Politik

H5N8-Vogelgrippe in Russland erstmals auf den Menschen übertragen

Russland hat den weltweit ersten Fall der Übertragung des H5N8-Stammes der Vogelgrippe von Vögeln auf Menschen gemeldet.

Die Weltgesundheitsorganisation wurde alarmiert, da die Gesundheitsteams versuchen, schnell zu reagieren, um Mutationen zu verhindern.

In Fernsehansagen sagte die Leiterin des russischen Gesundheitswächters Rospotrebnadzor, Anna Popova, Wissenschaftler des Vektor-Labors hätten das genetische Material des Stammes von sieben Arbeitern in einer Geflügelfarm in Südrussland isoliert.

Die Farm war im Dezember für einen Ausbruch unter den Vögeln verantwortlich. Die WHO betonte, die russischen Arbeiter seien „asymptomatisch“, und es sei keine Weitergabe von Mensch zu Mensch gemeldet worden.

Die verwandte Vogelgrippe H5N1 bei Menschen kann schwere Krankheiten verursachen und hat eine Sterblichkeitsrate von 60 Prozent, wobei einige Länder in Asien keine verlässlichen Zahlen liefern und die genaue Tödlichkeit daher schwer zu bestimmen ist. Übergänge des A/H5N1 von Geflügel auf den Menschen sind derzeit sehr selten, enden aber im Falle einer Erkrankung häufig tödlich. Gefährdet durch A/H5N1 sind vor allem Personen mit intensivem Kontakt zu infizierten Tieren, zum Beispiel beim Schlachten.

Viele Experten befürchten, das Vogelgrippevirus könne sich mit einem Erreger der Humangrippe kreuzen. Dies wäre prinzipiell möglich, wenn zum Beispiel Schweine, Geflügel oder Menschen gleichzeitig mit A/H5N1 und einem Erreger der Humangrippe (zumeist A/H1N1 oder A/H3N2) infiziert sind. Auf diese Weise könnte ein neuer Virussubtyp mit veränderten Eigenschaften entstehen. Denkbar wäre dann, dass dieser neue Virustyp leichter von Tier zu Mensch oder gar von Mensch zu Mensch übergehen könnte.

Als grundsätzlich möglich gilt aber auch ein massiver unmittelbarer Übergang von Influenzaviren der Vögel auf den Menschen, sofern es bei den Viren zuvor zu bestimmten Veränderungen in ihren Erbanlagen gekommen ist. Gestützt wird diese Befürchtung durch Ergebnisse US-amerikanischer Forscher, die im Herbst 2005 den Erreger der spanischen Grippe A/H1N1 rekonstruierten. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler legten nahe, dass das von ihnen rekonstruierte Influenzavirus A/H1N1 unmittelbar von einem Vogelgrippe-Virus abstammte und die Fähigkeit entwickelte, den Menschen zu befallen. Die Spanische Grippe sprang diesen Forschern zufolge also nicht nach einer Reassortierung („Kreuzung“) mit Humangrippeviren über, sondern nach wenigen (ca. 10) Mutationen. Seitdem das bekannt wurde, wird das Risiko für eine neuerliche Influenzapandemie deutlich höher eingestuft. So erklärte beispielsweise Reinhard Kurth, der Präsident des Robert Koch-Instituts, am 18. August 2005 in der FAZ: „Die Gefahr einer Pandemie ist real und das Risiko derzeit so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr.“

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