Politik

Der Okkultismus im Sozialismus verdrängte die Logik und die Wissenschaft

Kommentar

Als sich der Frühsozialismus zu einer breiteren internationalen Bewegung entwickelte, war er genau wie viele andere Kreise durchsetzt mit schwurbeligen okkultistischen Ideen, basierend auf antiken Mysterienkulten. Tatsächliche Revoluzzer wie Garibaldi, Mazzini, oder Lenin wollten selbst glauben oder zumindest ihren Anhängern einreden, dass man viel mehr repräsentiert, als nur eine Gruppe, die einen Regimewechsel durchführen will. Man musste den Gruppennarzissmus so weit hochfahren, dass man den Eindruck erweckte, man hätte ein übermenschliches Level an Bewusstsein, quasi-magische Fähigkeiten und eine kosmische Bestimmung. Alles sei möglich.

Wenn heute im rechten Spektrum jemand wie der Russe Alexander Dugin mit seinem Rauschebart sein Publikum bearbeitet mit abgekupfgerter Esoterik, basierend auf der Antike, sowie mit aus Amerika und Britannien abgekupferten Verschwörungsnarrativen, dann soll das Ganze natürlich wirken, als hätte es viel mehr Gewicht. Er möchte das Gefängnis der materialistischen Realität zerstören und in ein neues magisches Zeitalter gelangen. Er sieht genauso aus und hat eine sehr ähnliche Esoterik wie die berüchtigten linken Vorbeter.

Schwurbelei

In einem seiner Gedichte will Karl Marx Luzifer ähnlich einen Thron im Himmel besteigen, Zerstörungswerk und Gewalt ausüben. Im Laufe seiner Karriere traf er auf den Sozialisten Moses Hess und arbeitete mit jenem später an denselben Projekten. Hess war 1858 als Freimaurer in die Pariser Loge „Henri IV“ des Dachverbandes Grand Orient de France eingetreten und nannte ihn „Dr. Marx, mein Abgott, der der mittelalterlichen Religion und Politik den Todesstoß versetzen wird“. Ein weiterer Weggefährte von Marx war der Italiener Giuseppe Mazzini, Mitglied der Genueser Freimaurerloge der Carbonari, einem einflussreichen Geheimbund, der in Italien und auch in Frankreich aktiv war und zeitweise bis zu 600.000 Mitglieder hatte. Ein solcher Organisationsgrad ist nicht zu erreichen ohne absolute Profis im Hintergrund. Mazzini war zudem Altgroßmeister des Grande Oriente d’Italia und Großmeister des schottischen Ritus. Marx und Mazzini hatten Übereinstimmungen und unterschiedliche Ansichten über ideologische Fragen, während Marx‘ Mitstreiter Bakunin zeitweise Mazzinis Empfehlungsschreiben und Kontakte benutzte, ohne sich mit dessen nationalistischem Kurs richtig anfreunden zu können. Mazzini unterstützte sieben Jahre lang indirekt die Sozialistische Internationale, die auf Marx zurückging, distanzierte sich dann aber von den Sozialisten. Marx schrieb das „Kommunistische Manifest“ zum Teil als Antwort auf Mazzini. Die klassische Verschwörungsliteratur bezeichnet Mazzini oft ohne Quellenangabe als Mitglied des „Illuminatenordens“ und verbreitete die falsche Legende, er hätte in einem Briefwechsel mit dem einflussreichen amerikanischen Freimaurer Albert Pike drei kommende Weltkriege vorhergesagt. Die Legende basierte auf einer Lüge des Schwindlers Leo Taxil und wurde weitergesponnen von suspekten Verschwörungsautoren wie William Guy Carr (1895 – 1959), ein in England geborener kanadischer Marineoffizier und Geheimdienstler, der in beiden Weltkriegen für das britische Empire kämpfte. Mazzini koordinierte seine revolutionären Aktivitäten zeitweise von London aus, wo auch Marx tätig war. Mazzini kollaborierte mit Giuseppe Garibaldi, ein Freimaurer der den sogenannten Memphis-Misraïm-Ritus auf den Weg brachte zusammen mit dem britischen Okkultisten John Yarker, der auch mit den Okkultisten Theodor Reuß, Aleister Crowley und Helena Blavatsky zu tun hatte. Blavatsky zitierte in ihrem berüchtigten Buch „Isis Unveiled“ mehrmals aus Werken Yarkers. Der Memphis-Misraïm-Ritus geht auf altägyptische, kabbalistische, christliche, und hermetische Lehren zurück und gilt bei gewöhnlichen Freimaurern als irregulär. Es gibt Querverbindungen zur britischen Theosophie und zu Rudolf Steiners Anthroposophie. Noch heute sind politisch links verordnete Menschen oft gleichzeitig in irgendeiner Form Esoteriker. Es gibt aber auch Verbindungen zur politischen Rechten: Der Gründer der berüchtigten Thule-Gesellschaft, Adam Alfred Rudolf Glauer (alias Rudolf von Sebottendorf), wurde Mitglied im Memphis-Misraïm-Ritus bei einem Aufenthalt in der Türkei, wobei der anerkannte britische Historiker Nicholas Goodrick-Clarke vermutet, dass diese Loge in Bursa eine Tarnorganisation der illegalen Jungtürken-Bewegung war, die den Sultan stürzen wollte. Die Jungtürken waren wiederum das Projekt des britischen Imperiums, was Sebottendorf recht verdächtig aussehen lässt.

Eine weitere wichtige Figur beim Memphis-Misraïm-Ritus war Joseph Balsamo alias Cagliostro, der dem Großmeister des Ordens der „Knights of Malta“ Manuel Pinto de Fonseca nahestand. Die Organisation Knights of Malta (auch bekannt als Malteserorden und Johanniterorden) entstand ursprünglich nach der Eroberung Jerusalems durch das Heer des Ersten Kreuzzuges im Jahre 1099. 1831 schuf der Hochadel in Europa die Nachfolgeorganisation “Most Venerable Order of Saint John” und erhielt dafür den königlichen Segen der britischen Königin Victoria.

Karl Marx‘ Schwiegervater Ludwig von Westphalen war ein preußischer Adeliger mit Verbindungen zu einflussreichen Freimaurern und dem Illuminatenorden von Weißhaupt bzw. der Adelsfamilie Hessen-Kassel. Marx‘ lange Haare und sein Rauschebart erinnerten u.a. an den Stil von Bakunin und anderen wichtigen Kommunisten. Bakunin, der Marx als krankhaft stolz beschrieben hatte, stammte aus einer alten russischen Adelsfamilie und äußerte noch deutlicher als Marx diverse Grundüberzeugungen des Okkultismus:

„Der Teufel ist der erste Freidenker und Heiland der Welt. Er befreit Adam und drückt ihm das Siegel der Menschlichkeit und Freiheit auf die Stirn, indem er ihn ungehorsam macht.“

Der christliche Gott gilt in diversen Strömungen des Okkultismus als eifersüchtiger Unterdrücker, der Adam und Eva dumm und in der Gefangenschaft des langweiligen Paradiesgartens halten wollte. Der Teufel in Gestalt der Schlange hingegen ermunterte Adam zur Sünde des Essens vom Baum der Erkenntnis, sodass Adam gottähnlicher und quasi erleuchtet werden konnte. Die üblichen Geheimgesellschaften streben nach „Licht“, also nach besonderen Erkenntnissen, die den Normalsterblichen nicht zugänglich sind und die dabei helfen sollen, neue Fähigkeiten zu erlangen. Bakunin erklärte weiter:

 „In dieser Revolution werden wir den Teufel im Volk erwecken müssen, um die Leidenschaften zu entfesseln. Unsere Mission besteht darin, zu zerstören und nicht zu erbauen.  Die Leidenschaft des Zerstörens ist eine kreative Leidenschaft.“

Weitere sozialistische Bekannte wie Heinrich Heine und Pierre-Joseph Proudhon dachten ganz ähnlich. Man muss dabei aufpassen, nicht auf gefälschte Zitate oder gestreute Mythen hereinzufallen. Dem hohen amerikanischen Freimaurer Albert Pike wurde nicht nur ein Briefwechsel mit dem italienischen Freimaurer Giuseppe Mazzini über drei kommende Weltkriege angedichtet, sondern auch diverse Aussagen zu „Luzifer“ dem Lichtbringer bzw. rebellischen Engel, der sich gegen Gott aufgelehnt haben soll. Unter anderem die Verschwörungsautorin Edith Starr Miller bediente sich bei einer Schwindel-Geschichte von Leo Taxil, laut der Albert Pike am 14. Juli 1889 einer Kongregation hoher Freimaurer die „luziferische Doktrin“ verkündet haben soll.

“…that you may repeat it to the Brethren of the 32nd, 31st and 30th degrees-The Masonic religion should be, by all of its initiates of the higher degrees, maintained in the purity of the Luciferian doctrine.”

Dieses Fake-Zitat findet man auf unzähligen Webseiten, in Büchern und Internet-Videos. Eleanor, Marx‘ Lieblingstochter, heiratete Edward Aveling, der ein Okkultist gewesen sein soll. Richard Wurmbrand, der christliche Autor von zwei Büchern über den angeblichen Satanismus von Marx, erkannte, dass die marxistische bzw. kommunistische Ideologie im Ostblock des 20. Jahrhunderts aufgezogen wurde wie eine Religion:

„Der Marxismus ist eine neue Religion. Er verwendet die Heilige Schrift. Sein Hauptwerk, „Das Kapital“ von Marx, wird „die Bibel der Arbeiterklasse“ genannt. Marx selbst betrachtete sich als „Papst des Kommunismus“. Der Kommunismus hat den Anspruch der Unfehlbarkeit. Alle, die sich dem kommunistischen „Glaubensbekenntnis“ (Engels) widersetzen, werden exkommuniziert. Marx schrieb: „Bakunin sollte sich vorsehen. Sonst exkommunizieren wir ihn.“ Diejenigen, die im Dienste des Marxismus umgekommen sind, werden als „Märtyrer“ gefeiert. Der Marxismus hat seine Sakramente:  Die feierliche Aufnahme in die Kleinkinderorganisation „Kinder des Oktober“, die Eide, die bei der Aufnahme in die „Pioniere“ abgelegt werden, und später die höheren Weihen der Einführung in den Komsomol und in die Partei. Die Beichte wird ersetzt durch öffentliche Selbstkritik vor den versammelten Parteimitgliedern. Der Marxismus ist eine Kirche. Er hat alle Merkmale einer Kirche.“ 

Wurmbrand erwähnt die „Möglichkeit, daß kommunistische Bewegungen selbst Frontorganisationen für den okkultischen Satanismus sind.“ Ganz frühe französische Sozialisten waren bereits Esoteriker gewesen und versuchten es mit vegetarischen Kommunen als Keimzelle für das kommende Utopia.

Die DNA des Okkultismus wurde die DNA Russlands

Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete sich der Okkultismus als Ausprägung alter Mysterienkulte stärker in der breiteren russischen Gesellschaft. Wladimir Solowjow brachte die Kabbala im größeren Stil nach Russland. Die berühmtesten russischen Autoren wie Puschkin, Turgenew, Tolstoi und Dostojewski benutzten bereits okkulte Motive und Symbolik. Leo Tolstoi, der Autor von „Krieg und Frieden“ sowie „Anna Karenina“, entstammte dem Adel und hatte den Titel eines Grafen. Er wurde 1901 aus der Kirche ausgeschlossen, weil er die gängige christliche Doktrin ablehnte und erklärte:

„Die Lehre der Kirche ist eine theoretisch widersprüchliche und schädliche Lüge. Fast alles ist eine Sammlung von grobem Aberglauben und Magie.“

In „Krieg und Frieden“ zeigte er eine genaue Kenntnis von freimaurerischen Ritualen und den unterschiedlichen Arten von Freimaurern; vom Opportunisten bis hin zum großen Eiferer. Russische Autoren besuchten Paris und stießen dort auf Okkultisten, die der „hohen Magie“ von Eliphas Lévi folgten und der esoterischen Freimaurerei des Martinismus.

Am 14. März 1861 wurde Lévi in die Freimaurerloge „Rose du Parfait Silence“ in Paris aufgenommen, fand das Freimaurertum jedoch zu fade.

Der Martinismus war eine freimaurerische Strömung, die auch Sexualmagie und gnostische, kabbalistische und hermetische Elemente enthielt.  

Die künstlerische Bewegung des “russischen Symbolismus” glaubten, dass bestimmte Worte magische Kräfte hatten und eine neue Welt schaffen konnten, eine Vorstellung aus dem alten Ägypten.

Die (britische) Theosophie verbreitete sich in Russland wie ein Virus und brachte Figuren hervor wie Roerich, Uspensky und Gurdjieff. Letzterer war jahrzehntelang durch Zentralasien, Nordafrika und Europa gereist auf der Suche nach alten Kultstätten und Geheimnissen. So überrascht es nicht, bei ihm Einflüsse zu finden wie den Sufi-Mystizismus, essenisch-christliche Mystik und pythagoräische Konzepte. Einer seiner Schüler war Captain John G. Bennett, Anführer des britischen Militärgeheimdienstes in Konstantinopel. Für Gurdjieff war das Böse nur eine Illusion, die die Unerleuchteten nicht verstehen würden.

Auch Superstar-Autor Maxim Gorky, der mit Lenin befreundet war, interessierte sich für die Theosophie, genauso wie Anatoli Lunatscharski, der Volkskommissar für Bildung.

Die Russin Helena Petrovna Blavatsky, die eine der wichtigsten Strömungen der Theosophie gründete, bediente sich in der Bibliothek ihres freimaurerischen und rosenkreuzerischen Urgroßvaters und konnte durch das Geld ihrer Familie durch die Welt reisen, wobei sie einerseits mehr Wissen sammelte über antike Mysterien-Kulte, andererseits aber auch einige hochtrabende Geschichten erfand. Die theosophische Gesellschaft gründete sie mit dem Amerikaner, Freimaurer und Ägyptologen George Felt, sowie mit dem Briten Charles Massey.

Russische Übersetzungen von klassischen okkultistischen Autoren wie Papus, Agrippa, Paracelsus, Boehme und Swedenborg verbreiteten sich. Der berüchtigte Rasputin war auch längst nicht der einzige Okkultist seiner Art bei den Zaren.

Inzwischen wird Rasputin von den regimetreuen Pseudo-Historikern zum orthodoxen Christen umgedichtet. Zar Nikolaus II. und dessen Frau sind inzwischen heiliggesprochen worden.

Kommunistische Propaganda verwendete okkulte Mysterien-Ikonografie wie zum Beispiel die Erleuchtung durch Prometheus bzw. Luzifer, der auch mit der Venus assoziiert wird:

Es wurden Schulen und Fakultäten eingerichtet wie die „Freie philosophische Akademie in Petrograd“ und die „Moskauer Spirituelle Akademie“; aber Okkultisten bekamen auch Positionen in größeren sowjetischen Bildungseinrichtungen, Ministerien und anderen Verwaltungsapparaten. Sowjetische Kunst und Kultur und Propaganda hatte einen starken okkultistischen Einschlag und der große sowjetische Anführer Lenin wurde nach seinem Tod zu einer Mumie einbalsamiert und in einem Mausoleum untergebracht, wo er wie ein Heiliger von Millionen Menschen besucht wurde. Leonid Krasin, der den Lenin-Kult entwarf, war ein Bewunderer von Fedorow, der an Wiedergeburt glaubte. Das Granit-Gebäude basiert auf antiken Mausoleen wie die Stufenpyramide des altägyptischen Königs Djoser und das Grab von Kyros II. Der Architekt Alexei Wiktorowitsch Schtschussew plante auch das Stadtkonzept beim Ausbau Moskaus, hatte zahlreiche Kultstätten in vielen Ländern besucht, und entwarf einige russisch-orthodoxe Kirchen. Er hatte die Sympathien der Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna, die eigentlich eine deutsche Prinzessin aus dem Welfen-Haus Hessen-Darmstadt und Enkelin der britischen Königin Victoria war.

In Lenins Umfeld und im Sicherheitsdienst OGPU tummelten sich die Okkultisten. Gleb Bokii, einer der wichtigsten Führungsleute bei der sowjetischen Geheimpolizei Tscheka und wahrscheinlicher Organisator der Gulags, versuchte die Theosophie und Tantra mit dem Kommunismus zu verbinden und vertiefte sich in großangelegte Expeditionen, um u.a. das mystische Königreich Shambhala zu finden. Bokiis Vertrauter, Alexander Wassiljewitsch Bartschenko, war vom selben Schlag und stand auch in Kontakt mit Menachem Mendel Schneerson von der Chabad-Bewegung, einer chassidischen Grupperung innerhalb des orthodoxen Judentums. Schneerson war der Sohn eines Kabbalisten und damit unter dem Einfluss der Mysterien. Sogar der Tscheka-Boss Feliks Dzierżyński schickte Bartschenko auf Expeditionen wie etwa auf die Krim, um geheime Eingänge zu suchen für die Ruinen antiker Zivilisationen. Bokii und Bartschenko hatten sogar Kontakt zu Karl Haushofer aus Deutschland, wo sich manche Nationalsozialisten ebenfalls für Mysterien und hochtrabende Expeditionen begeisterten. Gerüchteweise waren die beiden Sowjetfunktionäre in derselben Freimaurerloge wie Haushofer.

Stalin ließ seinen Personenkult schrittweise aufbauen, bis er als eine Art Gottheit verehrt wurde, dessen übermenschlichen Zauberkräfte auf die ganze Sowjetunion abstrahlten. Das bloße Aussprechen seines Namens soll Luftwaffe-Piloten und Arbeitern besondere Kraft gegeben haben. Stalins Reden waren wie die hypnotischen Mantras eines Schamanen.

Er ließ die als „sieben Schwestern“ bekannten Hochhäuser bauen, die heute u.a. das Außenministerium beherbergen. Es gab einige alternative Standorte, die den Bau vereinfacht hätten, aber man betrieb einen großen Aufwand, um ganz bestimmte Grundstücke nutzen zu können. Die Architektur ähnelt Vorstellungen von babylonischen Türmen und anderen mesopotamischen Bauwerken. Das Pentagramm, das den Kommunismus von Anfang an als Symbol begleitete, wurde die Form des Theaters der Roten Armee. Die staatlich vorgeschriebene Kunstform des „sozialistischen Realismus“ zeigte alles andere als die Realität, sondern eine magische Scheinwelt.

Auch Gorbatschow bewarb öffentlich das Roerich-Konzept eines „spirituellen Kommunismus“ und unterstützte ein großes Roerich-Zentrum in Moskau.

Russland heute

Die Vorstellung, dass eine jüdische Weltverschwörung die kommunistische Revolution durchgeführt und satanische Mysterien nach Russland brachte, ist falsch.

Mysterien gelangten viel früher nach Russland durch benachbarte Länder, über das byzantinische Reich und dann im größeren Stil durch den vermehrten Einfluss des Welfen-Adels, der nach langem Ringen mit den französischen und preußischen Konkurrenten den russischen Zaren-Hof übernahm. Während in Europa und den USA bereits die geheimdienstlich gesteuerte Pseudo-Demokratie und der Pseudo-Kapitalismus zunehmend aufgebaut wurden, verharrte das zaristische Russland ewig in einer klassischen Diktatur samt Bauernsklaverei, die viele Elemente des alten Roms enthielt. Als die Welfen im Zaren-Hof fest etabliert waren, versuchten sie mit dem Freimaurertum und anderen Ausprägungen der Mysterien, den alteingesessenen gewöhnlichen russischen Adel zu entmachten, die Bauernsklaverei zu beenden und einen Wandel  herbeizuführen, der den USA oder der konstitutionellen Monarchie des britischen Imperiums nachempfunden sein sollte.

Die Vorstellung, dass Wladimir Putin in Russland die letzten Überreste der jüdisch-satanischen Weltverschwörung vertrieben hätte und dass die russische Supermacht das Gegengewicht darstelle zu den jüdischen Illuminati der NATO, ist komplett falsch und eine gezielte Lüge aus der Propaganda. Russland mit seinen leistungsfähigen Geheimdiensten hätte (auch über Umwege) längst Enthüllungen präsentieren können, die den wichtigen Funktionären der NATO-Sphäre enorm schaden. Stattdessen kamen aus Russland nur billige Fälschungen wie die „Protokolle von Zion“, überschaubare Enthüllungen und andere abgedroschene Klischees aus der klassischen Verschwörungsliteratur.

Im russischen Fernsehen gab es Anfang der 2000er Jahre ein Explosion von okkulten TV-Programmen auf den größten Sendern wie z.B. die „Schlacht der Hellseher“, „Hellseher gegen Detektive“, „Die Mysterien der Welt“ oder die Dokumentar-Reihen auf TV-3 über okkulte Phänomene. Die verantwortlichen Sender gehören dem Energiekonzern Gazprom.

Ein wichtiger Organisator der neuen PR-Kampagne für den Okkultismus ist Wladislaw Jurjewitsch Surkow, der als „Kreml-Chefideologe“ gilt und als verantwortlich für die russische Innenpolitik. Im Jahr 2004 soll er maßgeblich zum Wahlsieg von Wladimir Putin bei den Präsidentschaftswahlen beigetragen haben.

Das Publikum wird bombardiert mit Programmen zu Hexerei, Telepathie, UFOs, Wahrsagerei, Kontaktaufnahmen mit den Toten und vieles mehr. Solche Inhalte bestimmen auch im Westen einen großen Teil der „alternativen“ Szene und überschneidet sich mit klassischen Verschwörungsmedien. 48% der Russen glauben Umfragen zufolge an Zauberei. Über eine Million Wunderheiler und andere esoterische Dienstleister bieten ihre „Fähigkeiten“ an. Victor Pelevin, einer der einflussreichsten Autoren in Russland, ist deutlich beeinflusst von den Mysterien. Der übernatürliche Thriller “Night Watch” von 2004, in dem Zauberer, Vampire und Formwandler auf der Seite des Guten und des Bösen existieren, wurde in Russland erfolgreicher als der erste Teil von „Herr der Ringe“. Die Romanvorlage enthält noch mehr schwarze Magie und Ähnliches.

„Der Fond für konzeptuelle Technologie“ fördert Verschwörungs-Filmchen im Internet, die altbekannte Enthüllungen über die westlichen Staaten verbinden mit dem Putin-Kult, der die Welt retten werde. Valery Pyakin, der eine der Führungsfiguren in dem Fond ist, ist Mitbegründer der „Volksbewegung für die göttliche monarchische Herrschaft“, die vom Sowjet-General Konstantin Petrow geschaffen wurde, der wiederum im Raumfahrtprogramm arbeitete und sich als Neo-Paganer outete nach dem Kollaps der Sowjetunion. Die Produktionsfirma Telekompaniya Meinstrim, deren Boss bei den Massenmedien gearbeitet hatte, verbreitet ebenfalls Verschwörungs-Filme auf Youtube.

Über den Okkultisten und Eurasier Alexander Dugin, der die westeuropäische rechte Szene bearbeitet, habe ich bereits ausführlich geschrieben. Seine PR-Leute nennen ihn einen gläubigen orthodoxen Christen. Für ihn ziehen sich „Fäden des alten Wissens“ zu „Marx, zu Necaev, zu Lenin, zu Stalin, zu Mao, zu Che Guevara.“ Nietzsche, Heidegger, Evola, Hitler und Mussolini „hüllten den gnostischen Willen in National- und Rassenlehre ein.“

Eigentlich würde man erwarten, dass die orthodoxe christliche Kirche ständig gegen den Okkultismus protestiert, aber stattdessen beschränkt man sich auf Themen wie Homosexualität und Rockmusik. Sogar der Patriarch Kirill schwieg über den Okkultismus in den Massenmedien. Kirill, der wahrscheinlich beim Geheimdienst KGB war, begeisterte sich für Telekinese und ähnliche mystische Dinge.

Die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti zitierte Experten des Innenministeriums, laut denen Satanismus eine größere Bedrohung für die nationale Sicherheit geworden sei als islamische Radikalisierung. In einem anderen Report von Ria Novosti erklärte ein führender russischer Psychologe, dass es im Land mehr okkulte Heiler als echte Ärzte gibt. Man schätzt 800.000 „Magier”. In russischen Zeitungen finden sich unzählige Kleinanzeigen, in denen die Mystiker und Okkultisten ihre Dienste anbieten oder neue Leute für ihre Gruppen anlocken wollen. Laut einer Erhebung des Levada-Meinungsforschungsinstituts haben 20% aller Russen bereits auf solche Anzeigen geantwortet.

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2 comments

Chris 2. März 2021 at 10:33

Sehr guter Beitrag.Danke

Reply
SVEN GLAUBE 2. März 2021 at 8:53

Okkultismus Wahnvorstellungen VERLIEREN AM ENDE IMMER egal ob von Adolf Hitler’s Dritten Reich, der SED DDR, dem Russischen Zarenreich, der Sowejetunion, UdSSR oder dem Heutigen DUGIN-RUSSLAND, Alle diese Regime VERLIEREN AM ENDE IMMER Aufgrund Ihrer Okkultismus Wahnvorstellungen !!!!!

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