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Politik

Warum kopiert die CDU nicht längst die Tricks der US Republicans?

Kommentar

Die CDU will angesichts ihrer Schwäche bei Wählern unter 30 jetzt eigene Influencer im Netz aufbauen. Um Jahre verspätet sollen jetzt konservativere Gesichter in die DSLR-Kameras glotzen und über Musik und Lifestyle schwafeln und politische Inhalte beimischen und im Wahlkampf dann zur großen Attacke blasen.

Warum hat die CDU nicht einfach längst kopiert, was die Koch-Brüder in den USA getrieben haben? Oder kopiert, wie die Republikaner-Seilschaften vom Council for National Policy richtig aufdrehten? Oder kopiert, wie zionistische Milliardäre die Stars der neuen Rechten aufgebaut haben? Oder kopiert, wie der Rightwing Deep State in den USA Alex Jones rekrutierte?

Wenn die CDU erfolgreich sein will, müsste sie eigene Verschwörungstheoretiker-Influencer aufbauen. In den USA konnten Unbekannte mit ein paar Postings unter dem Pseudonym Q weite Teile der Verschwörungsinteressierten davon überzeugen, dass Trump den linken Deep State einknasten wird und man ihn deswegen fleißig wählen müsse. Dann gestand noch der Verschwörungs-Superstar Alex Jones, dass er sich vom rechten Deep State hat rekrutieren lassen („Special Operations Command in Florida“) und macht seitdem Werbung für Trump und andere Republicans. So kriegt man auch Nichtwähler mobilisiert!

Die Koch-Brüder zahlten dermaßen viele „konservative“ und „libertäre“ Think Tanks hoch, dass sich damit politische Karrieren nach Belieben aufbauen ließen. In Deutschland hat die CDU nur AKK aufzubieten und ein paar graue Mäuse.

Zionistische Milliardäre wie Shillman, Rosenwald und Mercer zahlen seit vielen Jahren Geld für die Karrieren von neurechten Influencern, die Millionen Menschen erreichen. Mal geht ein Projekt schief, so wie Milo, aber man kann immer neue Stars nachzüchten. Das hätte die CDU längst kopieren können.

Die amerikanischen Republicans sind auch extrem gut aufgestellt durch den nebulösen Council for National Policy:

Bei uns gibt es die lahme Springerpresse und den Focus.

Da die Grünen inzwischen bei Umfragen die CDU überholen und Spitzenpersonal der Grünen traditionell aus denselben Ecken kommt wie die CDU-Granden, kann man davon ausgehen, dass das Establishment anscheinend den Grünen hier eine führende Rolle übertragen will. In anderen EU-Ländern dümpeln die Grünen herum, aber ausgerechnet in der Industrienation schlechthin könnten die Grünen die stärkste Partei werden. Wichtig ist bei der Berichterstattung, dass eben nicht nur eine westliche elitäre Sozialismus-Agenda da mit reinspielt, sondern dass auch tradionell Sowjetrussland eine große Rolle spielte beim grünen Kommunismus und dass die Russen ihre Spionagenetzwerke dahingehend nutzen. Siehe auch die Arbeiten von Torsten Mann. Und es ist wichtig zu verstehen, dass adelige westliche Netzwerke der Welfen im Umfeld des grünen Spitzenpersonals sichtbar sind, wenn man genau hinsieht. Die Grünen, die mal als müsli-essende Kommunisten und Baumknutscher auftauchten, wirken heute wie ein Flügel derselben Einheitspartei wie die CDU.

Die AfD hat währenddessen 2 Millionen Wähler verloren ans Lager der Nichtwähler. Anstatt wieder nur irgendwelche Talking Points abzuspulen, laut denen angeblich die Gemäßigten wie immer Schuld daran sein sollen, könnte die Partei jetzt für wenig Geld Studien in Auftrag geben, um diese Nichtwähler zu analysieren. Warum haben sie aufgehört, AfD zu wählen? Ich bin gespannt. Ein Kommentar auf achgut.com sagt dazu:

„Beide abgewanderten Blöcke zeigen nämlich deutlich, welches politische Lager im Land völlig unbeackert, brach liegt: Ein enormes Potenzial in der bürgerlich-rechts-konservativen Ecke, marktwirtschaftlich, wenig etatistisch denkend, frei von Weltuntergangs-Hysterie, auf Sicherheit bedacht sowohl bei der Energieversorgung wie auch beim Kampf gegen Kriminalität, ja, nicht zuletzt auch skeptisch gegenüber allzu starker Zuwanderung, für einen konsequenten Schutz der Außengrenzen – andererseits aber eben auch frei von neonazistischen Gedanken, und voller Abneigung, die „Erinnerungskultur“ um 180 Grad zu wenden, die Hitlerzeit als „Vogelschiss“ zu banalisieren, oder Auschwitzüberlebenden die Ehre zu verweigern.“

Rund die Hälfte der bisherigen AfD-Wähler hätten tatktisch gewählt und abgewartet, wären aber letztendlich von dem radikalen rechten Flügel abgeschreckt worden.

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