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Prof. Ioannidis wird zur Mega-Enttäuschung für Querdenker, empfiehlt Impfung

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Kommentar

Professor John Ioannidis hat sich zu einer massiven Enttäuschung entwickelt bei Querdenkern. Im Interview beim österreichischen Programm Servus TV befürwortete er Impfungen. Seine Studien zur Tödlichkeit von COVID, die von anderen Forschern verrissen wurden, werden in der Szene immer gerne als „Stanford-Studien“ bezeichnet, um den Eindruck zu erwecken, die ganze Uni stünde dahinter.

Der Moderator Fleischhacker startet mit dem Hinweis auf Forscher am Londoner Imperial College, die berechnet haben, dass ohne die Lockdowns wohl weltweit 40 Millionen Menschen an einer Covid-19-Erkrankung gestorben wären. Lag Ioannidis völlig daneben? Er antwortet, immerhin zu Beginn der Pandemie einer der größten Befürworter von Lockdowns gewesen zu sein. Irgendwie hätte er dann aber doch recht gehabt mit seiner Kritik an Schulschließungen und Home Office. Und die Kollateralschäden seien höher als die Pandemieschäden. Anstatt Weltuntergangs-Stimmung zu verbreiten, ist er optimistisch, denn:

„Impfungen sind eine starke Waffe.“

Das Querdenker-Phänomen hätte es in dieser Form nie gegeben ohne Donald Trump (der übrigens mit „Warpgeschwindigkeit“ auf die Entwicklung von Impfstoffen drängte), ohne die QAnon-Sekte und ohne Figuren wie Ioannidis. Trump ist seit dem Verlust der Wahlen auf Eis und hat nun jede Menge juristische Probleme. QAnon entpuppte sich als eine Sekte und Luftnummer. Und nun empfiehlt Ioannidis auch noch die Impfung. Auf Figuren wie Bhakdi ist noch Verlass. In einer amazon-Kunden-Bewertung seines neuesten dünnen Büchleins heißt es:

Mein Problem mit Prof. Bhakdi und dem Buch ist, dass hier genau das gleiche gemacht wird wie von der Politik und den Mainstream-Medien. Es wird Angst geschürt! Nicht Angst vor Corona, sondern Angst vor dem Impfen. Die Impfung mag überflüssig sein für gesunde, junge Menschen, und man sollte niemanden dazu zwingen, auch nicht indirekt durch den fortwährenden Entzug von Freiheiten. Aber die „Hölle auf Erden“ heraufzubeschwören (wie in einem Video von Prof. Bhakdi geschehen) geht mir zu weit.

Der „Verlust“ von Ioannidis wiegt aber schwer. Auf der berüchtigten Reitschuster-Seite wird eine Art Testballon versucht in Form eines Kommentars zu dem neuen TV-Auftritt von Ioannidis. Vielleicht lässt es sich als eine Art Mittelweg und Versöhnung der harten Fronten vermarkten?

Schade wäre es jetzt allerdings, wenn die Schar der Kritiker der Corona-Maßnahmen sich von diesem in viele Richtungen so streitbaren Professor abwenden würden. Es könnte viel gewonnen sein, diesen interessanten Mann und seine Arbeit weiter als Chance und Brücke zu verstehen. Denn ohne solche Brückenbauer wird es zukünftig ganz schwer werden.

Das fanatisierte Reitschuster-Publikum macht aber einen auf stur und hält Ioannidis für feige und/oder einen Verräter. Statt normale Leute in Richtung Querdenker-Kurs zu verleiten, wird befürchtet, dass er Querdenker wieder zu einem normalen Kurs bringt.

  • Schmeckt mir nicht, der Artikel. Ich kann einer „Impfung“ nichts abgewinnen. Wieso braucht die Gesellschaft einen „Brückenbauer“?
  • Von Ioannidis hatte ich mehr erwartet und war schon enttäuscht. Keine unmissverständlichen Aussagen sondern nur irgendein undefinierbarer Kuschelkurs.
  • Er möchte seinen Job behalten und seine Familie schützen [sic!] – verständlich.
  • Für mich sah es so aus, als ob die persönlichen Bedrohungen seiner Familie ihn hat einknicken lassen. Ich kann hier keinen Brückenbauer erkennen, sondern einen Menschen voller Furcht.
  • Morddrohungen hat er erwähnt. Das ist nicht lustig.
  • Hat man diesen Mann gekauft? Denkt er wirklich so? Traut er sich nicht? Bin noch immer etwas geschockt. Nach Prof. Püschl und Prof. Streeck der nächste große Umfaller.
  • Ich wollte das das Interview eigentlich denen empfehlen, welche ich auf unsere Seite bringen wollte. Gut, dass ich es nicht getan habe. Das wäre nach hinten los gegangen. Ich denke, den haben sie dort eingeschleust, mit der Absicht ihre Position weiter auszubauen.
AlexBenesch
AlexBenesch
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