Technologie

WELT testet VW ID.3: Bei Autobahnfahrt kommt man „keine 200 Kilometer weit“

Die WELT testet aktuell den elektrischen ID.3 von Volkswagen. Ein recht teures, aber kleines Fahrzeug der „Kompaktklasse“. Vor der staatlichen Kaufprämie liegt der Preis bei ca. 45.000€. Von anderen Herstellern gibt es Fahrzeuge in der Größenordnung mit Verbrennungsmotoren für den halben Preis. Gäbe es nicht so scharfe staatliche Auflagen für Verbrennungsmotoren, könnte man Fahrzeuge bauen für etwa 15.000€

Die Software des ID.3 ist noch gar nicht fertig. Milliardeninvestitionen sind notwendig für ein eigenes Betriebssystem und eine funktionierende Cloud-Lösung.

Die Reichweite liegt laut VW bei 400 Kilometern. Der Tester der WELT spricht unter realen Bedingungen wie Stadtverkehr und Landstraße von nur 320 Kilometern. Bei Autobahnfahrten und 120Km/h Geschwindigkeit kommt man laut Tester “keine 200 Kilometer weit“.

Wie sähe es aus, wenn man flotter fahren möchte, etwa mit der elektronisch begrenzten Maximalgeschwindigkeit von 160 Km/h? ist die Reichweite dann 120 Kilometer? Oder nur 100?

Die Ladeinfrastruktur in Deutschland ist natürlich auch noch nicht entwickelt genug. Man braucht Glück, um nach maximal 200 Kilometern Reichweite eine schnelle Ladestation zu finden. Ist es eine langsame Station, muss man zwei bis drei Stunden laden und warten. Für eine Strecke von 300 bis 400 Kilometern benötigt man so bis zu 8 Stunden. Die ganze Zeit über düsen dann Benziner- und Dieselfahrzeuge an einem vorbei in hoher Geschwindigkeit, die die gleiche Strecke in 3 Stunden machen.

Für 45.000 € gib es in den USA große SUVs mit drei Sitzreihen und V8-Motor.

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9 comments

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Ente 19. November 2020 at 11:39

Das E- Auto ist älter als der Verbrenner. Das erste Auto war elektrisch (vor ca. 150 Jahren oder so was). Da kann man schon mal fragen, warum jetzt so ein Hype gibt und warum die Deutschen Hersteller diesen so verschlafen haben.

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WELTÜBERGANG 19. November 2020 at 12:00

Da Vinci hat auch schon Flugzeuge geplant.
Aber man kann es eben erst umsetzen, wenn man technisch und ökonomisch so weit ist.

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WELTÜBERGANG 18. November 2020 at 21:22

Ich habe mir gerade ein E-Auto gekauft. Ich bin 6 verschiedene E-Autos probegefahren, um mir einen Überblick zu schaffen und weil es einfach Spaß gemacht hat. Außerdem wollte ich den Service in den verschiedenen Autohäusern testen. Gelandet bin ich beim Tesla 3, weil er in allen Belangen die beste Wahl war; sogar bei der Freundlichkeit und Fachkundigkeit der Mitarbeiter. Einen ganz kleinen Wagen wie BMW i3 oder Renault Zoe wollte ich nicht, weil sie beim Unfall zu wenig schützen und man nichts transportieren kann.

Zunächst muss man auch über den VW ID3 sagen: er ist ein ganz tolles Auto. Er fährt sich gut und man zieht jeden Porsche an der Ampel ab. Das Auto fährt leise, einfach fucking leise. Man sitzt gut und sieht gut. Und er hat einen mittelgroßen Touch Screen, was ihn nicht nur modern macht sondern auch für künftige Car Sharing Projekte eignet, weil junge Fahrer über einen Bildschirm wesentlich schneller alle Funktionen finden werden, als wenn man zwischen 80 verchromten Knöpfen fummeln muss. Ich finde ihn nur von außen hässlich – vor allem im Vergleich mit dem zeitlosen Tesla 3 oder dem ziemlich geilen Polestar 2.

Die große Schlagzeile lautet „Man kommt keine 200 Kilometer weit”. Aber das ist für 90% der Deutschen egal, weil der Durchschnittsdeutsche 40 km am Tag fährt. Vielfahrer oder Schnellfahrer sind ein Nischenmarkt, zumindest in Deutschland. Auch der Durchschnittsamerikaner fährt 55 km am Tag. Heißt: der Deutsche muss seinen Wagen nur alle 5 Tage aufladen, der Amerikaner nur alle 4. Knackpunkt: der Großteil der Menschen KANN seinen Wagen in der Garage JEDE NACHT STUNDENLANG aufladen. Oder auf der Arbeit. Oder beim Einkaufen. (Da fällt übrigens auch das lästige und stinkende Tanken weg.) Das Laden ist also in 99% der Fälle kein Problem. Selbst wenn man damit nicht „weit“ kommt.

Lange Fahrten sind eine Ausnahme. Da ist es relativ egal, ob man ein paar mal im Jahr öfter pausieren muss. Pinkeln, Kaffe trinken oder Beine vertreten will man bei langen Fahrten sowieso alle 1,5 Stunden. Beim Tesla lädt man an einer Schnellladesäule in 20 Minuten sagenhafte 400 km. Der VW ID3 ist wirklich langsam dagegen. Man läd 80% in 45 Minuten. In einigen Modellen (Pro Performance / Pro S) läd man immerhin 80% in 25 Minuten. Da der Tesla 3 etwa 5.000 € günstiger ist, schöner aussieht, einen schlechteren Musiksound hat und weniger Platz im Kofferraum hat, frage ich mich, warum überhaupt ein Idiot einen VW ID3 kauft. Die deutsche Automobilbranche hat geschlafen. Aber mit dem Tesla kommt man bereits gleichschnell am Ziel an wie mit einem Verbrenner.

Und wer einmal im Jahr mit dem Auto nach Südfrankreich in den Urlaub fahren will und keine Lust auf 5 mal Laden hat, der kann sich für diesen Zweck ein Verbrenner-Auto ausleihen oder gleich mit dem Flugzeug fliegen.

Dass man beim Autobahnfahren keine 200 Kilometer weit kommen soll, ist ehrlich gesagt schockierend. Das wurde von VW anders beworben; auch telefonisch vom Mitarbeiter des Autohauses meines Vertrauens. Die exakte Zahl weiß ich nicht mehr aber von guten 300 Kilometern ging ich schon aus. Das wäre auch ok. Meine längste Fahrt im Jahr führt von Frankfurt nach Berlin, was 420 km sind. Auf der Strecke halte ich sowieso mindestens 2 mal an. Und dann kann man auch gleich aufladen.

Selbst wenn man mit dem VW ID3 beim Autobahnfahren nur 200 km weit kommt, so kommt man trotzdem züging durch die Gegend. Von mir in Frankfurt sind es beispielsweise 200 km bis nach Erfurt. Meine EnBW-App ist voller Ladepunkte zwischen hier und da. Es gibt allein 5 Ladepunkte über 150 kW, also wirklich schnell. Und es gibt mindestens 100 Ladepunkte fast direkt auf der Strecke. Die Lademöglichkeiten sind also bereits in diesem Jahr – wo der VW ID3 rauskommt! – endlos. Natürlich ist es peinlich, dass der VW ID3 nur 2,5 mal langsamer lädt als der Tesla. Aber von Frankfurt nach Erfurt fahren und dann in 30 Minuten das Auto vollladen ist schon nicht so schlecht.

Dass man bei einer „langsamen Ladestation 2 bis 3 Stunden warten muss“, ist mehr oder weniger Fake News. An Autobahnen stehen nur schnelle Stationen. Und die werden sogar ständig verbessert. Lediglich innerhalb von Städten gibt es langsame Stationen; etwa an Supermärkten oder Parkplätzen. Aber ein E-Auto ist durchaus so gedacht, dass man häufig und kurz lädt. Man geht 15 Minuten in den Supermarkt und lädt. Man macht 1/2 Stunde Shopping und lädt. Man besucht 2 Stunden lang Freunde und lädt. Und wenn mal eine Ladesäule belegt ist, dann lädt man eben nicht. Wie gesagt: den Großteil wird man zu Hause laden können.

Der Markt für E-Autos geht ja gerade erst los. Wenn es in ein paar Jahren gebrauchte E-Autos zum gleichen Preis wie Verbrenner geben wird, dann wird es interessant. E-Autos werden sich – wie alles andere – über den Preis durchsetzen. Und nicht durch staatliche Subventionen oder grüne Ideologie. Bis dahin bleiben E-Autos etwas für Liebhaber oder Reiche.

Ich bin sowieso dagegen, Verbrennermotoren zu verbieten. Soll jeder Fahren, was er will. Es ist ja wirklich das letzte, dass unser Staat, der die höchsten Steuern der Welt einzieht und ständig von Ungerechtigkeit quatscht, die günstigeren Verbrennerautos verbietet, was den Ärmeren schadet. Eine Frechheit!

Eins noch zum „flott fahren“. Ich gehe davon aus, dass E-Autos dafür sorgen werden, dass wir nicht mehr so schnell fahren. In allen anderen Ländern fahren die Menschen mit 130 km/h auf der Autobahn und es klappt auch, obwohl ich nicht für ein Tempolimit bin. Man müsste bei E-Autos eben einmal ausrechnen was schneller ist: schnell fahren und mehr laden oder langsamer fahren und weniger laden. Bei der diesjährigen Elektroautorallye „E-Cannonball“ zeigte sich beispielsweise, dass sich der Gewinner an der Ladestation entscheidet und nicht beim schnellen fahren. In der exakten richtigen Geschwindikeit fahren, Route planen und an Ladesäulen nicht warten müssen – das ist es!

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AlexBenesch
AlexBenesch 19. November 2020 at 7:54

VW hatte einen „Tesla-Killer“ versprochen; also etwas wie das Model 3 nur deutlich billiger. Jetzt kostet der ID.3 45.000€, die Software ist nicht fertig und die Reichweite ist deutlich schlechter als beim Tesla. Software hat für mich in einem Auto fast nichts verloren. Ich bin da eher Prepper und nostalgisch. Bei den E-autos hast du keinen Einfluss auf die Software. Es ist eh schon unser ganzes Leben dominiert von Code. Da will ich das bei Autos eher raushalten. Für 20.000€ bekomme ich einen gebrauchten Ford Expedition in wirklich gutem Zustand und Rest-Lebedauer von 200.000 Kilometern. Fullsize SUV mit drei Sitzreihen und V8-Motor. Sowas könnte man auch neu bauen ohne staatliche Auflagen und mit weniger Luxus für wenig Geld.

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WELTÜBERGANG 19. November 2020 at 9:56

Also die Software vom ID3 war immerhin so fertig, dass ich damit probefahren konnte, ohne etwas zu merken. Und ich persönlich würde sogar eher den brandneuen ID3 fahren als einen Verbrenner ohne Kinderkrankheiten. Als Recentr Fan bin ich auch Prepper, aber bereite mein Auto nicht auf eine jahrelange Apokalypse vor. Ich brauche nicht so groß wie möglich für so wenig Geld wie möglich. Ein Vorteil an Software ist ja auch, dass man sie ständig weiterentwickeln und das Auto konstant updaten kann.

„Tesla-Killer“ ist natürlich lächerlich, aber immerhin ist VW die einzige deutsche Firma, die überhaupt ein massentaugliches E-Auto auf den Markt bringt. BMW hat noch überhaupt keins. Und AUDI oder Mercedes haben nur 80.000 € teure SUVs.

Abgesehen von sozialistischen E-Auto-Flottenzielen dürften die produzierten Autos tatsächlich das sein, was die Menschen kaufen. Viele wollen einen Mittelklasse und keinen Panzer. Und Software scheinen auch viele zu wollen. Ich auch.

Tatsächlich sind Autos unnötig teuer; besonders in Deutschland. Das hat aber vor allem damit zu tun, dass unsolidarische Manager der Konzerne die mittelständischen Zuliefer knechten, um dann deren Produkte dreimal so teuer im eigenen Auto zu verkaufen. Und teure Autos liegen auch an den Gewerkschaften, die für ihre Klientel wuchern, während der Rest von Deutschland normal verdient.

Apropos Software: im AUDI e-Tron gibt es keinen Seitenspiegel mehr sondern Minibildschirme. Aber dafür ist das Bild gestochen scharf und vereist im Winter nicht 🙂

Der chinesisch-schwedischen Polestar läuft übrigens auf Android-Basis. Da steigt man ins Auto ein und sagt, „Hey Google, führe mich nach Kaiserslautern“. Gruselig. Aber bequem.

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AlexBenesch
AlexBenesch 19. November 2020 at 10:24

Die Ingenieure sind natürlich super. Das waren sie immer. Die EU-Bürokraten, die die Linie vorgeben für die Autos, sind allerdings keine Ingenieure. Wozu braucht es eigentlich überhaupt komplizierte Software für ein E-Auto? Das geht doch auch viel simpler, oder?

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WELTÜBERGANG 19. November 2020 at 11:39

Da froigst mi woas

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SVEN GLAUBE 27. November 2020 at 0:20

Software-Programme und Computerelektronik sind auch schon in den Heutigen Benzin-Verbrennungsmotoren-Automobilien und den meisten alten Automobilien der Letzten 15 Jahre verbaut und eingesetzt geworden zur Überwachung der Fahrzeugsaktivitäten und der Fahreraktivitäten, ES sind vielleicht sogar auch schon in den alten Benzin-Verbrennungsmotoren-Automobilien der Letzten 25 Jahren Software-Hintertüren vorhanden mittel derer die EU-Kommission, Regierungsministerieren, Ämter und Behörden wie Europol, Interpol, WTO, WHO, CDC, ECDC, UNO, EU, SIS, MI5, GCHQ, FBI, CIA, NSA, DIA, DHS, DOJ, DOD, DOE, EPA, BKA, BMU und BUNDESUMWELTAMT und die Fahrzeugherstellerfirmen einfach Alle diese Automobilie AUSSCHALTEN können per Online-Funk-Fernsteuerungsbefehl !!!!!

Immer mehr komplizierte Software ist auch sogar in neuen Benzin-Verbrennungsmotoren-Automobilien vorhanden ganz genau so wie in Elektroautomobilien DA ist ganz genau so die Gefähr von Fernsteuerungen und Fernabschaltungen der Fahrzeuge vorhanden egal ob neuer Benziner oder E-Auto !

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SVEN GLAUBE 23. November 2020 at 22:36

Aber General-Motors hat den Tesla-Killer geliefert !!!!!!

General-Motors Elektro-Hummer-EV !

https://www.auto-motor-und-sport.de/elektroauto/gmc-hummer-ev-2021-pickup-comeback-mit-1000-elektro-ps/

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