Politik

Elitärer Kommunisten-Think-Tank suspendiert Wolfgang Wodarg, fürchtet neurechte Konkurrenz

Im Mai hatte der elitäre Kommunisten-Think Tank „Institut solidarische Moderne“ genug von Wolfgang Wodarg:

Hiermit erklären wir als ISM-Vorstand, dass wir die Mitgliedschaft von Wolfgang Wodarg im Institut Solidarische Moderne mit sofortiger Wirkung suspendiert haben. Hintergrund hierfür bildet die Kooperation von Wolfgang Wodarg mit neu-rechten/rechtsextremen Medien und Organisationen.

Wohlgemerkt werden nur Wodargs Auftritte in zumeist Internetmedien angekreidet und nicht seine dramatische Verharmlosung der Pandemie. Der Think Tank rechnete mit einer rot-rot-grünen Mehrheit 2021 auf Bundesebene, was allerdings durch die COVID-Krise zunichte gemacht wurde.

Die Bedrohung durch die Corona-Pandemie hat im Institut Solidarische Moderne Diskussionen angeregt, Unsicherheit und Ambivalenzen ausgelöst.

Die neurechte Szene gräbt den Linken zum Teil das Wasser ab und schafft es, unzufriedene Bürger an sich zu binden und „rechte“ Lösungen und Antworten anzubieten.

Götz Kubitschek wird als eine*r ihrer wichtigen Protagonist*innen gesehen. Kubitschek hatte das Institut für Staatpolitik (IfS) und den Antaios Verlag gegründet und Raum für neu-rechte Diskurse geschaffen. IfS und Antaios Verlag fungieren auch als Mittler in breitere rechtskonservative Kreise. Der Kulturkampf von rechts hat in der Bundesrepublik insbesondere durch die parlamentarischen Erfolge der AfD Fahrt aufgenommen.

Selbst Neurechte hängen nun an den Lippen von Wodarg und auch der Ex-Kommunist Jürgen Elsässer klingt beinahe identisch mit seinen Beschwichtigungen, der Virus sei vergleichbar mit der saisonalen Grippe.

Die Kommunisten sehen sich in ihrem Ziel, eine rot-rot-grüne Mehrheit auf Bundesebene zu erreichen, bedroht durch das Virus, weil Menschen eher konservativer denken und wählen, wenn sie sich ihrer eigenen Verwundbarkeit und Sterblichkeit stärker bewusst werden und wenn Mangel-Situationen drohen. Die Bürger scheren sich momentan wenig um Umweltschutz und sozialistische Fantasien, sondern eher um geschlossene Grenzen, Sicherheit und Jobs.

In dem Beitrag “Trying the Impossible” über die Pläne für eine Rot-Rot-Grüne Regierung für Deutschland auf der offiziellen ISM-Webseite verwendet man für einen Wortwitz das Bild von drei recht jung aussehenden nackten Personen in einer Badewanne (Gesichter von mir unkenntlich gemacht, aufgerufen am 16.03.20 um 12:00 Uhr):

Wodarg bekam nicht vom Ostblock ein Stipendium für ein Studium der Epidemiologie, sondern ausgerechnet von der einflussreichen privaten Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (USA). Die Uni geht zurück auf Geld aus der Eisenbahnindustrie und wurde immer geleitet von Vertreter der oberen Schichten des amerikanischen Empires. Es gab zahlreiche Querverbindungen zu deutschen Universitäten des Welfen-Hochadels wie Heidelberg, Göttingen oder Tübingen. Der erste Präsident der Johns-Hopkins-Uni war Daniel Coit Gilman, der auch die Finanzen verwaltete für die Geheimgesellschaft Skull and Bones an der Yale-Uni, aus der die Geheimdienste OSS und CIA hervorgingen.

Foto: Gilman

Gilman war später Mitbegründer der Russell Trust Association, der Stiftung hinter Skull and Bones. Nachdem er von 1853 bis 1855 als Attaché der Gesandtschaft der Vereinigten Staaten in St. Petersburg, Russland, gedient hatte, kehrte er nach Yale zurück. Bones-Kreise und weitere Mitglieder der amerikanischen Oberschicht belieferten die Sowjetunion mit wichtiger Technologie. Die SPD, der Wodarg angehört, hatte immer ein inniges Verhältnis zu den Sowjets und weigerte sich sogar, klar und unmissverständlich die Gulags zu verurteilen.

Bones geht zurück auf das Britische Imperium und den Welfen-Hochadel. Der zweite Präsident der Johns Hopkins-Universität war Ira Remsen, der an den deutschen Welfen-Unis in Tübingen und Göttingen studiert hatte. Der Adel sicherte sich über seine Wissenschaftsvereinigungen wie die Royal Society nicht nur die Kontrolle über die Naturwissenschaften, sondern besetzten auch Gesellschaftswissenschaften und bauten den Sozialismus zu einer internationalen Bewegung auf, um ein gesteuertes Gegengewicht zu haben zu dem gesteuerten Großkapitalismus.

Selbst Bundeskanzlerin Merkel und ihr Ehemann entstammen dem Netzwerk dieser adeligen Wissenschaftsvereinigungen.

Wolfgang Wodarg, der Corona-Beschwichtiger, ist seit 1988 Mitglied der SPD. Er saß im Bundestag und er gehörte der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an. Seit 2002 war er dort stellvertretender Vorsitzender der sozialistischen Fraktion und seit 2006 außerdem Sprecher der deutschen Sozialdemokraten und stellvertretender Leiter der deutschen Delegation.

Er ist Mitbegründer und Mitglied des Kuratoriums des ISM “Institut Solidarische Moderne”, das den Sozialismus der Zukunft konstruieren und den Menschen andrehen soll. Ziel ist die Dominanz der Sozialisten:

Die Arbeit des Instituts Solidarische Moderne beschränkt sich allerdings nicht auf die Vorbereitung von linken Regierungsmehrheiten. Das Reformprojekt einer Solidarischen Moderne kann nur als ein gesellschaftliches Projekt initiiert werden, dessen Ort neben der institutionellen Politik auch die Zivilgesellschaft wie die sozialen Bewegungen bilden.

Im Vorstand sitzen allerhand Kommunisten, darunter auch Ex-DDR-Figuren und Katja Kipping, Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

“Ich habe das Institut Solidarische Moderne mit gegründet, weil es einer Kraft bedarf, die für alternative politische Projekte wie der energiepolitischen Wende oder der Verankerung von sozialen Grundrechten in der Verfassung streitet, die auch bereit ist, sich mit den herrschenden Hegemonien anzulegen. Ich möchte mit dem Institut alternative gesellschaftliche Stimmungen befördern. Ohne diese wird ein echter Politikwechsel nicht möglich sein.

Von 1996 bis 1997 leistete sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in Gattschina bei Sankt Petersburg (Russland) ab. Diese Linken sind die ersten, die Panik verbreiten vor rechten Strömungen und vor allem, was Moskaus Interessen gefährden könnte. Bei dem aktuellen Virus hingegen skandieren Wodarg und andere Linke, die Maßnahmen zur Eindämmung seien “Panikmache”.

Im Januar 2012 wurde bekannt, dass Kipping als eine von 27 Bundestagsabgeordneten der Linken unter Beobachtung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz stand.

In dem aktuellen ISM-Positionspapier “Entscheidet euch! Es gibt keine Mitte zwischen Antifaschismus und Faschismus” heißt es:

Wenn wir die Brandmauer gegen Rechts als Konsens aller demokratischen Parteien ernstnehmen, brauchen wir eine Antwort auf diese verstrickte Situation: Und diese heißt Rot-Grün-Rot – in Thüringen wie im Bund 2021. In Thüringen gibt es mit Bodo Ramelow einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten, der den Respekt der Menschen in Thüringen genießt und bewiesen hat, dass er eine Amtszeit erfolgreich gemeistert hat, eine klare Abgrenzung zu den Faschist*innen markiert und dafür 70% Zustimmung unter den Wähler*innen erhält. […] Auch wenn das rot-grün-rote Projekt bisher auf Bundesebene nicht zustande gekommen ist, sehen wir – wie wir in unserem aktuellen Positionspapier „Aufs Ganze gehen!“erläutern – keine Alternative dazu.

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2 comments

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indubio cuibono 13. August 2020 at 9:13

Wird wahrscheinlich trotzdem so kommen mit rot grün rot…Wahl ist noch ein Jahr hin, wenn die Auflagen so bleiben ist noch genug zu Zeit daß sich die Meinung gegen die aktuelle Corona Politik wendet, nicht daß abgestritten wird, aber es zumindest bald nicht mehr als Verhältnismäßig gesehen wird, Maskenpflicht etc. Wird ja alles noch eher verschärft als gelockert…immer mehr Orte mit Maskenpflicht.

Könnte dann nach der Wahl nächstes Jahr ungefähr so aussehen:
SPD mit Scholz : 21%
Grüne:. 19%
Linke:. 7%
Zusammen sind das 47%

Da kann die CDU ruhig 35% und die FDP 7% holen, wird nicht reichen, mit AFD arbeitet niemand zusammen.zu Recht.

SPD hat jetzt mit Scholz zumindest einen 20% Kandidaten, der noch als nicht zu links und relativ solide gilt…

Hoffentlich wird es nicht so kommen…

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Samuel Donar Lang 12. August 2020 at 14:17

Naja, mal ehrlich gesagt, auch linke können die Wahrheit sagen. Und an dieser „Pandemie“ ist halt auch soviel dran wie an einer mittleren Grippesaison.

Selbst im Mittelalter hat man die Pest überlebt und sogar die Kirchen offen gelaßen. Mittlerweile hat man Heuschnupfen und versteckt sich damit im Coronakeller. Jedem das Seine, so kann man das sagen.

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