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Xavier Naidoo verabschiedet sich aus der Truther-Szene

MedienXavier Naidoo verabschiedet sich aus der Truther-Szene

Kommentar

Der prominente Musiker Xavier Naidoo distanzierte sich in einem rund 3 Minuten kurzen Video von „antisemitischen“ Ideen und Verschwörungsmythen, die „nicht mit seinen Werten vereinbar“ seien. Er habe sich verrannt mit der Truther-Bewegung, seine Frau stamme aus der Ukraine und habe dort Familie.

Nun wird wild spekuliert, welche Gründe dieser „Ausstieg“ aus der Szene hat. Die vermeintlichen Heilsbringer (Trump, Q, Putin) sind alle verheizt, Corona kaum noch ein Thema, einige deutsche Influencer flüchteten ins Ausland und die Szene belabert sich hauptsächlich selbst. Der Krieg in der Ukraine war ein Reality Check für viele Leute, der online nicht als vermeintliches Fake weggeredet werden kann. Sich demonstrativ auf Putins Seite zu stellen, ist nicht mehr edgy, provokant und politisch inkorrekt, sondern man befindet sich damit auf der brennenden, radioaktiven, rapide sinkenden Titanic. Naidoo war nie in Verdacht, Anhänger zu sein von Vorstellungen einer weißen Herrenrasse, er war nie in einschlägigen Neonazigruppen in seiner Jugend, sondern schien einfach rekrutiert worden zu sein von sektenähnlichen Strukturen, die eben doch nicht so gefestigt sind, wie manche sich das vorgestellt haben.

Andere Truther fürchten größere Zerfallserscheinungen ihrer Strukturen und ihres Cashflows und suchen sich nun dementsprechend das passende Narrativ für ihre eigenen Zwecke heraus: Sie wittern eine Verschwörung hinter Naidoos Ausstieg oder hoffen, er nehme nur eine Auszeit und kehre später zurück. In seinem Video blieb Naidoo vage, was bestimmte Vorstellungen anbetrifft; er scheint alles Mögliche auf die Probe zu stellen.

Es dauert normalerweise nicht lange, bis ein Verschwörungsaktivist merkt, dass er sich auf eine Sekte eingelassen hat. In der Szene gibt es mehr Bruchlinien, als man zählen kann, es herrschen Neid, Missgunst und gegenseitiges Ausnutzen. Jeden Monat kommen weitere Influencer dazu und versuchen sich in dem Business, in dem nur wenige abkassieren können, während viele andere sich nicht die Art von Ausstieg leisten können, den Naidoo hier vollzogen hat.

Nach links tendierende Aktivisten gegen Verschwörungsmedien hatten sich jahrelang während der Trump-Administration und der Corona-Pandemie abgearbeitet an Influencern wie Naidoo oder Attila Hildmann. Zugrunde lag die Message, man solle einfach dem System vertrauen, das in der Tradition der historischen Aufklärungsbewegung (und Sozialdemokratie) steht. Nun stellt sich heraus, dass ausgerechnet die SPD eine äußerst suspekte Rolle spielte bei dem Appeasement gegenüber dem Putin-Regime und weitaus mehr Schaden anrichtete als die Truther-Influencer.

Was ist von den hochgelobten Werten der Aufklärung zu halten, wenn die SPD mit einem Regime kollaborierte, das einen Krieg führt, als wären wir in den 1930er Jahren, oder im 19. Jahrhundert oder im Mittelalter?

Bei der Pandemie war es komplizierter, die Gefährlichkeit von SARS-2 herauszulesen aus Intensivbetten-Statistike, Fallzahlen, Lancet-Studien und dem Interventionsparadox. Beim Ukrainekrieg versteht jeder komplette Laie auf Anhieb, was es bedeutet, wenn Menschen und Gebäude beschossen werden.

Die organisierten Akademiker, die ihre Karriere verlagert haben auf die Entlarvung von offensichtlichen Schwurblern, weigerten sich, tiefer nachzubohren, wie stark russische Geheimdienste und amerikanische Seilschaften aus dem Umfeld der Republican Party Verschwörungsnarrative steuern. Mit wirklich mächtigen Kreisen wollen sich die Akademiker nicht anlegen, wenngleich sie auch immer wieder anzudeuten scheinen, eine rechte Weltverschwörung zu befürchten. Sich selbst öffentlich zu Verschwörungsdenken zu bekennen, ist ihnen zu peinlich. Das angebliche Standardwerk zu dem Thema, das Routledge Handbook, ist erschreckend schwach und beinahe jeder der vielen Autoren kreist um den abgedroschenen Punkt, dass gesellschaftlich Abgehängte und frustrierte Bürgerliche sich hochziehen mit Hilfe von schlechten Verschwörungsnarrativen.

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