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Mittwoch, August 17, 2022

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Fake-Widerstand

StudieFake-Widerstand

Wie gelang es eigentlich, Rom zu Fall zu bringen?

Es wurden unzählige Erklärungsmuster vorgetragen, warum das (West-) Römische Reich untergegangen war und es gibt keine einheitliche Meinung der Forscher zu diesem wohl bedeutsamsten Ereignis der Antike. Die bestmögliche Antwort muss man sich aus Einzelteilen erschließen; insbesondere aus der meistens ignorierten geheimdienstlichen Ebene, die damals sehr wohl eine entscheidende Rolle spielte. Rom hatte bestimmte Schwächen, die von den angrenzenden Reichen in Erfahrung gebracht und clever ausgenutzt wurden. Das stehende römische Heer von mehreren hunderttausenden durchorganisierten Profi-Soldaten konnte in Schlachten oftmals sogar gegen eine dreifache Übermacht gewinnen, war aber enorm teuer und es gab keine Bürger-Miliz als einsatzfähige Reserve. In Rom durften nur die Soldaten Waffen tragen und kämpfen lernen, während die zerstrittenen, schlecht organisierten germanischen Stämme ihren Söhnen das Kämpfen von Anfang an beibrachten. Roms Außengrenzen waren viel zu lang und es fehlten die natürlichen Grenzen (Gebirge und Meer), mit denen sich Ost-Rom noch wesentlich länger halten konnte als West-Rom. Ab einem gewissen Organisationsgrad gelang es den Konkurrenten Roms, sich römische Territorien gewaltsam einzuverleiben und teilweise kam es auch zu Vertragslösungen und der Heranbildung eines immer fähigeren römisch-germanischen Adels. Je mehr Territorien Rom verlor, umso mehr brachen die Steuereinnahmen ein, mit denen das stehende Heer bezahlt werden musste. Darüber hinaus trat Rom als relativ geschlossenes Imperium auf und es fehlte in der römischen Oberschicht an ausreichend stabilen, einheitlichen familiären Netzwerken. Roms Gegner konnten eine Teile-und-Herrsche-Strategie einsetzen, um Teile von Rom abzuspalten. Das verbleibende Ost-Rom ging rund 1000 Jahre später auch noch unter, weil das muslimische Kalifat sich Experten eingekauft hatte über Sachgebiete wie den Schiffsbau für die Kriegsmarine. In der modernen Zeit gab es alle möglichen ideologisch gefärbten Erklärungsversuche für den Untergang Roms, die wiederum die Basis bildeten für das jeweilige ideologische Verständnis über Herrschafts- und Widerstandstechniken. Kommunisten erzählten, dass die Arbeiter und Bauern im römischen Faschismus einfach genug hatten und sich auflehnten. Roms dekadenter Elite ging das Geld aus und zudem hätten Völkerwanderungen Rom geschwächt. Dementsprechend versuchen linke Aktivisten heute noch in westlichen Ländern, Revolutionen herbeizuführen, indem man das Geld des Landes verprasst, massenhaft Migranten ins Land holt und die Arbeiterschaft aufhetzt. So richtig will das aber nicht funktionieren, weil das angloamerikanische Imperium des Welfen-Adels einiges gelernt hatte aus dem Untergang Roms und die Fehler Roms nicht wiederholte. Faschisten bedauern heute, dass Rom nicht faschistisch genug war, um bestehen zu können. Hätten die Römer sich ferngehalten von neumodischen Ideen, orientalischen Einflüssen und Migranten, hätten sie angeblich Bestand gehabt. Und so plädieren Rechte im Prinzip für mehr Faschismus als Lösung für alle Probleme, kommen aber damit nicht sonderlich weit. Der Welfen-Adel war clever genug, um zunächst über Jahrhunderte hinweg in kleinen Königreichen, Landgrafschaften und Fürstentümern feste, verlässliche Familienstrukturen mit geheimdienstlicher Komponente zu bilden, bevor man das britische Imperium übernahm. Anders als Rom hatte man ein geschlossenes Netzwerk. Geschickt verschleierte man die eigene Rolle hinter einem Wust aus gesteuerten Tarnorganisationen wie politische Parteien und Konzerne. Die Inszenierung der amerikanischen Unabhängigkeit und die gespielten Spannungen mit dem russischen Zarenthron waren brillante Schachzüge, mit denen man die wahre Größe und Struktur des Welfen-Imperiums verstecken konnte. Statt ein geschlossenes Bild zu präsentieren, wie es das alte Rom versucht hatte, täuschte man der Welt vor, es handle sich bei den USA, Britannien und Russland um drei separate, miteinander konkurrierende Reiche. Die restliche Welt fiel darauf herein und versuchte immer wieder erfolglos, diese drei Reiche gegeneinander auszuspielen. Die Erlaubnis von gewisser politischer Teilhabe und einer begrenzten unternehmerischen Freiheit machte es möglich, neue Talente aus der gewöhnlichen Bevölkerung zu finden und für sich nutzbar zu machen, insbesondere in der Industrie und Wissenschaft, was einen Boom an Produktivität, Innovation und Steuergeldern auslöste. Die Illusion der Freiheit bot gewaltige Vorteile gegenüber der klassischen tyrannischen Diktatur: Das Volk dachte, es sei selbst verantwortlich für die Politik und somit für die Probleme. Anstatt dass das Volk die tatsächlichen Herrscher hasste und bekämpfte, hassten und bekämpften sich Bevölkerungsgruppen gegenseitig innerhalb bestimmter festgelegter Grenzen mit bestimmten festgelegten Mitteln. Herrscher handeln auf wissenschaftlichem Niveau, um ihre Interessen durchzusetzen gegen die Beherrschten. Die Beherrschten wiederum agieren auf eine stümperhafte, unwissenschaftliche Weise und sind leicht zu infiltrieren durch Spionage. Dies macht es den Herrschern so einfach, Widerstandsgruppen unter Kontrolle zu halten und in bestimmte Bahnen zu lenken. Fast immer, wenn eine Widerstands- oder Revolutionsbewegung auf einem höheren Niveau agiert, steht dahinter irgendein professioneller Geheimdienst einer etablierten Herrschergruppe.

Wenn die Beherrschten erfolgreich ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen gegen die Interessen der Herrscher, müssen sie auch Techniken benutzen, die auf wissenschaftlichem Niveau erstellt wurden. Die gängigen Widerstandstechniken, die benutzt werden von politisch-ideologischen und auch religiösen Gruppen, sind aber so beschaffen, dass sie nicht wirklich funktionieren können. Sie haben den Effekt, die Bürger in Schwierigkeiten zu verwickeln, zu zerreiben und zu ermüden. Alle wichtigen ideologisch-politischen Gruppen sind im Wesentlichen unter Kontrolle der Obrigkeit, sowohl was das Schlüsselpersonal als auch die wesentlichen Ideen anbetrifft. Das goldene Maß scheint sich laut dem amerikanischen FBI und zig anderen Quellen auf 25% der wichtigen Mitglieder einer Gruppierung zu belaufen. Also 25% aller bedeutenden Neonazis sind “Assets”, Agenten oder V-Personen. 25% aller bedeutenden Kommunisten sind Assets. 25% aller Mitte-Vertreter. 25% aller bedeutenden Verschwörungstheoretiker. Wobei nicht nur die heimischen Geheimdienste die heimischen Gruppen infiltrieren und kontrollieren. Auch internationale Geheimdienste infiltrieren z.B. in Deutschland die verschiedenen Gruppen. Die verschiedenen Ideologien sind insgesamt so entworfen worden, dass sie nicht funktionieren können. Jede Ideologie hat interessante Teilaspekte, aber viel zu viele Fehler und Schwächen. Sozialismus funktioniert nicht, Nationalsozialismus auch nicht, das demokratische Mitte-Gedöns führt nicht zu den gewünschten Ergebnissen und auch das pure libertäre „Laissez Faire“ hat keinen Bestand. Die Verschwörungstheoretiker bedienen sich entweder bei den Nazis, Kommunisten oder der Mitte, wenn es darum geht, einen Gesellschaftsentwurf zu erstellen.

  • Jede Gruppe bietet dir fehlerhafte Ideen, wie man das Zusammenleben der Menschen organisieren soll.
  • Jede Gruppe hat ein grob fehlerhaftes, unwissenschaftliches Verständnis vom menschlichen Bösen.
  • Jede Gruppe predigt fehlerhafte Widerstandstechniken, um die eigenen Interessen gegen Herrscher durchzusetzen.
  • Jede Gruppe ist im Kern gruppennarzisstisch und psychopathisch und praktiziert klassisches Sektenverhalten. Das bedeutet, dass eine Reihe an Dogmen (Glaubensgrundsätze) aufgestellt werden und diese gelten dann als heilig, als unantastbar.

Diese Dogmen betreffen alles Mögliche. Auch die empfohlenen, dargebotenen Widerstandstechniken werden oft dogmatisch behandelt. Wobei sich Gruppen ständig intern darüber streiten, welche Widerstandstechniken man mit welchem Timing und in welchem Schärfegrad verwenden soll. Auch über generelle ideologische (Sub-)Dogmen wird intern viel gestritten, sodass es immer wieder zu Spaltungen kommt.

Drei Wege

Um Interessen durchzusetzen, hat man (vereinfacht dargestellt) drei verschiedene Wege:

  • Überredung anderer Menschen
  • Gewalt gegen Menschen
  • Geheimoperationen gegen Menschen

Dieses Spektrum gilt sowohl für Herrscher als auch für Beherrschte. Religion ist nicht unbedingt als ein separater, vierter Weg anzusehen, denn Religionen benutzen auch nur Überredung, Gewalt und Geheimoperationen. Leute werden angelockt und eingewickelt mit einer vermeintlichen Frohbotschaft des Friedens. Wenn die Leute aber nicht spuren wie gewünscht, oder wenn einfach der Moment opportun ist, wird Gewalt eingesetzt. Und natürlich haben religiöse Organisationen seit Jahrtausenden geheime Strukturen und geheime Operationen. Herrscher versuchen uns zu überreden, bestimmte Dinge zu tun, die im Interesse der Herrscher liegen: Steuern zahlen, sich unterwürfig verhalten, alle Regeln befolgen. Wenn wir uns nicht genügend überreden lassen wollen, dann wird Gewalt eingesetzt. Und natürlich laufen Geheimoperationen, mit denen Herrscher ihre Interessen durchsetzen wollen. Die Beherrschten versuchen, ihrerseits den Weg der Überredung zu nutzen, um ihre Interessen durchzusetzen: Propaganda, Agitprop, Publicity Stunts. Wenn das nicht funktioniert, setzen die Beherrschten immer wieder auch mal Gewalt ein. Das kann aber schnell nach hinten losgehen wegen der fehlenden Professionalität. Dann versuchen Beherrschte sich auch an Geheimoperationen. Das kann z.B. beinhalten, sich auf die Geheimdienste einer ausländischen Macht einzulassen. Auch das kann fürchterlich schiefgehen. Herrscher sind in der Lage, auf wissenschaftlichem Niveau die drei Wege zu benutzen, um ihre Interessen durchzusetzen. Im Bereich Überredung haben Herrscher die besten Psychologen und inzwischen auch Werkzeuge wie automatische Datensammlung und Algorithmen für Psychometrie. Herrscher können zurückgreifen auf Jahrtausende an Erfahrungsschatz, der sich auswerten lässt, und natürlich jede Menge Geld. Im Bereich Gewalt haben Herrscher Profi-Militärs, Polizisten, Erfahrung und Geld zur Verfügung. Aufstandsbekämpfung, das Abblocken von Revolutions-Bewegungen, ist eine wahre Kunst und es gibt Leute, die ihre ganze Karriere lang nichts anderes machen. Im Bereich Geheimoperationen sind Herrscher wahre Meister. Die Beherrschten haben in den allermeisten Fällen keine oder kaum Fähigkeiten und Kenntnisse auf wissenschaftlichem Niveau, um auf den drei Wegen Techniken einzusetzen, um ihre Interessen durchzusetzen. Man sieht in aller Regel Standard-Propagandatechniken aus Büchern wie „Rules for Radicals“ oder was einem sonst noch so von seiner bevorzugten ideologisch-politischen Gruppe vorgegeben oder empfohlen wird. PR-Stunts, Provokationen und Märtyrer-Geheul. Dann gibt es die Parteipolitik, wie man am Beispiel der AfD sehen kann: Man versucht, die Bürger zu überreden, die AfD zu wählen, also eine Partei, die im beherrscht scheint von Höcke und Konsorten und deren ideologischem Stuss. Der Versuch, Menschen zu überreden, funktioniert nicht wirklich wie erhofft. Es hieß ja schon aus Parteikreisen, dass die AfD die “letzte friedliche/evolutionäre Chance” sei für das rechte Lager. Also man ahnt schon, dass man nie genügend Leute überreden wird. Nur haben die Leute in der AfD auch keine wirkliche Ahnung von dem Weg der Gewalt und dem Weg der Geheimoperationen. Es gibt ein paar verstrahlte rechte Spinner, die sich Waffen zusammenbasteln oder kaufen und eine Synagoge oder Moschee oder eine Insel voller Teenager zusammenschießen wollen. Sie denken, das sei ein effektiver oder alternativloser Weg, um ihre Interessen durchsetzen zu können. Sie sind überzeugt, dass sie damit Gegenreaktionen provozieren werden, sich alles hochschaukelt und dann ein Bürgerkrieg entsteht und auch die zögerlichen, gemäßigten Konservativen sich gezwungen fühlen, physisch zu kämpfen für die weiße Rasse (siehe die „Turner Diaries“) . Es gibt militante Prepper, die bei der Polizei oder dem Militär arbeiten und Pläne schmieden, um bei dem Zerfall des Systems das Ruder zu übernehmen oder den Zusammenbruch gezielt zu beschleunigen bzw. herbeizuführen. Aber meistens werden solche Leite von Spionen und Informanten verraten und so neutralisiert. Polizisten und Soldaten sind eben keine Geheimdienstler und haben deswegen gravierende Schwächen im geheimdienstlichen Bereich. Der Weg der Gewalt, so wie beschritten wird, funktioniert nicht wie erhofft. Dann sahen und sehen wir die Versuche von rebellischen Gruppen, Geheimoperationen zu benutzen, um ihre Interessen durchzusetzen bzw. Widerstand zu betreiben gegen Herrscher. Das hat unterschiedliche Formen, wie etwa die Gründung von Geheimgesellschaften. Es gab vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg viele völkische Logen in Deutschland und Österreich. Diese waren aber infiltriert durch adelige Geheimdienste, die im Sinne des Britischen Empires agierten. Heute gibt es neue völkische Logen und Ritterorden. Die sind aber entweder inkompetent und bedeutungslos, oder aber infiltriert von Geheimdiensten wie u.a. den russischen.

Im Kalten Krieg waren es bei uns insbesondere die Linken, die mit sowjetischen Diensten kooperierten. Aber da kamen nicht die gewünschten Ergebnisse bei heraus. Zwar wurden westliche Staaten schrittweise sozialistischer, aber dieser westliche Sozialismus war hauptsächlich unter Kontrolle der westlichen Eliten. Sozialleistungen und Gewerkschaften waren ja ganz nett, aber ein Universum davon entfernt von dem, was die linken Rebellen hier im Westen wollten. Es werden auch immer wieder Leute dabei erwischt, wie sie sich mit ausländischen Diensten einlassen. Dann kann man die Erwischten einsperren oder „umdrehen“ und weiter agitieren lassen, um weitere Personen in eine Falle zu locken. Heute sind es oft die Rechten, die sich hoffnungsvoll auf russische Dienste einlassen. Der Westen wird momentan auch wieder konservativer und könnte künftig noch konservativer werden, aber dieser Konservatismus wäre dann unter Kontrolle der altbekannten westlichen Eliten. Dann gäbe es vielleicht wieder mehr Familienwerte usw. aber längst nicht das, was sich rechte Rebellen gewünscht haben. In dem Buch “Agent Jack” erfährt man anschaulich, wie der britische Geheimdienst MI5 britische Nazi-Sympathisanten bzw. Agenten jagte. Es gab viele unzufriedene, rebellische Briten, die die britische Regierung stürzen wollten und erwarteten, dass man mit diesem Sturz und einem neuen faschistischen System endlich die eigenen Interessen gut durchsetzen kann. MI5-Agenten gaben sich aus als Nazi-Agenten oder einfach nur Nazi-Sympathisanten und hörten sich um. Haufenweise Leute gingen ihnen ins Netz. Diese Leute waren Amateure ohne professionelle Ausbildung; manche hatten aber kompetente Instinkte und Talent für Spionage. Der MI5 meinte, falls die Nazis sich bemüht hätten, schon in den 1930er Jahren richtige Geheimdienstnetzwerke in Britannien aufzubauen, hätte es haarig werden können. Aber die Nazis verstanden nichts von Spionage und waren regelrecht blind was das Ausland anbetraf. Umgekehrt wussten die Briten (und die Amerikaner und die Russen) alles Wesentliche über Nazideutschland. Eine besondere Gefahr für Rebellen ist eine Technik, die ich Full Cross Screw-Over nenne: Zwei (oder mehrere) Regierungen können an der Spitze heimlich kooperieren und die ganzen rebellischen Dissidenten damit reinlegen und zerreiben oder zerstören. Beispiel-Szenario: Die Regierung der USA kooperiert heimlich mit der Regierung Russlands, um die Dissidenten in beiden Ländern hereinzulegen.

  • Die CIA sucht Kontakte mit russischen Dissidenten und verrät deren Geheimnisse an die russische Regierung
  • Der russische Geheimdienst SVR sucht Kontakte zu amerikanischen Dissidenten und verrät deren Geheimnisse an die amerikanische Regierung.

Die CIA hat schon immer Dissidenten im Ostblock angefeuert und unterstützt, aber immer im entscheidenden Moment hängengelassen. Der KGB hat traditionell die Dissidenten im Westen angefeuert und unterstützt, aber wenn es um die Wurst ging, dann bekamen die Dissidenten nicht das, was sie wollten. Die heutigen westlichen Dissidenten wollen Putins Hilfe und betrachten ihn als Retter. Damit machen sich diese Dissidenten schmutzig, juristisch angreifbar und diskreditieren sich. Die Dissidenten in Russland wursteln ein wenig mit der CIA herum, aber da kommt nicht wirklich etwas dabei heraus. Wir haben schon 20 Jahre Putin-Herrschaft. Es können auch fast 40 werden.

Eine klassische Diktatur hat begrenzte Vorteile und starke Nachteile

Man kann in einer klassischen Diktatur die Leute regelrecht zwingen, bei der Staatspropaganda zuzuhören, man kann Dissidenten direkt per Gewalt ausschalten und man kann ungebremst Geheimoperationen machen zur Zersetzung und zum Aushorchen von Dissidenten. Dienste machen immer Fake-Dissidenten-Gruppen auf als Honeypot. Die klassische Diktatur hat aber auch gravierende Nachteile: Die Bürger wissen mehr oder minder, dass die Regierung einen Haufen Mist redet und es der Regierung nur um die eigene Herrschaft geht. Die Bevölkerung wird sauer und weiß genau, wer schuld ist an allem. Die Bevölkerung hat nur noch eine Möglichkeit, Widerstand zu leisten, nämlich Passivität, Lustlosigkeit, Dienst nach Vorschrift, Langsamkeit, sich dumm stellen. Dieser passive Widerstand geschieht auch unbewusst. Klassische Diktaturen sind leblos und unproduktiv, was man in der Moderne immer wieder deutlich beobachten konnte. Da gibt es eine Einheitspartei, einen Monarchen, oder eine Militär-Junta, die einheitliche Ideologie oder zumindest die jeweils aktuell herrschende Leit-Ideologie. Eine solche Diktatur im 21. Jahrhundert aufrechtzuerhalten, ist enorm schwierig. Russland und China brauchten massive Hilfen aus dem Westen, um ihre klassischen Diktaturen überhaupt aufrechtzuerhalten. Die westliche, moderne Form der Herrschaft kann nicht so direkt und ungebremst Gewalt und Geheimoperationen nutzen gegen Dissidenten. Aber es gibt Vorteile: Die Illusion der Vielfalt und relativen Freiheit. Der Hochadel schuf mit seinen Geheimdiensten und seinem Geld im Prinzip die modernen Parteien, Ideologien, Verschwörungsmedien und Großkonzerne. Die Ideologien wurden konstruiert in Anlehnung an verschiedene Persönlichkeitsstrukturen. Für jeden ist etwas dabei. Für die ganz Misstrauischen gibt es die Verschwörungstheoretiker-Szene. Alles heimlich kontrolliert (mit der 25%-Regel). Überall sind auch interessante Dinge dabei, aber auch jede Menge grober Stuss. Jede Gruppe stellt Dogmen auf, abgesichert durch Gruppennarzissmus und Sekten-Mentalität. Wer ein Dogma ablehnt oder stark anzweifelt, wird wie bei einer Hexenjagd im Mittelalter als böse, als Feind, als Verschwörer verschrien. Parteien und Politiker wechseln sich ab, über alles wird gestritten. Alles wird streng durch die jeweilige ideologische Brille betrachtet. Es gibt viele Privatkonzerne, die Macht ausüben und sich in die Politik einmischen. Westliche Systeme wirken dadurch viel komplexer als sie es tatsächlich sind. Viele Bürger steigen geistig aus, weil es zu kompliziert und chaotisch wirkt, oder sie verheddern sich in ideologischen Diskussionen und Grabenkämpfen, die nirgendwo hinführen, oder sie rackern sich ab und erreichen nie ihre Ziele mit Widerstandstechniken, die so entworfen sind, dass sie nicht wirklich funktionieren. Manchmal lassen es die Supermächte zu, dass eine revolutionäre Gruppe in der Dritten Welt tatsächlich eine Revolution schafft. Und helfen sogar dabei. Die neue Regierung in dem Dritte-Welt-Land jagt und vernichtet dann brutal die gegnerischen Kräfte: 10 oder 20 oder 30 Jahre später sorgen die Supermächte dort für eine Gegen-Revolution und die alte herrschende Gruppe dort wird von der neuen Regierung brutal aufgerieben. Diese Technik lässt sich in alle Ewigkeit wiederholen. Im Westen werden den Leuten aus verschiedenen ideologisch-politischen Gruppen unterschiedliche Widerstandstechniken beigebracht:

  • Das gewöhnliche politische, populistische Reden, inklusive hochtrabender Versprechungen
  • Ideologische Argumentationsmuster, die eintrainiert werden. Meistens billige, unfaire Argumentations-Tricks
  • Hexenjagd: Kritiker der Dogmen gelten als bösartig, als Feinde, als Verschwörer. Die Ideologen und Aktivisten denken, es hilft ihnen weiter, kritische Denker zu hassen und zu verjagen
  • Rules for Radicals: Agitprop, PR-Stunts.
  • Terrorismus light und voller Terrorismus.
  • Revolutionskriegsführung
  • Geheimdienstliches Tradecraft: Nur gerade soviel Tradecraft, um Leute damit bei der Stange zu halten, um den Eindruck zu erwecken, das würde sonderlich viel bringen.

Selbsternannte Experten über Verschwörungen sammeln kostenlosen, schlechten Content im Netz auf und verkaufen das dann mehr oder minder ungeprüft für teuer Geld an ihr Publikum. Selbsternannte Experten für Verschwörungen lesen kaum oder keine Fachbücher und können die vielfältigen Themen also gar nicht wirklich einschätzen. Sie kennen nicht mal die Geschichte der Verschwörungsmedien der letzten 200 Jahre. Im Wesentlichen befinden sich die Verschwörungsmedien seit zwei Jahrhunderten unter Kontrolle angloamerikanischer und russischer Dienste (siehe mein Buch „Der Geführte“). Bürger müssen ihre Kenntnisse über alle drei Wege der Beeinflussung drastisch verbessern; insbesondere was Geheimoperationen anbetrifft. Die Amateurhaftigkeit aus den Widerstandsbewegungen wurde systematisch verklärt und vertuscht und beeinflusst immer wieder die nächste Generation an Widerstand. Das problematische Personal und die problematischen Ideen überschneiden sich oft bei älteren und neueren Bewegungen.

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