Politik Wirtschaft

Wirtschaftsweiser Bofinger meint, Deutschland hält einen zweiten Lockdown aus, den man aber lieber vermeiden will

In einem Interview äußert sich der “Wirtschaftswese” Peter Bofinger aktuell zu der Lage: Für den Fall, dass doch ein zweiter Lockdown käme, sei man aber mit dem Kurzarbeitergeld sehr gut aufgestellt. Es entlaste Unternehmer und sichere Einkommen. „Damit könnten wir auch einen zweiten Lockdown durchstehen“, so Bofinger. Auch die Verlängerung der Betriebskostenzuschüsse für Unternehmen seien zielführend.

Er nennt die deutsche Verschuldungsquote, ohne die Ansprüche der Beamten und Renten mit einzuberechnen, durch die ein Loch von ein paar Billionen dazukommt.

Die Bundesbank rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzen im kommenden Jahr. 6000; das wäre ein Plus von 35 Prozent.

Bofinger meint, dass das Bankensystem mit einem solchen Anstieg der Insolvenzen auch zurechtkommt.

Ich denke, das ist sehr wichtig, dass es nicht aufgrund des Einbruchs im realwirtschaftlichen Bereich dann nicht auch noch zu einer Krise im Finanzsystem kommt.

Fünf bestimmte Kristallkugelschauer und Aus-Eingeweide-Leser der Moderne nennt man im generellen Sprachgebrauch die “Wirtschaftsweisen”. Dies sind keine Mystiker aus dem Morgenland sondern der “Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung” in Deutschland. Diese glattgeschliffenen Pappkameraden des internationalen Bankensystems (beinahe so glattgeschliffen wie die Kristallkugeln selbst) beißen in bester Berufstradition nicht die Hand die sie füttert und sie können trotz ihrer bieder-akademischen Fassade mächtig zündeln.

Bofinger lobte in der Vergangenheit explizit die “starke” US-Notenbank Federal Reserve, die notfalls mit ihren riesigen “Interventionsvolumina” quasi unbegrenzt alle amerikanischen Ramschpapiere aufkaufen könnte. Ja warum erfinden die Griechen dann nicht einfach ihren eigenen Goldesel möchte man denken. Aus dem Nichts mit einer Zentralbank Interventionsvolumina herbeizaubern klingt doch herrlich.

Schuld an dem exorbitanten Defizit sei aber laut dem Sachverständigen nicht etwa die Fed und ihre Anhängsel wie Goldman Sachs, sondern die Tatsache dass das amerikanische Volk einfach noch nicht genügend Steuern zahlt. Soll heißen: Die rückständigen Yankees wehren sich noch zu stark gegen den heiligen Sozialismus und den Umverteilungsapparat. Man müsse, so Bofinger, die Steuern massiv anheben um den Haushalt zu konsolidieren, was leider mathematisch auf Grund der Derivatenblasen schon längst gar nicht mehr möglich wäre, selbst wenn Bürger 90% ihrer Habseligkeiten und Einnahmen unter Zwang an den Staat abführen würden. Die finstere, konservative Tea Party-Bewegung der Republikaner verhindere allerdings die Steuererhöhungen und so bliebe Obama nichts anderes übrig als brutal an Bildung und Sozialem zu sparen.

Was er dem ZDF-Publikum nicht erzählt ist, dass beide politischen Kämpfer im Ring für denselben Promoter arbeiten – die Fed – und dass die Kämpfe vorher abgesprochen sind. Besonders verheerend: Er weiß es besser.

PROMOVIERT WURDE ER 1984 MIT EINER ARBEIT ÜBER “WÄHRUNGSWETTBEWERB. EINE SYSTEMATISCHE DARSTELLUNG UND KRITISCHE WÜRDIGUNG VON FRIEDRICH AUGUST VON HAYEKS PLÄNEN ZU EINER GRUNDLEGENDEN NEUGESTALTUNG UNSERER WÄHRUNGSORDNUNG”.
-WIKIPEDIA

Hayek, der die Gedanken von Ludwig von Mises weiterentwickelte, war dimetral dem entgegengesetzt was Bofinger heute den Massen predigt:

HAYEKS KONJUNKTURTHEORIE ZUFOLGE WAR DIE WELTWIRTSCHAFTSKRISE NICHT, WIE KEYNES BEHAUPTETE, FOLGE VON GERINGER NACHFRAGE, SONDERN VON FEHLINVESTITIONEN DER UNTERNEHMEN UND BANKEN, DIE WIEDERUM FOLGE VERFEHLTER STAATLICHER GELD- UND WIRTSCHAFTSPOLITIK GEWESEN SEIEN. STAATLICHE INTERVENTIONEN AUF DEM FREIEN MARKT, WIE KEYNES SIE FORDERTE, SEIEN ALSO NICHT DIE LÖSUNG, SONDERN DIE URSACHE DER WIRTSCHAFTSKRISE. DIE INFLATIONSPOLITIK VOR 1929 HABE DEN ZUSAMMENBRUCH ERST HERAUFBESCHWOREN.

DER SPÄTE HAYEK MACHT FÜR ABWEICHUNGEN DES ZINSSATZES VOR ALLEM DIE ZENTRALBANKEN VERANTWORTLICH, DENEN ES AUS POLITISCHEN GRÜNDEN NICHT GELINGEN KANN, DEN GELDWERT IN EINEM MASS STABIL ZU HALTEN, MIT DEM SICH KRISEN VERMEIDEN LASSEN. AUS DIESEM GRUND BEFÜRWORTET ER, DIE PRODUKTION VON ZAHLUNGSMITTELN IN PRIVATE HÄNDE ZU LEGEN

SCHON IN DEN 1920ER-JAHREN ARGUMENTIERTE ER, DASS IN EINER ARBEITSTEILIGEN GESELLSCHAFT AUCH DAS WISSEN AUFGETEILT SEI UND EINZELNE PLANER DAS GESAMTSYSTEM NICHT BIS INS DETAIL ÜBERBLICKEN KÖNNTEN, EINE ZENTRALVERWALTUNGSWIRTSCHAFT ALSO PRINZIPIELL NICHT FUNKTIONSFÄHIG ODER ZUMINDEST EINER MARKTWIRTSCHAFT WEIT UNTERLEGEN SEI.

1944 ERSCHIEN HAYEKS THE ROAD TO SERFDOM (DT. DER WEG ZUR KNECHTSCHAFT) IN ENGLAND. IN DIESEM WERK LEGTE ER DAR, DASS DER NATIONALSOZIALISMUS IN DEUTSCHLAND UND DER FASCHISMUS IN ITALIEN NICHT – WIE SOZIALISTISCHE INTELLEKTUELLE BEHAUPTETEN – FORMEN DER KAPITALISTISCHEN REAKTION SEIEN, SONDERN „WEITERENTWICKLUNGEN DES SOZIALISMUS“.

-WIKIPEDIA

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