten und Jesuiten seine Aufgaben waren. In Wien setzte er seine Propaganda- und Spionagetätigkeit fort und genoss dabei hohes Ansehen bei dem Erzherzog Leopold II. von Österreich. Er wandelte sich öffentlich zu einem radikalen Kritiker der Französischen Revolution, beschuldigte die Logen und Strömungen der „Aufklärung“, die Revolution bewirkt zu haben und denunzierte seine ehemaligen freimaurerischen und aufklärerischen Freunde und Brüder als Sympathisanten der subversiven Aufklärer.

Die Habsburger wollten natürlich nicht dasselbe Schicksal erleiden wie die französische Monarchie und zu diesem Zweck sollte die Spionage irgendwelche Bedrohungen aus den verschiedenen Logen aufspüren. Die Frage ist allerdings, ob Hoffmann in erster Linie für die Welfen spionierte und die Habsburger infiltrierte. Schließlich folgte die Veröffentlichung von Starcks Buch „Triumph der Philosophie im achtzehnten Jahrhunderte“ (1803). Es orientierte sich im Wesentlichen an den kurz zuvor erschienenen Büchern von John Robison und Abbé Barruel und untersuchte nicht die Rolle der Welfengeheimdienste bei der Französischen Revolution.

Starck und Hoffmann hatten zwar tiefe Einblicke in das Logenwesen der damaligen Zeit und Hoffmann war in dem Milieu sogar als Spion unterwegs, aber es wäre dennoch höchst naiv, zu denken, dass sie in ihren veröffentlichten Texten objektive, professionelle Einschätzungen abgeliefert hätten über die Hintergründe der Französischen Revolution. Es kann durchaus sein, dass Hoffmann abseits von seinem öffentlichen Geschwätz in der Publikation Eudämonia den Habsburgern in seinen geheimdienstlichen Berichten über Welfen-Spionage berichtet hatte. Theoretisch bestünde dann aber die Gefahr, dass er als Doppelagent im Auftrag der Welfen Desinformation an die Habsburger übermittelte. Wenn er als Doppelagent immer wieder den ein oder anderen radikalen Aufklärer aus einer Loge an die Habsburger verraten oder zumindest denunziert hat, wirkte er immer glaubwürdiger und erfolgreicher und hätte dementsprechend Zugang zu immer wichtigeren Informationen erhalten und hätte immer mehr Gehör gefunden für Desinformation.

Vor ein paar Jahren veröffentlichte Claus Oberhauser das Buch „Die verschwörungstheoretische Trias: Barruel – Robison – Starck“, wo er darlegt, wie ähnlich die Arbeiten der drei Autoren waren, ohne jedoch zu untersuchen, ob es sich um eine orchestrierte Kampagne von Welfen-Geheimdiensten handelte. Alle drei hatten Beziehungen zum Welfen-Adel und zur „Royal Society“. Starck bearbeitete das deutsche Publikum, Robison das englischsprachige und Barruel das französische.

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