Politik

Die „Great Barrington Declaration“ zu COVID hat nichts Neues zu bieten, viele Forderungen werden längst umgesetzt

Nun haben mehr als 12.000 Wissenschaftler und Mediziner eine Petition unterzeichnet, in der die britische Regierung aufgefordert wird, das Risiko einzugehen, massenhafte Infektionen zuzulassen, in der Hoffnung auf eine Herdenimmunität, bei gleichzeitiger Abschirmung von vielen Millionen besonders gefährdeten Menschen höheren Alters.

Es klingt wie die Slogans, die man seit Monaten hört: Lockdown nur für Alte, der Rest der Gesellschaft solle zur „Normalität“ zurückkehren. So einfach ist das aber bei Weitem nicht und so schnell und umfassend, wie manche sich es erträumen, ist die Sache nicht durchführbar. Die britische Regierung antwortete, es gebe keine Beweise dafür, dass es möglich sei, nur schutzbedürftige Menschen zu schützen, oder dass sich eine Herdenimmunität wie erwünscht jemals entwickeln würde.

Spitzenwissenschaftler haben den Barrington-Plan ebenfalls mit Hohn und Spott bedacht, da er auf unbewiesenen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhe und in wichtigen Details dünn gesät sei. Ein Professor der Universität Oxford brandmarkte gestern die Erklärung als „eine libertäre Agenda, verpackt als Wissenschaft“ und „ein Manifest des Egoismus“. So fordert die Barrington-Erklärung, dass nur die Menschen, die am stärksten vom Tod bedroht sind, geschützt werden sollen, während der Rest der Gesellschaft zum normalen Leben zurückkehrt. Die Idee ist alles andere als neu und wurde schon zigfach durchgedacht in verschiedenen Ländern.

In einem Briefing mit Journalisten gestern Nachmittag sagte der Sprecher des Premierministers:

„Wir haben während des gesamten Verlaufs dieser Pandemie die gesamte Bandbreite der wissenschaftlichen Meinung berücksichtigt und werden dies auch weiterhin tun“,

berichtete der Independent.

Man kann sich nicht auf die unbewiesene Annahme verlassen, dass es für Menschen mit geringerem Risiko möglich ist, im Falle einer Ansteckung mit dem Virus zu vermeiden, dass das Virus später auf Menschen übertragen wird, die ein höheres Risiko haben und ein höheres Risiko eingehen würden, im Krankenhaus oder schlimmer noch auf einer Intensivstation zu landen.

Viele der in der Deklaration geforderten Maßnahmen finden bereits in weiten Teilen Großbritanniens statt, wenn auch in anderer Form. Es ist nicht möglich, gefährdete Personen vollständig zu identifizieren, und es ist nicht möglich, sie vollständig zu isolieren. Die älteren Menschen, die die Hauptlast davon tragen, und 20-30 Prozent der britischen Bevölkerung darstellen, würden als anfällig für eine schwere Covid-19-Infektion eingestuft.

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2 comments

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Jo Dee Fostar 9. Oktober 2020 at 11:48

Die Kollegen von ScienceFiles berichteten Gestern von einer interessanten Studie aus GB, zum Thema Lockdown uns seine Folgen…

https://sciencefiles.org/2020/10/08/mehr-tote-mehr-schaden-durch-lockdown-explosive-studie-aus-grosbritannien/

Reply
AlexBenesch
AlexBenesch 9. Oktober 2020 at 12:07

Das hängt von unzähligen Faktoren ab. Ist der Lockdown zu hart, hast du zu viele Krebstote usw. Ist er zu weich, hast du unter Umständen zuviele COVID-Tote. Jeder spezialisierte Experte wusste von Anfang an, dass ein Lockdown zu Kollateralschäden führt. Nichts Neues also. Und Sciencefiles scheint ja halb eingeknickt zu sein bei COVID, weil sie ja pro Trump sein und ihr Publikum entsprechend bedienen wollen. Oder findest du auf Scienfiles die Tonnen an schlechten Nachrichten zu COVID?

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