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YouGov: Nur 16% der Deutschen sind in einer Krise nicht komplett aufgeschmissen

ZivilschutzYouGov: Nur 16% der Deutschen sind in einer Krise nicht komplett aufgeschmissen

Kommentar

Wir hören immer öfter in den Medien, dass Bürger für 10 Tage Vorräte anlegen sollen; gemeint sind neben Lebensmittel und Wasser auch Medikamente und Batterien. Das Meinungsforschungsinstituts YouGov befragte 2000 ausgewählte Personen und fand, dass zwei Drittel davon völlig blank sind, also überhaupt keine Vorbereitungen getroffen haben. Zwei von drei deiner Nachbarn haben also nach kürzester Zeit weder Essen noch Trinken, oder auch nur ein funktionierendes Batterieradio.

Alleine dies zeigt schon, wie sich Menschen von der Realität verabschiedet haben. Fast die Hälfte der Befragten meinte, trotz null Vorsorge für Notfälle gewappnet zu sein. 22% fühlen sich mangels Vorsorge nicht gewappnet.

Nur 16% kümmerten sich um eigene Vorsorge, was auch nicht unbedingt Monate an Vorräten und einen eigenen Stromgenerator bedeutet, sondern darunter befinden sich eben auch die „Broschüren-Prepper“, die sich brav an die minimalistischen Vorgaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz gehalten haben.

„Die Bedeutung des Bevölkerungsschutzes ist angesichts der Corona-Pandemie, der Flutkatastrophe des vergangenen Jahres und künftiger Klimafolgen sowie des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erheblich gestiegen“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Interessant, dass alles andere vor dem Ukraine-Krieg erwähnt wird, der ohne Gas-Deals mit der hohen deutschen Politik kaum möglich gewesen wäre.

Länder wie die Schweiz oder Finnland sind designed, um einen (begrenzten) Atomkrieg zu überstehen. 53 Millionen Deutsche sind nach ein paar Tagen Infrastrukturausfall total im Eimer.

Das deutsche Niveau ist ähnlich schlecht wie die Bundeswehr. Als 1997 die NATO mit Russland einen Pakt vereinbarte, durften osteuropäische Länder zwar der NATO beitreten, aber keine nennenswerte Streitkräfte aufbauen. Ex-Kanzler Schröder verteidigte kürzlich in der NY Times die Gas-Deals mit Russland, die bis in die frühen 1980er zurückgehen, mit dem Argument, dass die Pipelines wahrscheinlich ein Preis der Wiedervereinigung waren. Mit welchen anderen Dingen wurde sonst noch geschachert in Geheimverhandlungen zwischen den USA und der UdSSR? War vereinbart worden, die Bundeswehr nach der Wende zu ruinieren und den Zivilschutz gleich obendrauf? Ist das der Grund, warum wie von den Politikern nur hohle Phrasen hören und Pläne, in mehreren Jahren funktionierende Sirenen und Warn-SMS-Dienste aufzubauen, während zwei Drittel der Bürger völlig hilflos sind und nicht einmal die Minimalanforderungen erfüllen?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) floppte mit einer Cartoon-Kampagne voller regnender Donuts, UFOS und Killer-Hasen. Seit letztem Jahr laufen die Spots und Anzeigen online, im TV und auf Infoscreens, ohne dass sich wesentliche Verbesserungen ergeben haben:

Doch die aktuelle Forschungslage attestiert dem Bevölkerungsschutz, dass seine Bemühungen in Sachen Selbstschutz dringend verstärkt werden müssen, weil es deutliche Lücken und Defizite im Risikobewusstsein und in der Selbstschutzfähigkeit der Bevölkerung gibt.

Es haben sich minimale Verschiebungen in der Wahrnehmung ergeben, ohne dass dies zwingend zu einem stärkeren Vorsorgeverhalten führte:

Zu diesem Zeitpunkt halten es 10 % für wahrscheinlich, selbst einmal persönlich mit einer Notsituation konfrontiert zu sein (+ 1 %), 54 % empfinden dieses Risiko als von mittlerem Ausmaß (+ 13 %) und 37 % bewerten es als gering (- 3 %).

Es ist möglich, dass das Ahrtal-Unwetter mehr Effekt hatte als die Kampagne der Behörde. Die Menschen denken etwas mehr über Krisen nach, aber sie handeln nicht.

Die Kluft zwischen dem eigenen Kenntnisstand und der Umsetzung der persönlichen Notfallvorsorge erweist sich dadurch als eklatant. Dadurch drängt sich gedanklich die Notwendigkeit auf, gezielte Anstrengungen auf das Ankurbeln der individuellen Handlungsmotivation der Bürgerinnen und Bürger zu richten.

In den ausführlichen, wissenschaftlichen Büchern der Behörde, die kein Normalmensch jemals liest, wurde genau erforscht, wie verwundbar Deutschland ist, wie schlecht es um die individuelle Krisenvorbereitung bestellt ist und wie man diese gravierenden Mängel aufholen könnte. Mit großer Verspätung werden manche Ideen umgesetzt, wie zum Beispiel die Thematisierung von Blackouts in den öffentlich-rechtlichen Medien. Der Youtube-Kanal des BBK ist eine äußerst lahme Angelegenheit und die Webseite sah bis vor kurzem noch aus, als stamme sie aus den frühen 2000er Jahren.Nun wurde die Webseite angepasst und neue Videos mit Cartoon-Grafiken sollen verstärkt den gewöhnlichen Steuerzahler und sogar jüngere Menschen ansprechen. Das groß angekündigte Teaser-Video „Für alle Fälle vorbeireitet“ zeigt animierte Figuren in bunten, psychedelischen Farben und es regnet Doughnuts. Kein Scherz. Es wirkt wie ein schlechter Trip auf LSD oder Ketamin.

Zum Thema Lebensmittelvorräte gibt es ein weiteres animiertes Video. UFOs greifen darin die Stadt an.

Es heißt:

Der Notvorrat hingegen wird in sicheren Zeiten ganz gezielt mit dem Nötigsten angelegt, damit man etwa zehn Tage problemlos überbrücken kann. Wenn jede und jeder Einzelne in sicheren Zeiten einen Vorrat anlegt, können Engpässe im Ernstfall gemeinschaftlich überbrückt werden.

Zehn Tage liegt sogar noch unter der alten Vorgabe von 14 Tagen, die bereits zu knapp bemessen war. In den ausführlichen Büchern der Behörde wurde erforscht, dass das System von Discounter-Supermärkten und Zentrallagern schnell in die Knie gehen kann und dass bei einem großflächigen Ausfall des Stroms und der IT (Cyber-Attacke) so gut wie nichts mehr funktioniert. Wie schnell Notlösungen realisiert werden können, wenn europaweit und sogar in anderen Ländern die Cyber-Krise herrscht, und wenn an den Flughäfen und Container-Häfen Chaos herrscht weil alle Computer physisch zerstört wurden durch Malware, ist den Forschern nicht bekannt. Unter solchen Umständen den Bürgern Vorräte für 10 Tage anzuraten, ist geradezu grotesk und widerspricht der eigenen Forschung im Haus. Zwar gibt es noch spezielle Notvorräte der Regierung, aber diese losen Getreidekörner können nicht einfach so gegessen werden, sondern müssen mehrere Stationen einer Verarbeitungskette durchlaufen. Um allein den eingelagerten Hafer weiterzuverarbeiten, würde es rund ein halbes Jahr dauern, kalkulierte der Bundesrechnungshof.

Bei Stromausfällen solle man sich laut BBK vorbereiten um rund 6 Tage überbrücken zu können. Wie genau kommt man auf diese Zahl? Weiß das BBK, wie viele russische oder chinesischen Agenten in der deutschen Stromversorgung arbeiten? Wie stark die Systeme schon digital infiltriert wurden? Welche Exploits ausgenutzt werden bei einem Angriff? Welche mehrstufigen Attacken kommen werden? Wenn das BBK eine Überbrückung von 4 bis 8 Wochen nahelegen würde, fände ein Run statt auf Stromgeneratoren und andere knappe Güter. Die Empfehlung, die NINA-App zu verwenden und ein batteriebetriebenes Radio bzw. Kurbelradio zu haben, ist ganz nett, aber man erklärt leider nicht die Grenzen von DAB-Radio, UKW oder Internetverbindungen. Man erfährt auf der schicken neuen Webseite des BBK nicht, dass diese gewöhnlichen Geräte vielleicht schnell nichts mehr empfangen, weil die Sendeantennen ausfallen. Man erfährt nicht, dass man ein Gerät haben sollte für den Empfang von Mittelwelle- und Kurzwellen-Signalen aus hunderten und teils tausenden Kilometern Entfernung. Man erfährt nicht, dass man einsteigen sollte in PMR-Funk, CB-Funk und auch VHF/UHF.

Bei dem vergangenen Hochwasser versagte bei den Behörden der schicke neue Digitalfunk und man musste Personen in Fahrzeugen hin und herschicken für Informationen. Die Bundeswehr lässt nun von uralten Funkgeräten neue Exemplare bauen.

In der zweiten Phase werden ab Januar 2022 die Einzelthemen Bevorratung, Extremwetter, Stromausfall und Notgepäck inklusive Dokumentensicherung vertieft behandelt. Interviews mit Expertinnen und Experten als Podcast, eine YouTube-Serie und weitere Informationsangebote bieten die Möglichkeit, ausführlich auf die Einzelthemen einzugehen. Ziel der dritten Phase ist, die vermittelten Kenntnisse und Empfehlungen zu wiederholen.

Ich bin alles andere als gespannt. Hier ist ein ganz zentraler Krisen-Tipp: Orientieren Sie sich bloß nicht an der BBK-Webseite und der Infokampagne. Das ist lebensgefährlich. Lesen Sie lieber die dicken Bücher vom BBK, oder andere Fachliteratur oder lesen/hören/schauen Sie Recentr.

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